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Sonntag, 25. Mai 2014

A New Machine (part 1 & part 2)

David Gilmour 1987
Patrick Leonard

Autor
Gilmour

Dauer
part 1 - 1:46 
part 2 - 0:38

First release
A Momentary Lapse of Reason,   
07. September 1987




Bereits einige Jahre vor Beginn der Arbeiten an "A Momentary Lapse of Reason" arbeitete Gilmour an "A New Machine" und "Terminal Frost". Die Songs können als zusammengehörende Trilogie angesehen werden.
"A new machine" wurde in 2 Teile geteilt, um als Rahmen für den langen Instrumentaltrack zu dienen. Der Song besteht lediglich aus Gilmour's durch Vocoder verzerrte Stimme und Synthesizer und wurde von Gilmour und Patrick Leonard eingespielt. Es ist ja allgemein bekannt, dass Gilmour das Album großteils mit Sessionmusikern einspielte, Wright stieß erst nach einiger Zeit dazu und ist auf dem Album kaum zu hören. 
Textlich philosophiert der Song über die Monotonie des Alltags, den Menschen als "lebensmüder Roboter" der sich frustriert der Tatsache ergibt, in diesem System gefangen zu sein, dass dies wohl immer schon so war und der einzige Ausweg wohl das Warten auf das Lebensende ist. Der textliche Rahmen zum Instrumentalstück verleiht dem Ganzen eine melancholische und düstere Atmosphäre, die sich übrigens über die gesamte B-Seite des Albums erstreckt.


3er Floyd mit Wohlstandsbauch
A New Machine
I have always been here
I have always looked out from behind these eyes
It feels like more than a lifetime
Feels like more than a lifetime

Sometimes I get tired of the waiting
Sometimes I get tired of being in here
Is this the way it has always been?
Could it ever have been different?

Do you ever get tired of the waiting?
Do you ever get tired of being in there?
Don't worry, nobody lives forever
Nobody lives forever
(... Terminal Frost...)
I will always be in here
I will always look out from behind these eyes
It's only a lifetime
It's only a lifetime
It's only a lifetime

Auch während der Welt-Tournee von 1987 - 1989 wurden die drei Songs immer nur zusammen gespielt. Obwohl die Trilogie auf beinahe allen Live-Konzerten der Tournee dargeboten wurde, schafften die Live-Versionen es nicht auf "Delicate Sounds of Thunder". Nur im Sommer 1988 verzichtete man bei 6 Konzerten auf die Songs. Auch in Venedig am 15.07.1989 wurden sie nicht gespielt. Das Lied ist auf zahlreichen Bootlegs der Tour zu sehen und zu hören, unterscheidet sich allerdings nicht von der Studioversion. Es sind die einzigen Tracks des Albums die nie offiziell als Live-Version erschienen sind.

Weitere Veröffentlichungen: 
1992 Pink Floyd - Shine On CD Box: remastered 1992
2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica; remastered 2007
2011 Pink Floyd - Discovery CD Box: new packaging; remastered 2011
2019 Pink Floyd - The Later Years 1987-2019 AMLOR remixed & upgraded 2019; DSOT remixed 2019.
Original-Cover
Booklet-Cover "Discovery Edition"


















Montag, 7. Oktober 2019

Lost Boys Calling

Autor: Morricone, Waters
Dauer: 5:19
First release: La leggenda del pianista sull'oceano (OST); 1998


EU Soundtrack 1998
1998 meldete sich Roger Waters nach 6 jähriger Pause mit einem neuen Song zurück. Dieser enstand mit keinem geringerem als Ennio Morricone höchstpersönlich. Dieser hatte die Filmmusik zum Kinofilm "La leggenda del pianista sull'oceano" des italienischen Regisseurs Giuseppe Tornatore geschrieben und benötigte noch ein Titellied dafür. Die Wahl fiel auf Roger Waters, der auch prompt einen eigenen Text zur Melodie beisteuerte. Als letzten Schliff konnte auch noch ein Ausnahmegitarrist wie Eddie (in den Credits Edward) Van Halen engagiert werden, der ein schönes Gitarrensolo beisteuerte.

Es handelt sich hierbei um eines der schönsten Lieder, die Waters in den letzten 20 Jahren veröffentlicht hat. Elegant schafft er es im Text Bezüge auf die Filmhandlung mit seinen eigenen Themen zu verknüpfen. Meint er etwa die Ankunft der Royal Fusiliers Company C in Anzio, wenn er von 

"In this dead calm beneath the waves
I can still hear those lost boys calling"

singt? Oder handelt es sich um jene Boys, die er auf "The Wall" gerne Back Home gebracht hätte?
Mit Sicherheit meint er aber seinen Vater als er singt:

"We left them there when they were young
The men were gone until the west was won
And now there's nothing left but time to kill
You never took us fishin' dad and now you never will"


Auf jeden Fall ist der Song ein Roger Waters - Klassiker!

