Samstag, 19. August 2017

Hey you

Autor: Waters
Dauer: 4:41
First releaseThe Wall, 30. November 1979


single "Comfortably Numb/Hey You" 1980

Hey you gehört zu den bekannteren Nummern Pink Floyds. So wie "Goodbye Cruel World" der Abschluss des ersten Teils von The Wall ist, ist "Hey You" der Auftakt für die 2. Hälfte. 
Seite 3 des Original-Doppelalbums von The Wall, beginnt mit eben diesem Song und leitet die Abkehr von "Pink" in der realen Welt in die "Isolation" und den "totalitären Wahnsinn" ein. Auch wenn der Song anfangs nicht als Auftakt der 2. Hälfte gedacht war. Tatsächlich wurde er erst in letzter Minute an seine Stelle versetzt (vorher war er nach "Comfortably Numb" angesiedelt), weshalb die Texte der Original Ausgabe auf Vinyl noch an anderer Stelle platziert waren, als das Album erschien.

Hey You beschäftigt sich inhaltlich mit Pink, der - nachdem er den letzten Stein in die Mauer gesetzt hat - versucht mit der Aussenwelt zu kommunizieren. Er philosophiert über seine Lage und erkennt jetzt, dass ihn diese Mauer von der Realität abschottet. 


Pink hinter der Mauer (Ausschnitt aus "Pink Floyd - The Wall")

Gegen Ende des Songs übernimmt Waters den Gesangspart (ansonsten von Gilmour gesungen) und fungiert als Erzähler, ".... no matter how he tried he could not break free and the worms ate into his brain". Hier taucht erstmals das "Horror"-Bild der Würmer auf, die langsam das Hirn von Pink zerfressen. Die Würmer stehen hier wohl symbolisch für die Ängste und Paranoias des Protagonisten, die sein Denken zerstören. Im Film wird dies öfters verbildlicht und man sieht eine undefinierbare Masse an blutigen Würmern.
Die Botschaft von "Hey You" ist dennoch unmissverständlich und besonders in der heutigen Zeit, wo es um Mauern, Abgrenzung und Unterdrückung geht, haben die Zeilen "... together we stand, divided we fall" nach wie vor nichts von ihrer Wichtigkeit eingebüsst.

Musikalisch überzeugt der Song durch seine eingängige Melodie. In der Mitte wiederholt der Song einige Rhythmen von ABITW und die "Würmer" werden durch einen psychedelischen Synthie-Effekt vertont, der von James Guthrie eingespielt wurde Der Fretless-Bass wurde von David Gilmour gespielt.

Hey You schaffte es allerdings nicht in den Film "Pink Floyd The Wall", wurde aber als Special Feature namens "Reel 13" in die DVD-Edition des Films gepackt, da es zum Song Filmmaterial gab, dieses aber aufgrund der Spielfilmlänge nicht verwendet wurde.  


Ausschnitt aus dem "Reel 13" mit Bob Geldof

Das Lied wurde als B-Seite der Single von Comfortably Numb verwendet und auf den Kompilationen "Echoes" und "A foot in the door" veröffentlicht. 

Live wurde der Song nach der Pause als Auftakt der 2. Hälfte der Show gespielt, nachdem am Ende der 1. Hälfte der letzte Stein in der Mauer (siehe "Goodbye Cruel World") gesetzt wurde. Der Song wurde bei angeschaltetem Saal-Licht und ohne Vorankündigung nach der Pause gespielt, während die Leute teilweise noch ihre Sitzplätze suchten. Es ist letztendlich der einzige Song der kompletten The Wall-Show, der komplett hinter der Mauer vorgetragen wird. Die originale Idee von Waters sah eigentlich vor die komplette Show hinter einer Mauer zu spielen, was wohl sehr gewagt war. 
Bei The Wall Live in Berlin übernahm Paul Carrack den Gesangspart von Gilmour.

Der Song ist bei Radio-Sendern recht beliebt und gelangte so in den letzten Jahrzehnten zu einer bestimmten Bekanntheit.
Pink Floyd spielten den Song auf der 1994er Tour wohl deshalb sogar als Zugabe und veröffentlichten den Song auf der CD des Live-Albums "PULSE". 

