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Samstag, 17. Juni 2017

Have a Cigar

Autor: Waters
Dauer: 5:08
First release: Wish you were here, 05. September 1975
Single Cover 1975

Gemeinsam mit Welcome to the Machine beziehen sich die beiden Songs auf dem Dark Side of the Moon Follow Up Wish You Were Here auf die eiskalte Musikindustrie, die nur darauf auf ist möglichst viel am Erfolg der Musiker mitzuverdienen. 
Bereits im Song "Cymbaline" aus dem Soundtrack des Films More, nahm Roger Waters Bezug auf die Musikindustrie "your manager and agent are both busy on the phone, selling coloured photographes to magazines back home", aber erst auf WYWH wird die Kritik deutlich und unmissverständlich. Pink Floyd wussten wovon sie sprachen, war doch Syd Barrett irgendwie auch ein Opfer der Musikindustrie und deren Markt-Orientierung, die das Gegenteil des Kunstverständnisses Barretts darstellte und seine Frustration mitnährte. 

Besonders die Zeile "Oh, by the way, which one's Pink" wird von allen Pink Floyd Mitgliedern als wahrheitsgetreue Anekdote beschrieben. Besonders in den USA  wurde die Band nach dem
Have a Cigar 7" Portugal
Erfolg des Albums DSOTM mit offenen Armen von allen möglichen Managern empfangen, die ihre Musik über alles lobten, aber keine Ahnung von der Band hatten. Oft waren sie davon überzeugt, dass einer der Mitglieder Pink hiess und die Band nach ihm benannt wurde.

Diese Anekdote wurde auch für das Album "Pink Floyd The Wall" aufgegriffen, in welchem der Hauptdarsteller Pink heisst und ein Rockstar ist, der unter dem Druck von Fans und Industrie leidet: "Pink isn't well, he stayed back at the Hotel".
Ebenso wurde die Zeile "Oh, by the Way" als Titel einer re-issue Kampagne 2007 verwendet, während zeitgleich eine BBC-Doku über Pink Floyd namens "Which one's Pink" gedreht wurde.

Musikalisch ist es eine für Pink Floyd sehr funkige Nummer. Funk hatte es zwar auch schon vorher gegeben, z.b. im Mittelteil von Echoes (Meddle) oder in der Travel Sequence (live Nummer der Tour 1972), aber bis zum Album Wish You Were Here niemals in simpler Song-Form. 
Es war auch der einzige Song des Albums, der als Single in einigen Ländern veröffentlicht wurde.

Eingespielt wurde der Song in mehreren Takes in den Abbey Road Studios gemeinsam mit Brian Humphries an den Reglern als Sound-Engineer, wobei der Song auf einem Bass-Riff von Roger Waters basierte und entfernt an den Mittelteil von Echoes erinnerte. Einzig über den Gesang wurde sich die Band nicht einig. Waters schaffte angeblich die Tonlage nicht und Gilmour konnte sich mit Waters' Textinhalten nicht anfreunden und wollte den Text nicht singen.  
Es wurden verschiedene Versionen im Studio durchprobiert. Eine "Alternative Version" wurde 2011 in der Immersion-Box des Albums veröffentlicht. Diese wird von Waters und Gilmour im Duett gesungen und dauert etwa 2 Minuten länger. Eine weitere Alternativ-Version, nur von Waters gesungen zirkuliert ebenso in Bootleg-Kreisen. 
Gesichtsloser Businessman auf Immersion Box 2011

Die offizielle Version wurde allerdings von Roy Harper gesungen, welcher zur Zeit der Aufnahmen von WYWH im Studio nebenan sein eigenes Album aufnahm. Er war auch ein langjähriger Freund der Band und spielte gemeinsam mit ihnen beim ersten Free Hyde-Park Konzert 1968. Die Wahl war eine gute Lösung des Dilemmas, da als Aussenstehender der Band eine satirische Auseinandersetzung mit der Musikindustrie glaubhafter war. Waters erklärte aber eher unzufrieden mit dem Ergebnis zu sein, da Harper seiner Meinung nach den Song zu satirisch interpretiert hat.
Roy Harper und Pink Floyd im Studio 1975

Live wurde der Song 1975 bereits vorgetragen, dann 1977 auf der In the Flesh Tour. 
Roger Waters hat "Have A Cigar" auf ALLEN Konzerten der Hitchhiker (1984/85) & KAOS Touren (1987 - hier aber von Paul Carrack gesungen) gespielt. (Danke Boris für den Hinweis)

