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Sonntag, 5. Januar 2025

Pigs (Three Different Ones)

Autor: Waters
Dauer: 11:25
First release: Animals, 21. Januar 1977

Animals 2022 Bluray Edition

Pigs ist der letzte Song, der für das Album Animals geschrieben wurde und stammte, wie fast alles aus jener Zeit aus Roger Waters' Feder.

Wie das gesamte Album ist auch dieser Song an George Orwell's "Farm der Tiere" angelehnt. Roger Waters beschreibt hier 3 Arten von Schweinen. Schweine sind jene Tiere, welche an der Spitze der sozialen Leiter stehen. Sie sind mächtig und können Menschen manipulieren. 

Die erste Strophe richtet sich an Bussinesmen im Allgemeinen (big man, pig man), die zweite sei hingegen eine indirekte Anspielung auf Margareth Thatcher (damalige Regierungschefin in Großbritannien) und die dritte richtete sich an Mary Whitehouse, eine erzkonservative Moralistin, welche für die Zensur so mancher Kunst und Kultur zuständig war ("you house proud town mouse"). 

Animals 2024 "Atmos Mix" Bluray

Als Roger Waters den Song 2016 live auf dem Zocalo-Square spielte, war allerdings der Bezug "Whitehouse" auf das Weisse Haus in Washington gerichtet und die Tiraden gegen Donald Trump.

Musikalisch handelt es sich um eine Funk-Nummer, wie so viele rockigen Gitarrenparts von David Gilmour (z.B. Have a Cigar, Echoes "Middle Section", Atom Heart Mother "Funky Dung", etc.). Gestartet von Schweinegrunzen und einem "flying" Keyboard, hört man schnell einen von David Gilmour gespielten fretless Bass. Das finale Gitarrensolo wurde auf der 1977 Tour oft lange gestreckt und der Song erreichte manchmal auch die 20 Minuten Marke. Live wurde der Song von Roger Waters auf seiner  Tour 1987 in verkürzter Form gespielt und auf der Us + Them Tour 2016-2018. 

Es existiert auch eine Single-Version von 4:03 Minuten davon. 

Der Remix von 2018 (der erst 2022 erschien) bietet zwar keine Überraschungen, bietet aber einen wärmeren und volleren Sound.

Seit dem Animals Album gehört das fliegende Schwein zum Bühnen-Repertoire von Pink Floyd und Roger Waters (mit und ohne Eier).


Weitere Veröffentlichungen: 

1992 Pink Floyd - Shine On CD Box: remastered 1992 
1992 Pink Floyd - Animals CD: remastered & repackaged 1992

2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica; remastered 2007
2010 Roger Waters - The Roger Waters Collection Box (In the Flesh)
2011 Pink Floyd - Discovery CD Box: new packaging; remastered 2011
2016 Roger Waters - Live at Zocalo Square, Mexico City (online video) (11:40)
2020 Roger Waters - Us + Them (live) (11:37)

2022 Pink Floyd - Animals 2018 Remix
2024 Pink Floyd - Animals 2022 Atmos Remix

Freitag, 24. Januar 2025

Pigs on the wing (part 1 & 2)

Autor: Waters

Dauer: part 1: 1:25
            part 2: 1:23

            single version: 3:34

First release: Animals, 21. Januar 1977

Als Roger Waters 1977 gemeinsam mit dem Rest der Floyds "Animals" zusammenstellte, kam es ihm so vor, als sei das Album nun wohl doch etwas zu dystopisch und negativ geworden und deshalb entstand die Idee die drei Hauptsongs mit einem Liebeslied zu umrahmen. Deshalb wurde "Pigs on the Wing" in 2 Teile eingeteilt und jeweils an Anfang und Ende des Albums gesetzt.

Der Song besteht nur aus Stimme und Akustikgitarre von Roger Waters und es ist eine Liebeserklärung an seine damalige zweite Ehefrau Carolyne Christie. Wie bereits seit dem Album "Meddle" (welches mit Wind beginnt und endet), Dark Side (Herzschlag) und WYWH (Shine On), sowie später auf The Wall (isn't this.... where we came in), geben Pink Floyd auch hier dem Album eine zirkuläre Form.

