Freitag, 21. Juni 2019

Let there be more light

Autor: Waters
Dauer: 5:29
First release: A Saucerful of Secrets, 29. Juni 1968


7" Single Tower Records 1968

Let there be more light war der erste Song auf "A Saucerful of Secrets" dem 2. Album von Pink Floyd. Es war auch das erste Album mit David Gilmour, der gemeinsam mit Rick Wright den Gesang des Liedes übernahm, welches aus Roger Waters Feder stammte.
Der Text beschäftigt sich mit Waters' Vorliebe für Science Fiction Comics (auf dem Cover des Albums kann man sogar "Dr. Strange" erkennen) und spielt mit dem "Space-Rock" Image der Band. 
Zahlreiche Verweise wie:
"Carter's father saw him there...": John Carter ist Hauptfigur in "Barsoom", ein amerikanischer Soldat, der auf den Mars versetzt wird und sich dort in die Prinzessin des "Roten Volkes" verliebt.
"... and knew the Rull revealed to him...": "The Rull" ist eine wurmähnliche Lebensform aus den Comics "The Rull Cycle" von A. E. van Vogt.
"... the living soul of Hereward The Wake":  war ein Widerstandskämpfer gegen die Normannen im 11. Jahrhundert.

Der Titel "Let there be more light" bezieht sich (laut einigen Autoren) auf die Hoffnung, dass eine Invasion von Ausserirdischen vielleicht etwas mehr Licht in unsere Gesellschaft bringen könnte. 

"Then at last the mighty ship, descending on a point of flame, made contact with the human race ad Mildenhall."
Auf für einen Verweis an "Lucy in the sky" ist Platz!


Die Band in Live-Action Surprise Partie 1968

Musikalisch gesehen beginnt Let there be more light mit einem schnellen Bassriff, dem bald Becken und Keyboards einstimmen. Das Ganze erinnert stark an die Soundtracks der amerikanischen Serien der 60er Jahre und ein bisschen an Lucifer Sam.
Nach ca. 1,5 Minuten halbiert sich der Rhythmus auf einmal und ein verträumt-psychedelischer Gesang, den sich Gilmour und Wright teilen beginnt. Der Chorus hingegen wird nur von Gilmour gesungen, da seine etwas raue Stimme wohl besser zum rockigen Refrain passt.
Im dritten Teil des Songs darf Gilmour das erste Mal zeigen, was er mit seiner E-Gitarre so drauf hat und legt ein Solo hin, das bereits die Richtung für seine späteren Meisterwerke vorgibt.

Das Lied wurde 1968 fix im Live-Set gespielt, was zahlreiche Live-Aufnahmen vom französischen Fernsehen belegen. Dabei variiert die Länge des Songs sehr stark. Besonders die Aufnahme von "Surprise Partie" zeigt einen David Gilmour, der bereits dazu tendiert seine Soli live etwas länger auszubreiten. Sämtliche Mitschnitte finden sich seit 2016 in der "The Early Years 1965-1972 Box".

2018 haben Nick Mason's Saucerful of Secrets das Lied nach 50 Jahren erstmals wieder auf die Bühne gebracht!


Weitere Veröffentlichungen: 
1974 Pink Floyd - A Nice Pair 2LP: re-edition des Studio-Albums (mit TPATGD)
1992 Pink Floyd - Shine On CD Box: remastered 1992 
1992 Pink Floyd - A Saucerful of Secrets CD: remastered & repackaged 1992
2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica; remastered 2007
2011 Pink Floyd - Discovery CD Box: new packaging; remastered 2011
2016 Pink Floyd - The Early Years 1965-1972:

BBC Radio Session 25 Juni 1968 The Early Years 1968 Germin/ation CD
2016
4:32
live „Bouton Rouge“, Paris, 20. Februar 1968 The Early Years 1968 Germin/ation DVD/BR
2016

playback „Samedi et compagnie“, Paris, 06.09.1968 The Early Years 1968 Germin/ation DVD/BR
2016

promo video „A l’affiche do monde…“, London, 1968 The Early Years 1968 Germin/ation DVD/BR
2016
1:53
live „Tous en scene“, Paris 31. Oktober 1968 The Early Years 1968 Germin/ation DVD/BR
2016

live „Surprise Partie“, Paris, 01. November 1968 The Early Years 1968 Germin/ation DVD/BR
2016
6:35