Auch 2006 grub Roger Waters den Song wieder aus und trug ihn auf seiner DSOTM-Tour vor. Ebenso bei einer Handvoll von Konzerten 2016 in Mexico und USA.
Erst 2017 hat Waters die Akkordfolgen und Instrumentierung des Songs als Basis eines neuen Songs  seines Albums "Is this the life we really want?" verwendet um daraus einen neuen namens "Smell the Roses" zu kreieren, der als Variation von Have a Cigar gelten könnte.
Obwohl der Song tanzbar und funky ist und sogar als Single veröffentlicht wurde, ist er lediglich auf "A Foot in the Door - The Best of Pink Floyd" seit 2011 ausserhalb des Albums erhältlich.


Weitere Veröffentlichungen: 
1975 Pink Floyd - Have a Cigar / Shine on you crazy diamond part 1, 7" (Portugal et. al.)
1992 Pink Floyd - Shine On CD Box: remastered 1992 
1992 Pink Floyd - Wish you were here: remastered & repackaged 1992


2005 Pink Floyd - Wish you were here 30 anniversary edition: SACD 5.1 mix & repackaged 2005 
2005 Classic Albums: The Making of "WYWH": acoustic studio performance 2003 (by Roger Waters)
2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica; remastered 2007

2011 Pink Floyd - Discovery CD Box: new packaging; remastered 2011(5:24)

2011 Pink Floyd - WYWH Experience Edition 2CD; remastered 2011
2011 Pink Floyd - WYWH 180gr. LP Edition; remastered 2011
2011 Pink Floyd - WYWH Immersion Box Set remastered 2011; 5.1 Mix; Quad Mix 1975; Alternative Mix (7:07)
2011 Pink Floyd - A foot in the door CD; remastered 2011

Donnerstag, 7. Januar 2016

Dogs

Autor: Waters, Gilmour
Dauer: 17:03
First release: Animals, 21. Januar 1977
German LP-Label

Dogs wurde bereits 1974 geschrieben und live ins Programm aufgenommen. Damals hieß es noch You've got to be crazy und sollte gemeinsam mit Shine on you crazy diamond und Raving and drooling (das spätere Sheep) auf dem Folgealbum von Dark Side of the Moon erscheinen. Aus dem wurde dann Wish you were here und nur Shine on schaffte es in die Tracklist. Angeblich kam es in diesem Zusammenhang bereits zu einem ersten größeren Disput zwischen Waters und Gilmour. 
Obwohl die beiden Songs erst 1977 auf dem Album Animals unter anderem Namen erschienen, waren sie vielen Fans bereits bekannt, da 1974/1975 ein Bootleg namens "British Winter Tour '74" erschien und viele Fans glaubten es handle sich um das neue Floyd-Album.
Allerdings blieben die beiden Frühversionen der Songs bis 2011 (!) unveröffentlicht, bis sie in der Immersionbox des Albums Wish you were here erschienen. Die Aufnahme stammt von einem Konzert in Wembley im November 1974.
Da die Livedarbietungen von You've got to be crazy sich jedoch kontinuierlich änderten und auch 1975 im Live-Programm waren, gibt es außer dieser öffentlichen Live-Version noch verschiedene Live-Mitschnitte, in welchen der Track sehr unterschiedlich dargeboten wird. 
Besonders der Text und die Gesangsgeschwindigkeit wurden im Laufe er Jahre reduziert, wie Gilmour bestätigt:



Once in a while I would find something uncomfortable to sing. The first lot Roger wrote for "Dogs" when it was called "You Gotta Be Crazy", were just too many words to sing. ... "Dogs" had so many words, I physically couldn't get them in. [We] just cut out two-thirds of
his words, to make it possible rather than impossible.
— David Gilmour

Es wurden somit beinahe 2 Drittel des Textes gestrichen und für das Konzept des Animals Albums wurden einige Textpassagen geändert. Das Konzept sah vor die Menschen in Schweine, Hunde und Schafe einzuteilen und wird weithin als Anlehnung an George Orwell's Animal Farm  verstanden. In ungewohnt aggressiver und zynischer Form kritisierte der Waters'sche Text unsere Ellbogengesellschaft. Diese zynische Haltung hat Waters seitdem in seinen Texten beibehalten. Die Aggression machte sich auch in der eher rauen Studioproduktion bemerkbar. Das Album wurde 1976 erstmals im bandeigenen Britannia Row Studio aufgenommen.

