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Freitag, 26. Februar 2016

Don't leave me now

Autor: Waters
Dauer: 4:17
First releaseThe Wall, 30. November 1979


Is there anybody out there? The Wall Live 1980-81

Don't leave me now aus dem Album The Wall ist einer jener Tracks, der bereits fertig war, als Roger Waters das Demo dem Rest der Band vorstellte. Spätestens seit der "The Wall Immersion Box" aus dem Jahr 2012 kann man sich ganze 4(!) verschiedene Demo-Aufnahmen des Songs anhören, die sich im Grunde lediglich darin unterscheiden wie stark Keyboards oder Gitarre im Vordergrund sind. 
Erst die Albumversion beinhaltet dann auch Einspielungen verschiedener US-TV-Shows, also jene "Musique Concrete" Elemente, die Pink Floyd bereits seit Beginn ihrer Discographie in ihre Alben einbauten. Besonders erwähnenswert ist hier die Einspielung des Sportkommentators Chick Hearn, der das NBA Spiel der LA Lakers gegen die Chicago Bulle am 16. Oktober 1979 kommentiert. Diese Idee wird Roger Waters auf seinem 1992-Album "Amused to Death" im Song "Perfect Sense part 2" wiederholen. 
Ein weiteres wichtiges Element dieses Songs ist das schwere Atmen, welches als zentrales Rhythmus-Element fungiert. Auch hier bedient sich Roger Waters an einer Idee, die er schon 1970 auf dem Soundtrack-Album "Music from The Body" mit Ron Geesin verwendete. Das zentrale Bestandteil des Stückes "Body Transport" bestand aus Atmung.

Wenn man so will ist Don't leave me now das einzige Überbleibsel der psychedelischen Pink Floyd im Jahr 1979. Der bewusst weinerliche und "zeternde" Gesang von Roger Waters widerspiegelt das Leid und die "Opferrolle" von Pink. An dieser Stelle der Geschichte von The Wall beklagt der Rockstar Pink, dass ihn seine Frau verlassen hat. 
Pink kann nicht verstehen, dass diese Frau ihn verlassen hat, obwohl er sie anscheinend ganz schrecklich behandelt hat:

 "I need you, babe / To put through the shredder / In front of my friends" oder 
"How could you go? / When you know how I need you / To beat to a pulp on a Saturday night"


Die Frau als Mensch...
In diesen Zeilen thematisiert Waters sehr geschickt ein Tabu-Thema des Rock und zwar häusliche Gewalt gegen Frauen. 1979 wurde dieses Phänomen kaum thematisiert und man kann davon ausgehen, dass dies der erste Text ist, der sich mit diesem Thema beschäftigt. Der Verlust seiner Ehefrau (auch hier gibt es klare Parallelen zu Waters' Privatleben) ist einer der Ziegel, die Pink's Mauer aufbauen.


verwandelt sich in eine männerfressende Vagina
Im Film von Alan Parker "Pink Floyd - The Wall" 1982 wird dieser Song von verschiedenen Filmszenen mit Pink's Frau untermalt, wo unter anderem auch klar wird, dass diese ihn betrogen hat, als Pink auf Tournee war. Der Song folgt in Album und Film auf den Gewaltausbruch von One of my turns und dem darauf folgenden Telefonanruf von Pink an seine Frau, bei welchem ein unbekannter Mann am Telefon antwortet...

Der Song wurde natürlich auf allen Live-Inkarnationen von The Wall vorgetragen und immer von Waters selbst gesungen. In Film und Live-Show gab es stets eine angsteinflößende Zeichentrickfigur bzw. Puppe, die eine Mischung aus Frau (flammende Lippen), Gottesanbeterin und Vagina war. Für die Tour 2010-2013 bekam sie während der Live-Darbietung eine zentrale Rolle als bedrohliche Riesenpuppe auf der linken Seite der Mauer, während auf der rechten Seite der Mauer ein Foto einer weinenden Frau gezeigt wurde. Dies wohl um die Ambivalenz des "Gewalttäters" Pink aufzuzeigen... "remember the flowers I sent? I need you babe!" 
Linke Mauer: Monster-Frau


Rechte Mauer: Opfer-Frau










Die Live-Darbietungen unterscheiden sich kaum von der Studioversion. Ebenso war die B-Seite der single "Run like Hell" lediglich die Albumversion des Songs.


