Sonntag, 15. Juli 2018

Incarceration of a flower child

Autor: Waters
Dauer: 5:32
First releaseMarianne Faithfull - Vagabond Ways, 1999


Rights belong to instinct Records and EMI

Von Roger Waters bereits Ende der 60er Jahre geschrieben, schenkte er das Lied Marianne Faithfull für deren Album Vagabond Ways, welches 1999 erschien.
Auf den Album-Credits zeichnet er zwar als "Roger Walters", aber die Copyright-Hinweis auf "Pink Floyd Music Publishing Ltd." ist wohl eindeutig. Roger "Walters" spielt auch Synth-Bass auf dem Track, der von Marianne Faithfull wundervoll mit ihrer rauchigen Stimme interpretiert wird.
Marianne Faithfull interpretierte auch die Rolle der "Mother" in The Wall in Berlin 1990.

Laut Überlieferung hatte Waters den Song damals nach dem Ausstieg von Syd Barrett aus Pink Floyd diesem gewidmet. Der Text lässt diesen Schluss durchaus zu. Der Text schwelgt zwischen Erinnerungen an die "wilden 60er" und dem düsteren Ausblick auf die 70er "it's gonna get cold in the 1970s". Waters beschäftigt sich aber auch mit dem Wahnsinn und der Rückschluss auf Syd liegt nahe:

"There in your little white room
With no windows
And three square sedations a day
You plead with the doctor
Whose running the show..."


Aber auch die erste Textzeile "Do you remember me? How we used to be?" des Liedes kommt Pink Floyd Kennern bekannt vor. Ist sie doch identisch mit dem Refrain zu "Your possible pasts" vom 1983er Pink Floyd Album "The Final Cut".


Marianne Faithfull Live in Concert

Musikalisch beginnt der Song recht psychedelisch und mit recht düsteren Percussion-Elementen. 

Roger Waters steuerte auch zu Marianne Faithfull's 20.tem (!!) Solo-Album "Give my love to London" aus dem Jahr 2014 einen seiner Songs namens "Sparrows will sing" bei, den er selbst auf einigen Rehearsals der The Wall Tour 2010-2013 spielte.

Sonntag, 8. Juli 2018

In the flesh

Autor: Waters
Dauer: 4:17
First releaseThe Wall, 30. November 1979

Ausschnitt aus Alan Parker's The Wall (copyright MGM Pictures)

In the flesh sollte nicht mir In the flesh? verwechselt werden. Während des Eine der Eröffnungstrack des Albums ist, stellt das Zweite ein Kernstück der Handlung dar. Pink ist nun entgültig zum faschistischen Diktator mutiert und der Text ist als Satire auf Rassismus zu verstehen. Leider wurde dieser bitterböse Zynismus oft falsch verstanden und wird noch heute von Kritikern von Roger Waters als "Beispiel seiner ideologischen (angeblich antisemitischen) Einstellung"  interpretiert... 

"Are there any queers in the audience theatre tonight? Get 'em up against the wall... That one looks jewish and that one's a coon. Who let all this riff raff into the room?"

Roger Waters selbst erklärte seinen Text so: "I've picked on queres and Jews and blacks simply because they're the most easily identifiable minorities where I come from, which is England." (Interview mit Tommy Vance).

De facto bringt er diesen Diskurs im Text bereits auf eine absurde Ebene, indem er dann auch Gruppierungen aussucht, die weniger klar identifizierbar sind. Wie es unter faschistischen Regimes leider oft geschieht:

"There`s one smoking a joint! And another one's got spots! If I had my way I had all of you shot!"

Pink's Skinheads in Pink Floyd The Wall (copyright MGM Pictures)
Besonders gut hat dies Alan Parker in seinem Film "Pink Floyd - The Wall" von 1982 in Szene gesetzt, indem er in einer Lenk Riefenstahl-Ästhetik der 30er Jahre Bob Geldof (er singt die Filmversion) in Diktatoruniform mit Marsch-Kapelle vor einer Halle voller Neo-Nazis auftreten lässt, inklusive Nazi-Gestik und Kleinkind-Küssen, wie es absolutäre Politiker ganz gerne tun.


