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Samstag, 3. Dezember 2022

Octopus / Clowns & Jugglers

Octopus:

Autor: Barrett
Dauer: 3:48
First releaseSyd Barrett - The Madcap Laughs, 3. Januar 1970

Syd Barrett's Octopus 7"




Clowns and Jugglers:

Autor: Barrett
Dauer: 3:25
First release: Syd Barrett - Opel,  17. Oktober 1988


Octopus ist die einzige offizielle 7"Single, die Syd Barrett als Solo-Künstler veröffentlichte. Der Arbeitstitel war "Clowns & Jugglers". Erste Aufnahmen (2 Takes) fanden 1968 statt. Auf diesen ist nur Barrett mit der Gitarre zu hören. Dann blieb Syd Barrett für ca. 1 Jahr den Aufnahmestudios fern. Es ist nicht bekannt, was in diesem Jahr geschehen ist, aber es ist wahrscheinlich, dass Syd Barrett sich einer psychiatrischen Therapie unterzogen hat. 



Fast ein Jahr später, 1969, wurde der "Faden" wieder aufgenommen und es wurden die Mitglieder der Band "Soft Machine", also Hugh Hopper, Robert Wyatt und Mike Ratledge als Gastmusiker eingeladen. Diese sollten auf den bereits aufgenommenen Takes einfach dazuspielen, wobei Syd Barrett, laut Hugh Hopper überhaupt keine Indikationen gab wie es gespielt werden sollte. De Facto ist der psychedelische Mittelteil der auf Opel 1988 veröffentlichten Version (Take 3) von Clowns & Jugglers sehr experimentell geraten. Take 1 wurde als Bonustrack 1993 im Rahmen des Box-Sets "Crazy Diamond" veröffentlicht und beinhaltet grundsätzlich Syd Barrett mit E-Gitarre, also den Bankingtrack.

Für Octopus hingegen wurde ein anderes Take genommen, welches Syd Barrett mit akustischer Gitarre einspielte. Die als Bonus-Tracks auf der 1993 Re-Edition von "The Madcap Laughs" veröffentlichten Takes 1 & 2 sind lediglich ein False-Start (take 1) und ein weiteres Take mit einer unterschiedlichen Gesangslinie als auf dem finalen Song.

Alle Wiederveröffentlichungen des Songs Octopus, inklusive der Single-Version(en), sind derselbe Mix wie auf dem Debütalbum von Syd Barrett, außer jener Version, welche auf An Introduction to "Syd Barrett" 2010 veröffentlicht und von David Gilmour remixed wurde. Hierfür nahm er Take 1 (den False Start) und vermischte diesen mit dem finalen Mix. 

Mick Rock 7" RSD 2010 Single    

 Textlich ist Octopus aka Clowns & Jugglers beinahe identisch. Es handelt sich um eine phantastisch-psychedelische Reise, in welcher der "Madcap" die Männer an der Grenze auslacht. De Facto gibt eine Zeile aus dem Song auch Barrett's Debütalbum "The Madcap Laughs"seinen Titel.


Weitere Veröffentlichungen: 

Octopus:

1974 Syd Barrett LP (incl. The Madcap Laughs und Barrett)
1992 The Madcap Laughs - Mick Rock Photo Session Box CD.
1993 Crazy Diamond - CD Box. The Madcap Laughs remastered & repackaged 1993. (3:44)
1993 Crazy Diamond - CD Box. The Madcap Laughs. Takes 1&2 (3:09)
1993 Crazy Diamond - ltd edt. 7" EP 1993.
2001 Wouldn't you miss me? The Best of Syd Barrett CD. remastered 2001
2010 An Introduction to Syd Barrett; remixed 2010 (3:54) 
2010 Octopus (3:44)/Golden Hair RSD 7" Single.  RSD 2010

Clowns and Jugglers:

1993 Crazy Diamond - CD Box. Opel remastered & repackaged 1993.
1993 Crazy Diamond - CD Box. Opel. Take 1 (3:33)

Dienstag, 9. Februar 2016

Dominoes

Autor: Barrett
Dauer: 4:09  
First release:  Syd Barrett - Barrett,  14. November 1970



