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Dienstag, 21. Mai 2024

Paranoid Eyes

Autor: Waters
Dauer: 3:43
First releaseThe Final Cut,   21. März 1983

remastered 2016; incl. When the tigers broke free

Paranoid Eyes
ist einer meiner Lieblingssongs aus dem letzten Pink Floyd Album mit Roger Waters, The Final Cut. Der Song ist am Ende von Seite 1 platziert und handelt von einem traumatisierten Kriegsveteranen, der versucht seine Erinnerungen und Schuldgefühle in Alkohol zu ertränken und zu verstecken. Passend auch zum Erzählstrang des Konzeptalbums, handelt es sich um den Lehrer, der noch in "The Heroes return" (Arbeitstitel: "Teacher, Teacher") und "One of the few" besungen wurde. Derselbe Lehrer, der in The Wall den armen Pink züchtigt.

Während der Veteran zu Beginn des Songs sich noch hinter "paranoid eyes" versteckt, sind es im zweiten Refrain schon nurmehr "petrified eyes" und am Ende letztlich doch nur noch "brown and mild eyes". Nach jedem Glas wird die Maske sozusagen dünner. Mit Sicherheit einer der gelungensten Texte die Roger Waters geschrieben hat.

Musikalisch wird der Song lediglich von Piano (Michael Kamen) begleitet und ein paar Perkussionen kommen dazu. Sehr präsent im Song sind auch musique concrete Elemente wie das Ticken einer Uhr, Schritte und Schlurfen und Bargeräusche, die dem Song auch die Atmosphäre einer verrauchten, versifften englischen Kneipe verleihen. 

Leider wurde der Song nie live vorgetragen oder auf irgendwelchen Compilations veröffentlicht. 

Oh by the way - Box 2007

Weitere Veröffentlichungen: 
2004 Pink Floyd - The Final Cut Re-Issue CD, incl. "When the Tigers Broke Free"

2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica; remastered 2007
2011 Pink Floyd - Discovery CD Box: new packaging; remastered 2011 (4:43)
2016 Pink Floyd - The Final Cut, Vinyl remaster 2016

Freitag, 5. Januar 2024

Out of the blue

AutorGilmour
Dauer: 3:34
First releaseDavid Gilmour - About Face, 05. März 1984


Out of the blue schließt Seite A des David Gilmour Solo Albums "About Face" von 1984. Der Song wurde gänzlich von Gilmour geschrieben und ist eher untypisch arrangiert. Das Stück erinnert ein bisschen an "A pocketful of stones" von "On an island". Der Song beginnt mit Piano und Streichern, die Gitarre bleibt bei diesem Song eher zweitrangig. Der Song ist sehr "art-rockig", der Gesang und die Akkordfolgen haben Drama und stellenweise erinnert die Melodie irgendwie an Weihnachten. Der Text hingegen wirkt eher mystisch, spricht von einem himmlischen Boten, der uns die Zeit stiehlt und der "plötzlich, aus dem nichts" (out of the blue) auftaucht. Grundsätzlich somit eigentlich ein sehr düsteres Lied. "Our blood spilled like wine..." (sic!).

Live wurde der Song während der About Face Tour 1984 fix in der Setlist performed. Danach nicht mehr.

Ausschnitt aus "David Gilmour" VHS


Weitere Veröffentlichungen: 

1984 David Gilmour - Pink Floyd's David Gilmour VHS: live 30. April 1984, Hammersmith Odeon, London

2006 David Gilmour - About Face CD: remastered CD 2006 

Samstag, 6. Juli 2019

Let's get metaphysical

Italienisches Harvest-Label
AutorGilmour
Dauer: 4:09
First releaseDavid Gilmour - About Face, 05. März 1984

Einziges Instrumental aus David Gilmour's 2. Solo Album About Face von 1984. Grundsätzlich ist es ein Gitarrensolo mit Orchester. Die Arrangements wurden von Michael Kamen übernommen, der bereits auf The Wall und The Final Cut mitarbeitete.
Die 4 Minuten des Tracks warten mit einem tollen Solo auf, das sich in Dynamik steigert und viel Drama und Pathos in sich hat. 

















