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Montag, 7. Oktober 2019

Lost Boys Calling

Autor: Morricone, Waters
Dauer: 5:19
First release: La leggenda del pianista sull'oceano (OST); 1998


EU Soundtrack 1998
1998 meldete sich Roger Waters nach 6 jähriger Pause mit einem neuen Song zurück. Dieser enstand mit keinem geringerem als Ennio Morricone höchstpersönlich. Dieser hatte die Filmmusik zum Kinofilm "La leggenda del pianista sull'oceano" des italienischen Regisseurs Giuseppe Tornatore geschrieben und benötigte noch ein Titellied dafür. Die Wahl fiel auf Roger Waters, der auch prompt einen eigenen Text zur Melodie beisteuerte. Als letzten Schliff konnte auch noch ein Ausnahmegitarrist wie Eddie (in den Credits Edward) Van Halen engagiert werden, der ein schönes Gitarrensolo beisteuerte.

Es handelt sich hierbei um eines der schönsten Lieder, die Waters in den letzten 20 Jahren veröffentlicht hat. Elegant schafft er es im Text Bezüge auf die Filmhandlung mit seinen eigenen Themen zu verknüpfen. Meint er etwa die Ankunft der Royal Fusiliers Company C in Anzio, wenn er von 

"In this dead calm beneath the waves
I can still hear those lost boys calling"

singt? Oder handelt es sich um jene Boys, die er auf "The Wall" gerne Back Home gebracht hätte?
Mit Sicherheit meint er aber seinen Vater als er singt:

"We left them there when they were young
The men were gone until the west was won
And now there's nothing left but time to kill
You never took us fishin' dad and now you never will"


Auf jeden Fall ist der Song ein Roger Waters - Klassiker!

US Soundtrack 1999
Vom Soundtrack existieren zwei verschieden Versionen. Einer für den europäischen Markt (1998 erschienen, 31 Tracks) und einer für den US-Markt (1999 erschienen, 21 Tracks). Kurioserweise befinden sich auf beiden verschiedene Versionen des Waters Songs. Alle wurden von Patrick Leonard (siehe "Amused to Death" und "A Momentary lapse of reason") produziert.

EU-Version 1998: hat einen deutlichen akustischen Gitarrenpart, stärker in den Vordergrund gemixte Background-Sängerinnen, stärker in den Vordergrund gemixtes Orchester und die Gitarrenparts von Eddie Van Halen sind spärlicher. Besonders auffällig ist, dass Waters hier im Refrain in der Dritten Person singt:


"And in Mott street in July
When she hears those seabirds cry
She holds the child, the child in the man"

US-Version 1999: Während der Gesang von Waters ebenso eine unterschiedliche Aufnahme zu sein scheint, ist besonders das Gitarrensolo von Eddie Van Halen in der US-Version viel stärker in den Vordergrund gemixt, scheint sich aber auch in Melodie und Intensität zu unterscheiden. Ausserdem ist Waters' Stimme in der zweiten Strophe "gedoppelt", eigentlich eines seiner Markenzeichen. Hier singt Waters den Refrain in der Ersten Person:

"And in Mott street in July
When I hear those seabirds cry
I hold the child, the child in the man"

Von diesem Song existieren sogar noch zwei weitere öffentliche Versionen! 
2002 veröffentlichte Roger Waters die Demo-Version des Songs auf seiner Compilation "Flickering Flame - The Solo Years Vol. 1", auf der leider kein Vocal-Pitch zum Einsatz kommt, den Waters' Stimme ist hier an einigen Stellen nur schwer erträglich. Als Orchester-Arrangeur wird Rick Wentworth angegeben.






2008 wurde die erste Version (EU) auf der Compilation "We all love Ennio Morricone" veröffentlicht, allerdings um ca. 20 Sekunden durch ein Orchester-Outro verlängert.




Weitere Veröffentlichungen: 
1999 The Legend of 1900 (OST) (US-Version)
2002 Roger Waters - Flickering Flame: The Solo Years Volume 1 (original demo) (4:05)
2008 We all love Ennio Morricone (Compilation) (5:37)


Samstag, 29. Oktober 2016

Flickering Flame

Autor: Waters
Dauer: 6:45
First release: Roger Waters: Flickering Flame - The Solo Years, Vol. 1,   13. Mai 2002




