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Sonntag, 1. November 2015

A boat lies waiting

Gilmour & Wright ca. 1970
Autor: Gilmour Text: Samson
Dauer: 4:35
First release: David Gilmour - Rattle that lock,  15. September 2015


Gilmour & Wright ca. 2007














Nach dem Tod von Richard Wright am 15. September 2008 änderten sich David Gilmour's Pläne grundlegend. Hauptsächlich wurde die Fertigstellung des Solo-Albums "Rattle That Lock" durch das Hommage-Album an Rick Wright namens "Pink Floyd - The Endless River" unterbrochen. 
Der Verlust des musikalischen Wegbegleiters Wright wiegt aber so schwer, dass auch auf dem letztendlich heuer erschienen Solo-Album ebenfalls eine eindeutige Huldigung an den ehemaligen Floyd-Keyboarder und Freund enthalten ist.

A Boat Lies Waiting nimmt textlich Bezug auf Wright's Passion des Segelns und des Meeres. Wrights Vorliebe für das Meer und die Seefahrt prägten nicht nur dessen Songwriting ("Wet Dream"), jedoch auch seinen Rauswurf aus Pink Floyd, als er sich während der Aufnahmesessions zu The Wall weigerte seinen Bootsurlaub zu unterbrechen. 
Obwohl der Text von Polly Samson stammt, scheint er in sehr klarer Weise den Schmerz und die Ausweglosigkeit von Gilmour's Trauer zu widerspiegeln. 
Gekonnt nutzt Samson die Symbolik der Bootsfahrt um die Trauer darzustellen. Unweigerlich kommt einem das Cover des Albums "The Endless River" in den Sinn.



The Endless River Cover
Something I never knew
In silence I'd hear you
And a boat lies waiting
Still your clouds all flaming
That old time easy feeling

What I lost was an ocean
Now I'm drifting through without you
In this sad barcarolle

What I lost was an ocean
And I'm rolling right behind you
In this sad barcarolle

                             It rocks you like a cradle
                              It rocks you to the core
                              You'll sleep like a baby
                          As it knocks at Death's door


A propos "The Endless River": Musikalisch und produktionstechnisch scheint der Track beinahe wie ein Überbleibsel aus den "The Endless River" Tracks. Die Produktion ist eben sehr "Ambient"lästig, was der Verträumtheit und Traurigkeit des Liedes jedoch keinen Abbruch tut. Besonders in der ersten Hälfte des Liedes werden Parallelen zum 2014er Pink Floyd Album offensichtlich.

Musikalisch erinnert der Klavierakkord sehr stark an Wright's Harmonien, auch wenn die Komposition von Gilmour stammt (dies fiel schon bei "Anisina" auf). Gilmour berichtet die Aufnahme stamme ursprünglich sogar aus einer Home-Session, die etwa 20 Jahre zurückliegt. Man hört sogar im Hintergrund einmal eines seiner Kinder quäken, welches heute bereits erwachsen ist. Der Gesang, der erst nach ca 2 1/2 Minuten einsetzt, wurde mit Harmonien von Crosby & Nash (bereits auf dem 2006er Album On an Island vertreten) verfeinert. Zuvor hört man aber die Originalstimme von Wright sagen "It's like going to the sea, there is nothing". 



Live 2015

Gilmour performte den Song live auf jeder seiner Live-Daten 2015 und dies besonders passend in einer Art "Huldigungs-Sequenz" indem er die Songs Wish you were here, A Boat lies waiting und The Blue hintereinander spielte. Während des Songs sah man David Gilmour erstmals ohne Gitarre oder sonstige Instrumente auf der Bühne stehen und singen. Die Live-Version von Pompeii wurde 2017 veröffentlicht.

