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Sonntag, 19. März 2017

The Grand Vizier's garden party (parts 1-3)

Autor: Mason
Dauer: part 1: Entrance: 1:00
            part 2: Entertainment: 7:06
            part 3: Exit: 0:43
First release: Ummagumma, 07. November 1969

Nick Mason's "Grand Vizier's Garden Party" hat einen der wenigen alleinigen Writing-Credits des Drummers in der gesamten Karriere von Pink Floyd. 
Das Stück ist in Teil der experimentellen Studio-Hälfte des Doppel-Albums "Ummagumma", zu der alles Band-Mitglieder jeweils ein selbst komponiertes Stück beitragen mussten. 
Logisch ist Mason's Beitrag auf Percussions fokussiert, wobei sein Zugang allerdings recht kurios und experimentell ist. Wenn man Garden Party z.b. mit John Bonham's (Led Zeppelin) Moby Dick vergleicht, erkennt man, dass zwischen den beiden Drummer-Solo-Nummern Welten stehen und der Hintergrundgedanke dazu ein total anderer ist.

Das Stück teilt sich sinngemäss in 3 Teile, die wohl die Abfolge der Garten-Party des Großen Fürsten beschreiben: Zuerst Eintritt zur Fete (Teil 1), dann Unterhaltung (Teil 2) und zuletzt wieder ab noch Hause (Teil 3).
Teil 1: Entrance dauert ca. 1 Minute und besteht lediglich aus dem Flötenspiel von Mason's damaligen Ehegattin Lindy Rutter (Mason) und endet mit einem Trommelwirbel. Lindy Mason spielt übrigens auch Flöte auf dem Soundtrack "More" (bei den Songs "Green is the colour" und "Party Sequence"). 

Teil 2: Entertainment ist die eigentliche Komposition und erinnert stellenweise an ganz frühe Stücke mit Syd Barrett, wie z.b. Nick's Boogie. Kurios an der Komposition ist, dass Mason nicht einfach ein Drum-Solo abliefert, sondern verschiedene Percussions (Marimbas, Xylophon), sowie ein Melotron bedient und diese mit Tape-Loops verzerrt, verlangsamt, übereinanderschneidet. Auch hier erinnert diese "Tape-Cut-Technik" an Tracks wie "Speak to me" oder das Intro von "Money". Sehr avantgardistisch das Ganze.Teil 3: Exil dauert etwa 43 Sekunden und wiederholt die Melodie von Teil 1, diesmal allerdings mehrstimmig und ohne Trommelwirbel.

Live war diese Komposition in etwas anderer Form Teil der Live-Auftritte "The Man & The Journey" von 1969, welche Kompositionen von More, Ummagumma und früheren Stücken beinhaltete. Teil 2 wurde als "Doing it" in der Suite "The Man" gespielt. Diese Version wurde 2016 im Rahmen der Box "The Early Years 1965-1972" veröffentlicht.


Weitere Veröffentlichungen: 
Ummagumma alternative Covershot
1994 Pink Floyd - Umma Gumma 2CD: remastered & repackaged 1994
2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica (Umma Gumma); remastered 2007
2011 Discovery CD Box: new packaging (Umma Gumma); remastered 2011
2016 Pink Floyd - Umma Gumma 2LP: remastered 2016
2016 Pink Floyd - The Early Years 1969 - Dramatisation; live Amsterdam 17.09.69, titled "Doing it" (3:45)

Freitag, 6. Juni 2014

Alan's Psychedelic Breakfast (parts 1-3)

Roadie Alan Styles mit Syd Barrett 1969 (Foto Mick Rock)

Autoren: Waters, Wright, Mason, Gilmour
Dauer: 13:01
First release: Atom Heart Mother, 10. Oktober 1970

"Alan's Psychedelic Breakfast" ist ein eher unbekannter Track aus einem eher stiefmütterlich behandelten Album "Atom Heart Mother", das selbst von verschiedenen Bandmitgliedern des öfteren als Fehler bezeichnet wurde. Besonders dieser Track wurde von ihnen als "Füllmaterial" betitelt.
Es handelt sich dabei um eine Instrumental-Suite, die Pink Floyd's langjährigem Roadie Alan Styles gewidmet wurde. Dieser durfte zu diesem Zweck in Nick Mason's Küche Spiegeleier braten, Kaffee kochen und Bemerkungen murmeln. Das Ganze wurde aufgenommen und die Musiktracks wurden dann in den Abbey Road Studios aufgenommen. 
Booklet-Grafik der CD-Edition von "Atom Heart Mother" 1994
Die Suite ist eine originelle Mischung aus Musique Concrete und einer eher seichten Melodie, die in 3 Teile aufgeteilt wurde, welche diese Melodie in verschiedenen Arrangements wiederholen. 


1. Rise and Shine – 4:29 min
2. Sunny Side Up – 3:49 min
3. Morning Glory – 4:42 min

Der erste Teil "Rise and Shine" wird von Streichholzgeräuschen eingeleitet und geht in eine sehr liebliche und barocke Melodie über, die besonders von Rick Wright's Piano getragen wird und ein paar Minuten dahinplätschert.
zwischen 1. Teil und dem 2. Teil "Sunny Side Up" kann man Styles hören wie er sich Cornflakes zubereitet. Der 2. Teil wird dann vom für diese Zeit typischen Gilmour'schen Gitarrenspiel getragen, wobei auch hier Erinnerungen an die "Zabriskie-Point" Sessions wach werden.
Beim Übergang zum 3. Teil brutzeln die Spiegeleier zum Takt von "Morning glory", welches sich als "full-bodied-arrangement" der Hauptmelodie entpuppt und sich zum Finale hin entfaltet.
In der Originalpressung tropfte der Wasserhahn in der Auslaufrille der LP endlos weiter.
Die Suite ist eine Reminiszenz aus deren Live-Darbietungen von 1969 in welchen die Band die Suite "The Man/The Journey" aufführte und auf der Bühne Holz hackte, zimmerte, etc. Es handelt sich somit um den Versuch diese Performance-Art auf Vinyl zu bringen.

Pink Floyd mit Live-Equipement 1969

Leider wurde "Alan's Psychedelic Breakfast" nur 4x zwischen 12.12.70 und 22.12.70 in England live aufgeführt. Während der Performances brieten die Roadies (also auch Alan Styles) Spiegeleier und Tee auf der Bühne. Mason trat bei mindestens einer Performance als Weihnachtsmann verkleidet auf.
Roger Waters begründete die raren Live-Darbietungen des Stückes gegenüber der Zeitschrift Sounds 1970 mit folgenden Worten:

"The logistics of doing it live are quite difficult. We can't obviously take a set of a kitchen round with us and do it all, but we'll have to have some table arrangement to fry eggs on and boil kettles and everything."


Cover "Atom Heart Mother" 1970
Weitere Veröffentlichungen: 

1994 Pink Floyd - Atom Heart Mother CD: remastered & repackaged 1994
2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica; remastered 2007
2011 Pink Floyd - Discovery CD Box: new packaging; remastered 2011
2016 Pink Floyd - The Early Years Deviation1970 DVD/BR; Quad-Mix 1974