Weitere Veröffentlichungen: 
1980 Pink Floyd - Comfortably Numb / Hey you 7" single-version ()
1982 Alan Parker - Pink Floyd's The Wall VHS
1990 Roger Waters - The Wall Live in Berlin: feat. Paul Carrack live 21. Juli 1990 Potsdamer Platz Berlin; 2LP, 2CD, VHS (5:02)
1992 Pink Floyd - Shine On CD Box: remastered 1992 
1992 Pink Floyd - The Wall 2CD: remastered & repackaged 1992
1995 Pink Floyd - PULSE 2CD: live 13. & 15. October 1994, London (4:39)
2000 Pink Floyd - Is there anybody out there? - The Wall Live 1980-81; live 09. August 1980/ 15. Juni 1981) (4:55)

2001 Pink Floyd - Echoes The Best of... 2CD: remastered 2001 (4:39)
2003 Alan Parker - Pink Floyd's The Wall DVD; 5.1 mix; Video Version "Reel 13"
2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica; remastered 2007
2010 Roger Waters - The Wall Live in Berlin Special Edition; feat. Paul Carrack live 21. Juli 1990 Potsdamer Platz Berlin; 5.1 mix; 2CD&DVD 
2011 Pink Floyd - A foot in the door CD: remastered 2011 (4:39)
2011 Pink Floyd - Discovery CD Box: new packaging; remastered 2011
2011 Pink Floyd - The Wall Experience Edition 3CD; remastered 2011
2011 Pink Floyd - The Wall 180gr. 2 LP Edition; remastered 2011
2011 Pink Floyd - The Wall Immersion Box Set (incl. The Wall remastered 2011; Is there anybody out there? remastered 2011 / RW Demo excerpt (1:09); Band Demo programme 1 (4:07)
2011 Pink Floyd - The Wall Singles Box; remastered 2011
2015 Roger Waters - The Wall  DVD, Bluray (4:43)
2015 Roger Waters - The Wall A soundtrack to the film 2CD, 3LP 

Sonntag, 23. Juli 2017

Here I go

Autor: Barrett
Dauer: 3:11
First releaseSyd Barrett - The Madcap Laughs, 3. Januar 1970

Syd Barrett in seinem Zimmer (copyright Mick Rock) 

Here I go wurde am 17. April 1969 aufgenommen und von Malcolm Jones produziert. Das Lied findet sich auf dem Solo-Debut "The Madcap Laughs". Der Arbeitstitel war "Boon Tune". Joe Boyd erinnert sich den Song bereits 1967 auf einem Demo gehört zu haben. Syd Barrett bewegte sich am Ende seiner kreativen Phase wieder in Richtung seiner eigenen musikalischen Wurzeln wie Music-Hall und Rythm'n'Blues Kompositionen, die den Anfang seiner Karriere mit Pink Floyd kennzeichneten (Bo Diddley Covers, etc.).
Somit ist Here I go ein sehr einfach strukturierter Song, der eine sehr einfache Geschichte erzählt:
Es ist die Geschichte eine Musikers (Barrett?), dessen Mädchenschwarm völlig unbeeindruckt von seiner Musik ist:

"this is the story 'bout a girl that I knew, 
she didn't like my songs and that made me feel blue
she said a Big Band is far better than you"

Also versucht er ihr mit einem neuen (diesem) Song zu imponieren. Als er wieder vor ihrem Haus vorstellig wird, ist das Mädchen zwar verschwunden, aber ihre Schwester öffnet die Türe und ist von dem Lied ganz begeistert. Und alle sind am Ende glücklich und zufrieden.

2010 remixte David Gilmour den Song für die Compilation An Introduction to Syd Barrett und nahm extra hierfür einen neuen Bass-Lauf auf. Der Originalbass wurde von Jerry Shirley eingespielt. Ausserdem dauert instrumentale Coda des Liedes etwa 15 Sekunden länger. Gilmour performte den Song im selben Jahr sogar live im BBC Radio!