Der Track wurde auch als B-Seite auf der Single Love on the Air veröffentlicht. Diese erschien auch als "Radio Shaped Picture Disc" (siehe oben) in limitierter Auflage. 

Auf der About Face Tour war der Song fixer Bestandteil der Setlist. Danach wurde er nie wieder live performed.




Weitere Veröffentlichungen: 
1984 David Gilmour - Love on the air / Let's get metaphyiscal  7"-single
2006 David Gilmour - About Face CD: remastered CD 2006 (4:09)

Freitag, 12. April 2019

Late home tonight, Part 1 & Part 2

Autor: Waters
Dauer: part 1: 4:00
            part 2: 2:13
First releaseRoger Waters - Amused to Death, 7. September 1992

2015

Late home tonight ist in zwei Parts aufgeteilt, obwohl die beiden Teile eine in sich geschlossene Kurzgeschichte im Erzählstrang von Amused to Death darstellen.
Die beiden Tracks erzählen von einem Bomber-Piloten aus Cleveland, der unterwegs auf einer Mission eine Bombe abwirft. Zu Beginn des Songs erfahren wir von seiner Mutter, die zu Hause mit einer Mischung aus Stolz und Angst auf die Rückkehr ihres Sohnes wartet.
Waters zeichnet ein romantisches Bild dieser Mutter, die Natur und Garten geniesst, während ihr Sohn in einem F1-Bomber und einem Lächeln auf dem Gesicht Befehle ausführt:"The beauty of military life, no questions only orders and flight only flight."
Auch hier spielt Roger Waters mit der medialen Ausschlachtung des Krieges, wie bereits in "Bravery of being out of range". Nur hier beschäftigt er sich mehr mit den medial konstruierten "Kriegshelden", wie eben unseren Bauernjungen aus Cleveland.
Am Ende von Part 1 schwenkt die Erzählung zu einer Ehefrau aus Tripolis, die bei sich zu Hause in der Küche steht, während der Soldat aus Cleveland seine Bombe abwirft. Hier scheint es inhaltlich eine Verbindung/Verweis/Cameo zu "Deja Vu" von 2017 zu geben. Auch hier beeindruckende Studiotechnik, wenn die Bombe während einer Demo abgeworfen wird!
Der martialische Drumpart dieses Teils wurde als Basis des Rhythmus für "It's a miracle" verwendet. Während die Stimme des "Arabischen Leaders" von Roger Waters selbst stammt. 

Part 2 startet nach dem Abwurf der Bombe, als der Soldat sich beruhigt und die Medien über die sensationellen Bilder der Explosion jubilieren:".. clear the satellite link, check the fax machine, hold the lead story boys, there's some great pictures coming in."
Nun wird der Pilot als Held gefeiert "Hey boy, you're a hero. Take this cigar.", sogar seine Mutter wird von der Presse interviewt.
Die "Kurzgeschichte" endet mit der Mutter des Soldaten, die in aller Ruhe auf die Rückkehr ihres Sohnes wartet.
1992

Musikalisch gesehen ist Part 1 ein eher untypischer "Latino-Rhythmus" auf akustischer Basis, der für Roger Waters stilistisch Neuland war. Die Wahl des eher fröhlichen Musikstils zu diesem Text hat eine gehörige Portion Zynismus. Part 2 hingegen ist primär orchestral aufgebaut und sehr dramatisch. Part 2 beschäftigt sich, wie oben erwähnt, mit dem "Aftermath" der Bombe. 

