Samstag, 29. April 2017

Green is the color

Autor: Waters
Dauer: 2:55
First release: More, 13. Juni 1969

Dieser Waters-Song war fixer Bestandteil des Live-Programms von 1969 - 1971 und wurde in Melbourne 1971 das letzte Mal live aufgeführt. 
"More" Filmmusik 1969
Das Lied wurde für den Soundtrack des Films "More" geschrieben und wird nur auf dem 1969 veröffentlichten Soundtrackalbum mit akustischer Gitarre Gitarre gespielt. Auf dieser Aufnahme ist auch wieder Lindy Mason (Nick Mason's damalige Ehefrau) an der Tin-Whistle zu hören, wie bereits auf The Grand Vizier's Garden Party (Komposition ihres Ehegatten) auf Umma Gumma.
Das gibt dem Song die gewisse "Hippie"-Note. Der Text bezieht sich laut Aussage von Waters bei einem Konzert in San Francisco April 1970 auf das "Leben in Ibiza", jene Insel, auf der der Film spielt. Pink Floyd selbst unternahmen so manche Reisen auf Ibiza, welche damals ein Mekka der psychedelischen Bewegung zu sein schien. 

Sehr poetisch erzählt der Song von Sonnenaufgängen und innerem Gleichgewicht, von tanzenden Mädchen (Emily?) und davon, dass der Neid das Bindeglied zwischen den Hoffnungsvollen und den Verdammten ist. "Envy is the bond between the hopeful and the damned!"
Im Film kommt der Song 2x vor.  Live hingegen wurde der Song immer auf E-Gitarre und mit Drums und Orgel gespielt. Er wurde ausschliesslich im Doppelpack mit Careful with that Axe, Eugene live gespielt, wobei die beiden Kompositionen direkt ineinander übergangen. Beide waren auch in dieser Reihenfolge Bestandteil der Suite "The Man & The Journey", wobei Green is the Colour "The Beginning" hiess und den 2. Teil "The Journey" eröffnete.

Gilmour 1969 Albert Hall Rehearsal
2016 wurden im Rahmen des Box Sets "Pink Floyd - The Early Years 1965-1972" zahlreiche Live-Versionen für BBC und Festival-Auftritte auf Audio und Video veröffentlicht. Besonders interessant ist der Einblick in die Proben für "The Man & The Journey" von 1969 wo Waters und Gilmour gemeinsam den Song auf der akustischen Gitarre spielen. 
Im Rahmen der Early Years Kampagne wurde, wie für Grantchester Meadows und Childhood's End ein Online-Video veröffentlicht, welche die Audioaufnahme der BBC-Session 1969 mit den Bildern des Auftritts auf dem San Tropez Festival 1970 vermischte. Regie führte auch hier Aubrey Powell (Ex-Hipgnosis), der auch hier einige neue Aufnahmen daruntermischte.


Weitere Veröffentlichungen: 
1969 Barbet Schroeder's More (Luxembourg, France; 111 Minuten): film version 
(ab 2003 released auf verschiedenen DVD Editionen)
1995 Pink Floyd - More CD: remastered & repackaged 1995
2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica; remastered 2007
2011 Pink Floyd - Discovery CD Box: new packaging; remastered 2011 (2:59)

2016 Pink Floyd - More LP Vinyl remaster 2016.

2016 Pink Floyd - The Early Years 1967-1972 Cre/ation 2CD; BBC Session 12.05.1969 (3:21)
2016 Pink Floyd - The Early Years 1969 Dramatisation CD1; BBC Session 12.05.1969
2016 Pink Floyd - The Early Years 1969 Dramatisaton CD2; Amsterdam 17.09.1969 "The Beginning" (3:25)
2016 Pink Floyd - The Early Years 1969 Dramatisation DVD/BR; rehearsal RAH, London 14.04.1969
2016 Pink Floyd - The Early Years 1969 Dramatisation DVD/BR; live Festival Actuel, Belgium; 25.10.1969
2016 Pink Floyd - The Early Years 1970 Deviation CD1; BBC Session 16.07.1970 (3:27)
2016 Pink Floyd - The Early Years 1970 Deviation DVD/BR; KQED - An hour with Pink Floyd; 30.04.1970 (3:31)
2016 Pink Floyd - The Early Years 1970 Deviation DVD/BR; Pop Deux San Tropez; 08.08.1970
2020 Nick Mason's Saucerful of Secrets - Live at the Roundhouse 2CD;Bluray; Vinyl (4:07)