Dominoes ist einer der wichtigsten Tracks der Syd Barrett Discographie, obwohl es von dem Song niemals eine Single-Auskoppelung gab. Dennoch erschien Dominoes auf allen Werk-Kompilationen und wurde von David Gilmour auf seiner On an Island Tour ins Programm aufgenommen.
Original erschien der Song auf Barrett, dem zweiten Solo-Album Syd Barretts 1970.
David Gilmour und Richard Wright waren an der Instrumentierung stark beteiligt, was besonders am Keyboardspiel erkennbar ist und an der Coda des Songs, die ohne Syd Barrett aufgenommen wurde, um dem Song mehr Struktur zu geben. 
Musikalisch ist der Song besonders durch die rückwärts aufgenommene Gitarre charakterisiert, sowie durch den sehr gemütlichen "Flow", der durch den progressiven Rhythmus gehalten wird und sich optimal mit der Atmosphäre deckt, die der Text wiedergibt, bei dem es in etwa darum geht einen grauen verregneten Nachmittag mit seiner Geliebten beim Domino-Spiel zu verbringen.


Bei den Aufnahmen des Albums kam man zum Schluss Syd Barrett aufgrund seines unvorhersehbaren Verhaltens einfach seine Songs spielen zu lassen um danach den Liedern ohne ihn albumtaugliche  Strukturen und Harmonien zu verleihen.
Wright und Gilmour steuerten somit bei diesem 2. Soloalbum Barrett's massive Overdubs bei. Wenn man sich das auf der Compilation "Crazy Diamond" 1993 veröffentlichte Take 2 des Songs anhört, kommt man in den Genuss der "Originalaufnahme", die bei einer Länge von 2:36 Minuten nur Syd Barrett mit Gitarre beinhaltet. Die auf dem Album veröffentlichte Aufnahme dauert beinahe 2 Minuten länger, da Gilmour/Wright eine Instrumental-Coda angefügt haben. 
Auch die rückwärtsgespielte Gitarre wurde, obwohl auch von Barrett gespielt, im Nachhinein hinzugefügt.
"Barrett"-Cover 1993 mit Domino-Steinen 
Take 1 und 2 wurden wie Dolly Rocker (welches aber nicht auf Barrett veröffentlicht wurde) am 17. Juli 1970 aufgenommen. Take 1 ist ein False-Start von 0:40 Minuten und klärt uns darüber auf, dass Syd Barrett dem Lied erst im Studio seinen Namen "Dominoes" gegeben hat.

Barrett nahm den Song auch für die Bob Harris Show am 24.02.1971 auf, aber die Sendung wurde nie ausgestrahlt. Die Aufnahme erschien erst 2004 auf der CD "The Radio One Sessions" und ist von mittelmäßiger Qualität. 

David Gilmour, der den Song auch 2006 live auf Tour vortrug veröffentlichte diesen auf diversen Live-Aufnahmen als Video und Audio-Aufnahme. Er betreute auch persönlich den remix des Songs auf der Compilation "An Introduction to Syd Barrett" 2010. Dieser unterscheidet sich vom Originalmix kaum.

Weitere Veröffentlichungen: 
1974 Syd Barrett 2LP (re-issue of The Madcap Laughs & Barrett)
1993 Crazy Diamond Box remastered 1993;
remastered 1993; take 1 (0:40); take 2 (2:36)
2001 Wouldn't you miss me - The Best of Syd Barrett; remastered 2001 (4:06)
2004 The Radio One Sessions CD; Bob Harris Show 24. Februar 1971 (3:02)

2007 David Gilmour Remember That Night DVD live 29., 30. & 31. Mai 2006, London
2008 David Gilmour - Live in Gdansk CD5: live 15. March 2006, Paris (4:53)
2010 An Introduction to Syd Barrett; remix 2010 (4:05)
2010 Barrett; remastered 2010
2014 Barrett; vinyl re-issue remastered 2010.

