Sonntag, 26. März 2017

Grantchester Meadows

Autor: Waters
Dauer: 7:28
First release: Ummagumma, 07. November 1969


Ausschnitte aus dem 2016-Video "Grantchester Meadows"

Grantchester Meadows ist ein wunderschöner Abgesang auf eine Zone in Cambridge namens Grantchester Meadows. Durch diese fliesst der Fluss "Cam" nachdem Cambridge benannt ist. David Gilmour wuchs direkt an den Grantchester Meadows auf und verewigte diese 1994 im Song "High Hopes". Das Video zum Song "Signs of Life" von 1987 wurde auch in den Grantchester Meadows gedreht.

Roger Waters aber kam ihm mit diesem akustischen Folk-Song zuvor. Textlich orientierte sich Waters am Cambridger Poeten "Rupert Brooke", der 1912 das impressionistische Gedicht "The Old Vicarage, Grantchester" schrieb. 
Das Lied widerspiegelt in etwa den kompositorischen Stil, den Waters 1969 hatte (siehe auch "More" aus demselben Jahr), der sich stark an der amerikanischen Singer-Songwriter-Kultur alà Bob Dylan orientierte. Gleichzeitig sind Waters' Kompositionen aber verträumter/psychedelischer geraten.


Das Lied ist wie Mason's "The Grand Vizier's Garden Party" ein Teil des Ummagumma-Studioalbums, welches kompositorisch zwischen den 4 Bandmitgliedern aufgeteilt wurde. Waters spielte 2 Stücke ein. Neben Grantchester Meadows wählte er ein weiteres experimentelles Stück namens "Several Species of small furry animals gathered together in a cave and grooving with a pict", das mit diesem akustischen Lied überhaupt nichts zu tun hatte. 

Waters hat das Lied im Alleingang aufgenommen. Alle gespielten Instrumente, Stimmen und Tape-Effects stammen von ihm. Es sei an dieser Stelle erwähnt, dass dies seit Beginn der Entstehung der Gruppe erst das 2. Lied von Pink Floyd war, welches Roger Waters allein gesungen hatte. Es wurde zwischen April und Juni 1969 in den Abbey-Road Studios aufgenommen.

Was einem gleich zu Beginn des Liedes auffällt, ist der über einminütige Vogelgesang, der so ziemlich in der gleichen Form auf "More" im Lied "Cirrus Minor" zu hören ist.


Gilmour & Waters gemeinsam bei KQED 1970
Ein weiteres Musique Concrete - Element ist die Geschichte mit der Fliege. Am Ende des Songs hört man eine umherfliegende Fliege summen und dann jemanden Treppen runterlaufen und nach der Fliege schlagen. Nach drei Versuchen erschlägt der Jäger die Fliege. Dieser Spass wurde direkt in den Abbey-Road Studios aufgenommen indem angeblich Storm Thorgherson mit einer eingerollten Zeitung die Treppen runterlief und herumschlug.Die kuriosen Raumklangeffekte, die die Band ja live mit dem Azimuth-Koordinator umsetzte kommen hier wundervoll zur Geltung. Dieses Stück wurde auch für eine Radiowerbung für das Ummagumma-Album verwendet, wie in der 2016 erschienen Compilation "Cre/ation -Pink Floyd The Early Years 1967-1972" dokumentiert.
Ebenso in der Box The Early Years 1965-1972 wurden 2016 endlich ein paar der Live-Aufnahmen veröffentlicht, die von diesem Stück existieren. Live nahm die gesamte Band das Stück von 1969 - 1970 in die Setlist auf. Im Gegensatz zur etwas längeren Studio-Version des Tracks wurde der Song im Mai 1969 (also vor Veröffentlichung von Ummagumma) live in einer BBC-Session gespielt, welche zwar nur 3:46 Minuten dauert, aber die bessere Version ist, da der Refrain 2-Stimmig mit Gilmour gesungen wird und auch ein sehr schönes Piano-Solo von Rick Wright beinhaltet. 
Ebenso wurde die Live-Version namens "Daybreak" aus der Suite "The Man & The Journey" in besagter Box veröffentlicht, wo Wrights Solo mit einem Keyboard gespielt wurde, während die Live-Aufnahme der Fernsehshow "KQED An Hour With Pink Floyd" ebenfalls endlich offiziell zu haben war. Hier singt Gilmour den Refrain alleine.