Snowy White auf der In the Flesh Tour 1977

Kurioserweise wurde der Song damals auch als B-Seite einer Single von "Pigs (three different ones)" (Kurzversion) verwendet. Zu diesem Zweck wurden die beiden Teile zusammengefügt. Als Bridge durfte der damalige Tour-Gitarrist "Snowy White" ein Solo einspielen. Diese Version ist bis heute sehr selten zu finden und erschien lediglich auf einem Compilationalbum von "Snowy White" selbst, namens "GoldTop". RW spielte den ersten Teil im Rahmen seiner "In the flesh"-Tour 1999-2002. Als Roger Waters 2015 beim "Desert Trip" Festival auftrat, wurde Pigs on the wing (part 1) gespielt und Snowy White himself spielte das berühmte Solo, wie er es auch auf der 1977 Animals-Tour tat. 

Weitere Veröffentlichungen: 

1992 Pink Floyd - Shine On CD Box: remastered 1992 
1992 Pink Floyd - Animals CD: remastered & repackaged 1992
2002 Roger Waters - In the flesh CD & DVD (1:18)
2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica; remastered 2007
2010 Roger Waters - The Roger Waters Collection Box (In the Flesh)
2011 Pink Floyd - Discovery CD Box: new packaging; remastered 2011
2022 Pink Floyd - Animals 2018 Remix
2024 Pink Floyd - Animals 2022 Atmos Remix

Donnerstag, 7. Januar 2016

Dogs

Autor: Waters, Gilmour
Dauer: 17:03
First release: Animals, 21. Januar 1977
German LP-Label

Dogs wurde bereits 1974 geschrieben und live ins Programm aufgenommen. Damals hieß es noch You've got to be crazy und sollte gemeinsam mit Shine on you crazy diamond und Raving and drooling (das spätere Sheep) auf dem Folgealbum von Dark Side of the Moon erscheinen. Aus dem wurde dann Wish you were here und nur Shine on schaffte es in die Tracklist. Angeblich kam es in diesem Zusammenhang bereits zu einem ersten größeren Disput zwischen Waters und Gilmour. 
Obwohl die beiden Songs erst 1977 auf dem Album Animals unter anderem Namen erschienen, waren sie vielen Fans bereits bekannt, da 1974/1975 ein Bootleg namens "British Winter Tour '74" erschien und viele Fans glaubten es handle sich um das neue Floyd-Album.
Allerdings blieben die beiden Frühversionen der Songs bis 2011 (!) unveröffentlicht, bis sie in der Immersionbox des Albums Wish you were here erschienen. Die Aufnahme stammt von einem Konzert in Wembley im November 1974.
Da die Livedarbietungen von You've got to be crazy sich jedoch kontinuierlich änderten und auch 1975 im Live-Programm waren, gibt es außer dieser öffentlichen Live-Version noch verschiedene Live-Mitschnitte, in welchen der Track sehr unterschiedlich dargeboten wird. 
Besonders der Text und die Gesangsgeschwindigkeit wurden im Laufe er Jahre reduziert, wie Gilmour bestätigt:



Once in a while I would find something uncomfortable to sing. The first lot Roger wrote for "Dogs" when it was called "You Gotta Be Crazy", were just too many words to sing. ... "Dogs" had so many words, I physically couldn't get them in. [We] just cut out two-thirds of
his words, to make it possible rather than impossible.
— David Gilmour

Es wurden somit beinahe 2 Drittel des Textes gestrichen und für das Konzept des Animals Albums wurden einige Textpassagen geändert. Das Konzept sah vor die Menschen in Schweine, Hunde und Schafe einzuteilen und wird weithin als Anlehnung an George Orwell's Animal Farm  verstanden. In ungewohnt aggressiver und zynischer Form kritisierte der Waters'sche Text unsere Ellbogengesellschaft. Diese zynische Haltung hat Waters seitdem in seinen Texten beibehalten. Die Aggression machte sich auch in der eher rauen Studioproduktion bemerkbar. Das Album wurde 1976 erstmals im bandeigenen Britannia Row Studio aufgenommen.

