Samstag, 20. Mai 2017

The happiest days of our lives

Autor: Waters
Dauer: 1:49
First release: The Wall, 30. November 1979

Alex McAvoy. Teacher in Pink Floyd - The Wall

Der recht kurze Song, der eigentlich lediglich ein Bindeglied zwischen Another brick in the Wall Part 1 und Part 2 darstellt, ist trotz seiner Länge ein zentrales Bestandteil des Erzählstranges und ist auf verschiedenen Compilations ausserhalb von The Wall als Intro von ABITW2 vertreten.

Der Lehrer beim Bloßstellen von Pink

Inhaltlich bezieht sich das Lied auf die traumatischen Schulerfahrungen von Roger Waters im strengen englischen Schulsystem der 50er Jahre. somit ist die Titelwahl des Liedes alleine schon ein zynisches Statement zu den sadistischen Übergriffen der Lehrer in jenen Jahren. Besonders deutlich kommt diese Botschaft im Film von Alan Parker zum Tragen. Hier wird der Schulalltag toll in Szene gesetzt, indem der Lehrer (gespielt von Alex MacAvoy, der auch den Vater des Soldaten in der Final Cut Video EP spielt-> Danke Sytze Bormann für den Hinweis!) dem Schüler Pink das Schreibheft wegnimmt und ihn vor der ganzen Klasse blossstellt, indem er ein von Pink geschriebenes Gedicht veräppelt. Beim im Film verwendeten Gedicht-Text handelt es sich um die erste Strophe vom Pink Floyd Mega-Hit "Money". Die zweite Hälfte des Songs beschäftigt sich mit dem Privatleben der Lehrer, die daheim von ihren Frauen misshandelt werden und unterworfene psychische Wracks sind. De facto waren ja viele Lehrer im England der 50er Jahre Kriegsveteranen.
Der Lehrer mit der dominanten Ehefrau
Live wurde während der Live-Shows von The Wall (bei ALLEN Aufführungen bis heute) Gerald Scarfes "Teacher" als aufblasbare Puppe bedrohlich in Szene gesetzt. Auf der Immersion Box zum Album The Wall (2012) ist sogar die Demo-Version des Songs "Teacher Teacher" enthalten, der ursprünglich auf dem Album sein sollte, letztendlich als "The Heroes return" auf The Final Cut landete. Eine letzte Spur des Teachers gibt es im Liedtext von "One of the few" (auch dieser Song auf The Final Cut).

Das berühmte Hubschrauber-Intro  wird oft fälschlicherweise Another Brick in the Wall Part 2 zugeschrieben, da der Song in Radios und Diskotheken immer mit THDOOL eingeleitet wurde. Berühmt auch die Zeile "You, yes you, stand still, laddie!" die der Lehrer Pink zuruft. 
Der Drumpattern zu Beginn des Songs wurde von Nick Mason und James Guthrie gleichzeitig eingespielt. 
Die Demoversion des Songs wurde mit Synthesizer und Rhythmusgitarre aufgenommen und der Lehrer rief "You, yes you, behind the bikesheds. Stand still laddy!".
Letztendlich ist eine restaurierte Videoaufnahme des Songs vom 1980er Konzert in Earls Court London in der Immersion Box bis heute die einzige offiziell veröffentlichte Live-Bild-Aufnahme der gesamten Tour. In Fan-Kreisen wird immer noch auf eine zukünftige Veröffentlichung gehofft.

Is there anybody out there? The Wall Live 1980
Weitere Veröffentlichungen: 
1982 Alan Parker - Pink Floyd's The Wall VHS
1990 Roger Waters - The Wall Live in Berlin; live 21. Juli 1990 Potsdamer Platz Berlin; 2LP, 2CD, VHS (1:21)
1992 Pink Floyd - Shine On CD Box: remastered 1992 
1992 Pink Floyd - The Wall 2CD: remastered & repackaged 1992
2000 Pink Floyd - Is there anybody out there? - The Wall Live 1980-81; live 07. August 1980(1:40)

