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Freitag, 8. November 2024

Picture That

Autor: Waters
Dauer: 6:47
First release: Is this the life we really want? LP, CD 2. Juni 2017



Picture That ist einer jener Songs von "is this the life we really want?", die von Roger Waters auf seiner Us + Them Live Tour 2018 gespielt wurde.



Musikalisch bewegt sich der Song in Reminiszenzen an Wish you were here (Welcome to the machine, SOYCD part 2) und Rhythmen aus Animals (Sheep). Der Song ist ziemlich dramatisch aufgebaut und löst ein Gefühl der Unruhe aus. Nigel Godrich, der das Album produziert hat, hat hier gekonnt typische Pink Floyd - Trademarks mit etwas moderneren Stilmitteln vermengt. Textlich besingt Waters in zynischer Weise die Folgen des Krieges und die Gleichgültigkeit der Menschen, die sich in ihrem eigenen Luxus verlieren.

Live wurde das Lied von einem aussagekräftigen Video untermalt, in dem ein US-Soldat per Computer aus einem Zimmer Drohnen lenkt und somit "Krieg spielt". Waters spielte hier live am Ende des Songs sogar eine Art "solo" auf der E-Rhythmus-Gitarre. Die Live-Version ist exakt genau so lang wie der Studiotrack. Diese Version wurde auf dem Roger Waters Live-Album "Us + Them" 2018 veröffentlicht.



Wiederveröffentlichungen:
Roger Waters - Us + Them Live (2018) DVD, Bluray, CD, LP 

Freitag, 24. Juli 2020

Mediterranean C

AutorWright
Dauer: 3:52
First releaseWet Dream, 15. September 1978


Wenn Richard Wright gewusst hätte welch unmenschliche Dinge im Jahre 2020 im Mittelmeer geschehen, hätte er vielleicht bereits 1978 (Erscheinungsjahr von "Wet Dream") ein anderes Domizil gewählt als die Ägäis.

Der instrumentale Opener des Debut-Solo-Albums ist eine Hommage an sein geliebtes Mittelmeer und das "C" steht für "Sea" ebenso wie für die Tonart, in welcher das Stück gehalten ist.
Mediterranean C beginnt mit einer typisch Wright'schen Akkordfolge am Piano (siehe "Stay" von Obscured by Clouds). Mit dem Einsatz der Drums gesellt sich auch ein Synthie-Sound dazu, der an die Sounds des Pink Floyd Albums "Wish you were here" von 1975 angelehnt ist. Ebenso einige Electric-Piano Klänge wie in "The show must go on" vom 1979er Album "The Wall" sind herauszuhören.
Mel Collins steuert ein passendes Saxophonsolo bei, danach ein Gitarrensolo in typischem Snowy White-Klang (er war damals auch Tour-Gitarrist von Pink Floyd).


Fazit: Ein angenehmes Instrumental von einem Album, das leider viel zu wenig Aufmerksamkeit erhalten hat. 

Weitere Veröffentlichungen: 
1993 Richard Wright - Wet Dream: CD (USA)
2008 Richard Wright - Wet Dream: CD (Australia)
2023 Richard Wright - Wet Dream 2023 Remix: CD, Bluray, LP (3:54)


Samstag, 17. Juni 2017

Have a Cigar

Autor: Waters
Dauer: 5:08
First release: Wish you were here, 05. September 1975
Single Cover 1975

Gemeinsam mit Welcome to the Machine beziehen sich die beiden Songs auf dem Dark Side of the Moon Follow Up Wish You Were Here auf die eiskalte Musikindustrie, die nur darauf auf ist möglichst viel am Erfolg der Musiker mitzuverdienen. 
Bereits im Song "Cymbaline" aus dem Soundtrack des Films More, nahm Roger Waters Bezug auf die Musikindustrie "your manager and agent are both busy on the phone, selling coloured photographes to magazines back home", aber erst auf WYWH wird die Kritik deutlich und unmissverständlich. Pink Floyd wussten wovon sie sprachen, war doch Syd Barrett irgendwie auch ein Opfer der Musikindustrie und deren Markt-Orientierung, die das Gegenteil des Kunstverständnisses Barretts darstellte und seine Frustration mitnährte. 