Sonntag, 16. April 2017

The great gig in the sky

Autor: Wright
Dauer: 4:44
First release: Dark Side of the Moon, 01. März 1973
Front und Back Cover DSOFTM 1973

Richard Wright's Meisterstück "The Great Gig in the sky" zählt wohl zu einem der bekanntesten Lieder Pink Floyds. Zudem ist es noch auf dem absoluten Top-Album "The Dark Side of the Moon" enthalten und schliesst dessen 1. Seite ab.
Geschrieben hat Wright das Piano-Instrumental ca. 1971 wobei er sich von Miles Davis "So What" inspirieren liess.
Das  Stück wurde bereits 1972 als Teil von "Dark Side of the Moon" live aufgeführt, hiess damals aber noch "The Religious Sequence", wobei noch die Orgel die Hauptrolle spielte und einige Aufnahmen von verschiedenen Predigern eingespielt wurden. Der Song sollte unter den auf dem 1973er Konzeptalbum Themen auch das Thema der Religion, bzw. des Mystizismus darstellen. 
Später wurde der Song dann in "The Mortality Sequence" umbenannt und unter diesem Namen aufgeführt. 

Auf der 2011 im Rahmen der Immersion-Box erschienen "Early Mix 1972" Version hatte Alan Parsons noch den Versuch unternommen die Aufnahme mit Soundschnipseln der NASA von Dialogen zwischen Astronauten einzubauen, was Waters aber aufgrund der Nähe zum "Space-Rock"-Stempel nicht so gut gefiel. 
Richard Wright
Was dann geschah ist Musikgeschichte: Alan Parsons empfahl der Band die Session-Sängerin Clare Torry, welche auf das instrumentale Stück singen sollte. 
Als Clare Torry eintraf, wurde ihr erklärt, dass es keinen Text gäbe und sie wurde gebeten den Gesang zu improvisieren und dabei keine Worte wie "Baby" oder "Yeah" zu verwenden. 
Sie benutzte ihre Stimme somit wie ein Instrument um Gefühle wie Schmerz, aber auch orgiastisches Stöhnen zu vermitteln. Nach der Aufnahme wurde sie mit 30 Pfund ausbezahlt  und ging. Laut eigener Aussage schämte sie sich für die Performance und glaubte nicht daran, dass ihr Gesang letztendlich verwendet werden würde, was sich aber als Trugschluss herausstellte.
Sie erfuhr von der Veröffentlichung ihres Gesangs lediglich durch Zufall.
Nur 2x trat die Sängerin Clare Torry mit Mitgliedern der Gruppe auf: 

1987 im Rahmen der Radio KAOS Tour von Roger Waters in London.
1990 beim "Live in Knebworth" Festival mit Pink Floyd.

Live sangen die jeweiligen Tour-Sängerinnen das Stück. Das Lied war 1973-1975, 1987-1989, sowie 1994 im Live Programm von Pink Floyd. Roger Waters grub den Song im Rahmen seiner "Dark side of the moon" Tour 2006-2008 aus.
Liveversionen der Pink Floyd Touren 1987-1989 und 1994 sind respektive auf dem Film "Delicate Sound of Thunder" (nicht auf dem Album) und dem Album/Film "P.U.L.S.E." zu sehen. 
Kurioserweise nahmen Roger Waters (mit den Sängerinnen Lucius) und David Gilmour (erstmals mit männlichem Sänger "Brian Chambers")  2016 parallel den Song in deren jeweiligen Solokonzerten wieder auf auf die Setlist. Alle beide haben den Song jedoch erstmals auf ihre Art umarrangiert.
Clare Torry 

Clare Torry gewann 2004 einen Prozess um die Autorenrechte, der sogenannten "Vocal Composition" und seitdem wird ihr Name neben dem von Richard Wright in den Songwriting-Credits erwähnt. Über die ausgehandelte Summe wurde Stillschweigen bewahrt. Wright vergab in jener Zeit auch die Genehmigung den Song in einem Werbespot für ein Schmerzmittel zu verwenden. 