Den Gesang teilten sich Gilmour (1. Hälfte) und Waters (2. Hälfte).
In Fankreisen zirkuliert ein Bootleg mit Demo-Aufnahmen für das Album. Im Gegensatz zur finalen Version von Dogs, hatten Waters und Gilmour auf der Demo-Version noch vertauschte Gesangsparts (Waters sang die 1. und Gilmour die 2. Hälfte des Songs).

Mit Animals wurde auch die Ära der Floyd'schen Long-Tracks beendet. Auf keinem der folgenden Alben gab es Songs die die 8 Minuten Marke überschritten, und Dogs war mit 17 Minuten der längste Track auf dem Album. Leider wurde das Album aufgrund des Erfolgs von TDSOTM, WYWH und The Wall immer sehr stiefmütterlich behandelt, was sich als schade erweist, da besonders Dogs einige der wohl schönsten Gitarrensoli des gesamten Floyd-Katalogs zu bieten hat.
Für verschiedene Best of - Alben wurde stets der Song Sheep bevorzugt, was wahrscheinlich auf seine kürzere Dauer zurückzuführen ist.
Erstmals wurde auf der 1977er Tour auch ein Gastgitarrist namens Snowy White angestellt um die schönen zweistimmigen Harmonien der Soli auch live spielen zu können.

Der Song wurde auf der In the Flesh Tour 1977 jedesmal gespielt. Auf dieser Tour kam es zum berühmten "Spitting incident" von Roger Waters, was der Grundstein die Idee für The Wall war. Ob Waters hier seinen eigenen Text für Dogs in die Tat umgesetzt hat, ist bis heute nicht geklärt:

"...Who was trained not to spit in the fan..."

Erst 1999-2002 brachte Roger Waters den Song wieder live auf die Bühne (die Tour hieß übrigens auch wieder In the Flesh). Die Waters-Show wurde auf CD und DVD veröffentlicht. Obwohl der Song eine gemeinsame Waters-Gilmour Komposition ist, hat Gilmour den Song seit 1977 nie mehr live vorgetragen.
Waters hingegen performed den Song seit 2016 wieder auf seiner "Us + Them" Tour komplett mit Battersea Power Station.

2022 erschien der seit 2018 fertige Re-Mix von James Guthrie und brachte den Song zu neuem Glanz!


Weitere Veröffentlichungen: 
1992 Pink Floyd - Shine On CD Box: remastered 1992 
1992 Pink Floyd - Animals CD: remastered & repackaged 1992

2002 Roger Waters - In the flesh live 2CD live März-Juni 2000 USA (16:25)
2002 Roger Waters - In the flesh live DVD 
2006 Roger Waters - In the Flesh live 2CD&DVD re-edition
2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica; remastered 2007
2010 Roger Waters - The Roger Waters Collection Box (In the Flesh)
2011 Pink Floyd - Discovery CD Box: new packaging; remastered 2011
2011 Pink Floyd - Wish you were here Experience & Immersion Box Set You've got to be crazy live Wembley Stadium 11.1974 (18:13)
2022 Pink Floyd - Animals 2018 Remix 

Mittwoch, 13. Februar 2019

Keep Talking

Autoren: Musik: Gilmour; Wright Text: Gilmour/Samson
Dauer: 6:09
First release: The Division Bell, 30. März 1994
High Hopes / Keep Talking Double-A-Side


Promo-CD 1994
















Keep Talking ist einer der wichtigsten Songs auf dem Waters-losen Album "The Division Bell". Wohl auch aus diesem Grund wurde der Song gemeinsam mit "High Hopes" auf einer Double-A-Side Single veröffentlicht. Die 7" Single Version wurde um 1:10 Minuten gekürzt.
Eine weitere editierte Version des Songs ist auf dem Sampler "Echoes - The Best of Pink Floyd" zu hören.

Das Lied wurde von David Gilmour und Rick Wright geschrieben, der Text hingegen von Gilmour gemeinsam mit seiner Gattin Polly Samson.
Der Aufbau des Songs mit seinem schleppenden Rhythmus und dem zentralen schnellerem Rock-Teil mit Gitarrensolo erinnert an "Yet another movie" aus "A Momentary Lapse of Reason". Der Gesang, der zwischen Backgroundsängerinnen und Vocals hin- und her switcht, hingegen erinnert an "Wearing the inside out" von The Division Bell.
Gilmour verwendet hier erstmals seit "Animals" die Talk-Box. Neben den drei Haupt-Floyds sind bei der Aufnahme noch Tim Renwick, Guy Pratt, Jon Carin und Bob Ezrin vertreten.