Musikalisch gesehen folgt In the Flesh natürlich seinem Pendant In the Flesh?. Der Song beginnt und endet gleich, aber im Mittelteil wurde der Gesang mit viel mehr Backgroundgesang versehen, der in einem Beach Boys Stil vorgetragen wird. Für den Film wurde der Song gänzlich neu aufgenommen und zwar mit einer Marsch-Band, Chor und Bob Geldof an der Stimme.

Danach war der Song Teil der 1999-2002 "In the flesh Tour" von Roger Waters, 2006 "The Dark Side of the Moon Tour" und klarerweise der The Wall Tour 2010-2013.
Nur auf der aktuellen "Us + Them Tour" wurde der Song nicht gespielt.

Roger Waters The Wall Show 2010-2013

Weitere Veröffentlichungen: 
1982 Alan Parker - Pink Floyd's The Wall VHS (feat. Bob Geldof)
1990 Roger Waters - The Wall Live in Berlin; live 21. Juli 1990 Potsdamer Platz Berlin; 2LP, 2CD, VHS (5:10) (feat. The Scorpions)
1992 Pink Floyd - Shine On CD Box: remastered 1992 
1992 Pink Floyd - The Wall 2CD: remastered & repackaged 1992
2000 Pink Floyd - Is there anybody out there? - The Wall Live 1980-81; live 07. August 1980(4:23)
2002 Roger Waters - In the flesh 2CD & DVD; live USA June 2000 (4:41).2003 Alan Parker - Pink Floyd's The Wall DVD; 5.1 mix
2003 Roger Waters - The Wall Live in Berlin; live 21. Juli 1990 Potsdamer Platz Berlin; 5.1 mix; DVD
2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica; remastered 2007
2010 Roger Waters - The Wall Live in Berlin Special Edition; live 21. Juli 1990 Potsdamer Platz Berlin; 5.1 mix; DVD & 2CD
2011 Pink Floyd - Discovery CD Box: new packaging; remastered 2011
2011 Pink Floyd - The Wall Experience Edition 3CD; remastered 2011
2011 Pink Floyd - The Wall 180gr. 2 LP Edition; remastered 2011
2011 Pink Floyd - The Wall Immersion Box Set (incl. The Wall remastered 2011; Is there anybody out there? remastered 2011 /  Band Demo programme 1 (4:35)
2015 Roger Waters - The Wall A soundtrack to the film 2CD, 3LP (4:43)
2015 Roger Waters - The Wall A film by Roger Waters and Sean Evans DVD, BluRay, 2 BluRay

Samstag, 23. Juni 2018

In the flesh?

Autor: Waters
Dauer: 3:20
First releaseThe Wall, 30. November 1979


Vinyl Edition 2016

"... we came in?
Der Anfang des Mega-Konzept-Albums "The Wall" von Pink Floyd ist gleichzeitig auch das Ende. Die ersten Töne des Albums sind die letzten Akkorde von "Outside the wall", dem letzten Song des Albums, das mit den Worten des Masterminds Roger Waters "Isn't this where..." endet. Bereits bei "Dark Side of the Moon", Wish you were here" und "Animals" folgten Floyd Alben der Tradition dem Inhalt einen zirkulären Rahmen zu geben.
Der Hörer wird nach 20 Sekunden allerdings von brachialen Riffs und Drum-Patterns überrascht, die den Opener "In the flesh?" einleiten. 
Der Song wurde erst in einer zweiten Phase dem ursprünglichen Konzept hinzugefügt, da Waters ein passendes Intro für den Erzählstrang fehlte. 

Die Musik:
Das Riff stammt eigentlich aus der Demo von "The Pros and Cons of Hitch Hiking". Roger Waters stellte der Band bekanntlich "The Wall" und "Pros and Cons..." zur Auswahl, worauf diese sich für "The Wall" entschied. Als Waters, wie oben erwähnt, ein Intro zum Album fehlte, bediente er sich einfach an einigen Riffs, die letztendlich auch auf seinem ersten Solo-Album zu hören sind. Bei den Songs "Apparently the were travelling abroad (4:30AM)" und "Dunroamin, Duncarin, Dunlivin (4:58AM)" sind diese deutlich herauszuhören. 
An der Aufnahme war neben den 4 Floyds auch Freddie Mandell an der Hammond-Orgel beteiligt und die 4 männlichen Chorsänger (Bruce Johnston, Stan Farber, John Joyce und Joe Chemay...). Die Drums haben einen "Live-Effekt", der Nick Mason einen ungewohnten harten Klang beschert. Bob Ezrin sei Dank. 
Die auf der Immersion Box 2012 veröffentlichte Demo-Version beinhaltet noch keinen Background-Gesang und Keyboards. Auch der Text ist noch eher eine Kurzversion des Textes zu "In the flesh" (next post).


