Samstag, 9. März 2019

The last few bricks

Autor: Waters
Dauer: 3:26
First release: Is there anybody out there? - The Wall Live 1980-81, 04. April 2000

Inlay-Graphics for "Is there anybody out there?
The Wall Live 1980-81" 
"The last few bricks" war eigentlich ein Instrumentalstück, welches live - während der The Wall Show - dazu diente, der Crew zu ermöglichen die Mauer fertigzustellen. Deshalb variierte dessen Länge angeblich auch beträchtlich von Abend zu Abend und stellte für die Musiker eine der wenigen Möglichkeiten dar etwas zu improvisieren. Anscheinend war der Aufbauprozess langwieriger, als die Dauer der Musik auf LP1 des Studioalbums "The Wall", denn das Stück konnte bis zu 13 Minuten dauern, wie z.B. in der LA Sports Arena am 07 Februar 1980. Es kam zwischen "Another brick in the wall, part 3" und "Goodbye cruel world" zum Einsatz.

Es handelte sich eigentlich um eine Reprise, die Elemente von "The happiest days of our lives", "Don't leave me now", "Young lust" und "Empty spaces" enthielt. Das ganze wurde in der zweiten Hälfte von einem marschierenden Beat untermalt und von den männlichen Chorstimmen begleitet.

Das Instrumentalstück hatte bis zur Veröffentlichung des Live-Albums "Is there anybody out there? - The Wall Live 1980-81" im Jahr 2000 auch keinen Namen. Der Name wurde dann letztendlich von Roger Waters suggeriert, da es sich ja auch tatsächlich um die letzten paar Steine in der Mauer handelte, die es aufzubauen galt. 
Deshalb wurde das Lied zwar bereits 1990 auf dem Album "Roger Waters - The Wall Live in Berlin" veröffentlicht, aber nicht als eigener Song gecredited sondern gemeinsam mit Another Brick in the Wall, part 3.

Die Version von Berlin 1990 unterschied sich stark von jener der Pink Floyd Tour. "The Happiest days of our lives" wurde weg gelassen. Das Orchester steuerte eine Version der Melodie von "Don't leave me now" bei und gegen Ende kam hingegen ein Teil von "What shall we do now?" zur Wiederholung. Diese Version ist etwa 1 Minute kürzer.

Szene aus "The Wall Live in Berlin 1990"

Eine weitere Version wurde 2015 auf dem Live-Album und Film "Roger Waters The Wall" veröffentlicht. Diese entspricht ziemlich genau dem Original, fügt aber eine zusätzliche verzerrte Gitarre dazu und man kann auch den Hubschrauber wieder hören.


Weitere Veröffentlichungen: 
1990 Roger Waters - The Wall Live in Berlin; live 21. Juli 1990 Potsdamer Platz Berlin; 2LP, 2CD, VHS (3:25 not credited and w/ABITW3)
2003 Roger Waters - The Wall Live in Berlin; live 21. Juli 1990 Potsdamer Platz Berlin; 5.1 mix; DVD
2010 Roger Waters - The Wall Live in Berlin Special Edition; live 21. Juli 1990 Potsdamer      Platz Berlin; 5.1 mix; DVD & 2CD
2011 Pink Floyd - The Wall Immersion Box Set (incl. The Wall remastered 2011; Is there anybody out there? remastered 2011)
2015 Roger Waters - The Wall A soundtrack to the film 2CD, 3LP (3:15)
2015 Roger Waters - Th Wall A film by Roger Waters and Sean Evans DVD, BluRay, 2 BluRay 

Sonntag, 3. März 2019

Lanky (Part 1)

Autor: Barrett
Dauer: 5:40  (Take 1)
First release:  Syd Barrett - Opel,  17. Oktober 1988


Werbeplakat für Opel 1988

Lanky (part 1) ist ein Studio-Jam, das am 14. Mai 1968 in den Abbey Road Studios aufgenommen wurde. Am selben Tag wurde auch "Rhamadan" aufgenommen, welches 2010 als download der Compilation "An Introduction to Syd Barrett" veröffentlicht wurde. 