Weitere Veröffentlichungen: 
1989 Pink Floyd - Delicate Sound of Thunder VHS Live Chateau de Versailles, Paris, France 1988
1992 Pink Floyd - Shine On CD Box: remastered 1992 
1992 Pink Floyd - Dark Side of the Moon 20 anniversary edition: remastered & repackaged 1993
1995 Pink Floyd - PULSE 2CD: live 20. October 1994, London (5:51)
1995 & 2003 Pink Floyd - PULSE VHS&DVD: live 20. October 1994, London; Screen Films "Wave" (4:11) & "Animation Version" (4:42)

2001 Pink Floyd - Echoes The Best of... 2CD (4:40)
2003 Pink Floyd - Dark Side of the Moon 30 anniversary edition: SACD 5.1 mix & repackaged 2003 
2005 Classic Albums: The Making of "TDSOTM": acoustic studio performance 2003 (by Roger Waters)
2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica; remastered 2007

2011 Pink Floyd - Discovery CD Box: new packaging; remastered 2011
2011 Pink Floyd - DSOTM Experience Edition 2CD; remastered 2011
2011 Pink Floyd - DSOTM 180gr. LP Edition; remastered 2011
2011 Pink Floyd - DSOTM Immersion Box Set remastered 2011; Early Mix (4:11); Live 1972 Brighton "Mortality Sequence" (3:24) ; Live 1974 Wembley (6:50); incl. also screen films for Tours 1974-1975.
2011 Pink Floyd - A foot in the door CD; remastered 2011 (4:36)
2016 Pink Floyd - DSOTM 180gr. LP Edition; remastered 2013
2017 David Gilmour - Live at Pompeii 2016 LP, CD&Bluray (6:01)
2019 Pink Floyd - The Later Years 1987-2019 DSOT remixed 2019 & 5.1 Mix; PULSE remixed 2019 & 5.1 Mix; screen film; Venice-Concert remixed 2019; Knebworth Concert remixed 2019 & 5.1 Mix.

Sonntag, 26. März 2017

Grantchester Meadows

Autor: Waters
Dauer: 7:28
First release: Ummagumma, 07. November 1969


Ausschnitte aus dem 2016-Video "Grantchester Meadows"

Grantchester Meadows ist ein wunderschöner Abgesang auf eine Zone in Cambridge namens Grantchester Meadows. Durch diese fliesst der Fluss "Cam" nachdem Cambridge benannt ist. David Gilmour wuchs direkt an den Grantchester Meadows auf und verewigte diese 1994 im Song "High Hopes". Das Video zum Song "Signs of Life" von 1987 wurde auch in den Grantchester Meadows gedreht.

Roger Waters aber kam ihm mit diesem akustischen Folk-Song zuvor. Textlich orientierte sich Waters am Cambridger Poeten "Rupert Brooke", der 1912 das impressionistische Gedicht "The Old Vicarage, Grantchester" schrieb. 
Das Lied widerspiegelt in etwa den kompositorischen Stil, den Waters 1969 hatte (siehe auch "More" aus demselben Jahr), der sich stark an der amerikanischen Singer-Songwriter-Kultur alà Bob Dylan orientierte. Gleichzeitig sind Waters' Kompositionen aber verträumter/psychedelischer geraten.


Das Lied ist wie Mason's "The Grand Vizier's Garden Party" ein Teil des Ummagumma-Studioalbums, welches kompositorisch zwischen den 4 Bandmitgliedern aufgeteilt wurde. Waters spielte 2 Stücke ein. Neben Grantchester Meadows wählte er ein weiteres experimentelles Stück namens "Several Species of small furry animals gathered together in a cave and grooving with a pict", das mit diesem akustischen Lied überhaupt nichts zu tun hatte. 