Den Gesang teilten sich Gilmour (1. Hälfte) und Waters (2. Hälfte).
In Fankreisen zirkuliert ein Bootleg mit Demo-Aufnahmen für das Album. Im Gegensatz zur finalen Version von Dogs, hatten Waters und Gilmour auf der Demo-Version noch vertauschte Gesangsparts (Waters sang die 1. und Gilmour die 2. Hälfte des Songs).

Mit Animals wurde auch die Ära der Floyd'schen Long-Tracks beendet. Auf keinem der folgenden Alben gab es Songs die die 8 Minuten Marke überschritten, und Dogs war mit 17 Minuten der längste Track auf dem Album. Leider wurde das Album aufgrund des Erfolgs von TDSOTM, WYWH und The Wall immer sehr stiefmütterlich behandelt, was sich als schade erweist, da besonders Dogs einige der wohl schönsten Gitarrensoli des gesamten Floyd-Katalogs zu bieten hat.
Für verschiedene Best of - Alben wurde stets der Song Sheep bevorzugt, was wahrscheinlich auf seine kürzere Dauer zurückzuführen ist.
Erstmals wurde auf der 1977er Tour auch ein Gastgitarrist namens Snowy White angestellt um die schönen zweistimmigen Harmonien der Soli auch live spielen zu können.

Der Song wurde auf der In the Flesh Tour 1977 jedesmal gespielt. Auf dieser Tour kam es zum berühmten "Spitting incident" von Roger Waters, was der Grundstein die Idee für The Wall war. Ob Waters hier seinen eigenen Text für Dogs in die Tat umgesetzt hat, ist bis heute nicht geklärt:

"...Who was trained not to spit in the fan..."

Erst 1999-2002 brachte Roger Waters den Song wieder live auf die Bühne (die Tour hieß übrigens auch wieder In the Flesh). Die Waters-Show wurde auf CD und DVD veröffentlicht. Obwohl der Song eine gemeinsame Waters-Gilmour Komposition ist, hat Gilmour den Song seit 1977 nie mehr live vorgetragen.
Waters hingegen performed den Song seit 2016 wieder auf seiner "Us + Them" Tour komplett mit Battersea Power Station.

2022 erschien der seit 2018 fertige Re-Mix von James Guthrie und brachte den Song zu neuem Glanz!


Weitere Veröffentlichungen: 
1992 Pink Floyd - Shine On CD Box: remastered 1992 
1992 Pink Floyd - Animals CD: remastered & repackaged 1992

2002 Roger Waters - In the flesh live 2CD live März-Juni 2000 USA (16:25)
2002 Roger Waters - In the flesh live DVD 
2006 Roger Waters - In the Flesh live 2CD&DVD re-edition
2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica; remastered 2007
2010 Roger Waters - The Roger Waters Collection Box (In the Flesh)
2011 Pink Floyd - Discovery CD Box: new packaging; remastered 2011
2011 Pink Floyd - Wish you were here Experience & Immersion Box Set You've got to be crazy live Wembley Stadium 11.1974 (18:13)
2022 Pink Floyd - Animals 2018 Remix 

Donnerstag, 28. Mai 2015

Cluster One

Autoren: Gilmour, Wright
Dauer: 5:56
First release: The Division Bell, 30. März 1994


Bookletgrafik der CD-Edition

Cluster One ist ein wahres Meisterwerk der mittlerweile vorletzten Pink Floyd-Platte The Division Bell aus dem Jahr 1994. Es ist das Erste von Wright mitkomponierte Musikstück seit dem Album Wish you were here (1975) und meisterhaft atmosphärisch aufgebaut. Nachdem David Gilmour ja schon auf A Momentary Lapse of Reason versuchte mit "Signs of life" ein Album-Intro a là "Shine on you crazy diamond part 1" zu recyceln, ist der Versuch mit Cluster One eindeutig besser gelungen.