Samstag, 26. Juli 2014

Baby Lemonade

LP-Cover Barrett 1970 (Grafik: Syd Barrett)
Autor: Barrett
Dauer: 4:10  (Take 1, recorded 26 February 1970)
First release:  Syd Barrett - Barrett,  14. November 1970


Das zweite der beiden Syd Barrett Solo-Alben "Barrett" ist generell leichter zugänglich und harmonischer als sein Vorgänger. Das liegt wohl auch an der Produktion der beiden Bandkollegen aus Pink Floyd David Gilmour und Richard Wright. Diese haben auf den Aufnahmen auch zahlreiche Instrumente eingespielt. Syd Barrett war zu jener Zeit bereits psychisch in sehr schlechter Verfassung.

Wie beim Vorgängeralbum stammt dieser Song aus den Aufnahmesessions zu Beginn des Jahres 1970. Am 26. Februar wurden Baby Lemonade und Maisie aufgenommen. Von Baby Lemonade wurde bereits die erste Aufnahme als gut befunden. Als Ton-Ingenieur fungierte damals auch Alan Parsons, der sich daran erinnert, dass die Aufnahmesessions in etwa so aussahen, dass Barrett mit seiner Gitarre irgendetwas einspielte und sang und Gilmour und Wright dann etwas daraus machten, das als strukturierter Song durchgehen konnte.
Cover "An Introduction to Syd Barrett" 2010

Aus diesem Grund ist auf der Albumversion auch vor Beginn ein E-Gitarrenriff zu hören, das Gilmour im Nachhinein als Intro hinzugefügt hat. Gespielt wurde es zwar von Barrett, war aber ursprünglich nicht als Teil von Baby Lemonade gedacht. Ansonsten wurde die Aufnahme auch mit zahlreichen "overdubs" von Gilmour und Wright versehen. Besonders Richard Wright's Keyboard-Spiel ist unverkennbar herauszuhören. Außerdem wurde als Studio-Drummer Jerry Shirley engagiert.

Textlich ist der Song schwierig zu interpretieren. Es ist nicht klar, ob die dada-istische Natur des Inhaltes eine Wahl des Künstlers ist, oder Ausdruck seiner psychischen Fragmentierung ist. Obwohl das Lied relativ poppig ist, lässt der Text eine tiefe Traurigkeit erkennen und scheint sich mit sozialer Isolation zu beschäftigen.


"In the sad town
cold iron hands clap
the party of clowns outside
rain falls in gray far away
please, please, Baby Lemonade..."


 Eine traurige Stadt also, wo kalte Roboterhände zu den Parties der Clowns klatschen und grauer Regen fällt... Die dritte Strophe des Songs benutzt plötzlich die "Ich"-Form  und Barrett beklagt sich über seine soziale Isolierung "You're nice to me like ice" oder "Come around, make it soon, so alone".
The Radio One Sessions CD 2004

Kurioserweise wurde der Song bereits 2 Tage vor der Studioaufnahme am 24.02.1970 in John Peel's Radiosendung live vorgestellt. Hier handelte es sich um eine abgespeckte 2:34 Minuten Version. Es spielten hier Gilmour und Shirley mit. 2004 wurde die EP nochmals als CD "The Radio One Sessions" und dazu eine weitere Radioshow von 1971 gepackt, die aber nie gesendet wurde. Die Aufnahme ist sehr schlecht. Dies sind die beiden einzigen bekannten Live-Aufnahmen des Songs. Ansonsten wurde das Lied auf allen Syd Barrett-Compilations verwendet. In der 1993 veröffentlichten "Crazy Diamond" Box wurden auch Alternative Studioversionen verwendet. Auch für diesen Song wurde der Take 1 nochmal ohne Overdubs, Intro veröffentlicht. Außerdem erschien eine 4-track EP auf pinkem Vinyl gleichzeitig, auf der der Song auch veröffentlicht wurde. Harvest Records veröffentlichte den 2001 remaster des Songs auch auf deren 3-CD Compilation "A Breath of fresh air" 2007.