The Division Bell Alternate Cover

Der Geniestreich des Songs ist hingegen die Stimme von Stephen Hawkins, welche aus einem TV-Spot in das Lied gesampelt wurde. Stephen Hawkins spricht mit seiner Computer-Stimme davon wie wichtig Kommunikation zwischen den Menschen ist. Das Thema des Albums The Division Bell ist Kommunikation, der Song heisst schliesslich "Keep talking".

Die Live-Aufnahme vom 17. August 1994 in Hannover landete hingegen auf dem Live-Album PULSE von 1995, sowie auf einer Live-CD-Single-Auskoppelung desselben Live-Albums.
Die Aufnahme der PULSE-DVD hingegen stammt vom 20. Oktober 1994 in London ist beinahe 2 MInuten länger als die Studioversion. Das liegt am verlängerten Outtro mit Talk-Box und Backgroundsängerinnen.

Auf der 1994er Tour war der Song fix in der Setlist. Seither wurde er nicht mehr gespielt.


Stephen Hawkins
2014 wurde die Idee für das letzte Album "The Endless River" nochmal verwendet. Im Instrumental "Talkin' Hawkin'" wurden weitere Sampler aus demselben TV-Spot nochmal verwendet, sozusagen quasi als Hommage an "Keep Talking".


Weitere Veröffentlichungen: 
1995 Pink Floyd - High Hopes (radio edit) / Keep Talking (4:55) / One of these days (live) CD-single; 12", 7".
1995 Pink Floyd - PULSE CD & LP: live 17. August 1994, Hannover (6:53)
1995 Pink Floyd - Wish you were here / Coming Back to Life / Keep Talking, CD-single
2001 Pink Floyd - Echoes The Best of... 2CD: edited version 2001 (5:58)
2005 Pink Floyd - PULSE DVD: live 20. Oktober 1994, London; 5.1 Mix (7:34)
2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica; remastered 2007
2011 Pink Floyd - Discovery CD Box: new packaging; remastered 2011
2014 Pink Floyd - TDB20 Box: 2LP; 2011-remastered CD-Version; BluRay 5.1 mix 2014 & HD Stereo mix 2014; 7" (album version); 12" Maxi (radio-edit vrs.)
2019 Pink Floyd - The Later Years 1987-2019 PULSE remixed 2019 & 5.1 Mix; TDB 5.1 Mix

Samstag, 23. Juni 2018

In the flesh?

Autor: Waters
Dauer: 3:20
First release: The Wall, 30. November 1979


Vinyl Edition 2016

"... we came in?" 
Der Anfang des Mega-Konzept-Albums "The Wall" von Pink Floyd ist gleichzeitig auch das Ende. Die ersten Töne des Albums sind die letzten Akkorde von "Outside the wall", dem letzten Song des Albums, das mit den Worten des Masterminds Roger Waters "Isn't this where..." endet. Bereits bei "Dark Side of the Moon", Wish you were here" und "Animals" folgten Floyd Alben der Tradition dem Inhalt einen zirkulären Rahmen zu geben.
Der Hörer wird nach 20 Sekunden allerdings von brachialen Riffs und Drum-Patterns überrascht, die den Opener "In the flesh?" einleiten. 
Der Song wurde erst in einer zweiten Phase dem ursprünglichen Konzept hinzugefügt, da Waters ein passendes Intro für den Erzählstrang fehlte. 