Flickering Flame war einer der 2 Songs, die Roger Waters auf seiner Tour 1999 in USA live vorstellte. Der andere war Each Small Candle. Waters spielte die Songs jeweils abwechselnd als Zugabe. Während Each Small Candle auf dem Live-Album "In the Flesh" landete, wurde von Flickering Flame bis heute lediglich eine Studio-Demo-Version auf Flickering Flame - The Solo Years, Vol. 1 veröffentlicht. Genaue Songbezeichnung auf dem Album ist Flickering Flame (new demo). Gleichzeitig gab der Song dem Sampler auch den Album-Titel. Der Sampler wurde lediglich in asiatischen Ländern und Australien veröffentlicht, nicht aber in der USA oder UK. Erst 2007 gab es eine weltweite Wiederveröffentlichung. Ein weiteres Absatzproblem des Samplers war, dass er den Satz "will not play on PC/MAC" auf dem Cover trug, und somit eine Abspielen nur auf normalen CD-Playern möglich machte.... und das zu einer Zeit, wo mp3-files bereits im Umlauf waren.

Der Song wurde von Roger Waters (Gitarre und Vocals), Jon Carin (Keyboards) und Doyle Bramhall II (dem damaligen Tour-Gitarristen) eingespielt und von Roger Waters/Nick Griffiths produziert.

Musikalisch ist das Lied sehr simpel in der Tradition der Singer-Songwriter Kultur gehalten.  Ein schönes Slide-Guitar-Solo ist zu hören. 
Der Text scheint sehr persönlich zu sein. Waters erzählt uns von seinen Gedanken, was ihn glücklich macht, was ihn frei macht. Er erinnert sich an seine verstorbenen Freunde und bekräftigt noch einmal, für diejenigen, die es noch nicht wissen, dass er - wie bereits die Indianerhäuptlinge - der letzte sein wird, der seine Waffen niederlegen wird!

Like Geronimo 
Like Quinn the Eskimo 
Like the Blackfoot 
And Like the Arapaho, 
Like Crazy Horse 
I'll be the last one 
To lay down my gun





Ausser auf dieser Solo-Compilation in Demo-Form wurde der Song bis heute nicht veröffentlicht. Nach der 1999-2002 In The Flesh-Tour von Roger Waters spielte dieser den Song immerhin des Öfteren bei verschiedenen Veranstaltungen:

07. Oktober 2002 in Boston am "Music to my Ears"-Konzert. 
10. Mai 2007 im Barbican Center London beim The Madcap's Last Laugh Konzert, bei welchem er kurioserweise separat von den anderen 3 Floyds auftrat.
11. Juni 2007 am Millennium Promise and Malaria No More Benefit in New York
13. November 2012 bei der IAVA Sixth Annual Heroes Gala, New York



Freitag, 15. Juli 2016

Every stranger's eyes (5:06AM)

Autor: Waters
Dauer: 4:49
First release: Roger Waters - The Pros and Cons of Hitch Hiking,  30. April 1984
Cover der 7" Single by Gerald Scarfe

Roger Waters erklärt sich solidarisch mit der Welt. 
Mit der zweiten Single-Auskoppelung seines Traumdeutungsalbums  "The Pros and Cons of Hitch Hiking" schafft Waters einen hymnischen, gospelähnlichen und im Refrain fast sakralen Song, in welchem er sich selbst in den Augen jedes anderen Individuum erkennt: "Myself in Every Stranger's Eyes) . Dabei bedient er sich einmal mehr an seinen "Aufzählungslistenlisten" (siehe z.B. "Home", "What god wants" oder sogar "Eclipse"), die sich durch die ersten beiden Strophen des Songs ziehen und ein Gefühl der Einfallslosigkeit vermitteln.

Trotzdem ist das Lied eines der Besten des Albums und gewinnt vor allem durch seine musikalische Interpretation. Waters mag den Song anscheinend sehr gerne, hat er ihn doch auf der gleichnamigen Tour 1984 (mit Eric Clapton), sowie auf den Radio KAOS und In The Flesh Tours 1999-2002 gespielt und auf seinem Best-of-Album "Fickering Flame" veröffentlicht. 
Auf dem Live-Album/Film "In the Flesh" wird der Song auch mit "The Pros and Cons of Hitch Hiking part 11" untertitelt. Es handelt sich zwar um den 11. Song des Konzeptalbums von 1984, wurde aber auf keiner anderen Veröffentlichung so betitelt. 
Der alternative Songtitel 5:06AM bezieht sich auf die Uhrzeit des Traums, der im Songtext beschrieben wird. 
Ausschnitt aus dem Konzert-Film "In the Flesh"

Der Song am Album (und Live) beginnt mit einer Truck-Stop-Szene irgendwo in USA, in welchem sich Waters Gedanken um den Lauf der Welt macht. 
Thematisch geht es in der ersten Hälfte - wie oben erwähnt - um Minderheiten und soziale Gruppen (mit Fokus auf "Native Americans" wie sich in den Live-Konzerten zeigt) mit denen Waters sich solidarisch fühlt, während es in der zweiten Hälfte um eine Art Liebeserklärung an seine Partnerin geht, die neben ihm liegt. Wie bereits an anderer Stelle erwähnt ist dies ein sehr persönliches und introspektives Album von Roger Waters.
Als Gitarristen hatte Waters für das Album niemand geringeren als Eric Clapton engagiert, der bei diesem Song allerdings kein nennenswertes Solo spielt.

