Sonntag, 5. Februar 2017
Going to live in LA
Dauer: 6:58
First release: Roger Waters - 7" & 12" Radio Waves /bw Going to live in LA, 30. April 1987
"Going to live in LA", die B-Seite der Single-Auskoppelung "Radio Waves" ist wie "Get back to radio" einer der ersten Tracks, den Waters für das Konzeptalbum Radio KAOS geschrieben hat.
Doch auch dieser Song schaffte es nicht auf das finale Album.
Dies ist allerdings eine kuriose Entscheidung, da das Lied textlich einen fundamentalen Erzählstrang des Konzepts weiterentwickelt:
Benny, Billy's Bruder, wird nach dem Aufstand der Minenarbeiter der Kohle-Industrie und der Verhaftung des Vaters von der Mutter nach Los Angeles geschickt. Billy und Benny tendieren in ihrer Freizeit auch zu Kleinkriminalität (siehe "Who needs information") und deshalb tut Mutter Molly gut daran Benny für ein paar Jahre zum Onkel Dave nach LA zu schicken. Der amerikanische Onkel hat einen Garten mit Swimmingpool und Palmen und eine große Dogge.
Auch "Molly's Song", der die Trauer der Mutter beschreibt, nachdem sie Benny in die USA geschickt hat, wurde niemals im Studio aufgenommen, sondern lediglich als Live-Version und B-Seite veröffentlicht, obwohl er eigentlich eine zentrale Rolle in der Erzählung hätte.
Lediglich der Song "Sunset Strip" zeugt noch von dem Erzählstrang mit der Emigration zu Onkel Dave. Das inhaltliche Konzept wird noch zusätzlich verkompliziert, da Waters offensichtlich die Rollen von Billy und Benny im Laufe der Entstehung der Handlung geswitcht hat.
Musikalisch ist der Song recht angenehm, auch wenn er leider durch eine leidige 80er-Jahre-Synthie-Panflöte begleitet wird und der Drum-Sound einfach zu sehr nach Drum-Computer klingt.
Interessant wäre eine neue Edition des Albums, wo alle Songs dieses Zyklus an der richtigen Stelle des Konzepts eingebaut würden, und evtl. der Sound in modernerem Gewand remixt würde.
Der song wurde auf der 1987 Radio Kaos Tour vorgetragen. Es gibt keine weiteren Veröffentlichungen.
Freitag, 13. November 2020
Molly's Song
Autor: Waters
Dauer:
First release: B-Side to The Tide is Turning (after live aid) 7" 1986
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| Single-Cover 1987 |
Diese Live-Version von Molly's Song ist die einzig bekannte offizielle Veröffentlichung dieses Songs. Eine reine Studioversion ist nicht bekannt.
Dieses Outtake aus den Radio KAOS-Sessions schaffte es leider nicht auf das Album, wie bereits "Get back to radio" und "Going to live in LA". Dennoch ist Molly's Song ein zentraler Song im Erzählstrang des Konzeptalbums "Radio KAOS". Molly ist Billy's und Bennies Mutter. Einige Quellen behaupten Molly sei die Ehefrau von Billy. Die Rolle der Frauenfigur im Erzählstrang von Radio KAOS ist somit sehr unklar. Diese Unklarheit einzelner Figuren in der Handlung betrifft auch Bennie und Billy, deren Rollen in unterschiedlichen Songs des Albums getauscht wurden... Bennie ist also im Gefängnis und Billy ist zu seinem Onkel nach LA gezogen (Going to live in LA).
Letztendlich erschien Molly's Song in Live-Version als B-Seite der Single "Who needs information", der letzten Single-Auskoppelung des Radio KAOS Albums.

live on stage 1987
Die letzte Strophe von Molly's Song ist identisch mit "Four Minutes", vorletzter Song des Radio KAOS-Albums. Somit könnte Four Minutes als "Reprise" von Molly's Song gelten. Gesungen wird Molly's Song übrigens von Clare Torry, keiner geringeren als der Chanteuse von "The Great Gig in the Sky".
Der Song wurde auf der 1987 Radio Kaos Tour vorgetragen. Es gibt keine weiteren Veröffentlichungen.