Waters hat das Lied im Alleingang aufgenommen. Alle gespielten Instrumente, Stimmen und Tape-Effects stammen von ihm. Es sei an dieser Stelle erwähnt, dass dies seit Beginn der Entstehung der Gruppe erst das 2. Lied von Pink Floyd war, welches Roger Waters allein gesungen hatte. Es wurde zwischen April und Juni 1969 in den Abbey-Road Studios aufgenommen.

Was einem gleich zu Beginn des Liedes auffällt, ist der über einminütige Vogelgesang, der so ziemlich in der gleichen Form auf "More" im Lied "Cirrus Minor" zu hören ist.


Gilmour & Waters gemeinsam bei KQED 1970
Ein weiteres Musique Concrete - Element ist die Geschichte mit der Fliege. Am Ende des Songs hört man eine umherfliegende Fliege summen und dann jemanden Treppen runterlaufen und nach der Fliege schlagen. Nach drei Versuchen erschlägt der Jäger die Fliege. Dieser Spass wurde direkt in den Abbey-Road Studios aufgenommen indem angeblich Storm Thorgherson mit einer eingerollten Zeitung die Treppen runterlief und herumschlug.Die kuriosen Raumklangeffekte, die die Band ja live mit dem Azimuth-Koordinator umsetzte kommen hier wundervoll zur Geltung. Dieses Stück wurde auch für eine Radiowerbung für das Ummagumma-Album verwendet, wie in der 2016 erschienen Compilation "Cre/ation -Pink Floyd The Early Years 1967-1972" dokumentiert.
Ebenso in der Box The Early Years 1965-1972 wurden 2016 endlich ein paar der Live-Aufnahmen veröffentlicht, die von diesem Stück existieren. Live nahm die gesamte Band das Stück von 1969 - 1970 in die Setlist auf. Im Gegensatz zur etwas längeren Studio-Version des Tracks wurde der Song im Mai 1969 (also vor Veröffentlichung von Ummagumma) live in einer BBC-Session gespielt, welche zwar nur 3:46 Minuten dauert, aber die bessere Version ist, da der Refrain 2-Stimmig mit Gilmour gesungen wird und auch ein sehr schönes Piano-Solo von Rick Wright beinhaltet. 
Ebenso wurde die Live-Version namens "Daybreak" aus der Suite "The Man & The Journey" in besagter Box veröffentlicht, wo Wrights Solo mit einem Keyboard gespielt wurde, während die Live-Aufnahme der Fernsehshow "KQED An Hour With Pink Floyd" ebenfalls endlich offiziell zu haben war. Hier singt Gilmour den Refrain alleine.

2016 wurde auch ein offizielles YouTube-Video unter Regie von Aubrey Powell (Ex-Hipgnosis) veröffentlicht, bei welcher der Audio-Track der BBC-Aufnahme und die Video-Aufnahme von KQED vermischt wurde und mit neuen Aufnahmen der Grantchester Meadows verziert wurde.


Weitere Veröffentlichungen: 
The Early Years Dramatisation 
1994 Pink Floyd - Umma Gumma 2CD: remastered & repackaged 1994
2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica (Umma Gumma); remastered 2007
2011 Discovery CD Box: new packaging (Umma Gumma); remastered 2011
2016 Pink Floyd - Umma Gumma 2LP: remastered 2016

2016 Pink Floyd - Cre/ation - The Early Years 1967 -  1972; BBC Session live 12.05.69, (3:46)
2016 Pink Floyd - The Early Years 1969 - Dramatisation CD1; BBC Session live 12.05.69,
2016 Pink Floyd - The Early Years 1969 - Dramatisation CD2; live Amsterdam 17.09.69, titled "Daybreak" (8:14)
2016 Pink Floyd - The Early Years 1970 - Deviation DVD/Bluray; live KQED "An hour with Pink Floyd" 30.04.1970 (7:37)

Sonntag, 19. März 2017

The Grand Vizier's garden party (parts 1-3)

Autor: Mason
Dauer: part 1: Entrance: 1:00
            part 2: Entertainment: 7:06
            part 3: Exit: 0:43
First release: Ummagumma, 07. November 1969