Dark Globe:
1974 Syd Barrett LP (incl. The Madcap Laugs und Barrett)
1992 The Madcap Laughs - Mick Rock Photo Session Box CD.
1993 Crazy Diamond - CD Box. The Madcap Laughs remastered & repackaged 1993.
2001 Wouldn't you miss me?: The Best of Syd Barrett CD, (3:11)
2010 An Introduction to Syd Barrett; remix 2010 (3:25) 

Samstag, 15. Juli 2017

The Hero's return

Autor: Waters
Dauer: 2:42
First releaseThe Final Cut,   21. März 1983

Back-Cover der single Not now John/The Hero's return part 1&2

The Hero's return ist einer der Tracks, die es nicht auf das The Wall Album geschafft hatten. Während der The Wall Aufnahmen nannte sich der Track "Teacher Teacher" und bezog sich auf die traumarisierten Lehrer, die als psychische Wracks aus dem Weltkrieg zurückkehrten und als Lehrer für die Schulen arbeiteten und an diesen ihre Frustrationen ausließen (siehe "The Happiest Days of our lives"). Von der "Demo"-Version blieb allerdings lediglich die letzte Strophe übrig, da der Text natürlich an den Rahmen des Konzepts von The Final Cut angepasst wurde. Auch wenn sie musikalisch beinahe identisch übernommen wurde.
Bei The Hero's Return handelt es sich um einen der rockigeren Titel auf dem ansonsten eher ruhigen "The Final Cut" und zeigt natürlich starke musikalische Parallelen (Basslauf, Gitarrenriff) zum Album "The Wall". 
Roger Waters und der Teacher Teacher ca. 2010

Auf dem Song sind Mason, Waters und Gilmour in 3er-Besetzung zu hören, die von Michael Kamen an den Keys ergänzt werden. Live wurde der Song allerdings aufgrund der damaligen Zerwürfnisse nie auf Tour gebracht. Auch während seiner Solokarriere hat Roger Waters den Song bisher niemals live performed.

Der Song schaffte es sogar als B-Seite auf die einzige Single-Auskoppelung des Albums "Not now John", wobei das Lied mit einer weiteren Strophe versehen wurde, die auf dem Album nicht zu hören ist. Hierbei wurde der Song "The Hero's Return parts 1&2" genannt, wobei mit Part 2 eben diese Strophe gemeint ist, die den Song um ca. 1 Minute verlängert. 
Im Original-Album folgt The Hero's Return auf One of the few, seit dem Reissue 2004 steht When the Tigers broke free vor unserem Lied in der Tracklist.

Hierbei überlebte ein Teil der Demo-Version "Teacher Teacher" und enthält die Zeile "...turn back the stone, turn over the stone" die "Stein"Metapher, die Waters bereits in Crying SongDogs und Hey You einbrachte und immer eine grosse psychische Belastung beschreiben soll.  














Weitere Veröffentlichungen: 
1983 Pink Floyd - Not now John/The hero's return parts 1&2 45" (3:54)
2004 Pink Floyd - The Final Cut Re-Issue CD, incl. "When the Tigers Broke Free"

2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica; remastered 2007
2011 Pink Floyd - Discovery CD Box: new packaging; remastered 2011
2016 Pink Floyd - The Final Cut, Vinyl remaster 2016

Mittwoch, 5. Juli 2017

Hello (I love you)

Autoren: Waters, Shore
Dauer: 6:12
First release: Original Motion Picture Soundtrack "The Last Mimzy" 2007

12" Single-Cover 2007

Dieser Song (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Doors-Song) war eine einmalige Zusammenarbeit zwischen dem berühmten Hollywood-Filmscore-Komponisten Howard Shore und Roger Waters. Der Song ist Teil des Filmsoundtracks zu "The Last Mimzy". 
Es ist das einzige gesungene Lied des Soundtracks. Der Rest der Tracks wurde ausschliesslich von Shore geschrieben.
Hello (I love you) wurde als single veröffentlicht und war in den 2000er Jahren neben der Single "Leaving Beirut/To kill the child" und der Oper "Ca Irà" die einzige Veröffentlichung neuen Materials von Roger Waters. Der Song wurde als CD-Single und als 45" Vinyl-Single (auch in limitiertem weissen Vinyl) veröffentlicht.
Die Single enthielt einen "Single-Edit" des Songs, der ca. 2 Minuten gekürzt wurde, wobei eine Instrumentalpassage weggelassen wurde.