Die ersten 1,5 Minuten des Albumopeners bestehen aus sogenannten "Earthnoises": 
Co-Produzent Bob Ezrin war auf der Suche nach "Geräuschen aus dem Weltall" und man fand die Lösung in den Aufnahmen von elektromagnetischen Wellen, welche sich während starken Gewittern entladen.  Die Aufnahmen wurden von einem Seismologen namens G. William Forgey gemacht. 
Aus diesen "Earthnoises" schälen sich Keyboardsounds und ein Piano heraus, zu welchen sich nach einigen Minuten Gilmours Gitarre gesellt. Immer deutlicher entsteht eine Melodie, welche in der zweiten Hälfte von Nick Mason's sparsamen Percussions vervollständigt wird. Die berüchtigte Energie der 3 verbliebenen Floyds beim jammen wird hörbar und macht deutlich, dass dieses Album im Gegensatz zum Vorgänger auf der Basis von Jam-Sessions entstanden ist. 
Nicht ohne Grund verweisen auch diverse Rezensionen zum Album in Richtung Wish You Were Here. Vieles hier erinnert stark an die Sounds des Erfolgsalbums von 1975. 
Wenn man im Vergleich das Album "The Endless River" von 2014 anhört, erkennt man, dass es sich um die selben Aufnahmesessions gehandelt haben muss. Bereits in Cluster One wird der Ambientcharakter der Produktion deutlich.


Online-Werbebanner der TDB20-Box
Der Name des Stückes ergibt sich übrigens aus der Tatsache, dass sich bei eben diesen Aufahmesessions von über 60 Tracks die Notwendigkeit ergab diese in 3 verschiedene Kategorien/Cluster  zu zusammenzufassen. Diese Kategorien waren 'kosmische, 'bluesige' und ' akustische' Musikstücke. Cluster One war also aus der 1. Kategorie und behielt einfach seinen Namen. In ersten Presseaussendungen im Februar 1994 wurde der Track aber Nearly Touching/Cluster One genannt.


Die Jubiläumsedition von The Division Bell TDB20 wartet mit einem optimalen 5.1 Mix des Tracks auf.

Cluster One ist ein wenig beachtetes Instrumental zum Träumen, welches die direkte Brücke zum Album "The Endess River" bildet.

Inhalt der TDB20-Box 2014

Weitere Veröffentlichungen: 
2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica; remastered 2007
2011 Pink Floyd - Discovery CD Box: new packaging; remastered 2011
2014 Pink Floyd - TDB20 Box: 2LP; 2011-remastered CD-Version; BluRay 5.1 mix 2014 & HD Stereo mix 2014
2019 Pink Floyd - The Later Years 1987-2019 TDB 5.1 Mix

Sonntag, 25. Oktober 2015

5 A.M. / And then...

Autor: Gilmour
Dauer: 5 A.M. 3:04 
            And then... 4:27
First release: David Gilmour - Rattle that lock,  15. September 2015
Cover 2015

Am 15. September 2015 ist nach 9 Jahren das langerwartete 4. Soloalbum von David Gilmour Rattle that lock erschienen. Das Album wurde auf 10 Live-Daten in Europa vorgestellt, auch wenn es nicht in seiner Gesamtheit gespielt wurde. 
Von den beiden Instrumentaltracks, die hier beschrieben werden, wurde lediglich der erste als Konzertopener gespielt, obwohl sie zusammenzugehören scheinen. Die beiden Instrumentals geben dem Album einen thematischen wie einen musikalischen Rahmen. Laut Gilmour handelt das gesamte Album in einer Art "Konzeptthematik" davon, welche Gedanken einem Mensch während dem Verlauf eines Tages durch den Kopf gehen. 

Sinngemäß beginnt das Album mit 5 AM, das mit morgendlichem Vogelgezwitscher und harmonischen Streicherelementen beginnt. In Begleitung einer akustischen Gitarre zaubert David Gilmour wieder einmal eine sehr eingängige Ohrwurmmelodie aus seiner Gitarre, die einem sofort im Ohr haften bleibt. Was man Gilmour hier vorwerfen könnte, ist die Tatsache, dass er seit dem erfolgreichen Intro des Albums Wish you were here  bei jedem folgenden Album (bei dem Waters nicht dabei war und mit Ausnahme von About Face)  versucht hat mit Signs of life, Cluster One, oder Castellorizon das Erfolgskonzept von 1975 zu wiederholen. Allerdings ist es ihm auf diesem Album letztendlich doch sehr gut gelungen! 