2001 Pink Floyd - Echoes The Best of... 2CD. remastered 2001 (1:38)
2002 Roger Waters - In the flesh live DVD live 27. Juni 2000 Oregon, USA (1:34)
2003 Alan Parker - Pink Floyd's The Wall DVD; 5.1 mix
2003 Roger Waters - The Wall Live in Berlin; live 21. Juli 1990 Potsdamer Platz Berlin; 5.1 mix; DVD
2006 Roger Waters - In the Flesh live 2CD&DVD re-edition
2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica; remastered 2007
2007 Various Artists - 070707 Live Earth CD/2DVD. (incl. ABITW2)2010 Roger Waters - The Wall Live in Berlin Special Edition; live 21. Juli 1990 Potsdamer Platz Berlin; 5.1 mix; DVD & 2CD
2010 Roger Waters - The Roger Waters Collection Box (In the Flesh 2CD& DVD)
2011 Pink Floyd - A Foot in the Door; remastered 2011 (1:33)
2011 Pink Floyd - Discovery CD Box: new packaging; remastered 2011
2011 Pink Floyd - The Wall Experience Edition 3CD; remastered 2011
2011 Pink Floyd - The Wall 180gr. 2 LP Edition; remastered 2011
2011 Pink Floyd - The Wall Immersion Box Set CD (incl. The Wall remastered 2011; Is there anybody out there? remastered 2011 / Band Demo programme 3 (1:44)

2011 Pink Floyd - The Wall Immersion Box Set DVD; Live Film London Earls Court 1980 restored 2011
2012 Various Artists - 12-12-12 (live in NY 12.12.12.) (part of "Another Brick in the Atlantic Wall")
2015 Roger Waters - The Wall A soundtrack to the film 2CD, 3LP (1:28)
2015 Roger Waters - The Wall A film by Roger Waters and Sean Evans DVD, BluRay, 2 BluRay 

Samstag, 6. Mai 2017

The gunner's dream

Autor: Waters
Dauer: 5:18
First release: The Final Cut,   21. März 1983

The gunner's dream ist einer der wichtigsten Songs auf dem Antikriegs-Album "The Final Cut", welches gänzlich aus der Feder von Roger Waters stammt. 

Hier beschreibt Waters den Traum eines Kriegsveteranen, der ihn verfolgt "night after night going round and round my brain, his dream is driving me insane". 
Der Song ist eine Anklage an Kriegsgreuel, aber auch ein Traum von einer besseren Welt, in der jeder die gleichen Rechte hat und niemand mehr Kinder tötet. Das Thema des Tötens von Kindern beschäftigt Waters wohl besonders, hat er doch in den letzten Jahren des öfteren erwähnt, er habe ein Hörspiel geschrieben in welchem es sich genau um dieses Thema dreht.
Waters huldigt in der Zeile "in the corner of some foreign field" dem Cambridger Autor "Rupert Brooke" und dessen Gedicht: "The Soldier".

Eingespielt wurde das Lied von Waters, Nick Mason und David Gilmour gemeinsam mit Michael Kamen (an der Stelle von Richard Wright und für die Orchesterarrangements zuständig), sowie Raphael Ravenscroft am Saxophon. 
In the corner of some foreign field

Das Lied war auch Teil der 4-teiligen Video-EP, die von Willie Christie (Damals Schwager von Roger Waters) gedreht wurde. Bei diesem Song begleiten wir den Vater eines im Krieg gefallenen Soldaten, der letztendlich entscheidet Selbstjustiz zu üben. Der Vater wird übrigens vom selben Schauspieler interpretiert, der im Film Pink Floyd - The Wall die Rolle des Lehrers (Teacher) übernahm.

Pink Floyd haben das Lied nie live vorgetragen.

Roger Waters brachte den Song auf seiner "Pros and Cons of Hitch Hiking Tour 1984" live ins Programm wobei der Song mit einem tollen Gitarrensolo von Eric Clapton aufgepeppt wurde. 
Auch auf seiner "Dark Side of the Moon" Tour 2006 spielte Roger Waters das Lied zu Beginn der Tour etwa 3 Mal, eliminierte es dann aber aus der Setlist. Grund dafür waren wohl unter anderem auch Vorwürfe, dass er das Lied teilweise angeblich playback gesungen habe, da er live die stimmlichen Höhen nicht mehr erlangte. Es zirkuliert ein Video im Internet, welches dies angeblich dokumentiert.