Weitere Veröffentlichungen: 

Das Album wurde als LP, CD, CD-DVD oder CD-BluRay Deluxe Edition, sowie zum Download angeboten. Die DVD und BluRay enthalten auch das Dolby 5.1 Mix
2017 David Gilmour - Live at Pompeii 2016 LP, CD&Bluray (4:55)

Samstag, 15. November 2014

Anisina

Autor: Gilmour
Dauer: Album version 3:15
             Video version (2014) 2:49 
First release: The Endless River, 07. November 2014


Foto aus dem The Endless EPK Film (Gilmour & Mason)

Wie Allons-y eine weitere instrumentale Gilmour-Komposition, die auf einer Demo von 1993 beruht ("Untitled #3"). Damals wurde der Song noch aufgrund seiner pathos-reichen Melodie "The Hymn" genannt. 
Anisina war einer der Songs von The Endless River, die schon vor Veröffentlichung im Radio gespielt wurden. Die Radioversion ist um einige Sekunden kürzer (2:58) aber unterscheidet sich eigentlich nicht von der Albumversion. 
Anisina ist türkisch und bedeutet "Zum Gedenken an" und schien somit ein passender Songtitel auf einem Album zu sein, das sich als Hommage an Richard Wright versteht.
Grafik des Online-Clips von "Anisina" 

Musikalisch erinnert Anisina gleich an mehrere Pink Floyd Songs: Die tieferen Pianotöne (übrigens von Gilmour gespielt) erinnern stark an "Us and Them". Michael Kamen's Streicherharmonien im Hintergrund sind dieselben wie bei "Comfortably Numb" und "The Final Cut". Das etwas kitschig geratene Saxophon/Klarinettenspiel von Gilad Atzmon weckt eher Erinnerungen an "Terminal Frost" und Scott Page, als an den Floyd-Saxophonisten Dick Parry, der für die Aufnahmen an diesem Album leider verhindert war. Von vielen als kitschige Melodie bezeichnet scheint sich das Lied im Kontext des Albums weitaus besser zu machen. Es ist einer jener Tracks auf welchen Richard Wright gar nicht zu hören ist; das Lied ist als Hommage an ihn zu verstehen.
The Endless River  CD-Edition 2014

Weitere Veröffentlichungen: 
Das Album wurde als 2LP, CD, CD-DVD oder CD-BluRay Deluxe Edition, sowie zum Download angeboten
2019 Pink Floyd - The Later Years 1987-2019 Ian Eames The Endless River Film 5.1 Mix.

Freitag, 21. November 2014

Autumn '68

Autor: Wright
Dauer:  1:36 
First release: The Endless River, 07. November 2014
Rick Wright an der Orgel 

Bei Autumn '68 handelt es sich um eine Rick Wright Improvisation, welche dieser bei den Proben für "The Man & The Journey" auf der Kirchenorgel in der Royal Albert Hall am 14. April 1969 spielte. Es ist somit der einzige Track auf The Endless River, welcher nicht auf den Proben von 1993 für das Album The Division Bell beruht. Obwohl der Track 1969 aufgenommen wurde, nennt er sich Autumn '68, wohl als Anspielung auf die Rick Wright Komposition Summer '68 aus dem Album Atom Heart Mother. 
Angeblich existiert eine 20-minütige Aufnahme der Improvisation. Leider wurden für das Album lediglich 1:36 Minuten verwendet.... Bei der Qualität dieser ein-einhalb Minuten erscheint es schade, dass nicht mehr davon veröffentlicht wurde. Vielleicht wird ja daran gedacht die Aufnahme einmal vollständig als "Lost Rick Wright Symphony" (wie sie schon heute manchmal genannt wird) zu veröffentlichen.
The Endless River Vinyl Edition

Anthony Stern (der bereits mit Pink Floyd an den Kunstfilmen "San Francisco 1968" und "Tonite let's all make love in London" arbeitete) war bei diesen Probeaufnahmen anwesend und filmte sie zum Teil mit. Auf einem ca. 15-minütigen Video schnitt er Proben zu Biding my time, Green is the colour und A Saucerful of Secrets mit, wobei er auch die Rick Wright Aufnahme festhielt, welche mit dem Satz "Organ Music Take One" bei Minute 11:15 angekündigt wird. Bei dieser Aufnahme handelt es sich um eine Variation von Celestial Voices. 