Nick Mason's "Grand Vizier's Garden Party" hat einen der wenigen alleinigen Writing-Credits des Drummers in der gesamten Karriere von Pink Floyd. 
Das Stück ist in Teil der experimentellen Studio-Hälfte des Doppel-Albums "Ummagumma", zu der alles Band-Mitglieder jeweils ein selbst komponiertes Stück beitragen mussten. 
Logisch ist Mason's Beitrag auf Percussions fokussiert, wobei sein Zugang allerdings recht kurios und experimentell ist. Wenn man Garden Party z.b. mit John Bonham's (Led Zeppelin) Moby Dick vergleicht, erkennt man, dass zwischen den beiden Drummer-Solo-Nummern Welten stehen und der Hintergrundgedanke dazu ein total anderer ist.

Das Stück teilt sich sinngemäss in 3 Teile, die wohl die Abfolge der Garten-Party des Großen Fürsten beschreiben: Zuerst Eintritt zur Fete (Teil 1), dann Unterhaltung (Teil 2) und zuletzt wieder ab noch Hause (Teil 3).
Teil 1: Entrance dauert ca. 1 Minute und besteht lediglich aus dem Flötenspiel von Mason's damaligen Ehegattin Lindy Rutter (Mason) und endet mit einem Trommelwirbel. Lindy Mason spielt übrigens auch Flöte auf dem Soundtrack "More" (bei den Songs "Green is the colour" und "Party Sequence"). 

Teil 2: Entertainment ist die eigentliche Komposition und erinnert stellenweise an ganz frühe Stücke mit Syd Barrett, wie z.b. Nick's Boogie. Kurios an der Komposition ist, dass Mason nicht einfach ein Drum-Solo abliefert, sondern verschiedene Percussions (Marimbas, Xylophon), sowie ein Melotron bedient und diese mit Tape-Loops verzerrt, verlangsamt, übereinanderschneidet. Auch hier erinnert diese "Tape-Cut-Technik" an Tracks wie "Speak to me" oder das Intro von "Money". Sehr avantgardistisch das Ganze.Teil 3: Exil dauert etwa 43 Sekunden und wiederholt die Melodie von Teil 1, diesmal allerdings mehrstimmig und ohne Trommelwirbel.

Live war diese Komposition in etwas anderer Form Teil der Live-Auftritte "The Man & The Journey" von 1969, welche Kompositionen von More, Ummagumma und früheren Stücken beinhaltete. Teil 2 wurde als "Doing it" in der Suite "The Man" gespielt. Diese Version wurde 2016 im Rahmen der Box "The Early Years 1965-1972" veröffentlicht.


Weitere Veröffentlichungen: 
Ummagumma alternative Covershot
1994 Pink Floyd - Umma Gumma 2CD: remastered & repackaged 1994
2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica (Umma Gumma); remastered 2007
2011 Discovery CD Box: new packaging (Umma Gumma); remastered 2011
2016 Pink Floyd - Umma Gumma 2LP: remastered 2016
2016 Pink Floyd - The Early Years 1969 - Dramatisation; live Amsterdam 17.09.69, titled "Doing it" (3:45)

Samstag, 11. März 2017

Goodbye Cruel World

Autor: Waters
Dauer: 1:15
First release: The Wall, 30. November 1979
Filmausschnitt Alan Parker's Pink Floyd - The Wall

Abschluss der ersten Hälfte des Pink Floyd Mega-Konzept-Albums "The Wall" und gleichzeitig der letzte Stein in der Mauer. Pink hat nun endgültig eine Mauer zwischen sich und seiner Umwelt gebaut. Zusammengesetzt aus Mauersteinen, die verschiedene Traumen seines Lebens widerspiegeln (Tod des Vaters, übertriebene Liebe der Mutter, sadistische Lehrer, Drogen, Untreue seiner Ehefrau), hat sich Pink (im Film von Bob Geldof interpretiert) nun komplett abgeschottet. Ab hier kippt sich die Handlung des/r Album/Film/Show in ein absurdes diktatorisches Szenario, welches Pink von innerhalb der Mauer lenkt, bis es zum finalen Prozess kommt.