2018 Pink Floyd - A Saucerful of secrets remastered 2018 LP
2019 Pink Floyd - A Saucerful of secrets Mono Edition; remastered 2018 LP
2020 Nick Mason's Saucerful of Secrets - Live at the Roundhouse 2CD;Bluray; Vinyl (3:37)

Samstag, 18. Mai 2019

Leaving Beirut

Autor: Waters
Dauer: 12:28
First releaseRoger Waters - To kill the child & Leaving Beirut, CD-single 11.Oktober 2005



Am 7. September 2004 veröffentlichte Roger Waters überraschend zwei neue Songs online zum download. Eine limitierte CD-Single für den japanischen Markt folgte am 11. Oktober 2005.
Auf der Single waren lediglich 2 neue Songs mit gewohnt politischem Inhalt. Song Nummer eins hiess "To kill the child".
Der zweite Song auf diesem "Mini-Album" war "Leaving Beirut". Dieser war stolze 12 Minuten lang und ähnelte eher einer Kurzgeschichte mit musikalischen Breaks, als einem Lied.

Waters erzählt darin von seiner Reise als Teenager in den Libanon mit seinem Freund "Willa" (der auch im Film "Roger Waters - The Wall" zu sehen ist). Waters stellt das Bild eines gastfreundlichen und hilfsbereiten Volkes jenem des fanatisch-moslemischen Araber entgegen. Das Ganze wird immer wieder mit (damals) aktual-politischen Tiraden gegen Bush Junior und Tony Blair in typisch Water'scher Manier unterbrochen.
Eingespielt wurde der Song von Roger Waters höchstpersönlich an Gesang, Gitarre, Keyboards und Bass! Unterstützt lediglich von der damaligen "Bleeding Heart Band" und Tourmusikern Andy Fairweather Low (Gitarre) und Graham Broad (Drums). An den Vocals auch die Tour-Sängerinnen Katie Kissoon, Carol Kenyon und PP Arnold
Produziert wurde das Ganze von Nick Griffiths mit Roger Waters. Die Produktion ist typisch für Waters' Millenium-Output. Von "In the Flesh Live" bis "Hello (I love you)" litt die Waters-Produktion unter sehr sterilen, glasklaren und trockenen Sounds, die leider die athmosphärische Wärme vermissen ließen, die dank Nigel Godrich's Input seit Waters' The Wall Tour wieder zurückgekehrt ist.

Tatsächlich wurde der Song von 2006 - 2008 auf der Dark Side of the Moon - Tour gespielt.


Ausschnitt des Live-Konzerts 2007

Die Live-Version unterschied sich grundsätzlich von der Studio-Version, da die "Spoken Words" - Passagen durch diverse Solo-Performances (Sax-Solo, Gitarren-Solo, Vocal-Solo) ersetzt wurden. Stattdessen wurden die gesprochenen Elemente der "Kurzgeschichte" in Comic-Style auf die Bühnenleinwand projiziert.

Der Song wurde ansonsten in keiner Form wiederveröffentlicht, obwohl die Live-Version auf diversen Youtube-Videos zu finden ist.





Samstag, 11. Mai 2019

Learning to fly

AutorGilmour, Moore, Ezrin, Carin
Dauer: 4:52
First releaseA Momentary Lapse of Reason, 07. September 1987


Cover Vinyl-Single 1987 b-Seite "One slip"
Learning to fly war die erste Single-Auskoppelung aus dem ersten Pink Floyd Album ohne Roger Waters 1987 namens "A momentary lapse of reason". Sie erschien nur als cd-single. Lediglich eine Promo-Single wurde auf Vinyl gepresst. Nach jahrelangem rechtlichem Scharmützel klang dieser radio-taugliche Popsong sehr ohrenfreundlich und leicht verdaulich.
Die Musik des Songs basierte auf einem Demo von Jon Carin, welches dieser während einer Jam-Session einbrachte. Gilmour und Carin lernten sich beim Live Aid Konzert 1985 kennen, als beide in Bryan Ferri's Band spielten. Die Jam-Session dieses Songs war der Startpunkt für das gesamte Album, das von David Gilmour geleitet wurde. 