Weitere Veröffentlichungen: 
1980 Pink Floyd - Run like Hell / Don't leave me now 7" single

1982 Alan Parker - Pink Floyd's The Wall VHS
1990 Roger Waters - The Wall Live in Berlin; live 21. Juli 1990 Potsdamer Platz Berlin; 2LP, 2CD, VHS (5:11)
1992 Pink Floyd - Shine On CD Box: remastered 1992 
1992 Pink Floyd - The Wall 2CD: remastered & repackaged 1992
2000 Pink Floyd - Is there anybody out there? - The Wall Live 1980-81; live 07. August 1980(4:08)
2003 Alan Parker - Pink Floyd's The Wall DVD; 5.1 mix
2003 Roger Waters - The Wall Live in Berlin; live 21. Juli 1990 Potsdamer Platz Berlin; 5.1 mix; DVD


2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica; remastered 2007
2010 Roger Waters - The Wall Live in Berlin Special Edition; live 21. Juli 1990 Potsdamer      Platz Berlin; 5.1 mix; DVD & 2CD
2011 Pink Floyd - Discovery CD Box: new packaging; remastered 2011
2011 Pin
k Floyd - The Wall Experience Edition 3CD; remastered 2011
2011 Pink Floyd - The Wall 180gr. 2 LP Edition; remastered 2011
2011 Pink Floyd - The Wall Immersion Box Set (incl. The Wall remastered 2011; Is there anybody out there? remastered 2011 / RW Demo excerpts (0:28 & 0:13)Band Demo programme 2 (4:35); Band Demo programme 3 (4:05)

2011 Pink Floyd - The Wall Singles Box
2015 Roger Waters - The Wall A soundtrack to the film 2CD, 3LP (4:13)
2015 Roger Waters - Th Wall A film by Roger Waters and Sean Evans DVD, BluRay, 2 BluRay 

Samstag, 9. März 2019

The last few bricks

Autor: Waters
Dauer: 3:26
First release: Is there anybody out there? - The Wall Live 1980-81, 04. April 2000

Inlay-Graphics for "Is there anybody out there?
The Wall Live 1980-81" 
"The last few bricks" war eigentlich ein Instrumentalstück, welches live - während der The Wall Show - dazu diente, der Crew zu ermöglichen die Mauer fertigzustellen. Deshalb variierte dessen Länge angeblich auch beträchtlich von Abend zu Abend und stellte für die Musiker eine der wenigen Möglichkeiten dar etwas zu improvisieren. Anscheinend war der Aufbauprozess langwieriger, als die Dauer der Musik auf LP1 des Studioalbums "The Wall", denn das Stück konnte bis zu 13 Minuten dauern, wie z.B. in der LA Sports Arena am 07 Februar 1980. Es kam zwischen "Another brick in the wall, part 3" und "Goodbye cruel world" zum Einsatz.

Es handelte sich eigentlich um eine Reprise, die Elemente von "The happiest days of our lives", "Don't leave me now", "Young lust" und "Empty spaces" enthielt. Das ganze wurde in der zweiten Hälfte von einem marschierenden Beat untermalt und von den männlichen Chorstimmen begleitet.

Das Instrumentalstück hatte bis zur Veröffentlichung des Live-Albums "Is there anybody out there? - The Wall Live 1980-81" im Jahr 2000 auch keinen Namen. Der Name wurde dann letztendlich von Roger Waters suggeriert, da es sich ja auch tatsächlich um die letzten paar Steine in der Mauer handelte, die es aufzubauen galt. 
Deshalb wurde das Lied zwar bereits 1990 auf dem Album "Roger Waters - The Wall Live in Berlin" veröffentlicht, aber nicht als eigener Song gecredited sondern gemeinsam mit Another Brick in the Wall, part 3.

Die Version von Berlin 1990 unterschied sich stark von jener der Pink Floyd Tour. "The Happiest days of our lives" wurde weg gelassen. Das Orchester steuerte eine Version der Melodie von "Don't leave me now" bei und gegen Ende kam hingegen ein Teil von "What shall we do now?" zur Wiederholung. Diese Version ist etwa 1 Minute kürzer.

Szene aus "The Wall Live in Berlin 1990"

Eine weitere Version wurde 2015 auf dem Live-Album und Film "Roger Waters The Wall" veröffentlicht. Diese entspricht ziemlich genau dem Original, fügt aber eine zusätzliche verzerrte Gitarre dazu und man kann auch den Hubschrauber wieder hören.


Weitere Veröffentlichungen: 
1990 Roger Waters - The Wall Live in Berlin; live 21. Juli 1990 Potsdamer Platz Berlin; 2LP, 2CD, VHS (3:25 not credited and w/ABITW3)
2003 Roger Waters - The Wall Live in Berlin; live 21. Juli 1990 Potsdamer Platz Berlin; 5.1 mix; DVD
2010 Roger Waters - The Wall Live in Berlin Special Edition; live 21. Juli 1990 Potsdamer      Platz Berlin; 5.1 mix; DVD & 2CD
2011 Pink Floyd - The Wall Immersion Box Set (incl. The Wall remastered 2011; Is there anybody out there? remastered 2011)
2015 Roger Waters - The Wall A soundtrack to the film 2CD, 3LP (3:15)
2015 Roger Waters - Th Wall A film by Roger Waters and Sean Evans DVD, BluRay, 2 BluRay