Die Musik:
Das Riff stammt eigentlich aus der Demo von "The Pros and Cons of Hitch Hiking". Roger Waters stellte der Band bekanntlich "The Wall" und "Pros and Cons..." zur Auswahl, worauf diese sich für "The Wall" entschied. Als Waters, wie oben erwähnt, ein Intro zum Album fehlte, bediente er sich einfach an einigen Riffs, die letztendlich auch auf seinem ersten Solo-Album zu hören sind. Bei den Songs "Apparently the were travelling abroad (4:30AM)" und "Dunroamin, Duncarin, Dunlivin (4:58AM)" sind diese deutlich herauszuhören. 
An der Aufnahme war neben den 4 Floyds auch Freddie Mandell an der Hammond-Orgel beteiligt und die 4 männlichen Chorsänger (Bruce Johnston, Stan Farber, John Joyce und Joe Chemay...). Die Drums haben einen "Live-Effekt", der Nick Mason einen ungewohnten harten Klang beschert. Bob Ezrin sei Dank. 
Die auf der Immersion Box 2012 veröffentlichte Demo-Version beinhaltet noch keinen Background-Gesang und Keyboards. Auch der Text ist noch eher eine Kurzversion des Textes zu "In the flesh" (next post).


Der Film:
The stary gaze
In dieser ersten Szene des Films zeigt Alan Parker Protagonist "Pink" bei einem Konzert auf einem Balkon, angezogen wie ein Diktator, dem die Fans wie Schafe und verklärtem Blick jedes Wort von den Lippen ablesen. Im Handlungsstrang findet dieses Konzert jedoch nach der Wandlung von Pink in einen Diktator statt. Regisseur Alan Parker vermischte diese Konzertszenen mit Polizeigewaltszenen (angeblich tatsächlich bei Pink Floyd Konzerten in USA passiert) und mit Kriegsszenen bei denen Pink's Vater (wie Roger Waters' Vater) durch ein Kampfflugzeug im 2. WK getötet wird. Diese Kriegsszene geht dann direkt - wie auch auf dem Album - in Baby-Geschrei über, welches den nächsten Track "The Thin Ice" einleitet.
Im Film wird Pink von Bob Geldof (Boomtown Rats) interpretiert und singt auch den Text zu In the flesh?.

Live:
Is there anybody out there? Cover mit Masken
Roger Waters' ursprüngliche Idee (nach der 1977er In the Flesh - Tour) war ja eigentlich zwischen Publikum und Band eine Mauer aufzubauen. Er fühlte sich immer unwohler auf der Bühne und empfand eine grosse Distanz, wenn nicht gar Abneigung, zu Pink Floyds Publikum, das er wie eine hirnlose Masse ansah. 
In seiner Phantasie liess er durch Kampfflieger Bomben aufs Publikum werfen und diese Masse für ihre Blindheit strafen. De facto wurde diese Idee auch mittels des berühmten Stuka-Bombers zu Beginn der Live-Show umgesetzt. ("lights, roll the sound effects, action, drop it on them!")

Ausserdem stellten Pink Floyd ihre 4 Tour-Musiker Snowy White (1981 Andy Roberts), Willie Wilson, Peter Woods und Andy Bown mit Pink Floyd Masken für diesen Track auf die Bühne. Die Idee dahinter war, dass Pink Floyd austauschbar waren und dass das Publikum nicht einmal dahinter kommen würde, dass es sich hier gar nicht um die wahren Pink Floyd handelte! ("tell me is something eluding you sunshine? Is this not what you expected to see?") 
Nach der The Wall Tour 1980-81 wurde der Song nur noch von Roger Waters Solo live aufgeführt. Am Bekanntesten wohl die Live Version von Berlin 1990, bei welcher The Scorpions den Song performten. 
Danach war der Song klarerweise Teil der The Wall Tour 2010-2013. 2012 performte Roger Waters den Song im Amerikanischen Fernsehen mit den Foo Fighters.