Lanky wurde erstmals 1988 auf dem Album "Opel" veröffentlicht und das Gitarre, Piano und Percussions Line-Up ist dasselbe wie auf "Rhamadan".
Der einzige bestätigte Studiomusiker bei dieser Session ist Marc Bolan's Drummer  Steve Peregrin Took, der für die gesamte Percussion zuständig ist. Hier sei erwähnt, dass Lanky (part 2) angeblich nur aus Percussions-Aufnahmen besteht. Gemäss Peter Bown (Produzent der Session) "Five Minutes of Drums. Kind of a "Dueling Congas" Concept." 
Laut David Parker "Random Precision" ist Lanky (part 2) der wohl uninteressanteste Studio-Outtake in der Geschichte des Rock.

Peter Jenner sagte über Lanky (part 1):" There was no structure to anything. Every now and then he [Syd Barrett] would maybe start on a bit of a song and then that would... then hopefully the musicians would pick up on it, and that was about ist, but it never got to be... I don't think you'll find any with take 1, take 2, take 3, or if they're all unfinished." (from "Random Precision" by David Parker)

Lanky (part 1) ist somit wohl historisch gesehen ein interessantes Stück Musik, welches stark an frühe Pink Floyd Jams wie "Interstellar Overdrive", "Nick's Boogie" etc. erinnert und grundsätzlich eine unwiederholbare Studio-Improvisation. 
Die Ähnlichkeit mit den Pink Floyd Tracks verwundert nicht, wenn man bedenkt, dass Barrett keine 6 Monate vorher noch Lieder für seine Band schrieb!
Woher der Name kommt, ist nicht bekannt. Lanky bedeutet auf Deutsch "schlaksig oder schmächtig"...


Weitere Veröffentlichungen: 
1993 Crazy Diamond Box remastered 1993

2014 Opel; vinyl re-issue remastered 2010.


Samstag, 23. Februar 2019

The Labyrinths of Auximenes

Autoren: Waters, Wright, Gilmour, Mason
Dauer: 3:20
First release: The Early Years; 1969 Dramatis/ation, 11. November 2016 

Weiterer Track aus dem Live-Konzept-Konzert "The Man & The Journey", diesmal aber aus der zweiten Hälfte "The Journey".
Auch dieser Track wurde erstmals 2016 im Rahmen der "The Early Years Box" im Volumen 1969 Dramatis/ation veröffentlicht, auch wenn das komplette Konzert bereits seit Jahrzehnten auf diversen Bootlegs erhältlich war. Die Qualität ist deshalb so gut, da es sich um eine Aufzeichnung für eine Radiosendung handelte.

Live-Auftritt "The Man and the Journey" Booklet Dramatis/ation
"The Labyrinths of Auximenes" ist ein experimenteller Instrumentaltrack, der typisch für Pink Floyd in jenen Jahren ist. Gilmour experimentiert mit seinen "Sea-Gull-Effekten", die auch in der Live-Version von "Embryo" verwendet wurden und wohl in "Echoes" zur Perfektion reiften. 
Ebenso erinnern die Keyboard-Sounds an die diversen "Quicksilver", "Oenone" und "Love Scenes" jener Zeit und tragen einen starken Stempel von Richard Wright. Ebenso ist ein typischer Roger Waters Bass-Lauf hörbar, der bereits in "Interstellar Overdrive" verwendet wurde. Der Rhythmus von Nick Mason erinnert wiederum an den Mittelteil von "A Saucerful of Secrets". Somit handelt es sich bei diesem Track um eine Live-Improvisation, die Elemente enthält, welche später auf verschiedenen Alben und Tracks verwendet wurden.