Studiomusiker bei Late Home Tonight sind Andy Fairweather Low (Guitars, Backing Vox), James Johnson (Bass), Graham Broad & Luis Conte (Drums, Percussion) and Steve Sidwell (Cornet). Michael Kamen hat, wie auch auf dem Rest des Albums, das National Philharmonic Orchestra Limited dirigiert.

Der Song wurde nie live vorgetragen. Die remixte Version von 2015 weist keine grossen Veränderungen auf.

Weitere Veröffentlichungen: 
2010 Roger Waters - The Roger Waters Collection Box (Amused to Death)
2015 Roger Waters - Amused to Death CD/Bluray & 2LP Remixed (5.1 / Stereo) & Remastered 2015 

Samstag, 6. Mai 2017

The gunner's dream

Autor: Waters
Dauer: 5:18
First releaseThe Final Cut,   21. März 1983

The gunner's dream ist einer der wichtigsten Songs auf dem Antikriegs-Album "The Final Cut", welches gänzlich aus der Feder von Roger Waters stammt. 

Hier beschreibt Waters den Traum eines Kriegsveteranen, der ihn verfolgt "night after night going round and round my brain, his dream is driving me insane". 
Der Song ist eine Anklage an Kriegsgreuel, aber auch ein Traum von einer besseren Welt, in der jeder die gleichen Rechte hat und niemand mehr Kinder tötet. Das Thema des Tötens von Kindern beschäftigt Waters wohl besonders, hat er doch in den letzten Jahren des öfteren erwähnt, er habe ein Hörspiel geschrieben in welchem es sich genau um dieses Thema dreht.
Waters huldigt in der Zeile "in the corner of some foreign field" dem Cambridger Autor "Rupert Brooke" und dessen Gedicht: "The Soldier".

Eingespielt wurde das Lied von Waters, Nick Mason und David Gilmour gemeinsam mit Michael Kamen (an der Stelle von Richard Wright und für die Orchesterarrangements zuständig), sowie Raphael Ravenscroft am Saxophon. 
In the corner of some foreign field

Das Lied war auch Teil der 4-teiligen Video-EP, die von Willie Christie (Damals Schwager von Roger Waters) gedreht wurde. Bei diesem Song begleiten wir den Vater eines im Krieg gefallenen Soldaten, der letztendlich entscheidet Selbstjustiz zu üben. Der Vater wird übrigens vom selben Schauspieler interpretiert, der im Film Pink Floyd - The Wall die Rolle des Lehrers (Teacher) übernahm.

Pink Floyd haben das Lied nie live vorgetragen.

Roger Waters brachte den Song auf seiner "Pros and Cons of Hitch Hiking Tour 1984" live ins Programm wobei der Song mit einem tollen Gitarrensolo von Eric Clapton aufgepeppt wurde. 
Auch auf seiner "Dark Side of the Moon" Tour 2006 spielte Roger Waters das Lied zu Beginn der Tour etwa 3 Mal, eliminierte es dann aber aus der Setlist. Grund dafür waren wohl unter anderem auch Vorwürfe, dass er das Lied teilweise angeblich playback gesungen habe, da er live die stimmlichen Höhen nicht mehr erlangte. Es zirkuliert ein Video im Internet, welches dies angeblich dokumentiert.

Video-Ausschnitt 1983
Weitere Veröffentlichungen: 
1983 Pink Floyd - The Final Cut Video EP, VHS
2004 Pink Floyd - The Final Cut Re-Issue CD, incl. "When the Tigers Broke Free"
2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica; remastered 2007
2011 Pink Floyd - Discovery CD Box: new packaging; remastered 2011
2016 Pink Floyd - The Final Cut, Vinyl remaster 2016