Roger Waters im Studio 2007

Musikalisch erinnert der Song leicht an die Radio KAOS Produktion und Melodien (und Texte... "Make all their techno babble stop We'll find a short-waved frequency the wave connecting you and me"). Generell handelt es sich aber (meiner Meinung nach) um eine eher uninspirierte Auftragsarbeit. 
Textlich dreht es sich teils um die Handlung des Films: ein Geschwisterpaar entdeckt irgendein ausserirdisches Material, das ihnen telekinetische Fähigkeiten verleiht "your child can read you like a bedtime story". Ansonsten streut Waters sehr plakativ Referenzen an Texte der Pink Floyd Ära ein. So beginnt der Track beispielsweise mit der Kind-Schauspielerin Rhiannon Leigh Wryn die flüstert:"Hello, is there anybody in there?", eine Zeile, die Waters im Laufe des Songs öfters singen wird. 
Auch "You can make your peace on the dark side of the moon. I'll see you there we can Rock'n'Roll" weckt Erinnerungen.
Aufgenommen wurde der Track von Waters (Bass, Vocals), Gerry Leonard (Guitar), Steve Geadd (Drums) und Henry Hey (Keyboards).

Es wurde sogar ein Video zum Song veröffentlicht.



Weitere Veröffentlichungen: 
2007 Roger Waters - Hello (I love you) Radio Edit (4:30) / Hello (I love you) Album Version 12"
2007Roger Waters - Hello (I love you) Radio Edit (4:30) / Hello (I love you) Album Version cd-single

Sonntag, 25. Juni 2017

Heart Beat, Pig Meat

Autoren: Gilmour, Waters, Wright, Mason
Dauer: 3:11
First release: Zabriskie Point (Soundtrack), 09. Februar 1970


Als Pink Floyd 1969 von Antonioni eingeladen wurden den Soundtrack seines neuen Films "Zabriskie Point" zu schreiben, waren sie sehr danach orientiert genau in diesem Ambiente Musik zu schreiben, da in Filmen nicht unbedingt Musik in Lied-Form gefordert wurde, sondern genau jene Musik die Pink Floyd live kreierten gewünscht war.
Nachdem Pink Floyd 1968 und 1969 in zahlreichen Filmproduktionen mitgewirkt hatten: "San Francisco", "The Commitee" oder "More" war dieser Auftrag natürlich willkommen. 
Dass Michelangelo Antonio letztendlich dann nur 3 Songs in den originalen Soundtrack aufnehmen würde, wussten sie damals noch nicht.

Heart Beat, Pig Meat ist einer dieser 3 Songs. Die Collage-Technik des Tracks erinnert durchaus an "Revolution 9" der Beatles (White Album), welche von John Lennon zusammenstückelt wurde. Was bei diesem Lied aber anders ist, ist der Rhythmus, der den Song durchzieht. 
Es scheint als sei der Herzschlag-Beat eine Embryonal-Form der Idee für Speak to Me von TDSOTM. Heart Beat bezieht sich somit auf den Rhythmus dieses Instrumentaltracks, während Pig Meat die Bezeichnung war, welche die Polizei den protestierenden Studentenmassen gaben.
Neben eingestreuten Collage-Elementen von Orchesterklängen, Gesprächsfetzen von Don Hall und Waters' Vokalisierungen alà "Pow R Toc H" dominiert im Gegensatz zum vorher genannten Beatles-Track hier doch ein kohärenter Rhythmus, der dem Ganzen Form gibt. 

Michelangelo Antonio am Set des Films

Aufgenommen wurde der Track als "The Beginning Scene" im November 1969 in einem Studio in Rom (auf Einladung von Michelangelo Antonioni). Der Song ist im Film am Beginn zu hören, allerdings unterscheidet sich die Filmversion etwas von der Album-Version.

Ausserhalb des Albums wurde der Song gemeinsam mit "Crumbling land" und "Come on No. 51, Your Time is Up" lediglich auf der Raido-Promo-Compilation "A CD full of secrets" 1992 legal veröffentlicht.

Weitere Veröffentlichungen: 
1970 Michelangelo Antonioni's "Zabriskie Point" Film
1986 Original Motion Picture Soundtrack Zabriskie Point CD
1992 A CD Full of Secrets CD
1997 Original Motion Picture Soundtrack Zabriskie Point Re-Edition 2CD
2008 Michelangelo Antonioni's "Zabriskie Point" Film DVD
2010 Original Motion Picture Soundtrack Zabriskie Point 3LP


Samstag, 17. Juni 2017

Have a Cigar

Autor: Waters
Dauer: 5:08
First release: Wish you were here, 05. September 1975
Single Cover 1975