Roger Waters The Wall Live 2010-2013



Weitere Veröffentlichungen: 
1982 Alan Parker - Pink Floyd's The Wall VHS (feat. Bob Geldof)
1990 Roger Waters - The Wall Live in Berlin; live 21. Juli 1990 Potsdamer Platz Berlin; 2LP, 2CD, VHS (4:07) (feat. The Scorpions)
1992 Pink Floyd - Shine On CD Box: remastered 1992 
1992 Pink Floyd - The Wall 2CD: remastered & repackaged 1992
2000 Pink Floyd - Is there anybody out there? - The Wall Live 1980-81; live 07. August 1980(3:01)
2003 Alan Parker - Pink Floyd's The Wall DVD; 5.1 mix
2003 Roger Waters - The Wall Live in Berlin; live 21. Juli 1990 Potsdamer Platz Berlin; 5.1 mix; DVD
2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica; remastered 2007
2010 Roger Waters - The Wall Live in Berlin Special Edition; live 21. Juli 1990 Potsdamer      Platz Berlin; 5.1 mix; DVD & 2CD
2011 Pink Floyd - Discovery CD Box: new packaging; remastered 2011
2011 Pink Floyd - The Wall Experience Edition 3CD; remastered 2011
2011 Pink Floyd - The Wall 180gr. 2 LP Edition; remastered 2011
2011 Pink Floyd - The Wall Immersion Box Set (incl. The Wall remastered 2011; Is there anybody out there? remastered 2011 /  Band Demo programme 3 (3:24)
2015 Roger Waters - The Wall A soundtrack to the film 2CD, 3LP (4:16)
2015 Roger Waters - The Wall A film by Roger Waters and Sean Evans DVD, BluRay, 2 BluRay 

Sonntag, 26. März 2017

Grantchester Meadows

Autor: Waters
Dauer: 7:28
First release: Ummagumma, 07. November 1969


Ausschnitte aus dem 2016-Video "Grantchester Meadows"

Grantchester Meadows ist ein wunderschöner Abgesang auf eine Zone in Cambridge namens Grantchester Meadows. Durch diese fliesst der Fluss "Cam" nachdem Cambridge benannt ist. David Gilmour wuchs direkt an den Grantchester Meadows auf und verewigte diese 1994 im Song "High Hopes". Das Video zum Song "Signs of Life" von 1987 wurde auch in den Grantchester Meadows gedreht.

Roger Waters aber kam ihm mit diesem akustischen Folk-Song zuvor. Textlich orientierte sich Waters am Cambridger Poeten "Rupert Brooke", der 1912 das impressionistische Gedicht "The Old Vicarage, Grantchester" schrieb. 
Das Lied widerspiegelt in etwa den kompositorischen Stil, den Waters 1969 hatte (siehe auch "More" aus demselben Jahr), der sich stark an der amerikanischen Singer-Songwriter-Kultur alà Bob Dylan orientierte. Gleichzeitig sind Waters' Kompositionen aber verträumter/psychedelischer geraten.


Das Lied ist wie Mason's "The Grand Vizier's Garden Party" ein Teil des Ummagumma-Studioalbums, welches kompositorisch zwischen den 4 Bandmitgliedern aufgeteilt wurde. Waters spielte 2 Stücke ein. Neben Grantchester Meadows wählte er ein weiteres experimentelles Stück namens "Several Species of small furry animals gathered together in a cave and grooving with a pict", das mit diesem akustischen Lied überhaupt nichts zu tun hatte. 

Waters hat das Lied im Alleingang aufgenommen. Alle gespielten Instrumente, Stimmen und Tape-Effects stammen von ihm. Es sei an dieser Stelle erwähnt, dass dies seit Beginn der Entstehung der Gruppe erst das 2. Lied von Pink Floyd war, welches Roger Waters allein gesungen hatte. Es wurde zwischen April und Juni 1969 in den Abbey-Road Studios aufgenommen.

Was einem gleich zu Beginn des Liedes auffällt, ist der über einminütige Vogelgesang, der so ziemlich in der gleichen Form auf "More" im Lied "Cirrus Minor" zu hören ist.