Besonders die Zeile "Oh, by the way, which one's Pink" wird von allen Pink Floyd Mitgliedern als wahrheitsgetreue Anekdote beschrieben. Besonders in den USA  wurde die Band nach dem
Have a Cigar 7" Portugal
Erfolg des Albums DSOTM mit offenen Armen von allen möglichen Managern empfangen, die ihre Musik über alles lobten, aber keine Ahnung von der Band hatten. Oft waren sie davon überzeugt, dass einer der Mitglieder Pink hiess und die Band nach ihm benannt wurde.

Diese Anekdote wurde auch für das Album "Pink Floyd The Wall" aufgegriffen, in welchem der Hauptdarsteller Pink heisst und ein Rockstar ist, der unter dem Druck von Fans und Industrie leidet: "Pink isn't well, he stayed back at the Hotel".
Ebenso wurde die Zeile "Oh, by the Way" als Titel einer re-issue Kampagne 2007 verwendet, während zeitgleich eine BBC-Doku über Pink Floyd namens "Which one's Pink" gedreht wurde.

Musikalisch ist es eine für Pink Floyd sehr funkige Nummer. Funk hatte es zwar auch schon vorher gegeben, z.b. im Mittelteil von Echoes (Meddle) oder in der Travel Sequence (live Nummer der Tour 1972), aber bis zum Album Wish You Were Here niemals in simpler Song-Form. 
Es war auch der einzige Song des Albums, der als Single in einigen Ländern veröffentlicht wurde.

Eingespielt wurde der Song in mehreren Takes in den Abbey Road Studios gemeinsam mit Brian Humphries an den Reglern als Sound-Engineer, wobei der Song auf einem Bass-Riff von Roger Waters basierte und entfernt an den Mittelteil von Echoes erinnerte. Einzig über den Gesang wurde sich die Band nicht einig. Waters schaffte angeblich die Tonlage nicht und Gilmour konnte sich mit Waters' Textinhalten nicht anfreunden und wollte den Text nicht singen.  
Es wurden verschiedene Versionen im Studio durchprobiert. Eine "Alternative Version" wurde 2011 in der Immersion-Box des Albums veröffentlicht. Diese wird von Waters und Gilmour im Duett gesungen und dauert etwa 2 Minuten länger. Eine weitere Alternativ-Version, nur von Waters gesungen zirkuliert ebenso in Bootleg-Kreisen. 
Gesichtsloser Businessman auf Immersion Box 2011

Die offizielle Version wurde allerdings von Roy Harper gesungen, welcher zur Zeit der Aufnahmen von WYWH im Studio nebenan sein eigenes Album aufnahm. Er war auch ein langjähriger Freund der Band und spielte gemeinsam mit ihnen beim ersten Free Hyde-Park Konzert 1968. Die Wahl war eine gute Lösung des Dilemmas, da als Aussenstehender der Band eine satirische Auseinandersetzung mit der Musikindustrie glaubhafter war. Waters erklärte aber eher unzufrieden mit dem Ergebnis zu sein, da Harper seiner Meinung nach den Song zu satirisch interpretiert hat.
Roy Harper und Pink Floyd im Studio 1975

Live wurde der Song 1975 bereits vorgetragen, dann 1977 auf der In the Flesh Tour
Roger Waters hat "Have A Cigar" auf ALLEN Konzerten der Hitchhiker (1984/85) & KAOS Touren (1987 - hier aber von Paul Carrack gesungen) gespielt. (Danke Boris für den Hinweis)

Auch 2006 grub Roger Waters den Song wieder aus und trug ihn auf seiner DSOTM-Tour vor. Ebenso bei einer Handvoll von Konzerten 2016 in Mexico und USA.
Erst 2017 hat Waters die Akkordfolgen und Instrumentierung des Songs als Basis eines neuen Songs  seines Albums "Is this the life we really want?" verwendet um daraus einen neuen namens "Smell the Roses" zu kreieren, der als Variation von Have a Cigar gelten könnte.
Obwohl der Song tanzbar und funky ist und sogar als Single veröffentlicht wurde, ist er lediglich auf "A Foot in the Door - The Best of Pink Floyd" seit 2011 ausserhalb des Albums erhältlich.