2016 wurde auch ein offizielles YouTube-Video unter Regie von Aubrey Powell (Ex-Hipgnosis) veröffentlicht, bei welcher der Audio-Track der BBC-Aufnahme und die Video-Aufnahme von KQED vermischt wurde und mit neuen Aufnahmen der Grantchester Meadows verziert wurde.


Weitere Veröffentlichungen: 
The Early Years Dramatisation 
1994 Pink Floyd - Umma Gumma 2CD: remastered & repackaged 1994
2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica (Umma Gumma); remastered 2007
2011 Discovery CD Box: new packaging (Umma Gumma); remastered 2011
2016 Pink Floyd - Umma Gumma 2LP: remastered 2016

2016 Pink Floyd - Cre/ation - The Early Years 1967 -  1972; BBC Session live 12.05.69, (3:46)
2016 Pink Floyd - The Early Years 1969 - Dramatisation CD1; BBC Session live 12.05.69,
2016 Pink Floyd - The Early Years 1969 - Dramatisation CD2; live Amsterdam 17.09.69, titled "Daybreak" (8:14)
2016 Pink Floyd - The Early Years 1970 - Deviation DVD/Bluray; live KQED "An hour with Pink Floyd" 30.04.1970 (7:37)

Sonntag, 19. März 2017

The Grand Vizier's garden party (parts 1-3)

Autor: Mason
Dauer: part 1: Entrance: 1:00
            part 2: Entertainment: 7:06
            part 3: Exit: 0:43
First release: Ummagumma, 07. November 1969

Nick Mason's "Grand Vizier's Garden Party" hat einen der wenigen alleinigen Writing-Credits des Drummers in der gesamten Karriere von Pink Floyd. 
Das Stück ist in Teil der experimentellen Studio-Hälfte des Doppel-Albums "Ummagumma", zu der alles Band-Mitglieder jeweils ein selbst komponiertes Stück beitragen mussten. 
Logisch ist Mason's Beitrag auf Percussions fokussiert, wobei sein Zugang allerdings recht kurios und experimentell ist. Wenn man Garden Party z.b. mit John Bonham's (Led Zeppelin) Moby Dick vergleicht, erkennt man, dass zwischen den beiden Drummer-Solo-Nummern Welten stehen und der Hintergrundgedanke dazu ein total anderer ist.

Das Stück teilt sich sinngemäss in 3 Teile, die wohl die Abfolge der Garten-Party des Großen Fürsten beschreiben: Zuerst Eintritt zur Fete (Teil 1), dann Unterhaltung (Teil 2) und zuletzt wieder ab noch Hause (Teil 3).
Teil 1: Entrance dauert ca. 1 Minute und besteht lediglich aus dem Flötenspiel von Mason's damaligen Ehegattin Lindy Rutter (Mason) und endet mit einem Trommelwirbel. Lindy Mason spielt übrigens auch Flöte auf dem Soundtrack "More" (bei den Songs "Green is the colour" und "Party Sequence"). 

Teil 2: Entertainment ist die eigentliche Komposition und erinnert stellenweise an ganz frühe Stücke mit Syd Barrett, wie z.b. Nick's Boogie. Kurios an der Komposition ist, dass Mason nicht einfach ein Drum-Solo abliefert, sondern verschiedene Percussions (Marimbas, Xylophon), sowie ein Melotron bedient und diese mit Tape-Loops verzerrt, verlangsamt, übereinanderschneidet. Auch hier erinnert diese "Tape-Cut-Technik" an Tracks wie "Speak to me" oder das Intro von "Money". Sehr avantgardistisch das Ganze.Teil 3: Exil dauert etwa 43 Sekunden und wiederholt die Melodie von Teil 1, diesmal allerdings mehrstimmig und ohne Trommelwirbel.

Live war diese Komposition in etwas anderer Form Teil der Live-Auftritte "The Man & The Journey" von 1969, welche Kompositionen von More, Ummagumma und früheren Stücken beinhaltete. Teil 2 wurde als "Doing it" in der Suite "The Man" gespielt. Diese Version wurde 2016 im Rahmen der Box "The Early Years 1965-1972" veröffentlicht.