Video-Ausschnitt 1983
Weitere Veröffentlichungen: 
1983 Pink Floyd - The Final Cut Video EP, VHS
2004 Pink Floyd - The Final Cut Re-Issue CD, incl. "When the Tigers Broke Free"
2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica; remastered 2007
2011 Pink Floyd - Discovery CD Box: new packaging; remastered 2011
2016 Pink Floyd - The Final Cut, Vinyl remaster 2016

Samstag, 29. April 2017

Green is the color

Autor: Waters
Dauer: 2:55
First release: More, 13. Juni 1969

Dieser Waters-Song war fixer Bestandteil des Live-Programms von 1969 - 1971 und wurde in Melbourne 1971 das letzte Mal live aufgeführt. 
"More" Filmmusik 1969
Das Lied wurde für den Soundtrack des Films "More" geschrieben und wird nur auf dem 1969 veröffentlichten Soundtrackalbum mit akustischer Gitarre Gitarre gespielt. Auf dieser Aufnahme ist auch wieder Lindy Mason (Nick Mason's damalige Ehefrau) an der Tin-Whistle zu hören, wie bereits auf The Grand Vizier's Garden Party (Komposition ihres Ehegatten) auf Umma Gumma.
Das gibt dem Song die gewisse "Hippie"-Note. Der Text bezieht sich laut Aussage von Waters bei einem Konzert in San Francisco April 1970 auf das "Leben in Ibiza", jene Insel, auf der der Film spielt. Pink Floyd selbst unternahmen so manche Reisen auf Ibiza, welche damals ein Mekka der psychedelischen Bewegung zu sein schien. 

Sehr poetisch erzählt der Song von Sonnenaufgängen und innerem Gleichgewicht, von tanzenden Mädchen (Emily?) und davon, dass der Neid das Bindeglied zwischen den Hoffnungsvollen und den Verdammten ist. "Envy is the bond between the hopeful and the damned!"
Im Film kommt der Song 2x vor.  Live hingegen wurde der Song immer auf E-Gitarre und mit Drums und Orgel gespielt. Er wurde ausschliesslich im Doppelpack mit Careful with that Axe, Eugene live gespielt, wobei die beiden Kompositionen direkt ineinander übergangen. Beide waren auch in dieser Reihenfolge Bestandteil der Suite "The Man & The Journey", wobei Green is the Colour "The Beginning" hiess und den 2. Teil "The Journey" eröffnete.

Gilmour 1969 Albert Hall Rehearsal
2016 wurden im Rahmen des Box Sets "Pink Floyd - The Early Years 1965-1972" zahlreiche Live-Versionen für BBC und Festival-Auftritte auf Audio und Video veröffentlicht. Besonders interessant ist der Einblick in die Proben für "The Man & The Journey" von 1969 wo Waters und Gilmour gemeinsam den Song auf der akustischen Gitarre spielen. 
Im Rahmen der Early Years Kampagne wurde, wie für Grantchester Meadows und Childhood's End ein Online-Video veröffentlicht, welche die Audioaufnahme der BBC-Session 1969 mit den Bildern des Auftritts auf dem San Tropez Festival 1970 vermischte. Regie führte auch hier Aubrey Powell (Ex-Hipgnosis), der auch hier einige neue Aufnahmen daruntermischte.


