Sonntag, 30. Oktober 2022

Obscured by Clouds

AutorenWaters, Gilmour
Dauer: 3:04
First releaseObscured by Clouds, 02. Juni 1972



Titelsong des Films "La Valleè" von Barbet Schroeder und zweite Auftragsarbeit von Pink Floyd für den Filmemacher. Nach "More" von 1969 bat Schroeder die Band erneut um Musik für seinen Film. Das Instrumental ist in der Anfangstitelseqquenz des Films zu hören... in einer anderen Version als auf dem Album.

Obscured by Clouds war der Titel des Albums, welches die Band für den Film innerhalb 2 Wochen, zwischen einer Japan-Tournee und den Aufnahmen zu "The Dark Side Of The Moon", komponierte und aufnahm. 

Der erste gleichnamige Track ist ein Instrumental und gehört eigentlich mit "When you're in" zusammen. An diesem Track probierten sie auch erstmals ihr neues "Spielzeug", den VSC3, aus. Dies war einer der ersten Synthesizer. Ergebnis war dieses Instrumental, das auf einem tiefen wabernden Synth-Sound aufbaut um dann von Gilmour'schen Gitarrenphrasen geschmückt zu werden. Ebenso wurden elektronische Drums eingesetzt.

Im Remix von 2017 (The Early Years - Box), wurde dieser Synth-Sound viel stärker differenziert und der Track wirkt viel intensiver und umfangreicher. Grundsätzlich funktioniert "Obscured by Clouds" allerdings nur mit "When you're in" im Doppelpack und wurde tatsächlich 1972 einige Male live gemeinsam aufgeführt. 

Nick Mason's Saucerful of Secrets haben die beiden Instrumentals fix in ihr Tourenprogramm aufgenommen und den Song sehr überzeugend modernisiert und umarrangiert, wie man auf dem Live Album "Live at the Roundhouse" hören kann. 

Nick Mason's A Saucerful of Secrets

Weitere Veröffentlichungen: 
1972 Barbet Schroeder's La Valleè (France; 100 Minuten): film version 
(ab 2003 released auf verschiedenen DVD Editionen)
1995 Pink Floyd - Obscured by Clouds CD: remastered & repackaged 1995
2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica; remastered 2007
2011 Pink Floyd - Discovery CD Box: new packaging; remastered 2011
2016 The Early Years 1972 - Obfusc/ation CD; Remix 2016 (3:03)
2020 Nick Mason's Saucerful of Secrets - Live at the Roundhouse 2CD;Bluray; Vinyl (4:27)



Sonntag, 11. September 2022

Not now John

Autor: Waters
Dauer: 5:02
First releaseThe Final Cut,   21. März 1983

Not Now John 12" Single 1983

Der vorletzte Song des Albums "The Final Cut" ist auch der Einzige, in dem David Gilmour singen darf. Musikalisch erinnert der Song an "The Wall", es handelt sich um eine straighte Hardrock-Nummer im Stile von Young Lust oder The Bravery of being out of Range (zumindest in der originalen Studioversion). Wie das komplette restliche Album ist der Song von Roger Waters geschrieben. 

Der John im Titel steht symbolisch für die Amerikaner/Engländer und der gesamte Song ist ein zynischer Seitenhieb auf die kolonialistische Politik Amerikas und Englands. 

Im Refrain gelang Roger Waters eine Provokation, wie sie Pink Floyd bereits seit 1967 nicht mehr lieferten! Der Song enthielt im Refrain die Zeile "Fuck all that, we've got to get on with these...", was Pink Floyd dazu zwang eine zensurierte Version für Radio und Single-Markt zu veröffentlichen, in welcher "Fuck all that" mit "Stop all that" ersetzt wurde und sogar extra neu dafür von den Background-Sängerinnen eingesungen wurde. Ähnliches geschah zuletzt 1967 mit der Single Arnold Layne, von Syd Barrett geschrieben.

Not Now John war die einzige Single-Veröffentlichung des Albums auf 12" und 7", eben mit der zensurierten "Obscured Version". Ebenso wurde es als Video in die "The Final Cut - Video EP" aufgenommen, welche parallel zum Album auf VHS erschien und seitdem nicht wieder aufgetaucht ist, lediglich in Fankreisen und inzwischen auch im Internet sind die Videos auch auf dem offiziellen Channel zu sehen. Im Video ist ein asiatischer Junge (komplett mit japanischer Flagge am T-Shirt) in einer Fabrik zu sehen... 

Video-Ausshnitt

Live wurde der Song nur l987 im Rahmen der "Radio KAOS" Tour gespielt. 