Wer oder was "Auximenes" ist, bleibt uns wohl verborgen, denn eine Google-Suche ergibt lediglich Verweise auf Pink Floyd's hier erwähnte Konzertreihe! Allerdings gibt es mehrere Bootlegs zu diesen Konzerten, die sich "The Massed Gadgets of Auximenes" nennen.
Lediglich "Anaximenes" ist in der griechischen Philosophie ein Begriff. Er war Philosoph und Astronom. 1935 wurde von der IAU der Mondkrater Anaximenes nach ihm benannt. Der Asteroid (6051) Anaximenes trägt ebenfalls seinen Namen.

Auch in der Early Years Box beigelegten DVD/Bluray mit den "Rehearsals" des Konzertes sind einige Elemente (besonders der Basslauf) des Tracks zu hören, auch wenn dieser nicht extra angegeben wurde.



Freitag, 15. Februar 2019

Labyrinth

Autoren: Waters, Wright, Gilmour, Mason
Dauer: 1:10
First release: The Early Years; 1969 Dramatis/ation, 11. November 2016 




Im Rahmen des Box-Sets "The Early Years 1965-1972" wurde 2016 "endlich" eine umfassende Werkesammlung der frühen Pink Floyd Jahre veröffentlicht.
In der Sektion "1969 Dramatis/ation" (mit 2 CD und je 1 DVD bzw. BR), die 2017 dann alleinstehend veröffentlicht wurde, wurde erstmals die Show "The Man & The Journey", mit der Pink Floyd 1969 tourten, offiziell herausgegeben.
Bei der Veröffentlichung handelt es sich um die Live-Aufnahme vom Concertgebouw in Amsterdam (NL) am 17. September 1969. Diese zirkulierte in mehr oder weniger gleicher Qualität bereits seit Jahrzehnten in Bootleg-Kreisen.

Eines der zahlreichen Bootleg-Cover der letzten 30 Jahre

Das hier offiziell betitelte "Labyrinth" hiess auf den erwähnten Bootlegs noch "Daybreak (reprise)" und stellte das Ende des "The Man"-Teils dar. Danach gab es eine Pause und der "The Journey"-Teil begann. Es gibt keine Studio-Version.

Labyrinth besteht lediglich aus Uhrenticken! Im Kontext des Konzert sollte "The Man" den Zyklus des arbeitenden Mannes darstellen (Sonnenaufgang, Arbeit, Freizeit, Sex, Schlaf, Albtraum, Sonnenaufgang, etc.), was ja von Uhren recht einfach und verständlich dargestellt werden kann ;-)
Das Uhrenticken erinnert einen Pink Floyd-Fan natürlich unweigerlich an "Time" von "The Dark Side of the Moon" und dessen Intro basiert höchstwahrscheinlich auch auf der Idee der "The Man & The Journey"-Tour.
Grundsätzlich ist auch die Idee der "Zirkularität", also: Tag beginnt, arbeiten, schlafen, Tag beginnt...., etc.) hier erstmals bei Pink Floyd zu sehen. Die Suite "The Man" beginnt UND endet mit einem Sonnenaufgang. Eine Idee, die später ab "The Dark Side of the Moon" beinahe alle Alben von Pink Floyd charakterisierte. Man denke nur an den Herzschlag von TDSOTM, SOYCD auf WYWH, Pigs on the Wing auf Animals oder "...we came in." von The Wall.
Auch die Idee zu den Schritten bei "On the run" auf TDSOTM Album dürften von diesen Konzerterfahrungen stammen, aber das ist eine andere Geschichte.

Ausschnitt aus dem Original-Konzert-Programm (Grafik: Nick Mason)


Mittwoch, 13. Februar 2019

Keep Talking

Autoren: Musik: Gilmour; Wright Text: Gilmour/Samson
Dauer: 6:09
First release: The Division Bell, 30. März 1994
High Hopes / Keep Talking Double-A-Side


Promo-CD 1994
















Keep Talking ist einer der wichtigsten Songs auf dem Waters-losen Album "The Division Bell". Wohl auch aus diesem Grund wurde der Song gemeinsam mit "High Hopes" auf einer Double-A-Side Single veröffentlicht. Die 7" Single Version wurde um 1:10 Minuten gekürzt.
Eine weitere editierte Version des Songs ist auf dem Sampler "Echoes - The Best of Pink Floyd" zu hören.