Weitere Veröffentlichungen: 
1969 Barbet Schroeder's More (Luxembourg, France; 111 Minuten): film version 
(ab 2003 released auf verschiedenen DVD Editionen)
1995 Pink Floyd - More CD: remastered & repackaged 1995
2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica; remastered 2007
2011 Pink Floyd - Discovery CD Box: new packaging; remastered 2011 (2:59)

2016 Pink Floyd - More LP Vinyl remaster 2016.

2016 Pink Floyd - The Early Years 1967-1972 Cre/ation 2CD; BBC Session 12.05.1969 (3:21)
2016 Pink Floyd - The Early Years 1969 Dramatisation CD1; BBC Session 12.05.1969
2016 Pink Floyd - The Early Years 1969 Dramatisaton CD2; Amsterdam 17.09.1969 "The Beginning" (3:25)
2016 Pink Floyd - The Early Years 1969 Dramatisation DVD/BR; rehearsal RAH, London 14.04.1969
2016 Pink Floyd - The Early Years 1969 Dramatisation DVD/BR; live Festival Actuel, Belgium; 25.10.1969
2016 Pink Floyd - The Early Years 1970 Deviation CD1; BBC Session 16.07.1970 (3:27)
2016 Pink Floyd - The Early Years 1970 Deviation DVD/BR; KQED - An hour with Pink Floyd; 30.04.1970 (3:31)
2016 Pink Floyd - The Early Years 1970 Deviation DVD/BR; Pop Deux San Tropez; 08.08.1970
2020 Nick Mason's Saucerful of Secrets - Live at the Roundhouse 2CD;Bluray; Vinyl (4:07)

Sonntag, 16. April 2017

The great gig in the sky

Autor: Wright
Dauer: 4:44
First release: Dark Side of the Moon, 01. März 1973
Front und Back Cover DSOFTM 1973

Richard Wright's Meisterstück "The Great Gig in the sky" zählt wohl zu einem der bekanntesten Lieder Pink Floyds. Zudem ist es noch auf dem absoluten Top-Album "The Dark Side of the Moon" enthalten und schliesst dessen 1. Seite ab.
Geschrieben hat Wright das Piano-Instrumental ca. 1971 wobei er sich von Miles Davis "So What" inspirieren liess.
Das  Stück wurde bereits 1972 als Teil von "Dark Side of the Moon" live aufgeführt, hiess damals aber noch "The Religious Sequence", wobei noch die Orgel die Hauptrolle spielte und einige Aufnahmen von verschiedenen Predigern eingespielt wurden. Der Song sollte unter den auf dem 1973er Konzeptalbum Themen auch das Thema der Religion, bzw. des Mystizismus darstellen. 
Später wurde der Song dann in "The Mortality Sequence" umbenannt und unter diesem Namen aufgeführt. 

Auf der 2011 im Rahmen der Immersion-Box erschienen "Early Mix 1972" Version hatte Alan Parsons noch den Versuch unternommen die Aufnahme mit Soundschnipseln der NASA von Dialogen zwischen Astronauten einzubauen, was Waters aber aufgrund der Nähe zum "Space-Rock"-Stempel nicht so gut gefiel. 
Richard Wright
Was dann geschah ist Musikgeschichte: Alan Parsons empfahl der Band die Session-Sängerin Clare Torry, welche auf das instrumentale Stück singen sollte. 
Als Clare Torry eintraf, wurde ihr erklärt, dass es keinen Text gäbe und sie wurde gebeten den Gesang zu improvisieren und dabei keine Worte wie "Baby" oder "Yeah" zu verwenden. 
Sie benutzte ihre Stimme somit wie ein Instrument um Gefühle wie Schmerz, aber auch orgiastisches Stöhnen zu vermitteln. Nach der Aufnahme wurde sie mit 30 Pfund ausbezahlt  und ging. Laut eigener Aussage schämte sie sich für die Performance und glaubte nicht daran, dass ihr Gesang letztendlich verwendet werden würde, was sich aber als Trugschluss herausstellte.
Sie erfuhr von der Veröffentlichung ihres Gesangs lediglich durch Zufall.
Nur 2x trat die Sängerin Clare Torry mit Mitgliedern der Gruppe auf: 

1987 im Rahmen der Radio KAOS Tour von Roger Waters in London.
1990 beim "Live in Knebworth" Festival mit Pink Floyd.