Der Film:
The stary gaze
In dieser ersten Szene des Films zeigt Alan Parker Protagonist "Pink" bei einem Konzert auf einem Balkon, angezogen wie ein Diktator, dem die Fans wie Schafe und verklärtem Blick jedes Wort von den Lippen ablesen. Im Handlungsstrang findet dieses Konzert jedoch nach der Wandlung von Pink in einen Diktator statt. Regisseur Alan Parker vermischte diese Konzertszenen mit Polizeigewaltszenen (angeblich tatsächlich bei Pink Floyd Konzerten in USA passiert) und mit Kriegsszenen bei denen Pink's Vater (wie Roger Waters' Vater) durch ein Kampfflugzeug im 2. WK getötet wird. Diese Kriegsszene geht dann direkt - wie auch auf dem Album - in Baby-Geschrei über, welches den nächsten Track "The Thin Ice" einleitet.
Im Film wird Pink von Bob Geldof (Boomtown Rats) interpretiert und singt auch den Text zu In the flesh?.

Live:
Is there anybody out there? Cover mit Masken
Roger Waters' ursprüngliche Idee (nach der 1977er In the Flesh - Tour) war ja eigentlich zwischen Publikum und Band eine Mauer aufzubauen. Er fühlte sich immer unwohler auf der Bühne und empfand eine grosse Distanz, wenn nicht gar Abneigung, zu Pink Floyds Publikum, das er wie eine hirnlose Masse ansah. 
In seiner Phantasie liess er durch Kampfflieger Bomben aufs Publikum werfen und diese Masse für ihre Blindheit strafen. De facto wurde diese Idee auch mittels des berühmten Stuka-Bombers zu Beginn der Live-Show umgesetzt. ("lights, roll the sound effects, action, drop it on them!")

Ausserdem stellten Pink Floyd ihre 4 Tour-Musiker Snowy White (1981 Andy Roberts), Willie Wilson, Peter Woods und Andy Bown mit Pink Floyd Masken für diesen Track auf die Bühne. Die Idee dahinter war, dass Pink Floyd austauschbar waren und dass das Publikum nicht einmal dahinter kommen würde, dass es sich hier gar nicht um die wahren Pink Floyd handelte! ("tell me is something eluding you sunshine? Is this not what you expected to see?"
Nach der The Wall Tour 1980-81 wurde der Song nur noch von Roger Waters Solo live aufgeführt. Am Bekanntesten wohl die Live Version von Berlin 1990, bei welcher The Scorpions den Song performten. 
Danach war der Song klarerweise Teil der The Wall Tour 2010-2013. 2012 performte Roger Waters den Song im Amerikanischen Fernsehen mit den Foo Fighters.




Roger Waters The Wall Live 2010-2013



Weitere Veröffentlichungen: 
1982 Alan Parker - Pink Floyd's The Wall VHS (feat. Bob Geldof)
1990 Roger Waters - The Wall Live in Berlin; live 21. Juli 1990 Potsdamer Platz Berlin; 2LP, 2CD, VHS (4:07) (feat. The Scorpions)
1992 Pink Floyd - Shine On CD Box: remastered 1992 
1992 Pink Floyd - The Wall 2CD: remastered & repackaged 1992
2000 Pink Floyd - Is there anybody out there? - The Wall Live 1980-81; live 07. August 1980(3:01)
2003 Alan Parker - Pink Floyd's The Wall DVD; 5.1 mix
2003 Roger Waters - The Wall Live in Berlin; live 21. Juli 1990 Potsdamer Platz Berlin; 5.1 mix; DVD
2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica; remastered 2007
2010 Roger Waters - The Wall Live in Berlin Special Edition; live 21. Juli 1990 Potsdamer      Platz Berlin; 5.1 mix; DVD & 2CD
2011 Pink Floyd - Discovery CD Box: new packaging; remastered 2011
2011 Pink Floyd - The Wall Experience Edition 3CD; remastered 2011
2011 Pink Floyd - The Wall 180gr. 2 LP Edition; remastered 2011
2011 Pink Floyd - The Wall Immersion Box Set (incl. The Wall remastered 2011; Is there anybody out there? remastered 2011 /  Band Demo programme 3 (3:24)
2015 Roger Waters - The Wall A soundtrack to the film 2CD, 3LP (4:16)
2015 Roger Waters - The Wall A film by Roger Waters and Sean Evans DVD, BluRay, 2 BluRay 