Das Lied wurde von David Gilmour und Rick Wright geschrieben, der Text hingegen von Gilmour gemeinsam mit seiner Gattin Polly Samson.
Der Aufbau des Songs mit seinem schleppenden Rhythmus und dem zentralen schnellerem Rock-Teil mit Gitarrensolo erinnert an "Yet another movie" aus "A Momentary Lapse of Reason". Der Gesang, der zwischen Backgroundsängerinnen und Vocals hin- und her switcht, hingegen erinnert an "Wearing the inside out" von The Division Bell.
Gilmour verwendet hier erstmals seit "Animals" die Talk-Box. Neben den drei Haupt-Floyds sind bei der Aufnahme noch Tim Renwick, Guy Pratt, Jon Carin und Bob Ezrin vertreten.


The Division Bell Alternate Cover

Der Geniestreich des Songs ist hingegen die Stimme von Stephen Hawkins, welche aus einem TV-Spot in das Lied gesampelt wurde. Stephen Hawkins spricht mit seiner Computer-Stimme davon wie wichtig Kommunikation zwischen den Menschen ist. Das Thema des Albums The Division Bell ist Kommunikation, der Song heisst schliesslich "Keep talking".

Die Live-Aufnahme vom 17. August 1994 in Hannover landete hingegen auf dem Live-Album PULSE von 1995, sowie auf einer Live-CD-Single-Auskoppelung desselben Live-Albums.
Die Aufnahme der PULSE-DVD hingegen stammt vom 20. Oktober 1994 in London ist beinahe 2 MInuten länger als die Studioversion. Das liegt am verlängerten Outtro mit Talk-Box und Backgroundsängerinnen.

Auf der 1994er Tour war der Song fix in der Setlist. Seither wurde er nicht mehr gespielt.


Stephen Hawkins
2014 wurde die Idee für das letzte Album "The Endless River" nochmal verwendet. Im Instrumental "Talkin' Hawkin'" wurden weitere Sampler aus demselben TV-Spot nochmal verwendet, sozusagen quasi als Hommage an "Keep Talking".


Weitere Veröffentlichungen: 
1995 Pink Floyd - High Hopes (radio edit) / Keep Talking (4:55) / One of these days (live) CD-single; 12", 7".
1995 Pink Floyd - PULSE CD & LP: live 17. August 1994, Hannover (6:53)
1995 Pink Floyd - Wish you were here / Coming Back to Life / Keep Talking, CD-single
2001 Pink Floyd - Echoes The Best of... 2CD: edited version 2001 (5:58)
2005 Pink Floyd - PULSE DVD: live 20. Oktober 1994, London; 5.1 Mix (7:34)
2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica; remastered 2007
2011 Pink Floyd - Discovery CD Box: new packaging; remastered 2011
2014 Pink Floyd - TDB20 Box: 2LP; 2011-remastered CD-Version; BluRay 5.1 mix 2014 & HD Stereo mix 2014; 7" (album version); 12" Maxi (radio-edit vrs.)
2019 Pink Floyd - The Later Years 1987-2019 PULSE remixed 2019 & 5.1 Mix; TDB 5.1 Mix

Samstag, 19. Januar 2019

Julia Dream

Autor: Waters
Dauer: 2:28
First release: 7" Single Pink Floyd - "It Would Be So Nice/Julia Dream", 13. April 1968

Die B-Seite der 45er "It would be so nice/Julia Dream" war eine Waters-Komposition. Der dritte Song, den er für Pink Floyd schrieb und aufnahm.
Der allererste Song war der in der 1965er Session aufgenommene Track "Walk with me Sydney", der erstmals 2015 auf der EP "Their First Recordings 1965" erschien. 
Der zweite Song war auf dem Debut-Album von Pink Floyd "The Piper at the Gates of Dawn" zu finden und hiess "Take up thy stethoscope and walk".