Gemeinsam mit Welcome to the Machine beziehen sich die beiden Songs auf dem Dark Side of the Moon Follow Up Wish You Were Here auf die eiskalte Musikindustrie, die nur darauf auf ist möglichst viel am Erfolg der Musiker mitzuverdienen. 
Bereits im Song "Cymbaline" aus dem Soundtrack des Films More, nahm Roger Waters Bezug auf die Musikindustrie "your manager and agent are both busy on the phone, selling coloured photographes to magazines back home", aber erst auf WYWH wird die Kritik deutlich und unmissverständlich. Pink Floyd wussten wovon sie sprachen, war doch Syd Barrett irgendwie auch ein Opfer der Musikindustrie und deren Markt-Orientierung, die das Gegenteil des Kunstverständnisses Barretts darstellte und seine Frustration mitnährte. 

Besonders die Zeile "Oh, by the way, which one's Pink" wird von allen Pink Floyd Mitgliedern als wahrheitsgetreue Anekdote beschrieben. Besonders in den USA  wurde die Band nach dem
Have a Cigar 7" Portugal
Erfolg des Albums DSOTM mit offenen Armen von allen möglichen Managern empfangen, die ihre Musik über alles lobten, aber keine Ahnung von der Band hatten. Oft waren sie davon überzeugt, dass einer der Mitglieder Pink hiess und die Band nach ihm benannt wurde.

Diese Anekdote wurde auch für das Album "Pink Floyd The Wall" aufgegriffen, in welchem der Hauptdarsteller Pink heisst und ein Rockstar ist, der unter dem Druck von Fans und Industrie leidet: "Pink isn't well, he stayed back at the Hotel".
Ebenso wurde die Zeile "Oh, by the Way" als Titel einer re-issue Kampagne 2007 verwendet, während zeitgleich eine BBC-Doku über Pink Floyd namens "Which one's Pink" gedreht wurde.

Musikalisch ist es eine für Pink Floyd sehr funkige Nummer. Funk hatte es zwar auch schon vorher gegeben, z.b. im Mittelteil von Echoes (Meddle) oder in der Travel Sequence (live Nummer der Tour 1972), aber bis zum Album Wish You Were Here niemals in simpler Song-Form. 
Es war auch der einzige Song des Albums, der als Single in einigen Ländern veröffentlicht wurde.

Eingespielt wurde der Song in mehreren Takes in den Abbey Road Studios gemeinsam mit Brian Humphries an den Reglern als Sound-Engineer, wobei der Song auf einem Bass-Riff von Roger Waters basierte und entfernt an den Mittelteil von Echoes erinnerte. Einzig über den Gesang wurde sich die Band nicht einig. Waters schaffte angeblich die Tonlage nicht und Gilmour konnte sich mit Waters' Textinhalten nicht anfreunden und wollte den Text nicht singen.  
Es wurden verschiedene Versionen im Studio durchprobiert. Eine "Alternative Version" wurde 2011 in der Immersion-Box des Albums veröffentlicht. Diese wird von Waters und Gilmour im Duett gesungen und dauert etwa 2 Minuten länger. Eine weitere Alternativ-Version, nur von Waters gesungen zirkuliert ebenso in Bootleg-Kreisen. 
Gesichtsloser Businessman auf Immersion Box 2011

Die offizielle Version wurde allerdings von Roy Harper gesungen, welcher zur Zeit der Aufnahmen von WYWH im Studio nebenan sein eigenes Album aufnahm. Er war auch ein langjähriger Freund der Band und spielte gemeinsam mit ihnen beim ersten Free Hyde-Park Konzert 1968. Die Wahl war eine gute Lösung des Dilemmas, da als Aussenstehender der Band eine satirische Auseinandersetzung mit der Musikindustrie glaubhafter war. Waters erklärte aber eher unzufrieden mit dem Ergebnis zu sein, da Harper seiner Meinung nach den Song zu satirisch interpretiert hat.
Roy Harper und Pink Floyd im Studio 1975

Live wurde der Song 1975 bereits vorgetragen, dann 1977 auf der In the Flesh Tour
Roger Waters hat "Have A Cigar" auf ALLEN Konzerten der Hitchhiker (1984/85) & KAOS Touren (1987 - hier aber von Paul Carrack gesungen) gespielt. (Danke Boris für den Hinweis)