Donnerstag, 7. Juni 2018

In the beechwoods

Autor: Barrett
Dauer: 4:43 (2010 Mix)
First release2016 Pink Floyd - The Early Years 1965-67  Cambridge Sta/tion

Compilation 2016

"In the beechwoods" war einer jener Tracks, dank dessen die Fans mit einer gewissen Vorfreude auf die "The Early Years Box 1965-1972" warteten.
Bereits seit Jahrzehnten wurde viel über diesen Song spekuliert und diskutiert, allerdings wurde er bis 2016 niemals veröffentlicht. Auch wenn er ab und zu auf Bootlegs zu finden war, allerdings in sehr viel schlechterer Qualität und anders abgemischt.
Angeblich wurde der Song im Oktober 1967 während der ersten Aufnahme-Sessions zu "A Saucerful of Secrets" aufgenommen. Der Song entstammt der Feder von Syd Barrett. Produziert wurde der Originaltrack von Norman Smith, allerdings handelt es sich bei dieser offiziellen Version um das offizielle 2010 Mix von Andy Jackson und Damon Iddins.

Der Track selbst ist nicht wirklich aufregend, handelt es sich doch um einen instrumentalen Backing-Track, der zwar typisch nach Syd Barrett's Pink Floyd klingt, aber dem offensichtlich der Text fehlt. Eher konventionell folgt der Aufbau einem typischen Strophe-Refrain-Bridge-Strophe-Refrain Muster, allerdings halt ohne Text. 
Der Track wirkt sehr unfertig, was aber ja kein Wunder ist, da es sich lediglich um ein Studio-Outtake handelt und bekannterweise die Zusammenarbeit von Barrett mit dem Rest der Pink Floyd in jener Zeit zu Ende ging.


Die Beechwoods sind übrigens Wälder in der Nähe von Cambridge.

Weitere Veröffentlichungen:
2016 Pink Floyd - The Early Years 1967-1972 Cre/ation

Samstag, 2. Juni 2018

In any tongue

AutorGilmour/Samson
Dauer: 6:47
First releaseDavid Gilmour - Rattle that lock,  15. September 2015

In any Tongue live 2015-2016

David Gilmour bezieht Stellung zum Krieg. Eher selten äussert sich Gilmour zu sozialen oder Kriegsthemen, de facto hat er das auf About Face mit "Cruise" und auf A Momentary Lapse of Reason mit "Dogs of war" und "On the turning away" gemacht. 
Wie auf den meisten Gilmour-Kompositionen seit The Division Bell hat hier auch seine Frau Polly Samson als Texterin mitgewirkt.

Ausschnitt aus "Confusion through sand"
"In any tongue" ist war eines der Highlights des letzten Solo-Albums und auch der Tour von David Gilmour und war nach dem Titelsong und "The Girl in the Yellow Dress" das 3.

Animationsvideo, das Gilmour von seinem Album auskoppeln ließ. Leider wurde das Video nicht in der Deluxe Edition von Rattle That Lock integriert. Allerdings findet sich ein Making of des Videos von "The Girl in the Yellow Dress" auf der Bonus-Disc, welches erklärt, dass David Gilmour sehr von Danny Madden und dessen Zeichentrickfilm "Confusion through Sand", der ein Kriegszenario in Afghanistan zeigt, beeindruckt war und ihn deshalb für das "Yellow Dress" Video engagierte. Letztendlich verwendete er dessen Afghanistan Film als Video zu "In any tongue".