Live sangen die jeweiligen Tour-Sängerinnen das Stück. Das Lied war 1973-1975, 1987-1989, sowie 1994 im Live Programm von Pink Floyd. Roger Waters grub den Song im Rahmen seiner "Dark side of the moon" Tour 2006-2008 aus.
Liveversionen der Pink Floyd Touren 1987-1989 und 1994 sind respektive auf dem Film "Delicate Sound of Thunder" (nicht auf dem Album) und dem Album/Film "P.U.L.S.E." zu sehen. 
Kurioserweise nahmen Roger Waters (mit den Sängerinnen Lucius) und David Gilmour (erstmals mit männlichem Sänger "Brian Chambers")  2016 parallel den Song in deren jeweiligen Solokonzerten wieder auf auf die Setlist. Alle beide haben den Song jedoch erstmals auf ihre Art umarrangiert.
Clare Torry 

Clare Torry gewann 2004 einen Prozess um die Autorenrechte, der sogenannten "Vocal Composition" und seitdem wird ihr Name neben dem von Richard Wright in den Songwriting-Credits erwähnt. Über die ausgehandelte Summe wurde Stillschweigen bewahrt. Wright vergab in jener Zeit auch die Genehmigung den Song in einem Werbespot für ein Schmerzmittel zu verwenden. 


Weitere Veröffentlichungen: 
1989 Pink Floyd - Delicate Sound of Thunder VHS Live Chateau de Versailles, Paris, France 1988
1992 Pink Floyd - Shine On CD Box: remastered 1992 
1992 Pink Floyd - Dark Side of the Moon 20 anniversary edition: remastered & repackaged 1993
1995 Pink Floyd - PULSE 2CD: live 20. October 1994, London (5:51)
1995 & 2003 Pink Floyd - PULSE VHS&DVD: live 20. October 1994, London; Screen Films "Wave" (4:11) & "Animation Version" (4:42)

2001 Pink Floyd - Echoes The Best of... 2CD (4:40)
2003 Pink Floyd - Dark Side of the Moon 30 anniversary edition: SACD 5.1 mix & repackaged 2003 
2005 Classic Albums: The Making of "TDSOTM": acoustic studio performance 2003 (by Roger Waters)
2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica; remastered 2007

2011 Pink Floyd - Discovery CD Box: new packaging; remastered 2011
2011 Pink Floyd - DSOTM Experience Edition 2CD; remastered 2011
2011 Pink Floyd - DSOTM 180gr. LP Edition; remastered 2011
2011 Pink Floyd - DSOTM Immersion Box Set remastered 2011; Early Mix (4:11); Live 1972 Brighton "Mortality Sequence" (3:24) ; Live 1974 Wembley (6:50); incl. also screen films for Tours 1974-1975.
2011 Pink Floyd - A foot in the door CD; remastered 2011 (4:36)
2016 Pink Floyd - DSOTM 180gr. LP Edition; remastered 2013
2017 David Gilmour - Live at Pompeii 2016 LP, CD&Bluray (6:01)
2019 Pink Floyd - The Later Years 1987-2019 DSOT remixed 2019 & 5.1 Mix; PULSE remixed 2019 & 5.1 Mix; screen film; Venice-Concert remixed 2019; Knebworth Concert remixed 2019 & 5.1 Mix.

Sonntag, 26. März 2017

Grantchester Meadows

Autor: Waters
Dauer: 7:28
First release: Ummagumma, 07. November 1969


Ausschnitte aus dem 2016-Video "Grantchester Meadows"

Grantchester Meadows ist ein wunderschöner Abgesang auf eine Zone in Cambridge namens Grantchester Meadows. Durch diese fliesst der Fluss "Cam" nachdem Cambridge benannt ist. David Gilmour wuchs direkt an den Grantchester Meadows auf und verewigte diese 1994 im Song "High Hopes". Das Video zum Song "Signs of Life" von 1987 wurde auch in den Grantchester Meadows gedreht.