Der Titel des Songs kann laut David Gilmour auf mehrere Arten interpretiert werden.  Einerseits
nahmen Nick Mason und David Gilmour zu jener Zeit Flugstunden und während der Aufnahmesessions hörte man oft den Satz:"Where are Nick and Dave? They've been learning to fly."
Andererseits war es das erste Pink Floyd Album ohne Leader Roger Waters. dies bedeutete, dass Pink Floyd nun ohne "Pilot" da standen. 

"No navigator to find my way home" oder 
"a soul in tension that's learning to fly. Condition grounded, but determined to try

sind gelungene Metaphern für diese Bedeutung. Der Text wurde übrigens von Anthony Moore geliefert.
Eine dritte Interpretation ist noch persönlicher auf David Gilmour (Mastermind hinter "A momentary lapse of reason") zugeschnitten und bezieht sich auf die damalige Trennung Gilmour's von seiner langjährigen Ehefrau Ginger.

Im typisch floydianisch-psychedelischen Mittelteil des Songs kann man nach langer Zeit wieder mal Nick Mason's verzerrte Stimme aus dem Cockpit-Funk hören, der Fluginfos an den "ground control" gibt. Die Drums spielt hingegen Steve Forman.
Ansonsten sind alle drei verbliebenen Floyd's bei der Aufnhame vertreten. Hinzu kommen Jon Carin an den Keyboards und Tony Levin am Bass, sowie Bob Ezrin an den Percussions. Background-Chor wurde von Darlene Koldenhoven, Carmen Twillie, Phyllis St. James und Donny Gerrard eingesungen.

Learning to fly war fixer Bestandteil der Pink Floyd Touren von 1987 bis 1995, wurde aber seit 25 Jahren nicht mehr gespielt! 
Während die Live-Version von 1987-1989 sich stark an der Studioaufnahme orientierte, (lediglich die Percussionen wurden live ziemlich aufgepeppt) wurde die Live-Version von 1994 stark umarrangiert und erdiger/bluesiger performed. Tim Renwick durfte live sogar ein eigenes Solo liefern. Beide Versionen sind auf den jeweiligen Live-Alben/Videos "Delicate Sounds of Thunder" und "Pulse" zu finden. 
Der Song wurde auf den Samplern "Echoes" und "A foot in the door" veröffentlicht. 
Storm Thorgherson hat übrigens für das Video zu diesem Song den "Best Concept Video" Preis von MTV Video Music Awards 1988 gewonnen. Dieses wurde 2005 als Extra auf der DVD "Pulse" veröffentlicht.


Video-Ausschnitt

Weitere Veröffentlichungen: 
1987 Pink Floyd - Learning to fly 
(4:21) / One slip (edit) 7"
1987 Pink Floyd - Learning to fly (edit) / Terminal Frost (DYOL) / One slip (edit) cd-single
1988 Pink Floyd - Delicate Sounds of Thunder Live  (5:27) 2LP, 2CD
1992 Pink Floyd - Delicate Sounds of Thunder Live VHS 
1992 Pink Floyd - Shine On CD Boxremastered 1992

1995 Pink Floyd - Pulse. 2CD, 4LP live 14. Oktober 1994, London (5:06)
1995 Pink Floyd - Pulse. VHS live 20. Oktober 1994, London (5:27)
2001 Pink Floyd - Echoes The Best of Pink Floyd 2CD. 
2005 Pink Floyd - Pulse DVD. live 20.10.1995 London 5.1 mix; 
2005 Pink Floyd - Pulse DVD. official promo video (4:43)
2005 Pink Floyd - Pulse DVD. stage screen film (1:56)
2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica; remastered 2007
2010 Pink Floyd - Delicate Sounds of Thunder Live 2CD reissue 2010
2011 Pink Floyd - Discovery CD Box: new packaging; remastered 2011

2011 Pink Floyd - A foot in the door. CD
2018 Pink Floyd - A foot in the door. 2LP remastered 2018
2017 Pink Floyd - A momentary lapse of reason. LP remastered 2017
2018 Pink Floyd - Delicate Sounds of Thunder Live 2LP remastered 2018
2019 Pink Floyd - The Later Years 1987-2019 AMLOR remixed & updated & 5.1 Mix; DSOT remixed & 5.1 Mix; official promo video; screen film; Venice-Concert remixed 2019

Sonntag, 21. April 2019

Late night

Autor: Barrett
Dauer: 3:11
First releaseSyd Barrett - The Madcap Laughs, 3. Januar 1970






"Inside me I feel alone and unreal."