US Soundtrack 1999
Vom Soundtrack existieren zwei verschieden Versionen. Einer für den europäischen Markt (1998 erschienen, 31 Tracks) und einer für den US-Markt (1999 erschienen, 21 Tracks). Kurioserweise befinden sich auf beiden verschiedene Versionen des Waters Songs. Alle wurden von Patrick Leonard (siehe "Amused to Death" und "A Momentary lapse of reason") produziert.

EU-Version 1998: hat einen deutlichen akustischen Gitarrenpart, stärker in den Vordergrund gemixte Background-Sängerinnen, stärker in den Vordergrund gemixtes Orchester und die Gitarrenparts von Eddie Van Halen sind spärlicher. Besonders auffällig ist, dass Waters hier im Refrain in der Dritten Person singt:


"And in Mott street in July
When she hears those seabirds cry
She holds the child, the child in the man"

US-Version 1999: Während der Gesang von Waters ebenso eine unterschiedliche Aufnahme zu sein scheint, ist besonders das Gitarrensolo von Eddie Van Halen in der US-Version viel stärker in den Vordergrund gemixt, scheint sich aber auch in Melodie und Intensität zu unterscheiden. Ausserdem ist Waters' Stimme in der zweiten Strophe "gedoppelt", eigentlich eines seiner Markenzeichen. Hier singt Waters den Refrain in der Ersten Person:

"And in Mott street in July
When I hear those seabirds cry
I hold the child, the child in the man"

Von diesem Song existieren sogar noch zwei weitere öffentliche Versionen! 
2002 veröffentlichte Roger Waters die Demo-Version des Songs auf seiner Compilation "Flickering Flame - The Solo Years Vol. 1", auf der leider kein Vocal-Pitch zum Einsatz kommt, den Waters' Stimme ist hier an einigen Stellen nur schwer erträglich. Als Orchester-Arrangeur wird Rick Wentworth angegeben.






2008 wurde die erste Version (EU) auf der Compilation "We all love Ennio Morricone" veröffentlicht, allerdings um ca. 20 Sekunden durch ein Orchester-Outro verlängert.




Weitere Veröffentlichungen: 
1999 The Legend of 1900 (OST) (US-Version)
2002 Roger Waters - Flickering Flame: The Solo Years Volume 1 (original demo) (4:05)
2008 We all love Ennio Morricone (Compilation) (5:37)


Freitag, 6. März 2015

The bravery of being out of range

Autor: Waters
Dauer: 4:43
First releaseRoger Waters - Amused to Death, 7. September 1992


Single-Cover
Hab ich doch glatt The Bravery of Being out of Range übersehen!
Dieser Song stammt aus dem Konzept-Album Amused to death und setzt sich in einer - für Waters typischen - zynischen Art und Weise mit der medialen Ausschlachtung des Krieges und mit der Tatsache auseinander, dass man durch Luft- und Drohnenangriffe in absoluter Sicherheit seinen eigenen Mut beweisen kann. Roger Waters, dessen Kriegsgegner"tum" ja sein gesamtes Schaffen durchzieht, kritisiert aufs Schärfste die Art der USA auf Distanz Krieg zu führen. Es handelte sich damals um den Golfkrieg Nummer 1 von Bush Senior (Irak-Kuwait). 


I looked over Jordan and what did I see
Saw a U.S. Marine in a pile of debris


Der Text könnte zum Teil sogar auf die heutige Zeit Bezug nehmen, wo junge Erwachsene Computerspiele mit dem reellen Krieg verwechseln...


I saw the front line boys popping their pills

Sick of the mess they find

On their desert stage

And the bravery of being out of range

Es geht aber auch um die Abstumpfung der Bevölkerung aufgrund der medialen Berichterstattung:


Hey bartender over here

Two more shots

And two more beers

Sir turn up the TV sound
The war has started on the ground
Just love those laser guided bombs
They're really great
For righting wrongs
You hit the target
And win the game
From bars 3,000 miles away
3,000 miles away
We play the game
With the bravery of being out of range
                                                We zap and maim
                                                With the bravery of being out of range


Musikalisch orientiert sich der Song nach einem typischen Floydschen Rock-Stampfer der letzten Alben, wie z. B. Not now, John oder Run like hell und bringt somit kaum Neues. Auch die beteiligten Studiomusiker tauchen im Restkatalog des Pink Floyd Universums nirgends sonst auf. Lediglich der keyboardspielende Produzent Patrick Leonard ist ein Begriff. Der Song wurde als 3. Single zum Album Amused to Death in einigen Ländern veröffentlicht. 
doch auch auf der 2. Single "Three Wishes" erschien der Song als B-Seite neben "What God Wants, Part 1". 
Live Album der Tour 2000-2002

Live wurde der Song auf der In the flesh - Tour 2000 - 2002 gespielt und auf dem gleichnamigen Live- Album und Video veröffentlicht.

