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Samstag, 2. April 2022

No good trying

Autor: Barrett
Dauer: 3:26
First releaseSyd Barrett - The Madcap Laughs, 3. Januar 1970


Tribute-Album feat. J Mascis, R.E.M., etc.

No Good Trying ist eine psychedelische Perle. Grunge-Rock im Ur-Format. Dinosaur Jr's J Mascis oder Screaming Trees' Van Conner benutzten den Song als Blaupause für ihr Songwriting. 

Der Song wurde am 11. April 1969 in Abbey Road 3 für das Debut-Solo-Album "The Madcap Laughs" aufgenommen. Produzent Malcolm Jones. Der Arbeitstitel ist "It's No Good Trying". Die "Recording Sheets" sprechen von 3 Takes des Songs, von denen Take 3 als "Best" deklariert wurde und auf dem Album landete. Dies widerspricht den Angaben auf der "Crazy Diamond"-Box von 1993 auf welcher ein Bonus-Track von "No good trying" als "Take 5" betitelt wird. David Parker geht in seinem Buch "Random Precision - Recording the Music of Syd Barrett 1965-1974" davon aus, dass zwei "False-Starts" mitberücksichtigen wurden und somit aus 3 Takes 5 wurden. Fakt ist, dass der veröffentlichte Bonustrack in Wirklichkeit das "Take 1" ist. 


Am 3. Mai wurden dann die Overdubs von niemandem Geringerem als "The Soft Machine" eingespielt. Robert Wyatt (Drums), Mike Ratledge (Keyboards) und Hugh Hopper (Bass) spielten live die Instrumente ein. Letzterer erinnert sich, dass die drei zum Proben ins Aufnahmestudio gingen und herumdudelten. Bis Syd Barrett meinte er sei zufrieden. Sie wissen nicht welche Aufnahmen er letztendlich für das Album-Mix verwendete.

No good trying wurde auch auf der Compilation "Wouldn't you miss me?" von 2001 veröffentlicht. Dinosaur Jr. veröffentlichten nach dem Tod von Syd Barrett ihre Version des Songs.  


Weitere Veröffentlichungen: 
  • 1974 Syd Barrett LP (incl. The Madcap Laugs und Barrett)
  • 1992 The Madcap Laughs - Mick Rock Photo Session Box CD.
  • 1993 Crazy Diamond - CD Box. The Madcap Laughs remastered&repackaged 1993
  • 1993 Crazy Diamond - CD Box. Take 1 (6:23)
  • 2001 Wouldn't you miss me? The Best of Syd Barrett CD. remastered 2001.
  • 2010 The Madcap Laughs. CD remastered 2010
  • 2014 The Madcap Laughs. LP remasterered 2014

Montag, 26. März 2018

I'm a mineralist

Autor: Bley
Dauer: 6:16
First releaseNick Mason's Fictitious Sports, 03. Mai 1981
Robert Wyatt is a Mineralist

Dass dieses Nick Mason "Solo"-Album ziemlich schräg ist, dürfte ja kein Geheimnis mehr sein. Mason hat "Nick Mason's Fictitious Sports" betrommelt und produziert, aber Komposition und Arrangements stammen von Carla Bley und ihrem Ehegatten Michael Mantler.
Dieses Stück aber ist wohl das Schrägste , was das PinkFloyd-Solo-Gesamtwerk zu bieten hat. (ausser vielleicht "Our Song" von Waters/Geesin)

Angefangen von der Musik, die psychedelisch angehaucht beginnt. Minutenlang wird Robert Wyatt's Gesang nur von Klavier, Triangel und dezenter Trompete begleitet. Dann, nach ca. 2 Minuten folgt ein komischer arhythmischer KirchenOrgel-Chor-Passus, der nach weiteren 2 Minuten wieder in die Ausgangsmelodie übergeht. Diesmal aber mit tollem Drumpart von Nick Mason, der mit Michael Mantlers Trompete duelliert. In diesen finalen Teil fügt sich dann auch der Orgel&Chor-Teil perfekt ein. Die Puzzlestücke finden am Ende also zusammen.
Kurz gesagt: musikalisch sehr interessant arrangiert.

Weiteres Kuriosum ist der wirklich sehr sehr lustige und mit perversen Zweideutigkeiten gespickte Text, der eigentlich gut zu Nick Masons Humor passt. Weil er mich immer wieder erheitert, habe ich ihn hier zur Gänze reinkopiert:

I'm a mineralist:
Original-Plattencover von Hipgnosis

Here's a shocking revelation for you voyeurs Such a heinous deviation, these are no clues I'm a Mineralist, I'm a Mineralist Just the thought of ironing gives me spasms of lust I creep up to old wrecked cars and lick off the rust I'm a Mineralist, I'm a Mineralist Mother used to try to metal in my affairs Keep your nose up off that grindstone, people Will stare Get the lead out of your pants and change your Underwear I've been stealing baby bottles since I was born I'll go blind from balling bearings, doctors have Warned I like making out with steel-rimmed glasses More than horned Erik Satie gets my rocks off, Cage is a dream Phillip Glass is a Mineralist to the extreme I like tickling ivories and fingering stones When my mercury goes up I play with my bone People take for granite my perversion is wrong I'm not harming anyone by beating my gong I'm a Mineralist, I'm a Mineralist I'll make love to minerals as long as I can And in fifty years I'll be a jaded old man I'm a Mineralist, I'm a Mineralist I'm a Mineralist, I'm a Mineralist


Die Aufnahmen des Albums stammen von 1979. Das Album wurde aber erst 1981 veröffentlicht. Der Track parodiert Philip Glass' "mimimal music" und gleich nach der Zeile "Philip Glass is a Mineralist to the extreme" hört man Glass-Musik die der Oper "Einstein on the Beach" ähnlich ist... der Track könnte ebenso gut "I'm a Minimalist" heissen... (Danke an Sytze für die Ergänzung!)

Montag, 1. Januar 2018

Hot river

Autor: Bley
Dauer: 5:13
First releaseNick Mason's Fictitious Sports, 03. Mai 1981

Innencover LP "Nick Mason's Fictitious Sports"

Hot River ist der einzige Song auf "Nick Mason's Fictitious Sports", der ziemlich nahe an den Pink Floyd Sound drankommt. Dafür verantwortlich ist wohl die Gitarre von Chris Spedding, die hier typische Gilmour-Harmonien produziert. Der Song beginnt sogar gleich mit einem superben Gitarrensolo. Die Drums sind logischerweise auch typisch floydianisch.
Danach teilen sich Robert Wyatt (der auf beinahe dem gesamten Album die Vocals übernommen hat) und Karen Kraft (sang auch bei "Can't get my motor to start") die Vocals des Songs. Der Gesang der beiden klingt allerdings sehr theatralisch, was dem Song eine Nähe zum "Musical"-Sound beschert.

Kanadische Edition
Dieses erste Nick Mason "Solo-Album", ist wohl eher ein Projekt, welches die Bekanntschaften die Nick Mason in den 70ern machte, ausnutzte:
Carla Bley (Autorin ALLER Songs des Albums) war die Ehefrau von Michael Mantler (Jazzmusiker und Auto-Freak und Freund von Nick Mason). Robert Wyatt's Album "Rock Bottom" wurde 4 Jahre vor der Aufnahme des Albums (recorded 1978) von Nick Mason produziert. 
Mason spielt auf dem Album nur Drums und hat das Album mit Michael Mantler co-produziert.

Irgendwann in den 1990ern erschien das Album im Rahmen des "Collector's Series" Labels (Columbia) auf CD.

Montag, 2. Januar 2017

The girl in the yellow dress

AutorGilmour/Samson
Dauer: 5:25 
First releaseDavid Gilmour - Rattle that lock,  15. September 2015



"The Girl in the yellow dress" ist.... ungewöhnlich.
Musikalisch eher in der Jazz-Piano-Bar Ecke angesiedelt, entfernt sich der Song stilistisch komplett von allem was man mit Pink Floyd oder David Gilmour eigentlich in Verbindung setzt.
2015 aber teilte David mit, dass sein 4. Soloalbum "Rattle that lock" unter anderem auch ein Befreiungsschlag gegen floydianische Stilmittel sei. Jegliche Kritiken an dieser seiner stilistischen Neuorientierung prallten an ihm ab. Tatsächlich ist David Gilmour bereits 2002 mit "Sonnet 18", Shakespear-Vertonung als Bonustrack auf David Gilmour In Concert, ungewöhnliche Wege gegangen. Auch finden sich auf Rattle That Lock die Songs Faces of Stone und Dancing right in front of me, die ebenfalls stilistisch in eher "gediegenere" Gefilde gehen.


Johnny Dewe Mathews Bild
The Girl in the yellow dress wurde von Gilmour bereits ca. 2005 mit anderer Besetzung eingespielt, aber für das 4. Soloalbum dann mit Rado - alias Bob - alias Robert - alias Radovan Klose (5. Floyd Member 1965-1967), Robert Wyatt und Jools Holland aufgenommen.
Alle drei waren bereits auf Gilmour's "On an Island" Album 2006 zu hören.

Während die Musik von David Gilmour ist, wurde der Text von Polly Samson geschrieben. Inspiriert von einem Gemälde von Johnny Deze Mathews, handelt der Song von einer Femme Fatale in gelbem Abendkleid, die die Köpfe vieler männlicher Besucher einer Jazz-Kneipe verdreht.