Freitag, 3. März 2017

Goodbye blue sky

Autor: Waters
Dauer: 2:47
First releaseThe Wall, 30. November 1979

Goodbye Blue Sky eröffnet Seite 2 des 1979 Pink Floyd Erfolgsalbums "The Wall". Zu Beginn hört man Vogelgezwitscher und ein kleines Kind sprechen. Beim Kind handelt es sich um den 1977 geborenen Harry Waters, der seit 2006 mit seinem Vater tourt und letztendlich auf Roger Waters' The Wall Tour 2010-2013 als Keyboarder dabei war.
Nicht nur das Vogelgezwitscher, sondern auch die akustische Instrumentierung und Gilmour's Gesang erinnern stark an die pastoralen, flockigen und akustischen Songs wie Cirrus Minor, Grantchester Meadows und weitere Songs der End-60er. 
Den akustischen Gitarren stehen jedoch bedrohliche Keyboards gegenüber, die ein Gefühl der Angst vermitteln. Waters, Wright und Gilmour spielen hier allesamt Synthesizer, während Gilmour die restliche Instrumentierung übernimmt. 
Thematisch dreht sich der Song nämlich um die Bombenangriffe der Deutschen Wehrmacht in London, als die Menschen in die Keller flüchten und Gasmasken aufsetzen mussten. 

"did you see the frightened Ones? did you hear the falling bombs?"

Diese traumatische Erfahrung blieb der Bevölkerung noch lange nach Kriegsende in den Knochen.

"the flames are all long gone, but the pain lingers on."

Bereits die auf der Immersion Box 2012 erschienen Demo-Versionen zeigen, dass der Song fast fertig war, als Roger Waters diesen der Band vorstellte.

Blutiger Deutscher Adler

Im Film ist der Song an anderer Stelle platziert und zwar nach "When the Tigers broke free" und vor "The happiest day of our lives". Das Lied wurde von Gerald Scarfe meisterlich in einen furchterregenden Animationsfilm verpackt, in welchem die Friedenstaube zu einem bedrohlichen Deutschen Adler wird, der als Bomber Bomben abwirft; die Frightened Ones mutierte Gasmasken-Menschen sind und der Union-Jack sein wahres blutiges Gesicht zeigt. Eine der besten Arbeiten des britischen Grafikkünstlers.

The Frightened Ones (Gerald Scarfe)

Der Animationsfilm wurde bis heute auf den The Wall-Shows projiziert. Allerdings warfen die Bomber in der neuen Version keine Bomben sondern religiöse (Kreuz, Halbmond, Judenstern) und kapitalistische (Shell, Mercedes, Dollar) Symbole ab. Dies führte zu einigen lächerlichen Polemiken über Antisemitismus. 

Roger Waters & Joni Mitchell bei den Proben 1990
Das Lied wurde auf allen The Wall Shows aufgeführt. In Berlin sang Joni Mitchell den Song und wurde vom Berlin Radio Symphony Orchestra und James Galway (Flute) begleitet. Sehr interessante Version, von der auf der 2010 erschienen "The Wall Live in Berlin"-DVD-Edition ein Audio-Multi-Channel Mix veröffentlicht wurde, bei dem man zwischen den verschiedenen Instrumentierungen wechseln kann. Auch die Live-Version von 2010-2013 wurde etwas umarrangiert und verlängert. Die Backing-Band dieser Tour spielte den Song während der Tour manchmal auf kleinen Club-Gigs.