Gilmour spielt auf der Nummer alle Instrumente (Gitarre, Bass, Keyboard) selbst, bis auf das Orchesterarrangement, das wieder von Zbigniew Preisner übernommen wurde. Dieser war auch auf On an island für die Orchesterarrangements zuständig. 

Der Titel des Stückes kommt dem Song 5:01 AM (The Pros and Cons of Hitchhiking, Part 10) von Roger Waters somit um 1 Minute zuvor, was sicherlich wieder für Gesprächsstoff in Fankreisen sorgen wird.
Promo für die Tour 2015

And Then... hingegen beendet das Album mit derselben Melodie des Intros (wieder fällt einem das Album Wish you were here ein), diesmal aber in weniger "Ambient"-Form und mit einer einfachen Rhythmik unterlegt. Diese stammt von Andy Newmark (The Wall Tour 80-81; The Final Cut) an den Drums und Danny Cummings an den Percussionen. Der Song beginnt mit der E-Gitarre und endet mit einem akustischen Gitarrensolo, das stark an die Live-Version von High Hopes der letzten Jahre erinnert.
Der Song endet thematisch passend am abendlichen Lagerfeuer und man hört atmosphärisch das Holz knistern. 

Generell scheint das "Tages-Konzept" des Album etwas weit hergeholt und mit dem Verweis auf das Buch "Paradise Lost" zusätzlich verwirrend. Allerdings sind diese beiden Instrumentals der wohl überzeugendste Beitrag zum Konzept.

Zum Schluss erlaube ich mir noch einen Verweis auf den Song At the end of the day von Mason+Fenn u machen. Dabei handelt es sich um den vorletzten Track des Albums Mason+Fenn: Profiles von 1985 und erscheint thematisch und musikalisch eine ähnliche Idee zu verfolgen.

5AM wurde als Konzert-Intro bei jedem Konzert der Tour verwendet.
2017 veröffentlichte Gilmour das Live-Album Live at Pompeii wobei 5AM 2x vertreten ist. die 2. Version von Wroclaw, Polen ist nur als Video erhältlich.

Weitere Veröffentlichungen: 
Das Album wurde als LP, CD, CD-DVD oder CD-BluRay Deluxe Edition, sowie zum Download angeboten. Die DVD und BluRay enthalten auch das Dolby 5.1 Mix
2017 David Gilmour - Live at Pompeii 2016 LP, CD&Bluray (3:13)
2017 David Gilmour - Live at Pompeii 2016 Bluray (3:01)

Sonntag, 1. November 2015

A boat lies waiting

Gilmour & Wright ca. 1970
Autor: Gilmour Text: Samson
Dauer: 4:35
First release: David Gilmour - Rattle that lock,  15. September 2015


Gilmour & Wright ca. 2007














Nach dem Tod von Richard Wright am 15. September 2008 änderten sich David Gilmour's Pläne grundlegend. Hauptsächlich wurde die Fertigstellung des Solo-Albums "Rattle That Lock" durch das Hommage-Album an Rick Wright namens "Pink Floyd - The Endless River" unterbrochen. 
Der Verlust des musikalischen Wegbegleiters Wright wiegt aber so schwer, dass auch auf dem letztendlich heuer erschienen Solo-Album ebenfalls eine eindeutige Huldigung an den ehemaligen Floyd-Keyboarder und Freund enthalten ist.

A Boat Lies Waiting nimmt textlich Bezug auf Wright's Passion des Segelns und des Meeres. Wrights Vorliebe für das Meer und die Seefahrt prägten nicht nur dessen Songwriting ("Wet Dream"), jedoch auch seinen Rauswurf aus Pink Floyd, als er sich während der Aufnahmesessions zu The Wall weigerte seinen Bootsurlaub zu unterbrechen. 
Obwohl der Text von Polly Samson stammt, scheint er in sehr klarer Weise den Schmerz und die Ausweglosigkeit von Gilmour's Trauer zu widerspiegeln. 
Gekonnt nutzt Samson die Symbolik der Bootsfahrt um die Trauer darzustellen. Unweigerlich kommt einem das Cover des Albums "The Endless River" in den Sinn.