Es handelt sich somit um ein kurzes Orgelintermezzo, welches den Track Allons-y in 2 Teile teilt. Für das Album wurden von Gilmour Gitarrenlicks darübergespielt, welche wie ein Echo der Orgelmelodie wirken. Der Track befindet sich auf der Side 3 (Track 5) und es verbleibt ein kleiner Tropfen Wehmut, dass Autumn '68 nicht mehr Platz auf dem Album erhalten hat...

Weitere Veröffentlichungen: 
Das Album wurde als 2LP, CD, CD-DVD oder CD-BluRay Deluxe Edition, sowie zum Download angeboten
2019 Pink Floyd - The Later Years 1987-2019 Ian Eames The Endless River Film 5.1 Mix.

Sonntag, 6. Oktober 2019

The lost art of conversation

Autor: Wright
Dauer:  1:44
First release: The Endless River, 07. November 2014


Rick Wright @ Britannia Row Studios 1993

Ein weiterer Outtake der Pink Floyd - Sessions von 1993-94. In diesem Fall handelt es sich um ein typisches Richard Wright-Instrumental. Diese jazzige Art Klavier zu spielen charakterisierte sein Spiel eigentlich von Beginn an. Wie bereits bekannt fabrizierte Richard Wright sein zweites Solo-Album teilweise aus übrig gebliebenen Outtakes der "The Division Bell" Sessions und deshalb erinnert "The lost art of conversation" auch sehr stark an "Interlude" aus seinem 1996er Solo-Album "Broken China". Auf "The Endless River" ist der Untertitel des Songs "Side 3, part 1", da sich das Album ja bekanntlich in 4 "Suites" einteilt. Wie viele Stücke auf "The Endless River" ist auch dieses bei Weitem zu kurz geraten. Der Track geht nahtlos in "On Noodle Street" (sic!) über, wobei die beiden Stücke perfekt zueinander passen.


The Endless River Back-Cover

Während die Wright-Parts 1993 in den Britannia Row Studios aufgenommen wurden, nahm David Gillmour 2013 und 2014 seine Gitarren- und Percussionparts in den Medina, Astoria und Olympic Studios auf.

Weitere Veröffentlichungen: 
Das Album wurde als 2LP, CD, CD-DVD oder CD-BluRay Deluxe Edition 5.1 Mix, sowie zum Download angeboten
2019 Pink Floyd - The Later Years 1987-2019 5.1 Mix; Ian Eames film

Sonntag, 2. Januar 2022

Night Light

Autor: Gilmour, Wright
Dauer: 1:42
First release: The Endless River, 07. November 2014


Night Light ist wahrscheinlich einer jener Tracks, der dafür verantwortlich ist, dass The Endless River von manchen als "Ambient-Esoterik" Album abgetan wird.

Tatsächlich handelt es sich aber um ein sehr sphärisches Instrumental, das typische Wright'sche Soundteppiche mit einer schon eher innovativen Gitarrentechnik von David Gilmour verbindet. Dieser kratzige, mit Echo versehene E-Bow-Sound, der auf diesem Album auch an anderen Stellen zu hören ist, war für Gilmour 2014 eine Neuheit.

Night Light ist sehr kurz und fungiert eher nur als "Zwischentrack" auf Side 3; Track 3, wie der Titel auch genannt wird, fügt sich aber sehr gut zwischen den anderen "outtakes" ein.


Da es sich bei The Endless River ja um ein Studio-Magie-Schnipsel-Werk aus Studio-Aufnahmen für "The Division Bell" handelt, bei dem auch nicht immer klar ist, welche Parts nun tatsächlich von 1993 stammen und welche 2013-14 over-dubbed worden sind, existieren auch keine Live-Versionen dieses oder anderer Songs des Albums.

Eine Filmversion von Ian Eames des Albums The Endless River wurde 2014 im Rahmen der "The Later Years 1987-2019" veröffentlicht.