Julia Dream war ausserdem der erste Pink Floyd Song, auf dem David Gilmour den Gesang übernahm. Die Aufnahme fand am 12. und 13. Februar in den EMI Studios in London statt. Der Arbeitstitel war "Doreen's Dream". Der Song zeigt bereits die folkige Richtung, die Waters in den kommenden Jahren (siehe "Grantchester Meadows, Green is the colour"...) einschlagen wird.
Auch die Themen, mit denen er sich beschäftigt sind auch in späteren Pink Floyd Werken zu finden.
Obwohl Roger Waters bis zu einem gewissen Punkt versucht sich an Syd Barrett's Songwriting anzulehnen, finden sich Themen im Text Parallelen zu Thematiken, die Waters immer wieder im Laufe seiner Karriere aufgreifen wird. 
Themen wie Alptraum (siehe "Cymbaline"), Paranoia (siehe Dark Side of the Moon oder The Wall), aber auch die Angst vor dem Sterben ("Mother").  

Relics 1996 CD-Cover

So heisst es z.B. in Julia Dream: Will the following footsteps catch me? Am I really dying?
und in Mother, aber nur der Filmversion von 1983:  Mother, Am I really dying?

Von diesem Song existieren 2 verschiedene Versionen. Die Version in Mono ist ca. 10 Sekunden kürzer als jene in Stereo. Die Stereoversion beinhaltet im Mix zusätzliche Vokalisationen von Roger Waters (eher Laute wie er sich auch in Pow R Toc H verwendete), sowie ein Paar Licks auf der Slidegitarre. Die Stereoversion wurden auf den Samplern "The Best of Pink Floyd" und "Masters of Rock" veröffentlicht. Die mono-Version hingegen auf den Samplern "Relics" und "The Early Singles" (im Shine On Box Set 1992). 

Der Song wurde lediglich einmal live vorgetragen und zwar bei einer BBC Radio Session am 25. Juni 1968.

Einer der wenigen Fälle, bei welchen die B-Seite einer Single besser ist als deren A-Seite.  Vielleicht der Song wurde aus diesem Grund 1970 in Asien als 45er Single "Julia Dream/Fat old sun" veröffentlicht.


Weitere Veröffentlichungen: 
1970 The Best of Pink Floyd LP

1971 Relics LP
1974 Masters of Rock LP  (stereo version) (2:34)
1992 "A CD full of secrets" (radio promo sampler)

1992 "The Early Singles" CD in Shine on Box

1996 Pink Floyd - Relics Remastered CD.
2016 Pink Floyd The Early Years 1967-1972 Box Set:
remastered 2016 (2:34)The Early Years 1968 Germination CD
BBC Radio Session 25. Juni 1968 (2:50)The Early Years 1968 Germination CD 
remastered 2016 The Early Years Box Set 1965-1972 Bonus 45" It would be so nice/Julia Dream 

2017 Pink Floyd - Relics; LP remastered 2017

Mittwoch, 2. Januar 2019

Jugband Blues

Autor: Barrett
Dauer: 3:00
First release: A Saucerful of Secrets, 29. Juni 1968


Der Schwanengesang von Syd Barrett. Der einzige und letzte Track aus Barrett's Feder auf dem 2. Pink Floyd Album "A Saucerful of Secrets". Der letzte Track, den Barrett für Pink Floyd schreibt. Das Ende der psychedelischen Ära. 
Ausschnitt aus dem Promo Video zum Song

Nick Mason äusserte sich 2001 - im Rahmen der Veröffentlichung des Best Of-Albums "Echoes" - zu dem Track: "The general feeling was that the song was a very strong "Goodbye" to/from Syd. Jugband Blues is beautiful and dramatic track. Very moving."