Musikalisch und vom Aufbau erinnert das Lied stark an Comfortably numb. Auch hier gibt es nach dem ersten Refrain ein kurzes und nach dem zweiten ein finales langes Gitarrensolo. Für das Lied hat auch der Pole Zbigniew Preissner, der bereits auf On an Island mitwirkte die Orchester-Arrangements geschrieben. Der melancholische Refrain ist sehr hoch gesungen und wurde live auf Tour 2015-2016 vom Backgroundsänger Bryan Chambers interpretiert. Diese Live-Version wurde auf "David Gilmour Live at Pompeii" veröffentlicht. 

Bryan Chambers singt In any tongue














Weitere Veröffentlichungen: 
Das Album wurde als LP, CD, CD-DVD oder CD-BluRay Deluxe Edition, sowie zum Download angeboten. Die DVD und BluRay enthalten auch das Dolby 5.1 Mix
2017 David Gilmour - Live at Pompeii 2016 LP, CD&Bluray 5.1 Mix (7:47)

2017 David Gilmour - Live at Pompeii 2016 live in Wroclaw, Polen Juni 2016 mit Orchester. Bluray (7:56)

Samstag, 5. Mai 2018

If it's in you

Autor: Barrett
Dauer: 2:27
First releaseSyd Barrett - The Madcap Laughs, 3. Januar 1970

"If it's in you" wurde am 26. Juli 1969 bei einer Session mit den beiden Produzenten David Gilmour und Roger Waters aufgenommen. An jenem Tag wurden auch "Feel" und "She took a long cold look" aufgenommen. Das Lied erschien auf "The Madcap laughs".
"If it's in you" ist aber wohl die verstörendste Aufnahme, die jemals von Syd Barrett veröffentlicht wurde. Besonders die ersten Zeilen des Songs sind schwer verdaulich, da Barrett total falsch mit dem Gesang einsetzt. Nach diesem ersten Take beginnt er noch einmal, der Tonfall der Stimme ist jedoch weiterhin kaum auszuhalten. Es ist insofern verstörend, da es sich um denselben Syd Barrett handelt, der 2 Jahre vorher wundervolle kompositorische und musikalische Fähigkeiten zeigte, und zeigt somit den erschreckenden mentalen Verfall dieses Künstlers auf.
Die Veröffentlichung dieses Songs kann somit nur mit dem "historischen Wert" der Aufnahme gerechtfertigt werden, wurde allerdings weithin kritisiert.

Barrett während der Mick Rock Photo Session für das Debut-Album

Deshalb erscheint es erst recht verwunderlich, dass derselbe Song auf dem 2010 erschienenen, posthumen Sampler "An Introduction to Syd Barrettveröffentlicht wurde.

Textlich folgt der Song den dadaistischen Inhalten anderer später Barrett Songs (Word Song, Octopus, Baby Lemonade, etc."

Beispiel gefällig?

"Did I wink of this, I am. Yum yummy yam doh yummy yam yom yum.
Yes I'm thinking of this, in steam. Skeleton kissed to the steel rail."

Die Tribute-Band "Jennifer Gentle" hat auf dem MOJO-Sampler "The madcap laughs again" eine wunderschöne und harmonische Version des Songs aufgenommen, der Barrett sicherlich Freude bereitet hätte. 
Cd-Cover des Tribute-Albums

Weitere Veröffentlichungen:
1974 Syd Barrett LP (incl. The Madcap Laugs und Barrett)
1992 The Madcap Laughs - Mick Rock Photo Session Box CD.
1993 Crazy Diamond - CD Box. The Madcap Laughs remastered & repackaged 1993.
2010 Syd Barrett - The Madcap Laughs Vinyl Remaster 2010
2010 An Introduction to Syd Barrett (2:24)

Samstag, 28. April 2018

If

AutorWaters
Dauer: 4:31
First release: Atom Heart Mother, 10. Oktober 1970


Roger Waters beim Brain-Stormen 1970s

If ist wohl einer der schönsten und persönlichsten Songs von Roger Waters. Mit einer simplen akustischen Gitarrenbegleitung und sehr dezentem Gesang reiht sich das Lied nahtlos in seine typischen Singer-Songwriter-Kompositionen jener Jahre ein. Songs wie Grantchester Meadows, Green is the Colour oder Breathe sind hier nur ein paar wenige Beispiele. 
Musikalisch bringen sich die anderen drei Bandmitglieder sehr dezent ein: Gilmour spielt lediglich auf der Slide-Gitarre ein paar Solo-Licks, Wright bringt sich mit der Hammond zu Beginn ein, später auch mit dem Piano. Mason hält sich besonders im Hintergrund und spielt gegen Ende ein paar Percussions wie z.b. die Becken.