Weitere Veröffentlichungen: 
Das Album wurde als 2LP, CD, CD-DVD oder CD-BluRay Deluxe Edition, sowie zum Download angeboten

2019 Pink Floyd - The Later Years 1987-2019 5.1 Mix; Ian Eames film

Samstag, 11. Dezember 2021

Nervana

Autor: Gilmour
Dauer: (video/audio) 5:31
First release: The Endless River Deluxe Edition, 07. November 2014

The Endless River Deluxe Edition 2014


Nervana ist für Pink Floyd ein sehr untypischer Track. Aus diesem Grund wurde die Studio-Jam-Session von 1993 auch nicht in das Album "The Endless River" inkludiert. Stilistisch hätte der Track einfach nicht reingepasst. Es handelt sich um eine sehr raue Gitarren-Rock-Nummer, die wohl mit der um 1993 kursierenden Grunge-Rock-Welle liebäugelte (Nirvana, Pearl Jam, etc.)

Andererseits wollten David Gilmour und Co. allerdings auch nicht darauf verzichten den Song dem Publikum zugänglich zu machen. 
So endete Der Song, dessen Namen nicht nur zufällig an "Nirvana" erinnert, auf der Deluxe-Edition des 2014er Pink Floyd Albums. Dort war der Track vorerst nur auf DVD bzw. BluRay als Video der Studio-Session oder als Audiotrack, wobei der Audiomix der beiden in etwa identisch ist.

Foto der Aufnahmesession 1993

2019 wurde im Rahmen der "The Later Years 1987-2019"Box entschieden den Song gemeinsam mit anderen 4 Studio-Outtakes auf eine CD zu packen. Zusätzlich liegt Nervana auch als 5.1 Mix auf BluRay der Box bei. Fälschlicherweise ist "outtake 1994" angegeben. In Wahrheit wurde der Track 1993 aufgenommen. 

Bei den beiden Versionen von Endless River und Later Years handelt es sich anscheinend um unterschiedliche Aufnahmen. Schade, dass der Track nur instrumental ist.

Grunge Floyd erinnert irgendwie an The Nile Song. 

Weitere Veröffentlichungen: 
2019 Pink Floyd - The Later Years Box 1987-2019 includes 5.1 mix (4:56)

Freitag, 29. Juli 2016

Eyes to pearls

Autor: Gilmour
Dauer: 1:51
First release: The Endless River, 07. November 2014


Innencover der Doppel-LP 

Die Selbst-Hommage "The Endless River" weckt bei diesem Stück Erinnerungen an "Set the controls for the heart of the sun" aus dem 2. Floyd-Album "A Saucerful of Secrets". Die auf der Gitarre gespielte Melodie lehnt an jene von STCFTHOTS an, genauso wie die dezent gespielten Drums und Percussionen von Nick Mason. 
Das Line-Up besteht aus den 3 Floyds mit Hausproduzent Andy Jackson am Bass. 

Kurioserweise klingt das Ganze im Vergleich zu PF's psychedelischen Jahren eher ambient-lastig, was wohl an der Produktion liegt. Ich weiss nicht warum, aber wenn ich das Lied höre komme ich mir immer vor wie bei einer Yoga-Sitzung.

Auf jeden fall ein sehr träumerisches instrumentales Outtake, das auch gerne etwas länger hätte sein können.
The Endless River 

Weitere Veröffentlichungen: 
Das Album wurde als 2LP, CD, CD-DVD oder CD-BluRay Deluxe Edition, sowie zum Download angeboten

2019 Pink Floyd - The Later Years 1987-2019 5.1 Mix; Ian Eames film

Freitag, 13. Januar 2023

On Noodle Street

Autor: Gilmour, Wright
Dauer:  1:42 
First release: The Endless River, 07. November 2014

The Later Years Cover-Art

Bei "On Noodle Street" handelt es sich nicht um einen asiatischen Food-Market, sondern um den (schrecklichen) Titel eines Instrumentals des "posthumen" Pink Floyd Abschluss-Albums "The Endless River". Das Album setzte sich ja bekanntlich aus Studio-Aufnahmen von 1993 zusammen, welche damals für "The Division Bell" aufgenommen wurden.