In Album/Show/Film schottet sich Pink nach seinem Ausbruch in One of my turns bis ABITW3 nun ab. Während der Show wurde hier sehr effektvoll nach dem letzten "Goodbye" von Roger Waters der letzte Stein in die Mauer gesetzt, durch die Waters noch aufs Publikum geschaut hatte.
Im Film hingegen sieht man Pink verzweifelt gegen die dunkle, kalte Mauer anrennen und klopfen.



Musikalisch besteht das kurze Stück lediglich aus Bass und ein paar von Bob Ezrin eingespielten VCS3 Sounds. Der Basslauf ist an jenen von Careful with that axe, Eugene bzw. dem Finale von See Emily Play angelehnt. Textlich verabschiedet sich Pink von der Welt, Selbstmordfantasien kommen auf, auch wenn dieser Abschied von der Welt als symbolisch zu verstehen ist.

Da das Lied dramaturgisch einen essenziellen Moment der Story darstellt, wurde der Track auf jeder Live-Darbietung von The Wall gespielt. Da diese knappe Minute jedoch ausserhalb des Album-Konzepts kaum Sinn macht. Gibt es keine Aufführungen ausserhalb des Konzepts.


Weitere Veröffentlichungen: 
DVD-Edition Alan Parker's The Wall
1982 Alan Parker - Pink Floyd's The Wall VHS
1990 Roger Waters - The Wall Live in Berlin; live 21. Juli 1990 Potsdamer Platz Berlin; 2LP, 2CD, VHS (1:38)
1992 Pink Floyd - Shine On CD Box: remastered 1992 
1992 Pink Floyd - The Wall 2CD: remastered & repackaged 1992
2000 Pink Floyd - Is there anybody out there? - The Wall Live 1980-81; live 07. August 1980(1:41)
2003 Alan Parker - Pink Floyd's The Wall DVD; 5.1 mix
2003 Roger Waters - The Wall Live in Berlin; live 21. Juli 1990 Potsdamer Platz Berlin; 5.1 mix; DVD
2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica; remastered 2007
2010 Roger Waters - The Wall Live in Berlin Special Edition; live 21. Juli 1990 Potsdamer Platz Berlin; 5.1 mix; DVD & 2CD;
2011 Pink Floyd - Discovery CD Box: new packaging; remastered 2011
2011 Pink Floyd - The Wall Experience Edition 3CD; remastered 2011
2011 Pink Floyd - The Wall 180gr. 2 LP Edition; remastered 2011
2011 Pink Floyd - The Wall Immersion Box Set (incl. The Wall remastered 2011; Is there anybody out there? remastered 2011 / RW Demo (0:25); Band Demo programme 2 (1:13), Band Demo programme 3 (1:06)

2015 Roger Waters - The Wall A soundtrack to the film 2CD, 3LP (1:35)
2015 Roger Waters - The Wall A film by Roger Waters and Sean Evans DVD, BluRay, 2 BluRay 

Freitag, 3. März 2017

Goodbye blue sky

Autor: Waters
Dauer: 2:47
First release: The Wall, 30. November 1979

Goodbye Blue Sky eröffnet Seite 2 des 1979 Pink Floyd Erfolgsalbums "The Wall". Zu Beginn hört man Vogelgezwitscher und ein kleines Kind sprechen. Beim Kind handelt es sich um den 1977 geborenen Harry Waters, der seit 2006 mit seinem Vater tourt und letztendlich auf Roger Waters' The Wall Tour 2010-2013 als Keyboarder dabei war.
Nicht nur das Vogelgezwitscher, sondern auch die akustische Instrumentierung und Gilmour's Gesang erinnern stark an die pastoralen, flockigen und akustischen Songs wie Cirrus Minor, Grantchester Meadows und weitere Songs der End-60er. 
Den akustischen Gitarren stehen jedoch bedrohliche Keyboards gegenüber, die ein Gefühl der Angst vermitteln. Waters, Wright und Gilmour spielen hier allesamt Synthesizer, während Gilmour die restliche Instrumentierung übernimmt. 
Thematisch dreht sich der Song nämlich um die Bombenangriffe der Deutschen Wehrmacht in London, als die Menschen in die Keller flüchten und Gasmasken aufsetzen mussten. 