Der Satz bringt es wohl auf den Punkt. Syd Barrett nahm "The Madcap Laughs" auf, als er sich mental langsam verlor, dies wirkte sich natürlich auch auf die Texte des Künstlers aus. Auch "Vegetable Man" (aus den Pink Floyd Sessions für "A Saucerful of Secrets"), das in etwa zur gleichen Zeit entstand hat ähnlich verstörende Textstellen. Genau genommen nahm man im Mai 1968 Studiozeit und wusste Teils noch nicht ob das Material dann für Pink Floyd verwendet wurde, oder nicht. Das lag auch am mentalen Zustand von Syd Barrett.

Peter Jenner:" We didn't know what would happen, we didn't know where we were going. We didn't know whether he was going to work on Pink Floyd material, or whether he was going to do "Syd Barrett" stuff. Certainly I think initially the intention was to continue working on Pink Floyd material, and maybe getting songs out and things".

Am 6. Mai wurden somit 6 Takes des Songs aufgenommen. Eine weitere Aufnahme-Session des Songs wurde am 21. Mai gemacht. An jenem Tag hatte Syd angeblich seine Gitarre nicht dabei.
Peter Jenner:" He'd forgotten his guitar... or it was lost or he'd sold it, God knows..."


LP-Gatefold InnerCover

Der Track wurde von Malcolm Jones produziert. Die Produktion wartet mit einer verzerrten psychedelischen Slidegitarre und einer Rhythmusgitarre auf. Syd's Gesang wirkt hingegen etwas emotionslos. Es werden 3 Session-Musiker als Begleitung angegeben, werden aber namentlich nicht erwähnt.

Obwohl der Text im Ganzen wohl von einer enttäuschten und verlorenen Liebe handelt, als Syd eines morgens aufwacht und seine Geliebte verschwunden ist, ist er dennoch zutiefst verstörend. Der Text ist romantisch und doch auf Syds Art naiv gehalten.


Das auf der "Opel" Remaster (sowie in der Box "Crazy Diamond") 1993 veröffentlichte "take 2" ist eine Intrumentalversion des Songs. 
2001 wurde das Lied auf der Compilation "Wouldn't you miss me?" veröffentlicht.


Weitere Veröffentlichungen: 
1974 Syd Barrett LP (incl. The Madcap Laugs und Barrett)
1992 The Madcap Laughs - Mick Rock Photo Session Box CD.
1993 Crazy Diamond - CD Box. The Madcap Laughs remastered&repackaged 1993
1993 Crazy Diamond - CD Box. Opel remastered & repackaged 1993. take 2 (3:19)
2001 Wouldn't you miss me? The Best of Syd Barrett CD. remastered 2001. (3:14)
2010 The Madcap Laughs. CD remastered 2010
2014 The Madcap Laughs. LP remasterered 2014

Freitag, 12. April 2019

Late home tonight, Part 1 & Part 2

Autor: Waters
Dauer: part 1: 4:00
            part 2: 2:13
First releaseRoger Waters - Amused to Death, 7. September 1992

2015

Late home tonight ist in zwei Parts aufgeteilt, obwohl die beiden Teile eine in sich geschlossene Kurzgeschichte im Erzählstrang von Amused to Death darstellen.
Die beiden Tracks erzählen von einem Bomber-Piloten aus Cleveland, der unterwegs auf einer Mission eine Bombe abwirft. Zu Beginn des Songs erfahren wir von seiner Mutter, die zu Hause mit einer Mischung aus Stolz und Angst auf die Rückkehr ihres Sohnes wartet.
Waters zeichnet ein romantisches Bild dieser Mutter, die Natur und Garten geniesst, während ihr Sohn in einem F1-Bomber und einem Lächeln auf dem Gesicht Befehle ausführt:"The beauty of military life, no questions only orders and flight only flight."
Auch hier spielt Roger Waters mit der medialen Ausschlachtung des Krieges, wie bereits in "Bravery of being out of range". Nur hier beschäftigt er sich mehr mit den medial konstruierten "Kriegshelden", wie eben unseren Bauernjungen aus Cleveland.
Am Ende von Part 1 schwenkt die Erzählung zu einer Ehefrau aus Tripolis, die bei sich zu Hause in der Küche steht, während der Soldat aus Cleveland seine Bombe abwirft. Hier scheint es inhaltlich eine Verbindung/Verweis/Cameo zu "Deja Vu" von 2017 zu geben. Auch hier beeindruckende Studiotechnik, wenn die Bombe während einer Demo abgeworfen wird!
Der martialische Drumpart dieses Teils wurde als Basis des Rhythmus für "It's a miracle" verwendet. Während die Stimme des "Arabischen Leaders" von Roger Waters selbst stammt. 