Streng genommen kommt der Titel wahrscheinlich daher, dass die Band (Gilmour, Wright und Mason, gemeinsam mit Guy Pratt und Jon Carin) bei einer Jamsession "herumgenudelt" hat und diese leicht funkigen 1:42 Minuten für das Album zusammengeschnitten hat. Besonders im Vordergrund sind Rick Wrights Fender Rhodes und Guy Pratt's Bass. Die Musik ist eher untypisch für Pink Floyd.

Alternativer Titel ist "Side 3; Part 2", da das Album eigentlich in 4 Suites (1 pro Seite) eingeteilt ist. 


Weitere Veröffentlichungen: 

Das Album wurde als 2LP, CD, CD-DVD oder CD-BluRay Deluxe Edition, sowie zum Download angeboten
2019 Pink Floyd - The Later Years 1987-2019 Ian Eames The Endless River Film 5.1 Mix.

Samstag, 8. November 2014

Allons-y (1 & 2)

Autor: Gilmour
Dauer: Allons-y (1) 1:57
            Allons-y (2) 1:35
            Allons-y (video/studio outtake 1993) (nur auf deluxe edition) 5:53
First release: The Endless River, 07. November 2014


Promo-Foto der 3er Besetzung von 1993

So.... Pink Floyd haben mir jetzt aber mein alphabetisches Blog-Konzept gehörig durcheinandergebracht! Das Erscheinen von The Endless River brachte mich vor die Entscheidung entweder das Album vorerst zu ignorieren und somit zwanghaft meine anfängliche Idee beizubehalten oder alle A's des neuen Albums nachzurücken.... Die Frage hat sich seit dem 07.11.2014 erübrigt: diese Tracks können nicht warten! Die Begeisterung hat Überhand genommen und die Entscheidung für mich getroffen.

Nach dem Informations-Overload der letzten Wochen ist es hier nicht notwendig die Entstehungsgeschichte des Albums zu erklären. Es soll nur erwähnt werden, dass es sich um ein Tribut-Album an den 2008 verstorbenen Rick Wright handelt und rund um Kompositionen, bzw. Einspielung desselben aufgebaut ist. Das Album ist hauptsächlich instrumental.
Das umstrittene Artwork des Albums 

Allons-y ist vordergründig ein Gilmour-Riff, das stark an "Run like Hell" oder Riffs von seinem ersten Soloalbum erinnern. Es wird eigentlich lediglich um den Riff gejammt. Es handelt sich um einen der schnelleren Tracks auf dem Album und ist eigentlich die einzige Referenz zu "The Wall", während der Rest des Albums eher an die Prä-Dark Side - Ära erinnert. 
Es befindet sich auf Seite 3 (parts 4 & 6) und wurde in zwei Hälften unterteilt, die jeweils nicht ganz an die 2-Minutengrenze heranreichen. Die beiden Hälften unterscheiden sich lediglich in anderen Gitarrenvariationen. Unterbrochen wird das ganze von Autumn '68, einer Aufnahme von Rick Wright aus dem Jahr 1969 (mehr dazu in Bälde).
Auf der Deluxe-Edition des Albums befindet sich auch ein Video dazu, das die Band 1993 beim Jammen zeigt. Dies ist eine komplett andere Version, die über 5 Minuten dauert. Interessanterweise spielt bei der Aufnahme des Videos Guy Pratt den Bass, während die Version auf dem Album Bob Ezrin am Bass angibt! Es handelt sich somit um eine teilweise Neu-Aufnahme aus dem letzten Jahr. Jon Carin hingegen spielte auf beiden Aufnahmen Synthesizer und Percussion Loops. Nick Mason an den Drums. 
Promo-Kampagne in Italien 

Für die wahren Pink Floyd Experten ist dieser Track jedoch nicht gänzlich unbekannt! Bereits seit Jahren zirkulierten Demo-Tapes der The Division Bell Sessions mit einigen Outtakes (Secret Rarities)  Dieses wurde einfach "Untitled #1" betitelt. Diese Aufnahme dauert 5:59 Minuten und ist höchstwahrscheinlich dieselbe wie jene des Videos. 
Es gibt auch eine kürzere Demoversion mit selbem Titel und 1:49 Minuten Länge. 