The Endless River Cover
Something I never knew
In silence I'd hear you
And a boat lies waiting
Still your clouds all flaming
That old time easy feeling

What I lost was an ocean
Now I'm drifting through without you
In this sad barcarolle

What I lost was an ocean
And I'm rolling right behind you
In this sad barcarolle

                             It rocks you like a cradle
                              It rocks you to the core
                              You'll sleep like a baby
                          As it knocks at Death's door


A propos "The Endless River": Musikalisch und produktionstechnisch scheint der Track beinahe wie ein Überbleibsel aus den "The Endless River" Tracks. Die Produktion ist eben sehr "Ambient"lästig, was der Verträumtheit und Traurigkeit des Liedes jedoch keinen Abbruch tut. Besonders in der ersten Hälfte des Liedes werden Parallelen zum 2014er Pink Floyd Album offensichtlich.

Musikalisch erinnert der Klavierakkord sehr stark an Wright's Harmonien, auch wenn die Komposition von Gilmour stammt (dies fiel schon bei "Anisina" auf). Gilmour berichtet die Aufnahme stamme ursprünglich sogar aus einer Home-Session, die etwa 20 Jahre zurückliegt. Man hört sogar im Hintergrund einmal eines seiner Kinder quäken, welches heute bereits erwachsen ist. Der Gesang, der erst nach ca 2 1/2 Minuten einsetzt, wurde mit Harmonien von Crosby & Nash (bereits auf dem 2006er Album On an Island vertreten) verfeinert. Zuvor hört man aber die Originalstimme von Wright sagen "It's like going to the sea, there is nothing". 



Live 2015

Gilmour performte den Song live auf jeder seiner Live-Daten 2015 und dies besonders passend in einer Art "Huldigungs-Sequenz" indem er die Songs Wish you were here, A Boat lies waiting und The Blue hintereinander spielte. Während des Songs sah man David Gilmour erstmals ohne Gitarre oder sonstige Instrumente auf der Bühne stehen und singen. Die Live-Version von Pompeii wurde 2017 veröffentlicht.

Weitere Veröffentlichungen: 

Das Album wurde als LP, CD, CD-DVD oder CD-BluRay Deluxe Edition, sowie zum Download angeboten. Die DVD und BluRay enthalten auch das Dolby 5.1 Mix
2017 David Gilmour - Live at Pompeii 2016 LP, CD&Bluray (4:55)

Samstag, 23. Juni 2018

In the flesh?

Autor: Waters
Dauer: 3:20
First release: The Wall, 30. November 1979


Vinyl Edition 2016

"... we came in?" 
Der Anfang des Mega-Konzept-Albums "The Wall" von Pink Floyd ist gleichzeitig auch das Ende. Die ersten Töne des Albums sind die letzten Akkorde von "Outside the wall", dem letzten Song des Albums, das mit den Worten des Masterminds Roger Waters "Isn't this where..." endet. Bereits bei "Dark Side of the Moon", Wish you were here" und "Animals" folgten Floyd Alben der Tradition dem Inhalt einen zirkulären Rahmen zu geben.
Der Hörer wird nach 20 Sekunden allerdings von brachialen Riffs und Drum-Patterns überrascht, die den Opener "In the flesh?" einleiten. 
Der Song wurde erst in einer zweiten Phase dem ursprünglichen Konzept hinzugefügt, da Waters ein passendes Intro für den Erzählstrang fehlte. 

Die Musik:
Das Riff stammt eigentlich aus der Demo von "The Pros and Cons of Hitch Hiking". Roger Waters stellte der Band bekanntlich "The Wall" und "Pros and Cons..." zur Auswahl, worauf diese sich für "The Wall" entschied. Als Waters, wie oben erwähnt, ein Intro zum Album fehlte, bediente er sich einfach an einigen Riffs, die letztendlich auch auf seinem ersten Solo-Album zu hören sind. Bei den Songs "Apparently the were travelling abroad (4:30AM)" und "Dunroamin, Duncarin, Dunlivin (4:58AM)" sind diese deutlich herauszuhören. 
An der Aufnahme war neben den 4 Floyds auch Freddie Mandell an der Hammond-Orgel beteiligt und die 4 männlichen Chorsänger (Bruce Johnston, Stan Farber, John Joyce und Joe Chemay...). Die Drums haben einen "Live-Effekt", der Nick Mason einen ungewohnten harten Klang beschert. Bob Ezrin sei Dank. 
Die auf der Immersion Box 2012 veröffentlichte Demo-Version beinhaltet noch keinen Background-Gesang und Keyboards. Auch der Text ist noch eher eine Kurzversion des Textes zu "In the flesh" (next post).