Weitere Veröffentlichungen: 

1983 Pink Floyd - The Final Cut Video EP, VHS

1983 Pink Floyd - Not now John/The hero's return parts 1&2 45" (4:24)

2004 Pink Floyd - The Final Cut Re-Issue CD, incl. "When the Tigers Broke Free"

2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica; remastered 2007
2011 Pink Floyd - Discovery CD Box: new packaging; remastered 2011
2016 Pink Floyd - The Final Cut, Vinyl remaster 2016

Freitag, 12. August 2022

Nobody Home

Autor: Waters
Dauer: 3:25
First releaseThe Wall, 30. November 1979

Hotelszene während der Live-Show

Nobody Home war das letzte Lied, das für Pink Floyd The Wall aufgenommen wurde. Aus diesem Grund finden sich keine Demo-Versionen des Songs auf diversen "Immersion-Box-Sets". 

Der Song ist eine vom Piano getragene Ballade, bei welcher Roger Waters auch stimmlich überzeugt.

Allerdings wurde der Song von Roger Waters gerne auf seinen Solo-Tourneen 1984 und 1987 gespielt und für diese Zwecke teilweise auch recht unrühmlich mit 80s Percussions versehen.... Bei der Aufführung des Songs bei The Wall Live in Berlin wurde der Song mit einem tollen Gitarrensolo von Snowy White angereichert. Diese Version ist um über eine Minute länger und weitaus dynamischer als das Original. Aus diesem Grund schaffte es diese Aufnahme 1990 sogar auf die B-Seite der "All-Star-Song-Single" "The Tide is Turning". Auf der Roger Waters The Wall Tour 2010-2013 wurde wieder die ursprüngliche Version verwendet. Während der The Wall Show klappte das "Hotelzimmer" aus der Mauer während des Songs. Einzige Ausnahme war bei The Wall Live in Berlin 1990. Dort wurde "Another brick in the Wall, part 3" im Hotelzimmer performed, während Nobody Home vor der Bühne vorgetragen wurde. 


Textlich handelt es sich um eine Aneinanderreihung von Rock-Klischees "... I got the obligatory Hendrix Perm and the inevitabile pinhole burns all down the front of my favorite Satin shirt..." und Drogenverweisen. Gleichzeitig ist es aber auch ein sehr emotionales Lied, das ebenso die Einsamkeit widerspiegelt, die mit diesem Lebensstil einhergeht... und natürlich sind Anspielungen auf Syd Barrett vorhanden... "I got Elastic Bands keeping my Shoes on...." oder "I got a strong urge to fly, but I got nowhere to fly to....".

Nobody Home ist eine solide Ballade, die viel zu oft übersehen wird.

Weitere Veröffentlichungen: 
1982 Alan Parker - Pink Floyd's The Wall VHS
1990 Roger Waters - The Wall Live in Berlin; live 21. Juli 1990 Potsdamer Platz Berlin; 2LP, 2CD, VHS  (4:45)
1990 Roger Waters - The Tide is Turning (live) / Nobody Home (live) 12";7" 
1992 Pink Floyd - Shine On CD Box: remastered 1992 
1992 Pink Floyd - The Wall 2CD: remastered & repackaged 1992
2000 Pink Floyd - Is there anybody out there? - The Wall Live 1980-81; live 07. August 1980 (3:15)
2003 Alan Parker - Pink Floyd's The Wall DVD; 5.1 mix
2003 Roger Waters - The Wall Live in Berlin; live 21. Juli 1990 Potsdamer Platz Berlin; 5.1 mix; DVD
2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica; remastered 2007
2010 Roger Waters - The Wall Live in Berlin Special Edition; live 21. Juli 1990 Potsdamer Platz Berlin; 5.1 mix; DVD & 2CD
2011 Pink Floyd - Discovery CD Box: new packaging; remastered 2011
2011 Pink Floyd - The Wall Experience Edition 3CD; remastered 2011
2011 Pink Floyd - The Wall 180gr. 2 LP Edition; remastered 2011
2011 Pink Floyd - The Wall Immersion Box Set (incl. The Wall remastered 2011; Is there anybody out there? remastered 2011)
2015 Roger Waters - The Wall A soundtrack to the film 2CD, 3LP (3:44)
2015 Roger Waters - The Wall A film by Roger Waters and Sean Evans DVD, BluRay, 2 BluRay


Dienstag, 26. Juli 2022

No Way

AutorGilmour
Dauer: 5:32
First releaseDavid Gilmour - David Gilmour, 25. Mai 1978

Covershooting 1978

Ein Song aus dem David Gilmour Debüt Album von 1978. Aufgenommen mit seinen Weggefährten aus "Bullit" bzw. "Flowers" mit denen er vor Pink Floyd durch Frankreich tingelte. Text und Musik stammen aus der Feder von David Gilmour. Musikalisch ein gediegener Rocksong, der hypnotisch vor sich hintreibt. Verantwortlich dafür hauptsächlich der von Mark Gilmour vorgetragene Riff. Nur während der Bridge gibt es einen Taktwechsel, bei dem Gilmour ein paar hardrock-riffs vom Stapel lässt, die an The Nile Song erinnern.