Montag, 19. Dezember 2016
Get back to radio
Dauer: 4:42
First release: The Tide is Turning (after live aid) 12" 1986
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| 12" Single mit B-Seiten Money (live)/Get back to radio |
Roger Waters begann 1985 an einem neuen Studioalbum zu arbeiten. Get back to Radio war der erste Song, den er für das neue Konzept "Radio KAOS" schrieb. Getrieben von Nostalgie zum Radio, welches durch MTV zu jener Zeit in den Hintergrund getrieben wurde, schreibt Waters ein Lied, das stilistisch und produktionstechnisch einen Bruch mit der Vergangenheit darstellt. Bewusst "modern" produziert, ist diese Aufnahme wegweisend für die kommenden beiden Solo-Alben. Co-produziert von Ian Ritchie und Nick Griffiths war die Produktion sehr 80er lastig.
Zeitgleich schreibt Waters die Songs zu "When the wind blows", was zu kuriosen Parallelen führt. Beispielsweise endet der Song "Folded Flags" mit dem Morse-Code, mit dem Radio KAOS beginnt.
Get back to Radio schafft es dann allerdings nicht auf das fertige Album, wie Molly's Song und Going to live in LA. Allesamt werden als Single-B-Seiten veröffentlicht, auch wenn sie zum Konzept gehören, welches Radio KAOS behandelt.
Eingespielt wurde der Song mit dem gleichen Bleeding Heart Band Line-Up wie When the wind blows. Das Saxophonsolo ist von Ian Ritchie. Ansonsten ist der Track sehr langsam und etwas eintönig.
Der Song enthält die Zeile "God bless Bob Geldof", der sich wahrscheinlich auch auf das Live Aid Festival bezieht, zu welchem Roger Waters bekanntlich nicht eingeladen wurde. Waters war deshalb beleidigt. Wohl auch weil David Gilmour mit Bryan Ferry als einziger Floyd auf dem Festival auftrat. Auch einer der Gründe, die Roger Waters dazu brachten The Wall in Berlin als Benefizveranstaltung mit AllStar-LineUp aufzuziehen. Ein weiterer Song der Bezug auf Live Aid nimmt ist The Tide is turning (after Live Aid), ebenfalls von Radio KAOS.
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| Roger Waters lief zu jener Zeit immer mit Sonnenbrille rum |
Bob Geldof hat das Schicksal von Pink Floyd seit dem Film The Wall, in welchem er Pink interpretierte, immer wieder gekreuzt. 2002 sang er mit David Gilmour Comfortably Numb (auf dessen In Concert DVD zu sehen). 2005 war er auch für die Pink Floyd Wiedervereinigung zum Live 8 Festival verantwortlich.
Get back to radio wurde niemals live vorgetragen.
Samstag, 2. Dezember 2023
One of these days
Autoren: Waters, Gilmour, Wright, Mason
Dauer: 5:57
First release: Meddle, 30. Oktober 1971
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| Nick Mason Live in Pompeii 1971 |
"One of these days", der Opener des 1971er Albums "Meddle", ist wohl das bekannteste Instrumental von Pink Floyd. Während der 70er und 80er war es Titelmelodie zahlreicher Fernsehsendungen und erschien auf allen Compilations (außer "A foot in the door") der Band.
Der Sound der Bassgitarre(n) wurde - ähnlich wie Echoes - durch ein "Binson Echo-Rec" geschickt, was diesen Echo-Effekt produzierte. Ebenso spielten Waters UND Gilmour bei der Studioaufnahme Bass. Der erste Bass wird von David Gilmour gespielt, der zweite von Roger Waters. Der psychedelische Mittelteil beinhaltet die Zeilen "One of these days I'm going to cut you into little pieces", wurde verzerrt und von Nick Mason eingesprochen. Angeblich dachte die Band bei diesen bösen Zeilen an einen bekannten britischen Musikjournalisten. Hierzu gibt es auch einen lustigen Screen-Film der Delicate Sounds of Thunder Tour, der in der "The Later Years" - Box veröffentlicht wurde. Diese Textzeile wurde in frühen Live-Aufnahmen (z.B. BBC Session 1971) erst am Ende des Songs eingespielt.Der Song wurde vor der Veröffentlichung von Meddle bereits im Oktober 1971 in Pompeii live gespielt, der Film wurde allerdings erst 1972 veröffentlicht. One of these days blieb bis 1973 im Live-Programm. Erst 1987 nahmen Pink Floyd den Song wieder in die Setlist ihrer Live-Konzerte auf.