Weitere Veröffentlichungen: 
Alternatives "Barrett" Cover 1993
1974 Syd Barrett 2LP (re-issue of The Madcap Laughs & Barrett)
1987 The Peel Sessions EP; live John Peel Show, 24. Februar 1970 (2:34)
1993 Crazy Diamond Box remastered 1993; take 1 (3:46)
2001 Wouldn't you miss me - The Best of Syd Barrett; remastered 2001
2004 The Radio One Sessions CD; live John Peel Show 24. Februar 1970; Bob Harris Show 24. Februar 1971 (2:24)
2007 A Breath of fresh Air 3CD; remastered 2001
2010 An Introduction to Syd Barrett; remastered 2010 
2010 Barrett; remastered 2010
2014 Barrett; vinyl re-issue remastered 2010.

Sonntag, 12. Oktober 2014

Bob Dylan Blues

Autor: Barrett
Dauer: 3:14 
First release:  Syd Barrett - Wouldn't you miss me (The Best of Syd Barrett),  16. April 2001



Bob Dylan Blues wurde von Syd Barrett bereits 1965 geschrieben und während der "Barrett"-Sessions aufgenommen, um genau zu sein am 27. Februar 1970.
Die Aufnahme wurde allerdings erst 2001 auf der Compilation "Wouldn't you miss me - The Best of Syd Barrett" veröffentlicht. Sie wurde aus dem privaten Archiv von David Gilmour zur Verfügung gestellt, der bei den Aufnahmen dabei war. Die Demo-Aufnahme besteht nur aus akustischer Gitarre und Gesang und gehört zu den besten Aufnahmen des gesamten Barrett Katalogs!
Da sie jedoch als verloren galt und von Gilmour nur durch Zufall in seinem Archiv entdeckt wurde, musste die Veröffentlichung 31 Jahre warten! Da der Song jedoch solch positiver Reaktionen hervorrief wurde er auch 9 Jahre später auf "An Introduction to Syd Barrett" in remastered Form wiederveröffentlicht.
Bob Dylan

Barrett war ja großer Bob Dylan Fan, und dieser Song ist als eine ironische Hommage an den Singer/Songwriter zu interpretieren. Musikalisch erinnert er an frühe Dylan Kompositionen und textlich bezieht er sich oft auf Songzitate aus dessen Repertoire.



Wouldn't you miss me 2001
An introduction to... 2010



"...Cause I'm a poet, doncha know it
And the wind you can blow it
Cause I'm Mr. Dylan the king
And I'm free as a bird on the wing..."








Weitere Veröffentlichungen: 
2010 An Introduction to Syd Barrett; remastered 2010 

Dienstag, 24. Dezember 2019

Love you

Autor: Barrett
Dauer: 2:30
First releaseSyd Barrett - The Madcap Laughs, 3. Januar 1970


Im Vergleich zum gediegenen "Love Song" ist dieses nervöse und schnelle Liebeslied eher manisch. Das Vaudeville-Piano fördert den "Tom & Jerry"-Zeichentrickfilm-Soundtrack Effekt.
Das Lied ist eine Liebeserklärung von Syd Barrett an eine uns unbekannte Frau. Der Song gibt auch seinem Debut-Album diese infantil-naive Note, welche auch Pink Floyd's The Piper at the Gates of Dawn charakterisierte.

Insgesamt wurden am 11. April 1969 vier Takes des Songs von Producer Malcolm Jones aufgenommen. Take 3 war unvollständig. Take 2 angeblich eine viel langsamere Version. Take 4 hingegen wurde als Basis für die Album-Version  verwendet. So ähnlich wie später beim Album "Barrett" wurden hier die Rohversionen einfach zu einem späteren Zeitpunkt mit Overdubs versehen, somit erklärt sich auch die Piano-Coda, die auch bei diesem Lied im Fade-Out zu hören ist.
Am 25. April 1969 produzierte Syd Barrett höchstpersönlich die Overdubs für dieses Take. Es ist die einzige Gelegenheit seiner gesamten Solo-Karriere, bei der Barrett selbst an den Reglern sitzt. Es ist auch Syd Barrett, der die Mitglieder von The Soft Machine bittet als Studio-Musiker die Overdubs einzuspielen. Am selben Tag spielen diese auch "No good trying" und "Clowns and Jugglers" für Syd ein.
1993 wurde Takes 1 und 3 als Bonustracks veröffentlicht. Beide bestehen lediglich aus Gitarre und Stimme von Syd Barrett.