Gilmour & Waters gemeinsam bei KQED 1970
Ein weiteres Musique Concrete - Element ist die Geschichte mit der Fliege. Am Ende des Songs hört man eine umherfliegende Fliege summen und dann jemanden Treppen runterlaufen und nach der Fliege schlagen. Nach drei Versuchen erschlägt der Jäger die Fliege. Dieser Spass wurde direkt in den Abbey-Road Studios aufgenommen indem angeblich Storm Thorgherson mit einer eingerollten Zeitung die Treppen runterlief und herumschlug.Die kuriosen Raumklangeffekte, die die Band ja live mit dem Azimuth-Koordinator umsetzte kommen hier wundervoll zur Geltung. Dieses Stück wurde auch für eine Radiowerbung für das Ummagumma-Album verwendet, wie in der 2016 erschienen Compilation "Cre/ation -Pink Floyd The Early Years 1967-1972" dokumentiert.
Ebenso in der Box The Early Years 1965-1972 wurden 2016 endlich ein paar der Live-Aufnahmen veröffentlicht, die von diesem Stück existieren. Live nahm die gesamte Band das Stück von 1969 - 1970 in die Setlist auf. Im Gegensatz zur etwas längeren Studio-Version des Tracks wurde der Song im Mai 1969 (also vor Veröffentlichung von Ummagumma) live in einer BBC-Session gespielt, welche zwar nur 3:46 Minuten dauert, aber die bessere Version ist, da der Refrain 2-Stimmig mit Gilmour gesungen wird und auch ein sehr schönes Piano-Solo von Rick Wright beinhaltet. 
Ebenso wurde die Live-Version namens "Daybreak" aus der Suite "The Man & The Journey" in besagter Box veröffentlicht, wo Wrights Solo mit einem Keyboard gespielt wurde, während die Live-Aufnahme der Fernsehshow "KQED An Hour With Pink Floyd" ebenfalls endlich offiziell zu haben war. Hier singt Gilmour den Refrain alleine.

2016 wurde auch ein offizielles YouTube-Video unter Regie von Aubrey Powell (Ex-Hipgnosis) veröffentlicht, bei welcher der Audio-Track der BBC-Aufnahme und die Video-Aufnahme von KQED vermischt wurde und mit neuen Aufnahmen der Grantchester Meadows verziert wurde.


Weitere Veröffentlichungen: 
The Early Years Dramatisation 
1994 Pink Floyd - Umma Gumma 2CD: remastered & repackaged 1994
2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica (Umma Gumma); remastered 2007
2011 Discovery CD Box: new packaging (Umma Gumma); remastered 2011
2016 Pink Floyd - Umma Gumma 2LP: remastered 2016

2016 Pink Floyd - Cre/ation - The Early Years 1967 -  1972; BBC Session live 12.05.69, (3:46)
2016 Pink Floyd - The Early Years 1969 - Dramatisation CD1; BBC Session live 12.05.69,
2016 Pink Floyd - The Early Years 1969 - Dramatisation CD2; live Amsterdam 17.09.69, titled "Daybreak" (8:14)
2016 Pink Floyd - The Early Years 1970 - Deviation DVD/Bluray; live KQED "An hour with Pink Floyd" 30.04.1970 (7:37)

Samstag, 14. März 2020

Blues 1

Autor: Gilmour
Dauer: 5:23
First release: The Later Years 1987-2019 Boxset; 13.Dezember 2019 CD&Bluray



Mit der Veröffentlichung des "Later Years 1987-2019" Box-Sets, gesellen sich wieder mal ein paar unveröffentlichte Tracks hinzu, die meine geliebte alphabetische Reihenfolge unterbrechen. 
Den Beginn macht hier der auf CD5 des Box-Sets veröffentlichte "Blues 1", der alleine David Gilmour zugeschrieben wird. Laut Angaben handelt es sich um ein Outtake von 1994. Puristen behaupten allerdings korrekt wäre 1993.
Wenn man sich dieses 1993 aufgenommene und bis 2019 unveröffentlichte Studio-Outtake anhört, fühlt man sich direkt an das 1978er Debut-Album von David Gilmour erinnert. Zwischen diesem und der vorliegenden Aufnahme, sind immerhin 15 Jahre vergangen.
Auch Ansätze von Animals oder des Soundtracks der "Carrera Panamericana" sind hier durchzuhören.
David Gilmour und Bob Ezrin

Musikalisch gesehen, handelt es sich um einen mid-tempo Rocker, in welchem das Wright'sche Orgelspiel stark in den Vordergrund gemixt ist. Nach einer Bridge werden wir mit einem typischen Gilmoursolo belohnt, auch hier in typischem Sound von 1978.
Am Bass ist hier Bob Ezrin zu hören.

Der Track wurde hier auch in 5.1 Dolby Surround auf Bluray remixt.