One of These Days wurde in einigen Ländern auch als Single veröffentlicht, wobei die B-Seite "Fearless" war. Ausserdem produzierte Ian Eames 1972 einen Kunst-Kurz-Film, bei heutigen Standards wohl ein Musikvideo, namens "French Windows", welches in Folge von Pink Floyd als Screen-Film bei Konzerten verwendet wurde und es somit auch in die "The Early Years" Box schaffte.
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| Ausschnitt aus "French Windows" Ian Eames |
Alle drei verbleibenden Pink Floyd Mitglieder haben in den letzten Jahren auf ihren letzten Tourneen diesen Song gespielt. Ebenso haben alle drei ihre Version des Klassikers auf Ton/Bildträgern veröffentlicht.
Weitere Veröffentlichungen:
1992 Pink Floyd - Shine On CD Box: remastered 1992
1992 Pink Floyd - Meddle CD: remastered & repackaged 1992
2001 Pink Floyd - Echoes The Best of... 2CD: edit & remastered 2001 (5:15)
2003 Pink Floyd - Live at Pompeii Director's Cut DVD: live 04.-07.Oktober 1971 in Pompeii (I)
2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica; remastered 2007
2011 Pink Floyd - Discovery CD Box: new packaging; remastered 2011
2016 Pink Floyd - The Early Years 1971 Reverberation CD1; BBC Session 30.09.1971 (7:19)
2016 Pink Floyd - The Early Years 1971 Reverberation DVD/BR; french windows animated film (4:17)
2016 Pink Floyd - The Early Years 1972 Obfuscation CD2; Stereo-Mix 2016; Live in Pompeii
2016 Pink Floyd - The Early Years 1972 Obfuscation DVD/BR; 5.1 Mix 2016; Live in Pompeii
Samstag, 4. Juli 2020
Me or him
Autor: WatersDauer: 5:24
First release: Radio KAOS LP, CD 15. Juni 1987
Grundsätzlich eine starke Nummer dieses Solo-Albums von Roger Waters. Leider leidet das Lied unter einer ziemlich 80er Jahre-lastigen Produktion von Ian Ritchie und The King Roger Waters himself. Der Pan-Flöten-Synthie ist heutzutage schwer zu ertragen.
Abgesehen davon handelt es sich aber um ein solides Lied, in welchem Billy (rollstuhlgebundener Hauptdarsteller des Radio KAOS Konzept-Albums) dem Radio-DJ Jim Ladd erklärt warum er seinen Bruder Benny in den Minen von Wales zurückgelassen hat.
Konzeptuell geht es in diesem Album ja um die Atom-Angst (Billy könnte mit seinen Fähigkeiten das Pentagon hacken), die Emigration der Engländer in die USA ("Going to live in LA"), sowie um die Aufstände der Minen-Arbeiter gegen die Politik von Margareth Thatcher.
Besonders ein wirklich stattgefundener Protest wird im Lied thematisiert:
Ein Taxi-Fahrer brachte nämlich einen Minenarbeiter zu seinem Arbeitsplatz. Zur gleichen Zeit warfen zwei Minenarbeiter einen Betonblock von einer Brücke auf die Fahrbahn. Der Taxi-Fahrer war sofort tot. Laut Waters' Geschichte warfen Billy oder Benny den Betonblock, einer kam ins Gefängnis, einer nach LA. ("father, it was either me or him")
Daher die Zeilen:
"Forgive me Father
Mobile One Two to Central.
For I have sinned
We have a multiple on the A465 between Cwmbran and Cylgoch.
Father it was either me or him.
Father can we turn back the clock?
Ambulance, over.
I never meant to drop the concrete block."