Der Film:
The stary gaze
In dieser ersten Szene des Films zeigt Alan Parker Protagonist "Pink" bei einem Konzert auf einem Balkon, angezogen wie ein Diktator, dem die Fans wie Schafe und verklärtem Blick jedes Wort von den Lippen ablesen. Im Handlungsstrang findet dieses Konzert jedoch nach der Wandlung von Pink in einen Diktator statt. Regisseur Alan Parker vermischte diese Konzertszenen mit Polizeigewaltszenen (angeblich tatsächlich bei Pink Floyd Konzerten in USA passiert) und mit Kriegsszenen bei denen Pink's Vater (wie Roger Waters' Vater) durch ein Kampfflugzeug im 2. WK getötet wird. Diese Kriegsszene geht dann direkt - wie auch auf dem Album - in Baby-Geschrei über, welches den nächsten Track "The Thin Ice" einleitet.
Im Film wird Pink von Bob Geldof (Boomtown Rats) interpretiert und singt auch den Text zu In the flesh?.

Live:
Is there anybody out there? Cover mit Masken
Roger Waters' ursprüngliche Idee (nach der 1977er In the Flesh - Tour) war ja eigentlich zwischen Publikum und Band eine Mauer aufzubauen. Er fühlte sich immer unwohler auf der Bühne und empfand eine grosse Distanz, wenn nicht gar Abneigung, zu Pink Floyds Publikum, das er wie eine hirnlose Masse ansah. 
In seiner Phantasie liess er durch Kampfflieger Bomben aufs Publikum werfen und diese Masse für ihre Blindheit strafen. De facto wurde diese Idee auch mittels des berühmten Stuka-Bombers zu Beginn der Live-Show umgesetzt. ("lights, roll the sound effects, action, drop it on them!")

Ausserdem stellten Pink Floyd ihre 4 Tour-Musiker Snowy White (1981 Andy Roberts), Willie Wilson, Peter Woods und Andy Bown mit Pink Floyd Masken für diesen Track auf die Bühne. Die Idee dahinter war, dass Pink Floyd austauschbar waren und dass das Publikum nicht einmal dahinter kommen würde, dass es sich hier gar nicht um die wahren Pink Floyd handelte! ("tell me is something eluding you sunshine? Is this not what you expected to see?") 
Nach der The Wall Tour 1980-81 wurde der Song nur noch von Roger Waters Solo live aufgeführt. Am Bekanntesten wohl die Live Version von Berlin 1990, bei welcher The Scorpions den Song performten. 
Danach war der Song klarerweise Teil der The Wall Tour 2010-2013. 2012 performte Roger Waters den Song im Amerikanischen Fernsehen mit den Foo Fighters.




Roger Waters The Wall Live 2010-2013



Weitere Veröffentlichungen: 
1982 Alan Parker - Pink Floyd's The Wall VHS (feat. Bob Geldof)
1990 Roger Waters - The Wall Live in Berlin; live 21. Juli 1990 Potsdamer Platz Berlin; 2LP, 2CD, VHS (4:07) (feat. The Scorpions)
1992 Pink Floyd - Shine On CD Box: remastered 1992 
1992 Pink Floyd - The Wall 2CD: remastered & repackaged 1992
2000 Pink Floyd - Is there anybody out there? - The Wall Live 1980-81; live 07. August 1980(3:01)
2003 Alan Parker - Pink Floyd's The Wall DVD; 5.1 mix
2003 Roger Waters - The Wall Live in Berlin; live 21. Juli 1990 Potsdamer Platz Berlin; 5.1 mix; DVD
2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica; remastered 2007
2010 Roger Waters - The Wall Live in Berlin Special Edition; live 21. Juli 1990 Potsdamer      Platz Berlin; 5.1 mix; DVD & 2CD
2011 Pink Floyd - Discovery CD Box: new packaging; remastered 2011
2011 Pink Floyd - The Wall Experience Edition 3CD; remastered 2011
2011 Pink Floyd - The Wall 180gr. 2 LP Edition; remastered 2011
2011 Pink Floyd - The Wall Immersion Box Set (incl. The Wall remastered 2011; Is there anybody out there? remastered 2011 /  Band Demo programme 3 (3:24)
2015 Roger Waters - The Wall A soundtrack to the film 2CD, 3LP (4:16)
2015 Roger Waters - The Wall A film by Roger Waters and Sean Evans DVD, BluRay, 2 BluRay