Weitere Veröffentlichungen: 
Live in Berlin DVD-Label 2010 Edition
1982 Alan Parker - Pink Floyd's The Wall VHS
1990 Roger Waters - The Wall Live in Berlin; live 21. Juli 1990 Potsdamer Platz Berlin; 2LP, 2CD, VHS (3:53)
1992 Pink Floyd - Shine On CD Box: remastered 1992 
1992 Pink Floyd - The Wall 2CD: remastered & repackaged 1992
2000 Pink Floyd - Is there anybody out there? - The Wall Live 1980-81; live 07. August 1980(3:15)
2003 Alan Parker - Pink Floyd's The Wall DVD; 5.1 mix
2003 Roger Waters - The Wall Live in Berlin; live 21. Juli 1990 Potsdamer Platz Berlin; 5.1 mix; DVD
2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica; remastered 2007
2010 Roger Waters - The Wall Live in Berlin Special Edition; live 21. Juli 1990 Potsdamer Platz Berlin; 5.1 mix; DVD & 2CD; Audio-Multi-Channel Mix (Orchestra, Joni Mitchell, Choir)
2011 Pink Floyd - Discovery CD Box: new packaging; remastered 2011
2011 Pink Floyd - The Wall Experience Edition 3CD; remastered 2011
2011 Pink Floyd - The Wall 180gr. 2 LP Edition; remastered 2011
2011 Pink Floyd - The Wall Immersion Box Set (incl. The Wall remastered 2011; Is there anybody out there? remastered 2011 / RW Demo (0:40); Band Demo programme 2 (2:23)
2015 Roger Waters - The Wall A soundtrack to the film 2CD, 3LP (3:40)
2015 Roger Waters - Th Wall A film by Roger Waters and Sean Evans DVD, BluRay, 2 BluRay 

Samstag, 28. Januar 2017

Go Fishing (4:50AM)

Autor: Waters
Dauer: 6:58
First releaseRoger Waters - The Pros and Cons of Hitch Hiking,  30. April 1984

Konzertankündigung 1984

Go Fishing eröffnet Seite 2 des Roger Waters Solo Albums Nummer 2. Bekannterweise wurde es den Kollegen von Pink Floyd ja als Alternative zu "The Wall" vorgelegt, wobei sich diese glücklicherweise für die Alternative entschieden. Genau wie The Wall ist The Pros and Cons of Hitch Hiking ein sehr persönliches Album und wurde dann halt einfach 5 Jahre später als Solo-Album veröffentlicht, mit niemand geringerem als Eric Clapton an der Gitarre und Michael Kamen an Keyboards. Letzterer ersetzte auch Rick Wright auf The Final Cut. Beide begleiteten ihn auch auf Tour. Auch hier verwendet Roger Waters für seine Begleitmusiker den Namen "Bleeding Heart Band". 

Go Fishing ist ein zentrales Stück des Albums und das Längste. Waters sinniert hier über den Niedergang seiner Ehe und den Traum des Familien-Lebens auf dem Land (de facto träumt er das Ganze um ca. 4:50AM). Waters sehr emotionaler Gesang "I said 'fuck it then, take the kids back to town'" überzeugt. Musikalisch ist es wohl der "proggigste" Song auf dem Album und wer genau hinhört kann einige Akkorde aus The Wall und The Final Cut heraushören. Es ist einer der wenigen Songs auf dem Album, die für sich alleine und ohne das Konzept des Albums funktionieren. Eine kleine Mini-Suite im Album....

Eric Clapton 1984

Das Album wurde zwischen Februar und Dezember 1983 in verschiedenen Studios in England aufgenommen.
Live wurde der Song auf der Tour 1984-1985 als Teil des Konzeptalbums vorgetragen, wobei Eric Clapton mit einer tollen und bluesigen Slide-Guitar das Lied einleitet. 2. Gitarrist bei der Tour war kein geringerer als Tim Renwick, der 3 Jahre später David Gilmour's Pink Floyd auf Tour begleitete.



PS: Roger Waters ist ein begeisterter Sportfischer und das idyllische Familienleben am Land neben einem Fluss hat er letztendlich auch umgesetzt, wie im Dokumentarfilm zu "Ca Ira" (seine Oper über die französische Revolution) von Adrian Maben gut in Szene gesetzt wird.