Textlich scheint es um dasselbe Thema wie bei "I can't breathe anymore" zu gehen. Gilmour spricht davon, dass dies seine Show sei und er es Leid ist im Schatten anderer zu stehen. Eine Live-Version des Songs gibt es lediglich auf einer Promo-VHS welche von CBS 1978 veröffentlicht wurde und im Internet zirkuliert.



Weitere Veröffentlichungen: 

1978 David Gilmour - CBS Promo Video VHS
2006 David Gilmour - David Gilmour CD: remastered CD 2006 


Samstag, 2. April 2022

No good trying

Autor: Barrett
Dauer: 3:26
First releaseSyd Barrett - The Madcap Laughs, 3. Januar 1970


Tribute-Album feat. J Mascis, R.E.M., etc.

No Good Trying ist eine psychedelische Perle. Grunge-Rock im Ur-Format. Dinosaur Jr's J Mascis oder Screaming Trees' Van Conner benutzten den Song als Blaupause für ihr Songwriting. 

Der Song wurde am 11. April 1969 in Abbey Road 3 für das Debut-Solo-Album "The Madcap Laughs" aufgenommen. Produzent Malcolm Jones. Der Arbeitstitel ist "It's No Good Trying". Die "Recording Sheets" sprechen von 3 Takes des Songs, von denen Take 3 als "Best" deklariert wurde und auf dem Album landete. Dies widerspricht den Angaben auf der "Crazy Diamond"-Box von 1993 auf welcher ein Bonus-Track von "No good trying" als "Take 5" betitelt wird. David Parker geht in seinem Buch "Random Precision - Recording the Music of Syd Barrett 1965-1974" davon aus, dass zwei "False-Starts" mitberücksichtigen wurden und somit aus 3 Takes 5 wurden. Fakt ist, dass der veröffentlichte Bonustrack in Wirklichkeit das "Take 1" ist. 


Am 3. Mai wurden dann die Overdubs von niemandem Geringerem als "The Soft Machine" eingespielt. Robert Wyatt (Drums), Mike Ratledge (Keyboards) und Hugh Hopper (Bass) spielten live die Instrumente ein. Letzterer erinnert sich, dass die drei zum Proben ins Aufnahmestudio gingen und herumdudelten. Bis Syd Barrett meinte er sei zufrieden. Sie wissen nicht welche Aufnahmen er letztendlich für das Album-Mix verwendete.

No good trying wurde auch auf der Compilation "Wouldn't you miss me?" von 2001 veröffentlicht. Dinosaur Jr. veröffentlichten nach dem Tod von Syd Barrett ihre Version des Songs.  


Weitere Veröffentlichungen: 
  • 1974 Syd Barrett LP (incl. The Madcap Laugs und Barrett)
  • 1992 The Madcap Laughs - Mick Rock Photo Session Box CD.
  • 1993 Crazy Diamond - CD Box. The Madcap Laughs remastered&repackaged 1993
  • 1993 Crazy Diamond - CD Box. Take 1 (6:23)
  • 2001 Wouldn't you miss me? The Best of Syd Barrett CD. remastered 2001.
  • 2010 The Madcap Laughs. CD remastered 2010
  • 2014 The Madcap Laughs. LP remasterered 2014

Samstag, 12. Februar 2022

The Nile Song

AutorWaters
Dauer: 3:22
First releaseMore, 13. Juni 1969

Japanische Single-Edition

The Nile Song vom Sound-Track Album "More" ist wohl einer der härtesten Tracks, die Pink Floyd jemals aufgenommen haben. Lediglich einige Gitarrenriffs von "The Wall" könnten hier mithalten. The Nile Song wurde von vielen Musik-Journalisten oft als "Proto-Metal" Track betitelt, der seiner Zeit weit voraus war. Im Vergleich mit Bands wie z.B. "Blue Cheer" (Summertime Blues), handelt es sich beim Pink Floyd Song allerdings um einen Ausnahmetrack. Der Song wurde eben auch nie von Pink Floyd live vorgetragen. Auch auf keinem der Solo-Gigs eines Floyd-Members wurde der Song in die Set-List aufgenommen, bis Nick Mason's Saucerful of Secrets 2018 den Song live vortrugen.