Der Song schaffte es im 2010 Remix sogar auf das Best Of Album "An Introduction to Syd Barrett".


Weitere Veröffentlichungen:
1974 Syd Barrett LP (incl. The Madcap Laugs und Barrett)
1992 The Madcap Laughs - Mick Rock Photo Session Box CD.
1993 Crazy Diamond - CD Box. The Madcap Laughs remastered & repackaged 1993. Take 1 (2:29); Take 3 (2:11)
2010 Syd Barrett - The Madcap Laughs Vinyl Remaster 2010
2010 An Introduction to Syd Barrett (2:26)

Samstag, 5. Mai 2018

If it's in you

Autor: Barrett
Dauer: 2:27
First releaseSyd Barrett - The Madcap Laughs, 3. Januar 1970

"If it's in you" wurde am 26. Juli 1969 bei einer Session mit den beiden Produzenten David Gilmour und Roger Waters aufgenommen. An jenem Tag wurden auch "Feel" und "She took a long cold look" aufgenommen. Das Lied erschien auf "The Madcap laughs".
"If it's in you" ist aber wohl die verstörendste Aufnahme, die jemals von Syd Barrett veröffentlicht wurde. Besonders die ersten Zeilen des Songs sind schwer verdaulich, da Barrett total falsch mit dem Gesang einsetzt. Nach diesem ersten Take beginnt er noch einmal, der Tonfall der Stimme ist jedoch weiterhin kaum auszuhalten. Es ist insofern verstörend, da es sich um denselben Syd Barrett handelt, der 2 Jahre vorher wundervolle kompositorische und musikalische Fähigkeiten zeigte, und zeigt somit den erschreckenden mentalen Verfall dieses Künstlers auf.
Die Veröffentlichung dieses Songs kann somit nur mit dem "historischen Wert" der Aufnahme gerechtfertigt werden, wurde allerdings weithin kritisiert.

Barrett während der Mick Rock Photo Session für das Debut-Album

Deshalb erscheint es erst recht verwunderlich, dass derselbe Song auf dem 2010 erschienenen, posthumen Sampler "An Introduction to Syd Barrettveröffentlicht wurde.

Textlich folgt der Song den dadaistischen Inhalten anderer später Barrett Songs (Word Song, Octopus, Baby Lemonade, etc."

Beispiel gefällig?

"Did I wink of this, I am. Yum yummy yam doh yummy yam yom yum.
Yes I'm thinking of this, in steam. Skeleton kissed to the steel rail."

Die Tribute-Band "Jennifer Gentle" hat auf dem MOJO-Sampler "The madcap laughs again" eine wunderschöne und harmonische Version des Songs aufgenommen, der Barrett sicherlich Freude bereitet hätte. 
Cd-Cover des Tribute-Albums

Weitere Veröffentlichungen:
1974 Syd Barrett LP (incl. The Madcap Laugs und Barrett)
1992 The Madcap Laughs - Mick Rock Photo Session Box CD.
1993 Crazy Diamond - CD Box. The Madcap Laughs remastered & repackaged 1993.
2010 Syd Barrett - The Madcap Laughs Vinyl Remaster 2010
2010 An Introduction to Syd Barrett (2:24)

Samstag, 4. April 2015

Chapter 24

Autor: Barrett
Dauer: 3:42
First release:  The Piper at the Gates of Dawn,  05. August 1967