Weitere Veröffentlichungen: 
1975 Pink Floyd - Have a Cigar / Shine on you crazy diamond part 1, 7" (Portugal et. al.)
1992 Pink Floyd - Shine On CD Box: remastered 1992 
1992 Pink Floyd - Wish you were here: remastered & repackaged 1992


2005 Pink Floyd - Wish you were here 30 anniversary edition: SACD 5.1 mix & repackaged 2005 
2005 Classic Albums: The Making of "WYWH": acoustic studio performance 2003 (by Roger Waters)
2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica; remastered 2007

2011 Pink Floyd - Discovery CD Box: new packaging; remastered 2011(5:24)

2011 Pink Floyd - WYWH Experience Edition 2CD; remastered 2011
2011 Pink Floyd - WYWH 180gr. LP Edition; remastered 2011
2011 Pink Floyd - WYWH Immersion Box Set remastered 2011; 5.1 Mix; Quad Mix 1975; Alternative Mix (7:07)
2011 Pink Floyd - A foot in the door CD; remastered 2011

Samstag, 3. Juni 2017

The Hard Way

Autor: Waters, Mason, Wright, Gilmour
Dauer: 3:10
First release:DSOTM Immersion Box Set 2011 


Phantasie-Cover eines Bootlegs zu den "Household Objects" Sessions
Pink Floyd goes Einstürzende Neubauten. Bereits nach den Aufnahmen zum Album Meddle 1971 geisterte durch die Pink Floyd Gemeinde die Idee ein Album, welches nur aus von Haushaltsobjekten produzierten Tönen bestünde, aufzunehmen. Das Projekt nannte sich "Houshold Objects" und laut Mason verbrachten die Bandmitglieder Monate darin ein Gummiband wie einen Bass klingen zu lassen, etc. was derselbe heute absurd findet, da man ja gleich eine Bassgitarre dafür hernehmen hätte können...
Bereits auf dem Debutalbum "The Piper at the Gates of Dawn" von Pink Floyd kamen Musique Concrete Elemente zum Einsatz (z.B. Pow R Toc H), und waren seit jeher Bestandteil deren Musik. Die künstlerisch/intellektuelle Generation der Nachkriegszeit von Cambridge war stark von Stockhausen und Cage beeinflusst und dies spiegelte sich in deren künstlerischem Ausdruck wieder. 
Nach einigen Monaten wurde das Projekt dennoch abgebrochen und nur einige wenige Überbleibsel wurden später in den folgenden Alben verwendet, wie zum Beispiel die Münzen in Money oder der Herzschlag auf dem gesamten Dark Side Of The Moon Album. 
Als eigenständige Tracks wurden jedoch nur The Hard Way und Wine Glasses (welches später im Intro von Shine on you Crazy Diamond verwendet wurde) veröffentlicht.
Dies geschah erst im Rahmen der Why Pink Floyd Kampagne 2011. Beide Tracks wurden lediglich in den Immersion-Boxen von DSOTM und Wish You Were Here veröffentlicht.


Innencover Immersion Box
Immersion Box 2011


The Hard Way ist somit ein Instrumental, das auf Schritten basiert. Hinzu kommt ein Gummiband, das als Bass fungiert.Im "Refrain" kommt ein glockenartiges "Instrument" hinzu und ein Effekt, der auch aus den Wine Glases stammen könnte. Ein nettes Studioouttake, das musikalisch aber eher untypisch für Pink Floyd ist und eher in die Alan Parsons Project Discographie passen würde, der den Track 1972 eigentlich produziert haben müsste.
Als Autoren werden alle 4 Bandmitglieder aufgeführt. 


Es sind keine weitere Aufnahmen bekannt.