Roger Waters aber kam ihm mit diesem akustischen Folk-Song zuvor. Textlich orientierte sich Waters am Cambridger Poeten "Rupert Brooke", der 1912 das impressionistische Gedicht "The Old Vicarage, Grantchester" schrieb. 
Das Lied widerspiegelt in etwa den kompositorischen Stil, den Waters 1969 hatte (siehe auch "More" aus demselben Jahr), der sich stark an der amerikanischen Singer-Songwriter-Kultur alà Bob Dylan orientierte. Gleichzeitig sind Waters' Kompositionen aber verträumter/psychedelischer geraten.


Das Lied ist wie Mason's "The Grand Vizier's Garden Party" ein Teil des Ummagumma-Studioalbums, welches kompositorisch zwischen den 4 Bandmitgliedern aufgeteilt wurde. Waters spielte 2 Stücke ein. Neben Grantchester Meadows wählte er ein weiteres experimentelles Stück namens "Several Species of small furry animals gathered together in a cave and grooving with a pict", das mit diesem akustischen Lied überhaupt nichts zu tun hatte. 

Waters hat das Lied im Alleingang aufgenommen. Alle gespielten Instrumente, Stimmen und Tape-Effects stammen von ihm. Es sei an dieser Stelle erwähnt, dass dies seit Beginn der Entstehung der Gruppe erst das 2. Lied von Pink Floyd war, welches Roger Waters allein gesungen hatte. Es wurde zwischen April und Juni 1969 in den Abbey-Road Studios aufgenommen.

Was einem gleich zu Beginn des Liedes auffällt, ist der über einminütige Vogelgesang, der so ziemlich in der gleichen Form auf "More" im Lied "Cirrus Minor" zu hören ist.


Gilmour & Waters gemeinsam bei KQED 1970
Ein weiteres Musique Concrete - Element ist die Geschichte mit der Fliege. Am Ende des Songs hört man eine umherfliegende Fliege summen und dann jemanden Treppen runterlaufen und nach der Fliege schlagen. Nach drei Versuchen erschlägt der Jäger die Fliege. Dieser Spass wurde direkt in den Abbey-Road Studios aufgenommen indem angeblich Storm Thorgherson mit einer eingerollten Zeitung die Treppen runterlief und herumschlug.Die kuriosen Raumklangeffekte, die die Band ja live mit dem Azimuth-Koordinator umsetzte kommen hier wundervoll zur Geltung. Dieses Stück wurde auch für eine Radiowerbung für das Ummagumma-Album verwendet, wie in der 2016 erschienen Compilation "Cre/ation -Pink Floyd The Early Years 1967-1972" dokumentiert.
Ebenso in der Box The Early Years 1965-1972 wurden 2016 endlich ein paar der Live-Aufnahmen veröffentlicht, die von diesem Stück existieren. Live nahm die gesamte Band das Stück von 1969 - 1970 in die Setlist auf. Im Gegensatz zur etwas längeren Studio-Version des Tracks wurde der Song im Mai 1969 (also vor Veröffentlichung von Ummagumma) live in einer BBC-Session gespielt, welche zwar nur 3:46 Minuten dauert, aber die bessere Version ist, da der Refrain 2-Stimmig mit Gilmour gesungen wird und auch ein sehr schönes Piano-Solo von Rick Wright beinhaltet. 
Ebenso wurde die Live-Version namens "Daybreak" aus der Suite "The Man & The Journey" in besagter Box veröffentlicht, wo Wrights Solo mit einem Keyboard gespielt wurde, während die Live-Aufnahme der Fernsehshow "KQED An Hour With Pink Floyd" ebenfalls endlich offiziell zu haben war. Hier singt Gilmour den Refrain alleine.

2016 wurde auch ein offizielles YouTube-Video unter Regie von Aubrey Powell (Ex-Hipgnosis) veröffentlicht, bei welcher der Audio-Track der BBC-Aufnahme und die Video-Aufnahme von KQED vermischt wurde und mit neuen Aufnahmen der Grantchester Meadows verziert wurde.