Booklet "An introduction to Syd Barrett" mit Text

Chapter 24 ist neben Flaming jener Track des Debütalbums, der am ehesten die halluzinogenen Ausflüge des Autors Syd Barrett erahnen lässt. 
Musikalisch wäre das Lied beinahe als "Ambient" zu bezeichnen, hat es doch eine stark meditative Atmosphäre. 
Es ist einer jener Tracks, wo textlicher Inhalt und musikalisches Arrangement perfekt zusammenpassen:
Ein asiatischer Gong eröffnet einen Track, der neben dem Text primär auf Keyboardflächen und Percussion aufgebaut ist. Man hört das für Wright auf dem Debütalbum typische "Turkish Delight"-Keyboard, aber auch Pianoschichten sind darübergelegt. Auch Banking Vokals in den Chor-Arrangements des Liedes werden von Rick Wright gesungen. Ebenso leistet Nick Mason als Percussionist mit Gong, Becken und Glocken ganze Arbeit. Auch vor einigen Feedback-Effekten machte man nicht halt.
Pink Floyd 1967 graced by the "Young Light" 

Textlich orientiert sich der Track beinahe originalgetreu nach dem Kapitel 24 des Buches I Ching (The book of changes) oder (deutsche Version) I Ging
Das Buch fernöstlicher Philosophie wurde 1924 von Richard Wilhelm ins Deutsche übersetzt und in Folge 1950 von Cary F. Baynes ins Englische.
Kapitel 24 des Buches befasst sich mit dem Fû (复, bedeutet "returning"/"Rückkehr") Hexagramm (Sechseck): 
 "Alle Bewegungen vollziehen sich in sechs Stufen. Die siebente Stufe bringt dann die Wiederkehr." 
Baynes' Übersetzung: "All movements are accomplished in six stages, and the seventh brings return."

Jede Länge des Sechsecks repräsentiert eine Stufe der Bewegung. Bei Beendigung ermöglicht die 7. Stufe eine Rückkehr zum Ausgangspunkt:
 "Darum ist die Sieben die Zahl des jungen Lichts, die dadurch entsteht, dass die Sechs, die Zahl des grossen Dunkels, sich um eins steigert.
Baynes' Übersetzung: "Therefore seven is the number of the young light, and it arises when six, the number of the great darkness, is increased by one."
Die Zahlen 6 und 7 repräsentieren demnach einerseits den Zyklus der 7 Tage der Woche, wobei der 7. Tag der Neubeginn ist. Aber ebenso wird der Tag-Nacht-Zyklus (Dunkelheit/Junges Licht) als immer erneuerter Kreislauf mit einbezogen. Doch genauso wird der Zyklus der Jahreszeiten erwähnt:
The time is with the month of winter solstice, when the change is due to come..." – Fû symbolisiert auch das elfte Monat, welches den kürzesten Tag des Jahres (winters solstice) enthält. Jenen Tag wo sich die Dauer des Tageslichts von "jeden Tag kürzer" zu "jeden Tag länger" wandelt und somit ebenso ein neuer Zyklus beginnt. 

Der Song und sein Inhalt sind somit typisch für die jene Jahre des "Flower Power", wo großes Interesse bzgl. der fernöstlichen Philosophien entstand und Jugendliche und junge Erwachsene dort den Sinn des Lebens suchten. Man denke nur an die Beatles und ihre indischen Einflüsse. Die Suche nach Erkenntnis wurde oft mit bewusstseinserweiternden Drogen intensiviert, was sich z.B. auch in der Musik durchaus bemerkbar macht. 

Vom Song sind keine Live-Performances bekannt. Chapter 24 schaffte es auf die Compilations "Masters of Rock" und "An Introduction to Syd Barrett". 2016 wurde ein Promo-Video im Rahmen der Box The Early Years 1965-1972 veröffentlicht.