"Me or Him" ist also zentraler Song des Konzept-Albums von Roger Waters. Es hat alle typischen Waters-Elemente von "working class"-Sympathien, über Migration und Krieg bis Politik. Ausserdem "musique concrete"-Elemente wie die Stimmen des Radio-Kommentators oder die verschiedenen Not-Funk-Einspielungen. In diesem Song wird erklärt warum Billy von Molly (Billy's und Benny's Mutter) von Wales zum Onkel in LA geschickt hat.
Live wurde der Song während der Radio KAOS Tour 1987 vorgetragen.
Weitere Veröffentlichungen:
2010 Roger Waters - The Roger Waters Collection Box CD
Sonntag, 1. November 2015
A boat lies waiting
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| Gilmour & Wright ca. 1970 |
Dauer: 4:35
First release: David Gilmour - Rattle that lock, 15. September 2015
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| Gilmour & Wright ca. 2007 |
Nach dem Tod von Richard Wright am 15. September 2008 änderten sich David Gilmour's Pläne grundlegend. Hauptsächlich wurde die Fertigstellung des Solo-Albums "Rattle That Lock" durch das Hommage-Album an Rick Wright namens "Pink Floyd - The Endless River" unterbrochen.
Der Verlust des musikalischen Wegbegleiters Wright wiegt aber so schwer, dass auch auf dem letztendlich heuer erschienen Solo-Album ebenfalls eine eindeutige Huldigung an den ehemaligen Floyd-Keyboarder und Freund enthalten ist.
A Boat Lies Waiting nimmt textlich Bezug auf Wright's Passion des Segelns und des Meeres. Wrights Vorliebe für das Meer und die Seefahrt prägten nicht nur dessen Songwriting ("Wet Dream"), jedoch auch seinen Rauswurf aus Pink Floyd, als er sich während der Aufnahmesessions zu The Wall weigerte seinen Bootsurlaub zu unterbrechen.
Obwohl der Text von Polly Samson stammt, scheint er in sehr klarer Weise den Schmerz und die Ausweglosigkeit von Gilmour's Trauer zu widerspiegeln.
Gekonnt nutzt Samson die Symbolik der Bootsfahrt um die Trauer darzustellen. Unweigerlich kommt einem das Cover des Albums "The Endless River" in den Sinn.
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| The Endless River Cover |
In silence I'd hear you
And a boat lies waiting
Still your clouds all flaming
That old time easy feeling
What I lost was an ocean
Now I'm drifting through without you
In this sad barcarolle
What I lost was an ocean
And I'm rolling right behind you
In this sad barcarolle
A propos "The Endless River": Musikalisch und produktionstechnisch scheint der Track beinahe wie ein Überbleibsel aus den "The Endless River" Tracks. Die Produktion ist eben sehr "Ambient"lästig, was der Verträumtheit und Traurigkeit des Liedes jedoch keinen Abbruch tut. Besonders in der ersten Hälfte des Liedes werden Parallelen zum 2014er Pink Floyd Album offensichtlich.
Musikalisch erinnert der Klavierakkord sehr stark an Wright's Harmonien, auch wenn die Komposition von Gilmour stammt (dies fiel schon bei "Anisina" auf). Gilmour berichtet die Aufnahme stamme ursprünglich sogar aus einer Home-Session, die etwa 20 Jahre zurückliegt. Man hört sogar im Hintergrund einmal eines seiner Kinder quäken, welches heute bereits erwachsen ist. Der Gesang, der erst nach ca 2 1/2 Minuten einsetzt, wurde mit Harmonien von Crosby & Nash (bereits auf dem 2006er Album On an Island vertreten) verfeinert. Zuvor hört man aber die Originalstimme von Wright sagen "It's like going to the sea, there is nothing".
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| Live 2015 |
Gilmour performte den Song live auf jeder seiner Live-Daten 2015 und dies besonders passend in einer Art "Huldigungs-Sequenz" indem er die Songs Wish you were here, A Boat lies waiting und The Blue hintereinander spielte. Während des Songs sah man David Gilmour erstmals ohne Gitarre oder sonstige Instrumente auf der Bühne stehen und singen. Die Live-Version von Pompeii wurde 2017 veröffentlicht.
Weitere Veröffentlichungen:
2017 David Gilmour - Live at Pompeii 2016 LP, CD&Bluray (4:55)