Weitere Veröffentlichungen: 
Das Album wurde als 2LP, CD, CD-DVD oder CD-BluRay Deluxe Edition, sowie zum Download angeboten
2019 Pink Floyd - The Later Years 1987-2019 Ian Eames The Endless River Film 5.1 Mix.

Samstag, 31. Januar 2015

Calling

Autor: Gilmour, Moore
Dauer: 3:39
First release: The Endless River, 07. November 2014



Calling ist einer der wenigen Tracks auf The Endless River, auf denen Richard Wright nicht vertreten ist. Der Track wird auch "Side 4; Part 1" genannt, so wie alle Tracks auf dem Album nach den Albenseiten benannt sind, um die Struktur der 4 Suiten zu unterstreichen.
Geschrieben von David Gilmour und Anthony Moore, der bereits auf "A Momentary Lapse of Reason", "The Division Bell" und "Broken China" mitmischte, erinnert der Song stark an die Atmosphären von "Signs of Life", dem Eingangstrack von AMLOR. 



Er beginnt mit Weltraumsounds, die in düstere Keyboardflächen übergehen. Die Melodie wird dann von Gilmour's Gitarre wiederholt. 
Auch hier handelt es sich keineswegs um eine neue Komposition! Insider kennen die Melodie bereits! Es ist nämlich dieselbe, die Gilmour bereits für den Soundtrack von "Fractals: The Colours of Infinity" verwendete. Ein Soundtrack für einen englischen Dokumentarfilm über die Mandelbrotfiguren, die in den 80er-Jahren die Mathematikwelt beschäftigten. Der Film wurde 1992 von Nigel Lesmoir-Gordon gedreht, ebenfalls ein Bekannter Gilmour's und Wright's. 



Weitere Veröffentlichungen: 
Das Album wurde als 2LP, CD, CD-DVD oder CD-BluRay Deluxe Edition, sowie zum Download angeboten
2019 Pink Floyd - The Later Years 1987-2019 Ian Eames The Endless River Film 5.1 Mix.

Mittwoch, 28. September 2016

The Final Cut

Autor: Waters
Dauer: 4:46
First release: The Final Cut,   21. März 1983


Der Titelsong des letzten "wahren" Pink Floyd Albums, oder der Titelsong des ersten "wahren" Roger Waters Solo-Albums? 
Was ursprünglich als Soundtrack-Album des Films The Wall (böse Stimmen reden von "Resteverwertung") geplant war, wurde letztendlich doch zu einem eigenständigen Album. Einerseits Dank des Einsatzes von Margareth Thatcher auf den Falkland-Inseln, andererseits Dank des zwanghaften Anti-Kriegs-Botschafters Roger Waters. 
De Facto steht auf dem Albumcover: 

"A requiem for the post war dream by Roger Waters performed by Pink Floyd"


Wie weithin bekannt, waren Pink Floyd während der Aufnahmen zu The Final Cut bereits heillos zerstritten. Während der Aufnahmen zu The Wall wurde Rick Wright gefeuert und Gilmour war mit der musikalisch/textlich/politischen Ausrichtung des Materials nicht einverstanden. 
Während Gilmour auf The Wall noch die Arrangements und musikalische Direktion innehatte, vertraute sich Waters bei diesem Album komplett Michael Kamen an, mit dem er das Album co-produzierte. Gilmour und Mason kamen lediglich manchmal "vorbei" um ihre Parts einzuspielen.
Trotzdem hinterlässt Gilmour auf dem Titeltrack im Gitarrensolo ganz klar seinen Stempel. 