Es handelt sich auf jeden Fall um einen der besten Songs des Albums.

Weitere Veröffentlichungen: 
1984 7"-single 5:06AM (Every strangers eyes) / 4:39AM (For the first time today)

2002 Roger Waters - In the flesh live 2CD live März-Juni 2000 USA (5:20)
2002 Roger Waters - In the flesh live DVD live 27. Juni 2000 Oregon, USA
2002 Roger Waters - Flickering Flame - The Solo Years, Vol. 1 CD
2006 Roger Waters - In the Flesh live 2CD&DVD re-edition
2010 Roger Waters - The Roger Waters Collection Box CD/DVD (Pros & Cons; In the flesh Live)

Samstag, 16. April 2016

Each Small Candle

Autor: Waters
Dauer: 9:09
First release: Roger Waters - In The Flesh - Live,   5. Dezember 2000

Each Small Candle ist eines der raren neuen Outputs von Roger Waters in den letzten 17 Jahren.
Bisher ist nur die Live-Version auf dem Live-Album & Film "In the flesh" veröffentlicht worden, da Waters das Lied erstmals auf seiner In The Flesh Tour in den Jahren 2000-2002 vorstellte. Erste Performance war am 28. August 1999 in Kansas (USA). Dabei wurde der Song als Zugabe gespielt und ab und zu mit "Flickering Flame", einem weiteren neuen Lied, ausgewechselt.

Live Album In the Flesh 2000

Der Song erhielt sehr positive Reaktionen. Kurioserweise erinnert der Akkord von "Louder Than Words" des 2014er Pink Floyd Albums "The Endless River" sehr stark an den Anfangsakkord dieses Liedes von Waters. Waters verfällt hier eher in einen Sprechgesang und den melodiösen Refrain übernehmen seine Chorsängerinnen. 
Thematisch dreht es sich auch hier um Krieg, Folter und Gefangenschaft, wie sollte es auch anders sein?
Als Roger Waters den Song erstmals spielte erklärte er selbst die erste Strophe des Liedes stamme aus einem Gedicht eines unbekannten Folteropfers aus Argentinien. Diese Erklärung wurde auf der offiziellen Roger Waters Homepage veröffentlicht:

"A few years ago, an Italian journalist from a Florentine newspaper, involved in the Iniziativa contro la tortura, which is the initiative against torture in Northern Italy, sent some lyrics written by a South American man who had been tortured. The English translation (which represents the first stanza of the song) proved to be very moving, and was set to music. The words remained untouched.. Until Kosovo."

Allerdings wurde in den folgenden Jahren bekannt, dass das Gedicht in Wahrheit von einem dänischen Dichter namens Halfdan Rasmussen stammt, welcher dieses Gedicht für "Danish Amnesty International" schrieb.
Halfdan Rasmussen




"Not the torturer will scare me
Nor the hate and the torture

Nor the barrels of death's rifles nor the shadows on the wall

Nor the nights

When the last star of pain is falling to the ground

But the blind indifference of the merciless world"



Tatsächlich ist der Text der ersten Strophe beinahe identisch. Roger Waters hat diesen Fakt auf seiner Homepage richtiggestellt. 

Der Rest des Textes basiert auf einem Artikel den Waters in der London Times gelesen hat:

"The London Times had a piece which told the story of a Serbian soldier who saw an Albanian woman lying wounded in a burned-out building. He left his platoon, went over and helped her, and then joined his men and marched off. There was sense in that image. The rest of the song is about that."


Die auf der Compilation Cd "Flickering Flame The Solo Years Volume 1" veröffentlichte Version ist identisch mit jener des Live-Albums, Der Publikumsapplaus wurde lediglich früher ausgeblendet.
Asiatische Compilation 2002

Weitere Veröffentlichungen: 
2002 Roger Waters - In the flesh live DVD live 27. Juni 2000 Oregon, USA
2002 Roger Waters - Flickering Flame The Solo Years Volume 1; live version (8:35).
2006 Roger Waters - In the Flesh live 2CD&DVD re-edition
2010 Roger Waters - The Roger Waters Collection Box (In the Flesh 2CD& DVD)