"did you see the frightened Ones? did you hear the falling bombs?"

Diese traumatische Erfahrung blieb der Bevölkerung noch lange nach Kriegsende in den Knochen.

"the flames are all long gone, but the pain lingers on."

Bereits die auf der Immersion Box 2012 erschienen Demo-Versionen zeigen, dass der Song fast fertig war, als Roger Waters diesen der Band vorstellte.

Blutiger Deutscher Adler

Im Film ist der Song an anderer Stelle platziert und zwar nach "When the Tigers broke free" und vor "The happiest day of our lives". Das Lied wurde von Gerald Scarfe meisterlich in einen furchterregenden Animationsfilm verpackt, in welchem die Friedenstaube zu einem bedrohlichen Deutschen Adler wird, der als Bomber Bomben abwirft; die Frightened Ones mutierte Gasmasken-Menschen sind und der Union-Jack sein wahres blutiges Gesicht zeigt. Eine der besten Arbeiten des britischen Grafikkünstlers.

The Frightened Ones (Gerald Scarfe)

Der Animationsfilm wurde bis heute auf den The Wall-Shows projiziert. Allerdings warfen die Bomber in der neuen Version keine Bomben sondern religiöse (Kreuz, Halbmond, Judenstern) und kapitalistische (Shell, Mercedes, Dollar) Symbole ab. Dies führte zu einigen lächerlichen Polemiken über Antisemitismus. 

Roger Waters & Joni Mitchell bei den Proben 1990
Das Lied wurde auf allen The Wall Shows aufgeführt. In Berlin sang Joni Mitchell den Song und wurde vom Berlin Radio Symphony Orchestra und James Galway (Flute) begleitet. Sehr interessante Version, von der auf der 2010 erschienen "The Wall Live in Berlin"-DVD-Edition ein Audio-Multi-Channel Mix veröffentlicht wurde, bei dem man zwischen den verschiedenen Instrumentierungen wechseln kann. Auch die Live-Version von 2010-2013 wurde etwas umarrangiert und verlängert. Die Backing-Band dieser Tour spielte den Song während der Tour manchmal auf kleinen Club-Gigs.

Weitere Veröffentlichungen: 
Live in Berlin DVD-Label 2010 Edition
1982 Alan Parker - Pink Floyd's The Wall VHS
1990 Roger Waters - The Wall Live in Berlin; live 21. Juli 1990 Potsdamer Platz Berlin; 2LP, 2CD, VHS (3:53)
1992 Pink Floyd - Shine On CD Box: remastered 1992 
1992 Pink Floyd - The Wall 2CD: remastered & repackaged 1992
2000 Pink Floyd - Is there anybody out there? - The Wall Live 1980-81; live 07. August 1980(3:15)
2003 Alan Parker - Pink Floyd's The Wall DVD; 5.1 mix
2003 Roger Waters - The Wall Live in Berlin; live 21. Juli 1990 Potsdamer Platz Berlin; 5.1 mix; DVD
2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica; remastered 2007
2010 Roger Waters - The Wall Live in Berlin Special Edition; live 21. Juli 1990 Potsdamer Platz Berlin; 5.1 mix; DVD & 2CD; Audio-Multi-Channel Mix (Orchestra, Joni Mitchell, Choir)
2011 Pink Floyd - Discovery CD Box: new packaging; remastered 2011
2011 Pink Floyd - The Wall Experience Edition 3CD; remastered 2011
2011 Pink Floyd - The Wall 180gr. 2 LP Edition; remastered 2011
2011 Pink Floyd - The Wall Immersion Box Set (incl. The Wall remastered 2011; Is there anybody out there? remastered 2011 / RW Demo (0:40); Band Demo programme 2 (2:23)
2015 Roger Waters - The Wall A soundtrack to the film 2CD, 3LP (3:40)
2015 Roger Waters - Th Wall A film by Roger Waters and Sean Evans DVD, BluRay, 2 BluRay