Der Song wurde in der Live-Setlist der Tour 2015-2016 beinahe immer (Ausnahmen sind 25.28.29. September 2016 in London und 10.04.16 in NY) gespielt, wobei Gilmour bei diesem Song die Band vorstellte. Live funktionierte der Song allerdings nicht und von vielen Fans wurde der Song eher als "Showstopper" empfunden, da er wohl eher in eine - eben - Jazzkneipe passen würde als in ein 3-stündiges Open-Air-Konzert mit Sorrow oder Run Like Hell


Videoausschnitt
Der Song lag David Gilmour so sehr am Herzen, dass er sogar ein animiertes Video von Danny Madden in Auftrag gab, welches als online-video vorgestellt wurde und wie ein Kurzfilm funktioniert und auch live auf der Bühne zu sehen war. Gilmour wurde durch Madden's Animationsfilm "Confusion through Sand", der auch Grundlage zum Video von In any tongue war, inspiriert.
Ebenso kann man auf der Deluxe-Edition des Albums auch das Making-Of des Videos sehen, sowie einen alternativen Mix: die Orchestral-Version anhören.
Live variierte der Song in der Länge je nach Solo-Einlagen der Musiker. Ein Beispiel davon findet sich im Bonusmaterial von David Gilmour-Live at Pompeii, allerdings die Live-version von Polen mit Orchesterbegleitung.

Weitere Veröffentlichungen: 
Das Album wurde als LP, CD, CD-DVD oder CD-BluRay Deluxe Edition, sowie zum Download angeboten. Die DVD und BluRay enthalten auch das Dolby 5.1 Mix.

2015 David Gilmour - Rattle That Lock (2disc dvd/bluray edition), Video Version (4:58) 
2015 David Gilmour - Rattle That Lock (2disc dvd/bluray edition), Orchestral Version (4:08)
2017 David Gilmour - Live at Pompeii 2016 live in Wroclaw, Polen Juni 2016; Bluray (7:08)

Mittwoch, 30. Dezember 2015

Do ya?

Autor: Bley
Dauer: 4:36
First releaseNick Mason's Fictitious Sports, 03. Mai 1981

Dieser Song des ersten Nick Mason "Solo-Albums" Fictitious Sports hat mit Pink Floyd (wie der Großteil des Albums) wenig zu tun. Wie alle anderen Songs des Albums ist auch dieser von Carla Bley geschrieben.
Gleich nach der The Wall Tour veröffentlichte EMI Harvest Records dieses Album, auch wenn bis heute nicht klar ist warum es als Nick Mason Solo-Album gelistet wird. Tatsächlich stammen alle Songs aus der Feder von Carla Bley, die selbst wiederum nicht auf dem Album spielt. Nick Mason spielte lediglich Drums und Percussionen und produzierte das Album. Wahrscheinlich wurde damit spekuliert mit dem Drummer von Pink Floyd bessere Verkaufszahlen zu erreichen. 


LP mit deutschem Werbesticker

Den Gesang übernahm Robert Wyatt, der ja bereits selbst eine Berühmtheit war und seit 1967 immer wieder Pink Floyd's und Syd Barrett's Wege kreuzte. Musikalisch würde diese jazzige Nummer wohl eher als Lied eines Robert Wyatt Albums durchgehen, als Pink Floyd. Tatsächlich erinnert alles an diesem Lied stark an das von Nick Mason produzierte Wyatt Album "Rock Bottom" von 1974. 
Das Album wurde in New York von Michael Mantler (Carla Bley's Ehemann) und Nick Mason aufgenommen.

Irgendwann in den 1990ern erschien das Album im Rahmen des "Collector's Series" Labels (Columbia) auf CD.



Samstag, 1. November 2014

Boo to you too

Autor: Bley
Dauer: 3:26
First releaseNick Mason's Fictitious Sports, 03. Mai 1981
Cover des Albums 1981

Aufgenommen wurde das erste Nick Mason "Soloalbum" im Oktober 1979, in den Grog Kill Studios, Willow, New York von Michael Mantler, und Nick Mason; und gemixt von James Guthrie. Produziert wurde es von Nick Mason und Carla Bley. 
Nick Mason on Drums

Hier zeigte sich erstmals Masons Affinität mit der Jazzmusik. Für Michael Mantler wird er noch in Zukunft auf 2 Alben spielen. Musikalisch hat dieses Album eben wenig mit Pink Floyd zu tun, da es mehr in jazzigen Gefilden unterwegs ist. Geschrieben wurden alle Songs des Albums von Carla Bley, während sich Mason auf das Schlagzeugspiel und die Produktion konzentrierte.
Insgesamt kommt das Album sehr locker und fröhlich rüber.
Carla Bley 1972

Boo to you too ist eine schnelle funkige Nummer mit Bläsern, stellenweise hat es Anlehnungen an den Rock'n'Roll. Den Gesang übernahm - wie auf fast allen Nummern des Albums - Robert Wyatt, der Drummer und Schlagzeuger von Soft Machine, dessen Album Rock Bottom auch von Nick Mason produziert wurde. Der ironische Text befasst sich mit dem Umgang von "Buh-Rufen" bei Konzerten.