Der Text ist hier aber sehr persönlich und widerspiegelt Waters' psychische Unsicherheiten im Kontakt mit seinen Mitmenschen. Ron Geesin bringt es auf den Punkt:
"IF reveals something of what Roger Waters really was inside. (...) If is a kind of therapy. Roger could not face closeness, yet he needed it. Everybody needs friends, male and female, but he couldn't cope with it. His way of dealing with it was by either attacking people or hiding."


Pink Floyd ca. 1970
Das Thema Freundschaft und Waters' Verhaltensunsicherheiten in Beziehungen werden besonders in den Zeilen "if I were a good man I'd understand the spaces between friends" oder " and if I were a good man I'd talk with you more often than I do". Kurioserweise benutzt er im Song "The Trial" vom 1979er Album "The Wall" exakt diese Zeilen:"You should have talked to me more often than you did, but no. You had to go your own way..." für die Anschuldigungen der Frau gegen Pink. Als ob es hier ca. 10 Jahre später um eine Bestätigung für Waters' Fehler handeln würde. Dem wird im Song If auch die Angst vor Einsamkeit entgegengesetzt:" If I were alone I would cry. If I were with you I'd be home and dry". 
Weiteres Thema, welches immer wieder in Waters' Songwriting auftaucht ist die Angst vor dem Wahnsinn, der bereits 1968 im Song "Julia dream" erstmals auftaucht und später in den Erfolgsalben "The Dark Side of the Moon" und "The Wall" vertieft wird.
Die Zeilen "If I go insane, please don't put your wires in my brain" oder "If I go insane, will you still let me join in with the game"
Diese Zeilen, sowie jene welche sich auf Freundschaft beziehen, können sich auch auf Syd Barrett beziehen und die Schuldgefühle, welche Roger Waters dbzgl. fühlte. In der Entstehungszeit von If war Waters (gemeinsam mit Gilmour und Wright) auch mit der Produktion der Solo-Alben von Syd Barrett beschäftigt.
If I were a swan, I'd be gone
If I were a train, I'd be late
And if I were a good man
Atom Heart Mother 2016 Remaster
I'd talk with you
More often than I do
If I were to sleep, I could dream
If I were afraid, I could hide
If I go insane, please don't put
Your wires in my brain
If I were the moon, I'd be cool
If I were a rule, I would bend for you
If I were a good man, I'd understand
The spaces between friends
If I were alone, I would cry
And if I were with you, I'd be home and dry
And if I go insane
Will you still let me join in with the game?
If I were a swan, I'd be gone
If I were a train, I'd be late again
If I were a good man
I'd talk with you
More often than I do

Live trug die Band den Song lediglich einmal während einer BBC-Session am 16.07.1970 vor. Diese Version ist beinahe identisch mit der Studioversion, allerdings bringt Mason verstärkt Drums ein. Diese Version wurde 2016 im Rahmen der The Early Years - Box Devi/ation veröffentlicht. Bei der Gelegenheit wurde auch der Quad-Mix von 1973 erstmals einem breiteren Publikum zugänglich gemacht. 

Roger Waters brachte den Song allerdings während seiner Touren 1984 und 1987 mit ins Programm, auch wenn die Versionen sehr stark dem musikalischen Trend der 1980er Jahre angepasst wurden. 

Weitere Veröffentlichungen: 
Oh by the way - Box-Set

1994 Pink Floyd - Atom Heart Mother CD: remastered & repackaged 1994
2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica; remastered 2007
2011 Pink Floyd - Discovery CD Box: new packaging; remastered 2011
2016 Pink Floyd - Atom Heart Mother LP: remastered 2016
2016 Pink Floyd - The Early Years 1965-1972 Box Set:

BBC Radio Session 16 July 1970The Early Years 1970 Devi/ation CD1 (5:47)
Quad Mix 1970The Early Years 1970 Devi/ation DVD/BR