Weitere Veröffentlichungen: 
Ummagumma alternative Covershot
1994 Pink Floyd - Umma Gumma 2CD: remastered & repackaged 1994
2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica (Umma Gumma); remastered 2007
2011 Discovery CD Box: new packaging (Umma Gumma); remastered 2011
2016 Pink Floyd - Umma Gumma 2LP: remastered 2016
2016 Pink Floyd - The Early Years 1969 - Dramatisation; live Amsterdam 17.09.69, titled "Doing it" (3:45)

Samstag, 11. März 2017

Goodbye Cruel World

Autor: Waters
Dauer: 1:15
First release: The Wall, 30. November 1979
Filmausschnitt Alan Parker's Pink Floyd - The Wall

Abschluss der ersten Hälfte des Pink Floyd Mega-Konzept-Albums "The Wall" und gleichzeitig der letzte Stein in der Mauer. Pink hat nun endgültig eine Mauer zwischen sich und seiner Umwelt gebaut. Zusammengesetzt aus Mauersteinen, die verschiedene Traumen seines Lebens widerspiegeln (Tod des Vaters, übertriebene Liebe der Mutter, sadistische Lehrer, Drogen, Untreue seiner Ehefrau), hat sich Pink (im Film von Bob Geldof interpretiert) nun komplett abgeschottet. Ab hier kippt sich die Handlung des/r Album/Film/Show in ein absurdes diktatorisches Szenario, welches Pink von innerhalb der Mauer lenkt, bis es zum finalen Prozess kommt.

In Album/Show/Film schottet sich Pink nach seinem Ausbruch in One of my turns bis ABITW3 nun ab. Während der Show wurde hier sehr effektvoll nach dem letzten "Goodbye" von Roger Waters der letzte Stein in die Mauer gesetzt, durch die Waters noch aufs Publikum geschaut hatte.
Im Film hingegen sieht man Pink verzweifelt gegen die dunkle, kalte Mauer anrennen und klopfen.



Musikalisch besteht das kurze Stück lediglich aus Bass und ein paar von Bob Ezrin eingespielten VCS3 Sounds. Der Basslauf ist an jenen von Careful with that axe, Eugene bzw. dem Finale von See Emily Play angelehnt. Textlich verabschiedet sich Pink von der Welt, Selbstmordfantasien kommen auf, auch wenn dieser Abschied von der Welt als symbolisch zu verstehen ist.

Da das Lied dramaturgisch einen essenziellen Moment der Story darstellt, wurde der Track auf jeder Live-Darbietung von The Wall gespielt. Da diese knappe Minute jedoch ausserhalb des Album-Konzepts kaum Sinn macht. Gibt es keine Aufführungen ausserhalb des Konzepts.


Weitere Veröffentlichungen: 
DVD-Edition Alan Parker's The Wall
1982 Alan Parker - Pink Floyd's The Wall VHS
1990 Roger Waters - The Wall Live in Berlin; live 21. Juli 1990 Potsdamer Platz Berlin; 2LP, 2CD, VHS (1:38)
1992 Pink Floyd - Shine On CD Box: remastered 1992 
1992 Pink Floyd - The Wall 2CD: remastered & repackaged 1992
2000 Pink Floyd - Is there anybody out there? - The Wall Live 1980-81; live 07. August 1980(1:41)
2003 Alan Parker - Pink Floyd's The Wall DVD; 5.1 mix
2003 Roger Waters - The Wall Live in Berlin; live 21. Juli 1990 Potsdamer Platz Berlin; 5.1 mix; DVD
2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica; remastered 2007
2010 Roger Waters - The Wall Live in Berlin Special Edition; live 21. Juli 1990 Potsdamer Platz Berlin; 5.1 mix; DVD & 2CD;
2011 Pink Floyd - Discovery CD Box: new packaging; remastered 2011
2011 Pink Floyd - The Wall Experience Edition 3CD; remastered 2011
2011 Pink Floyd - The Wall 180gr. 2 LP Edition; remastered 2011
2011 Pink Floyd - The Wall Immersion Box Set (incl. The Wall remastered 2011; Is there anybody out there? remastered 2011 / RW Demo (0:25); Band Demo programme 2 (1:13), Band Demo programme 3 (1:06)

2015 Roger Waters - The Wall A soundtrack to the film 2CD, 3LP (1:35)
2015 Roger Waters - The Wall A film by Roger Waters and Sean Evans DVD, BluRay, 2 BluRay 