Der Song The Final Cut erinnert an Comfortably Numb, was wohl auch daran liegt, dass die selben Orchesterarrangements verwendet wurden. Selbst-Plagiat? Man erinnere sich, dass "Anisina" vom 2014 PF-Album "The Endless River" nochmal dieselben Arrangements verwendet. Auch "In any Tongue" aus dem 2015 Solo-Werk Gilmours "Rattle that lock" wurde stark am Erfolgssong Comfortably Numb angelehnt.

Waters mit  Filmrolle und Messer im Rücken
Der Song- bzw. Album-Titel hat mehrere Bedeutungen. The Final Cut wird in der Filmbranche der letzte Schnitt des Films genannt und ursprünglich sollte das Album ja das Soundtrack-Album zum Film "The Wall" werden. Kurioserweise wurde auf dem Backcover ein Mann abgebildet, der eine Filmrolle unter dem Arm trägt und ein Messer im Rücken hat. Dies soll angeblich eine Anspielung an Alan Parker sein, mit dem es bei den Filmaufnahmen (Parker ist der Regisseur) zu Auseinandersetzungen kam.

Eine andere Bedeutung für den Titel kommt von der Handlung bzw. dem Text des Songs. Das Konzept des Albums "The Final Cut" dreht sich ja um die Rückkehr eines Kriegsveteranen, und dessen Folgen. Der Song "The Final Cut" beschreibt die Gedanken, die den Protagonisten (es handelt sich um den Lehrer aus dem Film The Wall) zum Selbstmordversuch treiben (eben dem "letzten Schnitt"), der aber kurz vorher durch einen Telefonanruf unterbrochen wird:


I held the blade in trembling hands
Prepared to make it but
just then the phone rang
I never had the nerve to make the final cut

Dass der Song bereits für "The Wall" geschrieben wurde, zeigen auch einige Textzeilen, die klar auf den Handlungsstrang von The Wall verweisen. 

And if you make it
past the shotgun in the hall
Dial the combination,
Open the priesthole
And if I’m in I’ll tell you
what’s behind the wall

Interessanterweise wurde der Song so produziert, dass die letzte Zeile "what's behind the wall" nicht hörbar ist, da sie von einem Knall (Schuss?) übertönt wird. Dies wohl auch um direkte Verbindungen zum Album "The Wall" nicht zu deutlich zum machen. Es zirkuliert eine Demo-Version in Sammlerkreisen, bei welchem die Textzeile nicht überdeckt wird.
Im Handlungsstrang des Films wäre das Lied kurz vor "Comfortably Numb" gereiht gewesen und hätte einen gewissen "Flashback" dargestellt, allerdings baute Roger Waters wohl auch aktuelle und persönliche Themen wie Scheidung in den Text ein:

And if I open my heart to you
And show you my weak side
What would you do
Would you sell your story to Rolling Stone
Would you take the children away
And leave me alone

Filmausschnitt aus "The Final Cut" Video EP

Das Lied wurde niemals live aufgeführt und findet sich auch auf keiner Sammlung. In den USA wurde eine Maxi-Single von "Your possible pasts" als Promo veröffentlicht, welche "The Final Cut" auf der B-Seite hatte. Ebenso liess Roger Waters von 4 der Album-Songs eine Video-EP drehen. Regie führte sein damaliger Schwager Willie Christie, der auch für die Cover-Fotos verantwortlich war. Das Lied The Final Cut wurde hier von Rüstungsfilmen der Weltkriege in Schwarzweiss untermalt.
Auf dem weithin unterschätzten Album sticht unser Lied hier auch mit einem von nur 3 Gitarrensoli von David Gilmour auf dem gesamten Album positiv hervor.

Weitere Veröffentlichungen: 
1983 Pink Floyd - The Final Cut Video EP, VHS
1983 Pink Floyd - Your possible pasts / The final cut Promo 12"
2004 Pink Floyd - The Final Cut Re-Issue CD, incl. "When the Tigers Broke Free"
2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica; remastered 2007
2011 Pink Floyd - Discovery CD Box: new packaging; remastered 2011 (4:43)
2016 Pink Floyd - The Final Cut, Vinyl remaster 2016