2015 erschien der Track im Rahmen einer Neuveröffentlichung des Albums am 24.07.2015 in remasterter und gemixter Form im Stereo und 5.1 Mix. Dabei wurde der Song deutlich überarbeitet, indem das Intro geändert wurde, die Gitarren anders gewichtet wurden und Roger Waters den Text stellenweise angeblich neu eingesungen hat. 
Auf der Us+Them-Tour 2018 packte Roger Waters den Song als Zugabe aus. Während des Lockdowns 2020 veröffentlichte er online eine neue Studio-Version mit der aktuellen Tour-Band, komplett mit neuer Strophe und umarrangiert. Der Song wird nun langsamer gespielt, ist weniger rockig, dafür im folk-soul Stil. Auf der 2022 "This is not a drill" Tour wurde Der Song in die Setlist aufgenommen. 

Weitere Veröffentlichungen:
1992 Roger Waters - Three Wishes CD-maxi
1992 Roger Waters - The Bravery of being out of range CD-maxi, (4:53)
2002 Roger Waters - In the flesh live 2CD live März-Juni 2000 USA (5:05)
2002 Roger Waters - In the flesh live DVD live 27. Juni 2000 Portland, Oregon, USA
2006 Roger Waters - In the Flesh live 2CD&DVD re-edition
2010 Roger Waters - The Roger Waters Collection Box (Amused to Death & In the Flesh)
2015 Roger Waters - Amused to Death CD/Bluray & 2LP Remixed (5.1 / Stereo) & Remastered 2015 

Samstag, 1. Dezember 2018

It's a miracle

Autor: Waters
Dauer: 8:30
First releaseRoger Waters - Amused to Death, 7. September 1992


Cover 2015
It's a miracle ist einer der letzten Songs des Top Solo-Albums "Amused to Death" von Roger Waters. In gewohnt zynischer Art rechnet Waters mit der Ungerechtigkeit unseres Systems genauso ab, wie mit Andrew Lloyd Webber. Mit diesem gab es bekanntlich einen Disput, in welchem Webber vorgeworfen wurde, einige Akkordfolgen von Pink Floyd's Echoes für "Das Phantom der Oper" geklaut zu haben. Tatsächlich sind sich die beiden Werke ähnlich.
Ausserdem ähnelt der Song thematisch dem Dark Side of the Moon Song "Us and Them", geht es doch um Differenzen zwischen Arm und Reich und Macht und Ohnmacht, Menschen die gegen das System handeln. 
Das "It's a miracle" bezieht sich auf Menschen, die unerwartet Gutes tun: "a doctor in Manhattan, saved a dying man for free, it's a miracle", oder auf "a Farmer in Ohio has just repaid a loan".
Auch auf die Wunder der Globalisierung wird eingegangen "They got Pepsi in the Andes, they got McDonalds in Tibet".


Live-Album 2002
Der Song wird von einem Piano, gespielt von Patrick Leonard, getragen. Die Gitarre wird von keinem geringeren als Jeff Beck gespielt, während am Ende des Tracks Jeff Porcaro seine Trommelkünste vollführt. Waters hatte für die Background Vocals tatsächlich Jon Joyce, Stan Laurel(?) und Jim Haas engagiert, dieselben Background Sänger der Pink Floyd The Wall Tour von 1980-81.
Der Song beginnt mit recht psychedelischen Elementen, und auch die letzten 2 Minuten der instrumentalen Coda erinnern stark an Pink Floyd'sche Glanzzeiten. Der finale Rhythmus und Gitarrenpart sind sicherlich ein musikalischer Höhepunkt des gesamten Albums. Roger Waters erwähnte in einem Interview, dass der Rhythmus von "It's a miracle" auf einer Jam Session des Tracks "Late Home Tonight" basierte, einem anderen Track des Albums, der mit einem politischen Marschrhythmus endet.

Roger Waters spielte den Song auch auf seiner In the Flesh Tour 1999-2002, wobei er sich stark an das Studio-Original hielt. 
2015 erschien die remixte Stereo- und 5.1-Version. Für diese wurde sogar ein Grammy gewonnen! In der remixten Version ist die Stimme von Roger Waters stärker in den Vordergrund gemixt.