Weitere Veröffentlichungen: 
The Early Years Dramatisation 
1994 Pink Floyd - Umma Gumma 2CD: remastered & repackaged 1994
2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica (Umma Gumma); remastered 2007
2011 Discovery CD Box: new packaging (Umma Gumma); remastered 2011
2016 Pink Floyd - Umma Gumma 2LP: remastered 2016

2016 Pink Floyd - Cre/ation - The Early Years 1967 -  1972; BBC Session live 12.05.69, (3:46)
2016 Pink Floyd - The Early Years 1969 - Dramatisation CD1; BBC Session live 12.05.69,
2016 Pink Floyd - The Early Years 1969 - Dramatisation CD2; live Amsterdam 17.09.69, titled "Daybreak" (8:14)
2016 Pink Floyd - The Early Years 1970 - Deviation DVD/Bluray; live KQED "An hour with Pink Floyd" 30.04.1970 (7:37)

Sonntag, 19. März 2017

The Grand Vizier's garden party (parts 1-3)

Autor: Mason
Dauer: part 1: Entrance: 1:00
            part 2: Entertainment: 7:06
            part 3: Exit: 0:43
First release: Ummagumma, 07. November 1969

Nick Mason's "Grand Vizier's Garden Party" hat einen der wenigen alleinigen Writing-Credits des Drummers in der gesamten Karriere von Pink Floyd. 
Das Stück ist in Teil der experimentellen Studio-Hälfte des Doppel-Albums "Ummagumma", zu der alles Band-Mitglieder jeweils ein selbst komponiertes Stück beitragen mussten. 
Logisch ist Mason's Beitrag auf Percussions fokussiert, wobei sein Zugang allerdings recht kurios und experimentell ist. Wenn man Garden Party z.b. mit John Bonham's (Led Zeppelin) Moby Dick vergleicht, erkennt man, dass zwischen den beiden Drummer-Solo-Nummern Welten stehen und der Hintergrundgedanke dazu ein total anderer ist.

Das Stück teilt sich sinngemäss in 3 Teile, die wohl die Abfolge der Garten-Party des Großen Fürsten beschreiben: Zuerst Eintritt zur Fete (Teil 1), dann Unterhaltung (Teil 2) und zuletzt wieder ab noch Hause (Teil 3).
Teil 1: Entrance dauert ca. 1 Minute und besteht lediglich aus dem Flötenspiel von Mason's damaligen Ehegattin Lindy Rutter (Mason) und endet mit einem Trommelwirbel. Lindy Mason spielt übrigens auch Flöte auf dem Soundtrack "More" (bei den Songs "Green is the colour" und "Party Sequence"). 

Teil 2: Entertainment ist die eigentliche Komposition und erinnert stellenweise an ganz frühe Stücke mit Syd Barrett, wie z.b. Nick's Boogie. Kurios an der Komposition ist, dass Mason nicht einfach ein Drum-Solo abliefert, sondern verschiedene Percussions (Marimbas, Xylophon), sowie ein Melotron bedient und diese mit Tape-Loops verzerrt, verlangsamt, übereinanderschneidet. Auch hier erinnert diese "Tape-Cut-Technik" an Tracks wie "Speak to me" oder das Intro von "Money". Sehr avantgardistisch das Ganze.Teil 3: Exil dauert etwa 43 Sekunden und wiederholt die Melodie von Teil 1, diesmal allerdings mehrstimmig und ohne Trommelwirbel.

Live war diese Komposition in etwas anderer Form Teil der Live-Auftritte "The Man & The Journey" von 1969, welche Kompositionen von More, Ummagumma und früheren Stücken beinhaltete. Teil 2 wurde als "Doing it" in der Suite "The Man" gespielt. Diese Version wurde 2016 im Rahmen der Box "The Early Years 1965-1972" veröffentlicht.


Weitere Veröffentlichungen: 
Ummagumma alternative Covershot
1994 Pink Floyd - Umma Gumma 2CD: remastered & repackaged 1994
2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica (Umma Gumma); remastered 2007
2011 Discovery CD Box: new packaging (Umma Gumma); remastered 2011
2016 Pink Floyd - Umma Gumma 2LP: remastered 2016
2016 Pink Floyd - The Early Years 1969 - Dramatisation; live Amsterdam 17.09.69, titled "Doing it" (3:45)