Piper at the Gates of Dawn Cd-Cover 1994
1971 Compilation, als Masters of Rock 1974 wiederveröffentlicht




Weitere Veröffentlichungen:

1974 Pink Floyd - A Nice Pair 2LP: re-edition des Studio-Albums (mit ASOS)
1974 Masters of Rock LP 
1992 Pink Floyd - The Piper at the Gates of Dawn CD: remastered & repackaged 1994
1997 Pink Floyd - The Piper at the Gates of Dawn 30th anniversary edition; mono  
2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica (TPATGOD); remastered 2007
2007 Pink Floyd - The Piper at the Gates of Dawn 40th anniversary edition; mono & stereo remastered 2007
2010 Syd Barrett - An introduction to Syd Barrett; remastered 2010 (3:22).
2011 Pink Floyd - Discovery CD Box: new packaging (TPATGOD); remastered 2011
2016 Pink Floyd - The Early Years 1965-1972; 1965-1967 Cambridge St/ation DVD/BR

Dienstag, 27. Dezember 2016

Gigolo Aunt

Autor: Barrett
Dauer: 5:46 (take 15, recorded 27 February 1970)
First release:  Syd Barrett - Barrett,  14. November 1970
Mick Rock Fotosession
Die erste Aufnahme von Gigolo Aunt fand in den BBC Studios am 24. Februar 1970 statt, also ganze 3 Tage vor dem Beginn der Aufnahmen des 2. Barrett-Albums "Barrett".
Gelegenheit dazu ergab sich durch Syd Barrett's erste Solo-Radio-Session bei John Peel's "Top Gear". Bei der Gelegenheit wurden auch Terrapin, Baby Limonade, Two of a kind und Effervescing Elephant aufgenommen. Das komplette Set wurde 1987 als "The Peel Sessions" und 2004 als "The Radio One Sessions" veröffentlicht. An den Aufnahmen waren David Gilmour (Bass & Keyboards) und Jerry Shirley (Drums) beteiligt. Die Version ist etwas sparsamer instrumentiert als jene, die auf dem Album landete. Lediglich akustische Gitarre und Percussions begleiten den Song. Man kann allerdings sehr gut Barrett's typisches E-Gitarrenspiel im Solo hören.
Am 27. Februar hingegen wurden 15 (!) Takes von einem Track namens "Jigalo Aunt" für das 2. Syd Barrett Solo-Album namens "Barrett" aufgenommen. Angeblich wurde der Song live eingespielt. Take 9 der Live-Performance der 4 Musiker im Studio landete als Bonus Track auf dem 1993 Box-Set "Crazy Diamond", das beinahe parallel zum Pink Floyd Box-Set "Shine On" erschien. Take 9 ist etwas kürzer (weniger Gitarrensoli) und Barrett hat offenbar grössere Schwierigkeiten Rhythmus und Gesangsmelodie zu halten.

Peel Sessions - EP 1987
Aunt ist ebenso einer jener wenigen Barrett Songs, die dieser auch bei seinen wenigen Konzerten zu Beginn der 70er spielte. Ausserdem ist er auf jeder Syd Barrett Compilation vertreten. Dies liegt wohl daran, dass es eine der zugänglichsten und poppigsten Barrett-Kompositionen der späteren Jahre ist. Ebenso auch tanzbar. Zur Studiolive-Aufnahme wurden nur einige wenige Overdubs hinzugefügt. Hörbar auch das typische Keyboard von Rick Wright. Der Song endet mit einem interessanten Percussions-Effekt, der wahrscheinlich auch erst als Overdub hinzugefügt wurde.

Wouldn't you miss me? 2001
An introduction to... 2010




Produziert wurde das Ganze von Roger Waters und David Gilmour.






Weitere Veröffentlichungen: 
1974 Syd Barrett 2LP (re-issue of The Madcap Laughs & Barrett)

1987 The Peel Sessions EP; live John Peel Show, 24. Februar 1970 (3:35)
1993 Crazy Diamond Box remastered 1993; "Opel" remastered 1993; take 9 (4:02)
2001 Wouldn't you miss me - The Best of Syd Barrett; remastered 2001
2004 The Radio One Sessions CD; live John Peel Show, 24. Februar 1970 (3:42)
2010 An Introduction to Syd Barrett; remastered 2010
2010 Barrett; remastered 2010
2014 Barrett; vinyl re-issue remastered 2010.