Freitag, 3. März 2017

Goodbye blue sky

Autor: Waters
Dauer: 2:47
First release: The Wall, 30. November 1979

Goodbye Blue Sky eröffnet Seite 2 des 1979 Pink Floyd Erfolgsalbums "The Wall". Zu Beginn hört man Vogelgezwitscher und ein kleines Kind sprechen. Beim Kind handelt es sich um den 1977 geborenen Harry Waters, der seit 2006 mit seinem Vater tourt und letztendlich auf Roger Waters' The Wall Tour 2010-2013 als Keyboarder dabei war.
Nicht nur das Vogelgezwitscher, sondern auch die akustische Instrumentierung und Gilmour's Gesang erinnern stark an die pastoralen, flockigen und akustischen Songs wie Cirrus Minor, Grantchester Meadows und weitere Songs der End-60er. 
Den akustischen Gitarren stehen jedoch bedrohliche Keyboards gegenüber, die ein Gefühl der Angst vermitteln. Waters, Wright und Gilmour spielen hier allesamt Synthesizer, während Gilmour die restliche Instrumentierung übernimmt. 
Thematisch dreht sich der Song nämlich um die Bombenangriffe der Deutschen Wehrmacht in London, als die Menschen in die Keller flüchten und Gasmasken aufsetzen mussten. 

"did you see the frightened Ones? did you hear the falling bombs?"

Diese traumatische Erfahrung blieb der Bevölkerung noch lange nach Kriegsende in den Knochen.

"the flames are all long gone, but the pain lingers on."

Bereits die auf der Immersion Box 2012 erschienen Demo-Versionen zeigen, dass der Song fast fertig war, als Roger Waters diesen der Band vorstellte.

Blutiger Deutscher Adler

Im Film ist der Song an anderer Stelle platziert und zwar nach "When the Tigers broke free" und vor "The happiest day of our lives". Das Lied wurde von Gerald Scarfe meisterlich in einen furchterregenden Animationsfilm verpackt, in welchem die Friedenstaube zu einem bedrohlichen Deutschen Adler wird, der als Bomber Bomben abwirft; die Frightened Ones mutierte Gasmasken-Menschen sind und der Union-Jack sein wahres blutiges Gesicht zeigt. Eine der besten Arbeiten des britischen Grafikkünstlers.

The Frightened Ones (Gerald Scarfe)

Der Animationsfilm wurde bis heute auf den The Wall-Shows projiziert. Allerdings warfen die Bomber in der neuen Version keine Bomben sondern religiöse (Kreuz, Halbmond, Judenstern) und kapitalistische (Shell, Mercedes, Dollar) Symbole ab. Dies führte zu einigen lächerlichen Polemiken über Antisemitismus. 

Roger Waters & Joni Mitchell bei den Proben 1990
Das Lied wurde auf allen The Wall Shows aufgeführt. In Berlin sang Joni Mitchell den Song und wurde vom Berlin Radio Symphony Orchestra und James Galway (Flute) begleitet. Sehr interessante Version, von der auf der 2010 erschienen "The Wall Live in Berlin"-DVD-Edition ein Audio-Multi-Channel Mix veröffentlicht wurde, bei dem man zwischen den verschiedenen Instrumentierungen wechseln kann. Auch die Live-Version von 2010-2013 wurde etwas umarrangiert und verlängert. Die Backing-Band dieser Tour spielte den Song während der Tour manchmal auf kleinen Club-Gigs.

Weitere Veröffentlichungen: 
Live in Berlin DVD-Label 2010 Edition
1982 Alan Parker - Pink Floyd's The Wall VHS
1990 Roger Waters - The Wall Live in Berlin; live 21. Juli 1990 Potsdamer Platz Berlin; 2LP, 2CD, VHS (3:53)
1992 Pink Floyd - Shine On CD Box: remastered 1992 
1992 Pink Floyd - The Wall 2CD: remastered & repackaged 1992
2000 Pink Floyd - Is there anybody out there? - The Wall Live 1980-81; live 07. August 1980(3:15)
2003 Alan Parker - Pink Floyd's The Wall DVD; 5.1 mix
2003 Roger Waters - The Wall Live in Berlin; live 21. Juli 1990 Potsdamer Platz Berlin; 5.1 mix; DVD
2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica; remastered 2007
2010 Roger Waters - The Wall Live in Berlin Special Edition; live 21. Juli 1990 Potsdamer Platz Berlin; 5.1 mix; DVD & 2CD; Audio-Multi-Channel Mix (Orchestra, Joni Mitchell, Choir)
2011 Pink Floyd - Discovery CD Box: new packaging; remastered 2011
2011 Pink Floyd - The Wall Experience Edition 3CD; remastered 2011
2011 Pink Floyd - The Wall 180gr. 2 LP Edition; remastered 2011
2011 Pink Floyd - The Wall Immersion Box Set (incl. The Wall remastered 2011; Is there anybody out there? remastered 2011 / RW Demo (0:40); Band Demo programme 2 (2:23)
2015 Roger Waters - The Wall A soundtrack to the film 2CD, 3LP (3:40)
2015 Roger Waters - Th Wall A film by Roger Waters and Sean Evans DVD, BluRay, 2 BluRay 

Freitag, 24. Februar 2017

Golden Hair

Autor: Barrett/Joyce
Dauer: 2:00
First release: Syd Barrett - The Madcap Laughs, 3. Januar 1970




Golden Hair ist der einzige Syd Barrett Song, der nicht von ihm alleine geschrieben wurde (von den frühen Instrumentals von Pink Floyd mal abgesehen).