Weitere Veröffentlichungen: 
2002 Roger Waters - In the flesh live 2CD live März-Juni 2000 USA (8:12)
2002 Roger Waters - In the flesh live DVD live 27. Juni 2000 Oregon, USA
2006 Roger Waters - In the Flesh live 2CD&DVD re-edition
2010 Roger Waters - The Roger Waters Collection Box (Amused to Death & In the Flesh)
2015 Roger Waters - Amused to Death CD/Bluray & 2LP Remixed (5.1 / Stereo) & Remastered 2015 



Freitag, 20. Juni 2014

Amused to death



CD-Cover "Amused to Death" 1992

Autor: Waters
Dauer: 9:07
First releaseRoger Waters - Amused to Death, 7. September 1992

Der Titelsong aus dem Roger Waters Solo Album "Amused to Death" beginnt mit denselben Worten "Doctor, Doctor" wie "Take Up Thy Stethoscope and Walk" aus "The Piper at the Gates of Dawn", dem ersten Song, den Waters je geschrieben hatte. Es ist der letzte Song des Albums, auch der längste und ist von einem sehr konsumkritischen Text gekennzeichnet: "this supermarket life is getting long...", "what is the heart life of a colour TV, what is the shelf life of a teenage queen".  Ebenso handelt der Text von den Außerirdischen Forschern, welche die Überreste unserer Konsumgesellschaft analysieren und zum Schluss kommen, unsere Spezies habe sich zu Tode amüsiert. 

"And I had at one point this rather depressing image of some alien creature seeing the death of this planet and coming down in their spaceships and sniffing around and finding all our skeletons sitting around our TV sets and trying to work out why it was that our end came before its time, and they come to the conclusion that we amused ourselves to death."
Roger Waters zu LA Times September 1992.

Der Song beendet das Album mit der Erzählung des Kriegsveteranen Alf Razzell der Royal Fusiliers, welche das Album auch einleitet. Dieser Kompanie gehörte auch Eric Fletcher Waters an, der das künstlerische Leben seines Sohnes wie ein roter Faden durchzieht.
Waters liefert auf "Amused to Death" die wohl beste stimmliche Leistung seiner Karriere, was sich in diesem Song besonders in der zweiten Hälfte äußert. Mit von der Partie auch Patrick Leonard (schon 1987 auf A Momentary Lapse of Reason zu hören) an Keyboards und Produktion, Jeff Beck, Roger Waters' treuer Schlagzeuger Graham Broad, und Rita Coolidge, Katie Kissoon, sowie Doreen Chanter.
Der Song beinhaltet ein Sample aus dem 1977 B-Movie Shock Waves

Waters führte sein Solowerk mit diesem Album konsequent weiter indem er auch hier gegen Krieg (zu jener Zeit Golfkrieg Nr. 1) und die Ausschlachtung durch die Massenmedien wettert.
Es ist das vollendetste und PinkFloyd ähnlichste Werk und beinhaltet Floyd-typische Soundeffekte und Atmosphären.

Amused to Death erreichte in England Nr. 8 der Charts und Nr. 21 der Billboard 200. Waters prophezeite mit dem Album auf Tour zu gehen wenn er zumindest 2 Millionen Tonträger verkauft, leider kam es nicht dazu. Das Album erreichte zwar Silber-status in England, da er 60.000 Stück verkaufte, aber das war nicht genug. Deshalb dauerte es bis 1999, dass der Song gemeinsam mit 2-3 anderen des Albums auf Roger Waters' In The Flesh Tour aufgeführt wurde. Auch 2000 und 2002 behielt Waters das Lied in der Setlist. Die Live-Version unterscheidet sich kaum von der Studioversion. Lediglich 2015 spielte Roger Waters gemeinsam mit der Band "My Morning Jackett" beim Newport Folk Festival am 24.7.2015 eine Live-Version, die viel erdiger und country-lastiger klang und ohne Spezialeffekte auskam.


"... and when they found our shadows
grouped round the TV sets..."
Weiteres Buch-Cover 

Der Name des Songs/Albums stammt vom sehr sozialkritischen Buch Amusing Ourselves to Death: Public Discourse in the Age of Show Business. (Penguin Books 1986) von Neil Postman.








Das Album erschien in  remasterter Form und in 2LP Format, sogar mit neuem Artwork genau an jenem 24.07.2015 neu.

Weitere Veröffentlichungen: 
2002 Roger Waters - In the flesh live 2CD live März-Juni 2000 USA (9:24)
2002 Roger Waters - In the flesh live DVD live 27. Juni 2000 Oregon, USA
2006 Roger Waters - In the Flesh live 2CD&DVD re-edition
2010 Roger Waters - The Roger Waters Collection Box (Amused to Death & In the Flesh)
2015 Roger Waters - Amused to Death CD/Bluray & 2LP Remixed (5.1 / Stereo) & Remastered 2015 


Ankündigung der Vinyl-Ausgabe von "Amused to Death" 2014 (hoffentlich...)