Part 2 startet nach dem Abwurf der Bombe, als der Soldat sich beruhigt und die Medien über die sensationellen Bilder der Explosion jubilieren:".. clear the satellite link, check the fax machine, hold the lead story boys, there's some great pictures coming in."
Nun wird der Pilot als Held gefeiert "Hey boy, you're a hero. Take this cigar.", sogar seine Mutter wird von der Presse interviewt.
Die "Kurzgeschichte" endet mit der Mutter des Soldaten, die in aller Ruhe auf die Rückkehr ihres Sohnes wartet.
1992

Musikalisch gesehen ist Part 1 ein eher untypischer "Latino-Rhythmus" auf akustischer Basis, der für Roger Waters stilistisch Neuland war. Die Wahl des eher fröhlichen Musikstils zu diesem Text hat eine gehörige Portion Zynismus. Part 2 hingegen ist primär orchestral aufgebaut und sehr dramatisch. Part 2 beschäftigt sich, wie oben erwähnt, mit dem "Aftermath" der Bombe. 

Studiomusiker bei Late Home Tonight sind Andy Fairweather Low (Guitars, Backing Vox), James Johnson (Bass), Graham Broad & Luis Conte (Drums, Percussion) and Steve Sidwell (Cornet). Michael Kamen hat, wie auch auf dem Rest des Albums, das National Philharmonic Orchestra Limited dirigiert.

Der Song wurde nie live vorgetragen. Die remixte Version von 2015 weist keine grossen Veränderungen auf.

Weitere Veröffentlichungen: 
2010 Roger Waters - The Roger Waters Collection Box (Amused to Death)
2015 Roger Waters - Amused to Death CD/Bluray & 2LP Remixed (5.1 / Stereo) & Remastered 2015 

Samstag, 30. März 2019

The last refugee

Autor: Waters
Dauer: 4:12
First release: Is this the life we really want? LP, CD 2. Juni 2017

The Last Refugee Live "Us & Them" Tour

The last refugee ist wohl eines der Highlights des bisher letzten Roger Waters Studio-Albums unter der Leitung von Nigel Godrich
"Is this the life we really want?" ist wie gewohnt ein politisches Werk und "The last refugee" beschäftigt sich mit den Flüchtlingsdramen im Mittelmeer der letzten Jahre.

Der Song beginnt mit einem "Radio-Knopf-Effekt", wie es Roger ja ganz gern hat. Besonders erinnert der Ton des Einschaltknopfes an jenen von "Another brick in the wall, part 3" und weitere musique concrete Elemente aus "The Wall".
Es werden Zeitansagen von verschiedenen Radioquellen angegeben. "Happy New Year" und "Good Night Everone" sind nur einige der wenigen Ansagen, die man hören kann. Diese Ansagen sind auch teilweise Wetter- und Bahnsteigansagen, also für Reisende. Da in "The last refugee" das aktuelle Flüchtlingsthema behandelt wird, machen diese "musique concrete" Elemente durchaus Sinn und tragen zum Drama bei.

Ausschnitt aus dem Video zu "The Last Refugee"
Musikalisch kupfert Drummer Joey Waronker ziemlich bei "Five Years" von David Bowie ab, das Intro ist identisch. Ansonsten basiert das Lied auf einer Piano-Melodie und auf Roger Waters' eindrucksvollem Gesang. Er gibt dem Song durch seine Stimme eine ordentliche Portion Drama. Hilfreich dabei ist auch das hörbare Alter und die Brüchigkeit seiner Stimme. Jetzt hat auch er seine "Rhapsody" :-)
Interessant wie in der Produktion Orchester und Synthesizer vermischt werden.
Der Song kommt ohne Soli oder Strophe-Refrain-Strohe Struktur aus und böse Zungen behaupten es fehle ein Höhepunkt. Der Song endet übrigens mit Wellen und Möwen... (Southampton Dock?).