Genau genommen handelt es sich um die Vertonung eines Gedichts des irischen Dichters James Joyce (1882 - 1941). Syd Barrett war generell eine Leseratte und brachte auch im Debutalbum "The Piper at the Gates of Dawn" von Pink Floyd zahlreiche Anleihen aus der englischen Literatur.
Dass der Text von James Joyces stammt, scheint klar, ist er doch stilistisch sehr romantisch und wurde deutlich in einer anderen Zeit geschrieben. Im Laufe der Jahre wurden verschiedene Versionen von Barretts Vertonung veröffentlicht.

James Joyce war auch musikalisch
Die originale Version vom Debutalbum The Madcap Laughs ist neben dem Gesang mit akustischer Gitarre, Vibraphon und Percussions untermalt. 
Take 6 ist eine Aufnahme mit lediglich Stimme und Akustikgitarre.
Take 5 hingegen wartet mit zwei-stimmigen Vocals auf.
Die Instrumentalversion verzichtet gänzlich auf die Akustikgitarre und es sind nur Vibraphon, E-Gitarre und Percussionen zu hören.

Das Lied war Syd Barrett sehr wichtig und wurde als B-Seite seiner einzigen je veröffentlichten Single Octopus/Golden Hair seiner Solo-Alben publiziert. Es war die Single, die seine Solo-Karriere nach Pink Floyd lostreten sollte und bereits im November 1969 veröffentlicht wurde.
Die ersten Aufnahmen von Golden Hair gehen auf Juli 1968 zurück. Produziert wurde das Ganze von den Bandkollegen Roger Waters und David Gilmour.

Ausser auf The Madcap Laughs, findet sich das Lied auch in einer alternativ-Version, sowie einer Instrumental-Version auf dem 1988 erschienen Outtake-Album "Opel". 
1993 wurde in den Bonus-Tracks der remasterten Version auch eine weitere Aufnahme (Take 5) veröffentlicht. Ebenso fand das Lied gleich 2x Platz auf der Best of Compilation Wouldn't you miss me? aus dem Jahr 2001.


Gedichtband "Chamber Music" von James Joyce


Weitere Veröffentlichungen: 
1970  Octopus / Golden Hair 7"
1974 Syd Barrett LP (incl. The Madcap Laugs und Barrett)
1988 Opel LP take 6 (1:44); instrumental version (1:47)
1992 The Madcap Laughs - Mick Rock Photo Session Box CD.
1993 Crazy Diamond - CD Box. The Madcap Laughs remastered&repackaged 1993 take 5 (2:28)
1993 Crazy Diamond - CD Box. Opel remastered & repackaged 1993.
2001 Wouldn't you miss me? The Best of Syd Barrett CD. remastered 2001.
2011  Octopus / Golden Hair; Mick Rock - Record Store Day 7" remastered 2010 (1:59)

Samstag, 11. Februar 2017

The gold it's in the....

Autoren: Waters, Gilmour
Dauer: 3:08
First release: Obscured by Clouds, 02. Juni 1972


7" Cover Dänemark
The gold it's in the... ist ein Geradeaus-Rocker, wie er im Pink Floyd Katalog selten zu finden ist. Lediglich Songs wie The Nile Song oder Ibiza Bar aus dem Soundtrack "More" oder spätere Songs wie "Young lust" oder "Not now John" waren ebensolche simplen Rock-Nummern. 
Nicht ganz unwesentlich ist hierbei wohl die Tatsache, dass Pink Floyd - genau wie beim Vorgängerfilm "More" - von Regisseur Barbet Schroeder nur 2 Wochen Aufnahmezeit zur Verfügung gestellt bekamen. 
Dieses Detail brachte in den beiden Auftragsarbeiten "More" und "Obscured by clouds" für Schroeder kurze und einfache Songs zutage, die zwar vielleicht nicht unbedingt immer in der Tradition der typischen Floyd-Kompositionen waren, aber dennoch standfeste einfache Songs waren. Alles wurde in strikten Arbeitszeiten im Studio komponiert und aufgenommen.