Weitere Veröffentlichungen: 
2010 Roger Waters - The Roger Waters Collection Box

Freitag, 23. Dezember 2016

Get your filthy hands off my desert

Autor: Waters
Dauer: 1:17
First releaseThe Final Cut,   21. März 1983

Hier haben wir ein 1-minütiges Zwischenspiel, das lediglich von Waters' Stimme und dem National Philharmonic Orchestra begleitet wird. Das Ganze wurde von Michael Kamen arrangiert, der auf The Final Cut in etwa die Rolle von Richard Wright eingenommen hatte und zusätzlich für die Orchester-Arrangements verantwortlich war. Somit auch hier eine Weiterführung der Zusammenarbeit seit dem The Wall Album/Film.



Eingeleitet wird dieses Stück Kammermusik-Klassik von dem Einschlag einer Bombe, der einem die Wunder des "Holophonic Sound" vor Ohren führt. Dieses, von einem Mann namens Zuccarelli erfundenen Aufnahmesystem, ermöglicht es einen räumlichen Klang mit nur 2 Stereo-Boxen zu erzeugen, damals sehr revolutionär (wurde auch auf "Radio KAOS" und  "Amused to Death" verwendet.)  
Noch vor der Bombe hört man 2 Soldaten von einem Schützengraben zum anderen rufen (beide von Roger Waters interpretiert) deren Konversation eben abrupt unterbrochen wird. Irgendwie erinnert dieses Mini-Hörspiel an die Szene von The Wall als "Pink"'s Vater von einer Fliegerbombe getroffen wird ("In the flesh?").

Textlich hat hingegen Waters gegen so ziemlich alle damaligen Politiker was in petto: Thatcher und Reagan, Brezhnew und die Japaner und letztlich sogar gegen die englische Gesellschaft im Allgemeinen. Auch hier bezieht sich Waters auf sehr damals aktuelle (und heute vergessene) politische Ereignisse:
- Die russische Invasion in Afghanistan 1979
- Die israelische Okkupation im Libanon 1982
- Der argentinische Angriff auf die Falklandinseln 1982, der mit der Versenkung eines argentinischen Kreuzers durch ein britisches Atom-U-Boot endete.

Der Song geht auf dem Album direkt in The Fletcher Memorial Home über.

1999-2002 war der Mini-Song fixer Bestandteil der In the Flesh Tour und leitete den Song "Southampton Dock" ein. Allerdings kam das Orchester vom Band. Leider wirkt das Stück durch seinen spezifisch politischen Bezug etwas datiert und hat textlich sehr viel an seiner Message verloren. Dennoch wurde der Song auf dem Live-Album und Film der Tour veröffentlicht.

Roger Waters ca. 1983

Weitere Veröffentlichungen: 
2002 Roger Waters - In the flesh live DVD live 27. Juni 2000 Oregon, USA (0:57)
2004 Pink Floyd - The Final Cut Re-Issue CD, inkl. "When the Tigers Broke Free"
2006 Roger Waters - In the Flesh live 2CD&DVD re-edition
2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica; remastered 2007
2010 Roger Waters - The Roger Waters Collection Box (In the Flesh 2CD& DVD)
2011 Pink Floyd - Discovery CD Box: new packaging; remastered 2011
2016 Pink Floyd - The Final Cut, Vinyl remaster 2016 incl. "When the Tigers Broke Free"

Samstag, 22. Oktober 2016

The Fletcher Memorial Home

Autor: Waters
Dauer: 4:09
First releaseThe Final Cut,   21. März 1983

Waters 2014 in Anzio mit Denkmal an seinen Vater

The Fletcher Memorial Home ist jener Track, der das Album The Final Cut auf diversen Compilations von Pink Floyd vertritt.  Dies obwohl das Album einige musikalisch weitaus interessante Momente aufweist. Allerdings ist der Track zentral was das Konzept und die Botschaft des Albums betrifft. Das Album entstand zur Zeit der Falkland-Kriege zwischen England und Argentinien. Dies inspirierte Roger Waters zu einem Konzeptalbum gegen den Krieg und machte The Final Cut zu einem eigenständigen Album, weg von der ursprünglichen Idee ein Soundtrack-Album des Films Pink Floyd - The Wall, der 1982 in den Kinos erschien, zu machen.