Nach Smell the Roses und Deja Vu war es das dritte Lied aus "Is this the life we really want?", das vorab veröffentlicht wurde. Roger Waters kreierte gemeinsam mit Sean Evans (siehe "Roger Waters - The Wall") ein tolles Online-Video zu dem Song, welches auch während der Live-Tour gezeigt wurde. Der Song war fixer und zentraler Bestandteil der "Us & Them" Tour von 2017-2018, da sich das Flüchtlingsthema mittels der Geschichte einer Mutter mit deren Kind an einem Meeresstrand wie ein roter Faden durch das Konzert zog.

Ein zweiter Teil des Online-Videos wurde für den Song "Wait for her" veröffentlicht.
In beiden Videos ist die italienische Tänzerin "Azzurra Caccetta" als Hauptdarstellerin zu sehen.


Samstag, 9. März 2019

The last few bricks

Autor: Waters
Dauer: 3:26
First release: Is there anybody out there? - The Wall Live 1980-81, 04. April 2000

Inlay-Graphics for "Is there anybody out there?
The Wall Live 1980-81" 
"The last few bricks" war eigentlich ein Instrumentalstück, welches live - während der The Wall Show - dazu diente, der Crew zu ermöglichen die Mauer fertigzustellen. Deshalb variierte dessen Länge angeblich auch beträchtlich von Abend zu Abend und stellte für die Musiker eine der wenigen Möglichkeiten dar etwas zu improvisieren. Anscheinend war der Aufbauprozess langwieriger, als die Dauer der Musik auf LP1 des Studioalbums "The Wall", denn das Stück konnte bis zu 13 Minuten dauern, wie z.B. in der LA Sports Arena am 07 Februar 1980. Es kam zwischen "Another brick in the wall, part 3" und "Goodbye cruel world" zum Einsatz.

Es handelte sich eigentlich um eine Reprise, die Elemente von "The happiest days of our lives", "Don't leave me now", "Young lust" und "Empty spaces" enthielt. Das ganze wurde in der zweiten Hälfte von einem marschierenden Beat untermalt und von den männlichen Chorstimmen begleitet.

Das Instrumentalstück hatte bis zur Veröffentlichung des Live-Albums "Is there anybody out there? - The Wall Live 1980-81" im Jahr 2000 auch keinen Namen. Der Name wurde dann letztendlich von Roger Waters suggeriert, da es sich ja auch tatsächlich um die letzten paar Steine in der Mauer handelte, die es aufzubauen galt. 
Deshalb wurde das Lied zwar bereits 1990 auf dem Album "Roger Waters - The Wall Live in Berlin" veröffentlicht, aber nicht als eigener Song gecredited sondern gemeinsam mit Another Brick in the Wall, part 3.

Die Version von Berlin 1990 unterschied sich stark von jener der Pink Floyd Tour. "The Happiest days of our lives" wurde weg gelassen. Das Orchester steuerte eine Version der Melodie von "Don't leave me now" bei und gegen Ende kam hingegen ein Teil von "What shall we do now?" zur Wiederholung. Diese Version ist etwa 1 Minute kürzer.

Szene aus "The Wall Live in Berlin 1990"

Eine weitere Version wurde 2015 auf dem Live-Album und Film "Roger Waters The Wall" veröffentlicht. Diese entspricht ziemlich genau dem Original, fügt aber eine zusätzliche verzerrte Gitarre dazu und man kann auch den Hubschrauber wieder hören.


Weitere Veröffentlichungen: 
1990 Roger Waters - The Wall Live in Berlin; live 21. Juli 1990 Potsdamer Platz Berlin; 2LP, 2CD, VHS (3:25 not credited and w/ABITW3)
2003 Roger Waters - The Wall Live in Berlin; live 21. Juli 1990 Potsdamer Platz Berlin; 5.1 mix; DVD
2010 Roger Waters - The Wall Live in Berlin Special Edition; live 21. Juli 1990 Potsdamer      Platz Berlin; 5.1 mix; DVD & 2CD
2011 Pink Floyd - The Wall Immersion Box Set (incl. The Wall remastered 2011; Is there anybody out there? remastered 2011)
2015 Roger Waters - The Wall A soundtrack to the film 2CD, 3LP (3:15)
2015 Roger Waters - Th Wall A film by Roger Waters and Sean Evans DVD, BluRay, 2 BluRay