Französische Edition

Der Track "Ibiza Bar" desselben Albums ist eigentlich eine Variante derselben Melodie, scheint leicht anspruchsvoller in den Arrangements und wird kurioserweise der gesamten Band als Autoren zugeschrieben. Bei The Nile Song hingegen scheint Roger Waters als alleiniger Autor auf. "The Nile Song / Ibiza Bar" wurden auch als einzige Lieder des Albums auf 45"Single veröffentlicht. Das passierte in Frankreich, wo der Film "More" von Regisseur Barbet Schroeder und somit auch der Soundtrack einen diskreten Erfolg hatten. Aber auch in Japan, wo Pink Floyd 1971 ihre erste Tour absolvierten, erschien die Single.

Alternatives Cover

Textlich geht es in dem Song wohl um die kranke Beziehung der beiden Hauptdarsteller des Films "More". Es geht um einen deutschen Studenten (Stefan), der von einem französischen Mädchen (Estelle) überredet wird mit ihr nach Ibiza zu fahren und sich dort den Drogen hinzugeben.

Weitere Veröffentlichungen:
1969 Pink Floyd - "The Nile Song / Ibiza Bar" 45".
1969 Barbet Schroeder's More (Luxembourg, France; 111 Minuten): film version 
(ab 2003 released auf verschiedenen DVD Editionen)
1995 Pink Floyd - More CD: remastered & repackaged 1995 (3:26)
2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica; remastered 2007
2011 Pink Floyd - Discovery CD Box: new packaging; remastered 2011

2016 Pink Floyd More LP Vinyl remaster 2016.

2018 Nick Mason's Saucerful of Secrets - Live at the Roundhouse: LP/DVD/CD 2020 (3:37)

Freitag, 21. Januar 2022

Night of a thousand furry toys

AutorenMusik: Wright; Text: Moore
Dauer: 4:22
First releaseRick Wright - Broken China, 26. November 1996

Maxi-Single "Runaway/Night of a thousand furry toys"


"Night of a thousand furry toys" ist Richard Wrights einzige Single-Auskoppelung aus seinem 1996er Album "Broken China". Seinem 3. und letzten Solo-Output. Broken China ist ein Konzeptalbum in welchem es um Depressionen geht. 

Night of a thousand furry toys ist der erste Song des Albums (vom Album-Intro "Breaking Water") mal abgesehen und einer der wenigen, der sich wohl für eine Single geeignet hat. Für mich persönlich ist es einer der besten Songs von Richard Wright's Karriere. Nicht nur musikalisch ist der Song durchaus ansprechend, sondern auch textlich bleibt das Lied in Zynismus und Dystopie einem Roger Waters nichts schuldig! Der Text handelt davon, dass man von Geburt an in unserem Leben keine Freiheit hat und wie eine Marionette behandelt wird.

promotional 4-track sampler




"welcome to the world of random noise, where you simply haven't got a 
choice / When they push your levers and pull your strings"




Diese Einstellung ist natürlich auch die perfekte Voraussetzung um eine Depression zu entwickeln und somit spielt der Song im Erzählstrang des Konzepts auch eine wichtige Rolle. "Wearing the inside out" aus Pink Floyd's "The Division Bell" würde übrigens musikalisch und textlich sehr gut in Wrights Album passen.

Wright, der bekanntlich etwas enttäuscht war, dass einige seiner musikalischen Ideen nicht für "The Division Bell" berücksichtigt wurden, verwendete einige der Sounds und Melodien für sein Solo-Album. Deshalb gibt es einige Parallelen zwischen "Broken China", "Division Bell" und "The Endless River".

Musikalisch ist das Lied eine interessante Nummer, die mit typischen Manu Katche Perkussionen (man vergleiche Peter Gabriels Alben) eine Mid-Tempo Funknummer ist. Der Rhythmus ist auch eher untypisch für Wright'sche Verhältnisse. Anthony Moore ist abgesehen vom Text auch für die Arrangements zuständig. Ausserdem hört man ihn über das "Telefon" im Song eine Strophe singen. Für das tolle Gitarrensolo ist Tim Renwick verantwortlich, während Dominic Miller die Akustik-Gitarre spielt. 

Für den Song gab es sogar ein offizielles Video!! Storm Thorgherson war der Regisseur des Videos. Das Video zeigte die Geburt aus der Sicht des Neugeborenen und war sehr originell. Zu sehen waren Wright, Renwick und Moore. Aus irgendeinem Grund ist das Video auf YouTube nicht mehr auffindbar. Ebenso gab es einen Remix des Songs von William Orbit.

VHS "Night of 1000 furry toys" Video

Weitere Veröffentlichungen: 

1997 Erstveröffentlichung desselben Albums in den USA am 25.03.1997
Mehrere Remix-Singles und Promo-Editionen, deren Veröffentlichungsdaten mir nicht bekannt sind.