Vorliegender Song kommt sogar gänzlich ohne einen Beitrag von Keyboarder Richard Wright aus, was ebenso eine Seltenheit bei Pink Floyd war. Nur Gilmour (Stimme, Gitarre), Waters (Bass) und Mason (Drums) sind auf der Aufnahme zu hören. Die Waters-Gilmour Komposition wurde auch als  B-Seite der Single "Free Four", die in USA und einigen anderen Ländern veröffentlicht wurde, veröffentlicht.

Der Songtitel "The gold it's in the..." nimmt Bezug auf die Filmhandlung: Einige Hippie-Ethno-Forscher suchen in Papa-Neuguinea nach einem unerforschten Tal ("La Vallee"), das eben von Wolken verhangen ist ("Obscured by Clouds") nach irgendwelchen Schätzen. Gilmour singt 

"Come on, my friends,
Let's make for the hills.
They say there's gold but I'm looking for thrills.
You can get your hands on whatever we find,
Because I'm only coming along for the ride."



und stellt dabei klar, dass es ihm um den kick der Reise und des Unbekannten geht und nicht um das Ziel. Der Weg ist das Ziel.... "I'll get my kicks on the way".


Booklet des 1995 Remasters von "Obscured by Clouds"
2016 erschien in "The Early Years Box 1965-1972" ein Remix des Albums, das den vormals relativ dünn produzierten Song gebührend aufwertet und neue Soundspektren offenbart.

Weitere Veröffentlichungen: 
1972 Barbet Schroeder's La Valleè (France; 100 Minuten): film version 
(ab 2003 released auf verschiedenen DVD Editionen)
1972 Pink Floyd - Free Four / The gold it's in the.... 7" 
1995 Pink Floyd - Obscured by Clouds CD: remastered & repackaged 1995
2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica; remastered 2007
2011 Pink Floyd - Discovery CD Box: new packaging; remastered 2011

2016 Pink Floyd - The Early Years - 1972 Obfusc/ation CD1, remixed 2016

Sonntag, 5. Februar 2017

Going to live in LA

Autor: Waters
Dauer: 6:58
First release: Roger Waters - 7" & 12" Radio Waves /bw Going to live in LA,  30. April 1987



"Going to live in LA", die B-Seite der Single-Auskoppelung "Radio Waves" ist wie "Get back to radio" einer der ersten Tracks, den Waters für das Konzeptalbum Radio KAOS geschrieben hat.

Doch auch dieser Song schaffte es nicht auf das finale Album.
Dies ist allerdings eine kuriose Entscheidung, da das Lied textlich einen fundamentalen Erzählstrang des Konzepts weiterentwickelt:
Benny, Billy's Bruder, wird nach dem Aufstand der Minenarbeiter der Kohle-Industrie und der Verhaftung des Vaters von der Mutter nach Los Angeles geschickt. Billy und Benny tendieren in ihrer Freizeit auch zu Kleinkriminalität (siehe "Who needs information") und deshalb tut Mutter Molly gut daran Benny für ein paar Jahre zum Onkel Dave nach LA zu schicken. Der amerikanische Onkel hat einen Garten mit Swimmingpool und Palmen und eine große Dogge.

Auch "Molly's Song", der die Trauer der Mutter beschreibt, nachdem sie Benny in die USA geschickt hat, wurde niemals im Studio aufgenommen, sondern lediglich als Live-Version und B-Seite veröffentlicht, obwohl er eigentlich eine zentrale Rolle in der Erzählung hätte.
Lediglich der Song "Sunset Strip" zeugt noch von dem Erzählstrang mit der Emigration zu Onkel Dave. Das inhaltliche Konzept wird noch zusätzlich verkompliziert, da Waters offensichtlich die Rollen von Billy und Benny im Laufe der Entstehung der Handlung geswitcht hat.

Musikalisch ist der Song recht angenehm, auch wenn er leider durch eine leidige 80er-Jahre-Synthie-Panflöte begleitet wird und der Drum-Sound einfach zu sehr nach Drum-Computer klingt. 
Interessant wäre eine neue Edition des Albums, wo alle Songs dieses Zyklus an der richtigen Stelle des Konzepts eingebaut würden, und evtl. der Sound in modernerem Gewand remixt würde.


Der song wurde auf der 1987 Radio Kaos Tour vorgetragen. Es gibt keine weiteren Veröffentlichungen.