It’s awfully considerate of you to think of me here
And I’m most obliged to you for making it clear that I’m not here


Textlich ist der Song wohl tiefgründiger als man auf den ersten Blick erkennen kann. Abgesehen von den obigen Zeilen, finden sich Seitenhiebe auf die Bandkollegen: 
" And I'm wondering who could be writing this song"
" And I don't care if I'm nervous with you"
"And I don't care if nothing is mine"

Syd Barrett im Promo-Clip
Aber auch Bezug auf einen 2. und 3. Auftritt in Top of the Pops von "See Emily Play", den er partout nicht machen wollte, "weil ja auch John Lennon sich nicht wiederholen würde." und bei dessen Gelegenheit er in komplett rotem Samtkostüm auftrat.
"And I´m grateful that you threw away my old shoes"
"And brought me here instead dressed in red."

Es finden sich auch weitere Verweise auf die Fab Four und zwar in der Zeile:
"And the sea isn't green" 

In "Yellow Submarine" hiess es ja hoffnungsvoll "Till we found a sea of green", Barrett will uns wohl darauf vorbereiten, dass es keinen grünen See als Ziel und somit kein Happy-End gibt.

Musikalisch wirkt der Song zwar sehr einfach strukturiert, weist aber dann doch einige schwierigere Rhythmuswechsel auf. Zudem kam Barrett auf die glorreiche Idee in der Mitte des Songs die "Salvation Army" auftreten zu lassen. Eine Idee, die zu Beginn von den anderen Bandmitgliedern belächelt wurde, sich dann aber bewahrheitete, als Syd Barrett tatsächlich mit der "The Salvation Army International Staff Band" aufkreuzte. Diese 6-köpfige Bläserband wurde dann beauftragt einfach "irgendwas" zu spielen, diese Aufnahme landete dann letztendlich auf der Veröffentlichung!! 
Auch das psychedelische "la-la-la-la", das zwischen den beiden Stereo-Kanälen hin- und her schaukelt war eine Idee von Barrett.
Aufgenommen wurde der Track noch zwischen 9. - 12. Oktober 1967 in den De Lane Lea Studios in London, also noch während der Hochphase der Band im Swinging London.

Der Track wurde auch am 20.12.1967 in der BBC Top Gear Show live aufgeführt. Bei der Live-Aufnahme wurde das "Orchester" von Barrett ersetzt, der das Kazoo (siehe "Corporal Clegg") spielt. Diese bleibt bis heute die einzige Live-Aufnahme des Songs.
Echoes 2001
Creation 2010 

Ausserdem gibt es ein Video-Promo in Farbe (!), der November oder Dezember 1967 für das Central Office of Information aufgenommen wurde und in der Sendung "London Line" gezeigt wurde. In diesem Video singen Pink Floyd in playback zum Track. 
Wir sehen in diesem Video Richard Wright an der Trompete und Roger Waters an der Tuba, die zu den Aufnahmen der "Salvation Army" mimen.

2010 wurde ein Remix des Songs aufgenommen, wahrscheinlich für die Compilation "An Introduction to Syd Barrett", aber der Song wurde dann nicht in den Sampler integriert.
Erst 2016 wurde der Song im Rahmen der  "The Early Years" Kampagne veröffentlicht.



Weitere Veröffentlichungen: 
1974 Pink Floyd - A Nice Pair 2LP: re-edition des Studio-Albums (mit TPATGD)
1992 Pink Floyd - Shine On CD Box: remastered 1992 
1992 Pink Floyd - A Saucerful of Secrets CD: remastered & repackaged 1992

2001 Pink Floyd - Echoes The Best of... 2CD: remastered 2001
2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica (ASOS); remastered 2007
2011 Pink Floyd - Discovery CD Box: new packaging (ASOS); remastered 2011
2016 Pink Floyd - The Early Years 1965-1972 Box; 1967 Cambridge St/ation CD: remix 2010 (3:02)
2016 Pink Floyd - The Early Years 1965-1972 Box; 1967 Cambridge St/ation DVD: Promo Video London Line 1967 (2:58) 
2016 Pink Floyd - The Early Years 1967-1972; 1969 Cre/ation CD: remix 2010 
2016 Pink Floyd - The Early Years 1965-1972 Box; Continu/ation CD: BBC Session 20/12/1967 (3:50)