Auch 2006 grub Roger Waters den Song wieder aus und trug ihn auf seiner DSOTM-Tour vor. Ebenso bei einer Handvoll von Konzerten 2016 in Mexico und USA.
Erst 2017 hat Waters die Akkordfolgen und Instrumentierung des Songs als Basis eines neuen Songs  seines Albums "Is this the life we really want?" verwendet um daraus einen neuen namens "Smell the Roses" zu kreieren, der als Variation von Have a Cigar gelten könnte.
Obwohl der Song tanzbar und funky ist und sogar als Single veröffentlicht wurde, ist er lediglich auf "A Foot in the Door - The Best of Pink Floyd" seit 2011 ausserhalb des Albums erhältlich.


Weitere Veröffentlichungen: 
1975 Pink Floyd - Have a Cigar / Shine on you crazy diamond part 1, 7" (Portugal et. al.)
1992 Pink Floyd - Shine On CD Box: remastered 1992 
1992 Pink Floyd - Wish you were here: remastered & repackaged 1992


2005 Pink Floyd - Wish you were here 30 anniversary edition: SACD 5.1 mix & repackaged 2005 
2005 Classic Albums: The Making of "WYWH": acoustic studio performance 2003 (by Roger Waters)
2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica; remastered 2007

2011 Pink Floyd - Discovery CD Box: new packaging; remastered 2011(5:24)

2011 Pink Floyd - WYWH Experience Edition 2CD; remastered 2011
2011 Pink Floyd - WYWH 180gr. LP Edition; remastered 2011
2011 Pink Floyd - WYWH Immersion Box Set remastered 2011; 5.1 Mix; Quad Mix 1975; Alternative Mix (7:07)
2011 Pink Floyd - A foot in the door CD; remastered 2011

Samstag, 3. Juni 2017

The Hard Way

Autor: Waters, Mason, Wright, Gilmour
Dauer: 3:10
First release:DSOTM Immersion Box Set 2011 


Phantasie-Cover eines Bootlegs zu den "Household Objects" Sessions
Pink Floyd goes Einstürzende Neubauten. Bereits nach den Aufnahmen zum Album Meddle 1971 geisterte durch die Pink Floyd Gemeinde die Idee ein Album, welches nur aus von Haushaltsobjekten produzierten Tönen bestünde, aufzunehmen. Das Projekt nannte sich "Houshold Objects" und laut Mason verbrachten die Bandmitglieder Monate darin ein Gummiband wie einen Bass klingen zu lassen, etc. was derselbe heute absurd findet, da man ja gleich eine Bassgitarre dafür hernehmen hätte können...
Bereits auf dem Debutalbum "The Piper at the Gates of Dawn" von Pink Floyd kamen Musique Concrete Elemente zum Einsatz (z.B. Pow R Toc H), und waren seit jeher Bestandteil deren Musik. Die künstlerisch/intellektuelle Generation der Nachkriegszeit von Cambridge war stark von Stockhausen und Cage beeinflusst und dies spiegelte sich in deren künstlerischem Ausdruck wieder. 
Nach einigen Monaten wurde das Projekt dennoch abgebrochen und nur einige wenige Überbleibsel wurden später in den folgenden Alben verwendet, wie zum Beispiel die Münzen in Money oder der Herzschlag auf dem gesamten Dark Side Of The Moon Album. 
Als eigenständige Tracks wurden jedoch nur The Hard Way und Wine Glasses (welches später im Intro von Shine on you Crazy Diamond verwendet wurde) veröffentlicht.
Dies geschah erst im Rahmen der Why Pink Floyd Kampagne 2011. Beide Tracks wurden lediglich in den Immersion-Boxen von DSOTM und Wish You Were Here veröffentlicht.


Innencover Immersion Box
Immersion Box 2011


The Hard Way ist somit ein Instrumental, das auf Schritten basiert. Hinzu kommt ein Gummiband, das als Bass fungiert.Im "Refrain" kommt ein glockenartiges "Instrument" hinzu und ein Effekt, der auch aus den Wine Glases stammen könnte. Ein nettes Studioouttake, das musikalisch aber eher untypisch für Pink Floyd ist und eher in die Alan Parsons Project Discographie passen würde, der den Track 1972 eigentlich produziert haben müsste.
Als Autoren werden alle 4 Bandmitglieder aufgeführt. 


Es sind keine weitere Aufnahmen bekannt.