In The Fletcher Memorial Home schlägt Waters vor alle Tyrannen, Kriegsherren und Diktatoren dieser Welt in ein Sanatorium zu stecken, wo sie ihre wahnsinnigen Ideen diskutieren können und niemandem mehr Leid zufügen können. Sie können sich in CCTV (closed curcuit TV)  selbst zelebrieren, ohne dass die Menschheit es mit ansehen muss.


Take all your overgrown infants away somewhere
And build them a home, a little place of their own.
The Fletcher Memorial
Home for Incurable Tyrants and Kings.


Film-Ausschnitt
Filmausschnitt
Somit tummeln sich Margreth Thatcher, Winston Churchill, Adolf Hitler, Napoleon Bonaparte, Begin, Ronald Reagan, Haigh, Paisly, Brezhnev und sogar McCarthy und Nixon in diesem fiktiven Sanatorium. Ein anklagender, zynischer und bitterböser Text, der sehr gut ist, aber aufgrund der zahlreichen politischen Namen die heute zum Teil in Vergessenheit geraten sind leider einiges seinem politischen Bezug  verloren hat. 

Der Titel des Songs ist zugleich der Titel des fiktiven Sanatoriums in welchem oben genannte Herrschaften untergebracht werden. Der Name Fletcher Memorial Home bezieht sich auf den Namen von Eric Fletcher Waters, Vater von Roger Waters, der in Anzio (I) während des 2. WK gefallen war. Diese Geschichte wird sehr gut im Film "Roger Waters - The Wall" von 2014 erzählt.

Musikalisch orientiert sich das Lied eher an klassischer Musik, und eher mit Waters' Songs wie "When the Tigers broke free" oder "Bring the boys back home" vergleichbar, als mit typischen Pink Floyd Sounds.  Das Lied ist somit in einer Linie mit den orchestralen Songs, welche im Rahmen des Filmsoundtracks von The Wall aufgenommen wurden. Passend dazu ist Waters' Gesang sehr dramatisch.

Tatsächlich besteht das Lied prinzipiell aus der von Michael Kamen arrangierten Orchestrierung und einem Piano, ebenfalls von Kamen gespielt und einem bluesigen Gitarrensolo, das durch David Gilmours typischen Sound  zumindest in diesem Teil des Songs typischen Pink Floyd - Sound in Erinnerung ruft. Unterstützend hier auf jeden Fall der typische verschleppte Beat von Nick Mason.

The Fletcher Memorial Home war zudem auch Teil der The Final Cut-Video-EP. 4 Tracks des Albums wurden in einen Kurzfilm verwandelt. Regisseur des Films war Willie Christie, Roger Waters' damaliger Schwager. Der Film setzt den Text sehr gut um und stellt das oben erwähnte Sanatorium dar, wo abgehalfterte Staatsmänner und -frauen von Pflegern betreut werden und sich in hitzige Diskussionen einlassen.

Waters hat den Song auf seiner Tour 2006 - 2007 jeden Abend vorgetragen. Live schien an der damaligen Performance allerdings lediglich das Gitarrensolo gewesen zu sein, kamen die Streicher doch vom Band und Waters wird vorgeworfen damals Playback gesungen zu haben. 



Weitere Veröffentlichungen: 


1983 Pink Floyd - The Final Cut Video EP, VHS

2001 Pink Floyd - Echoes The Best of... 2CD. remastered 2001 (4:07)
2004 Pink Floyd - The Final Cut Re-Issue CD, incl. "When the Tigers Broke Free"

2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica; remastered 2007
2011 Pink Floyd - Discovery CD Box: new packaging; remastered 2011
2011 Pink Floyd - A foot in the door CD; remastered 2011 (4:09)
2016 Pink Floyd - The Final Cut, Vinyl remaster 2016