Sonntag, 25. Oktober 2015

5 A.M. / And then...

AutorGilmour
Dauer: 5 A.M. 3:04 
            And then... 4:27
First releaseDavid Gilmour - Rattle that lock,  15. September 2015
Cover 2015

Am 15. September 2015 ist nach 9 Jahren das langerwartete 4. Soloalbum von David Gilmour Rattle that lock erschienen. Das Album wurde auf 10 Live-Daten in Europa vorgestellt, auch wenn es nicht in seiner Gesamtheit gespielt wurde. 
Von den beiden Instrumentaltracks, die hier beschrieben werden, wurde lediglich der erste als Konzertopener gespielt, obwohl sie zusammenzugehören scheinen. Die beiden Instrumentals geben dem Album einen thematischen wie einen musikalischen Rahmen. Laut Gilmour handelt das gesamte Album in einer Art "Konzeptthematik" davon, welche Gedanken einem Mensch während dem Verlauf eines Tages durch den Kopf gehen. 

Sinngemäß beginnt das Album mit 5 AM, das mit morgendlichem Vogelgezwitscher und harmonischen Streicherelementen beginnt. In Begleitung einer akustischen Gitarre zaubert David Gilmour wieder einmal eine sehr eingängige Ohrwurmmelodie aus seiner Gitarre, die einem sofort im Ohr haften bleibt. Was man Gilmour hier vorwerfen könnte, ist die Tatsache, dass er seit dem erfolgreichen Intro des Albums Wish you were here  bei jedem folgenden Album (bei dem Waters nicht dabei war und mit Ausnahme von About Face)  versucht hat mit Signs of life, Cluster One, oder Castellorizon das Erfolgskonzept von 1975 zu wiederholen. Allerdings ist es ihm auf diesem Album letztendlich doch sehr gut gelungen! 

Gilmour spielt auf der Nummer alle Instrumente (Gitarre, Bass, Keyboard) selbst, bis auf das Orchesterarrangement, das wieder von Zbigniew Preisner übernommen wurde. Dieser war auch auf On an island für die Orchesterarrangements zuständig. 

Der Titel des Stückes kommt dem Song 5:01 AM (The Pros and Cons of Hitchhiking, Part 10) von Roger Waters somit um 1 Minute zuvor, was sicherlich wieder für Gesprächsstoff in Fankreisen sorgen wird.
Promo für die Tour 2015

And Then... hingegen beendet das Album mit derselben Melodie des Intros (wieder fällt einem das Album Wish you were here ein), diesmal aber in weniger "Ambient"-Form und mit einer einfachen Rhythmik unterlegt. Diese stammt von Andy Newmark (The Wall Tour 80-81; The Final Cut) an den Drums und Danny Cummings an den Percussionen. Der Song beginnt mit der E-Gitarre und endet mit einem akustischen Gitarrensolo, das stark an die Live-Version von High Hopes der letzten Jahre erinnert.
Der Song endet thematisch passend am abendlichen Lagerfeuer und man hört atmosphärisch das Holz knistern. 

Generell scheint das "Tages-Konzept" des Album etwas weit hergeholt und mit dem Verweis auf das Buch "Paradise Lost" zusätzlich verwirrend. Allerdings sind diese beiden Instrumentals der wohl überzeugendste Beitrag zum Konzept.

Zum Schluss erlaube ich mir noch einen Verweis auf den Song At the end of the day von Mason+Fenn u machen. Dabei handelt es sich um den vorletzten Track des Albums Mason+Fenn: Profiles von 1985 und erscheint thematisch und musikalisch eine ähnliche Idee zu verfolgen.

5AM wurde als Konzert-Intro bei jedem Konzert der Tour verwendet.
2017 veröffentlichte Gilmour das Live-Album Live at Pompeii wobei 5AM 2x vertreten ist. die 2. Version von Wroclaw, Polen ist nur als Video erhältlich.

Weitere Veröffentlichungen: 
Das Album wurde als LP, CD, CD-DVD oder CD-BluRay Deluxe Edition, sowie zum Download angeboten. Die DVD und BluRay enthalten auch das Dolby 5.1 Mix
2017 David Gilmour - Live at Pompeii 2016 LP, CD&Bluray (3:13)
2017 David Gilmour - Live at Pompeii 2016 Bluray (3:01)