Sonntag, 8. April 2018

I was wrong

Autor: Bley
Dauer: 4:11
First release: Nick Mason's Fictitious Sports, 03. Mai 1981

LP-Labels

Wie auch "I'm a mineralist" stammt "I was wrong" aus dem Kollektiv-Album "Nick Mason's Fictitious Sports" und aus der Feder von Carla Bley.

Auch hier singt Robert Wyatt zu einem coolen Funk-Groove, der auch den Rest des Albums bestimmt. Besonders im Rampenlicht stehen hier Michael Mantler's Trompete und Gary Valente's Saxophon. Nick Mason ist - wie auf dem gesamten Album - in Hochform.
Nick Mason 2007 Live beim Berlin Jazz Fest mit Michael Mantler Group

Auch hier ist der Text recht witzig. Robert Wyatt gibt zu, dass er sich getäuscht hat, als er sagte er glaube nicht an Ausserirdische, da letzte Nacht nämlich irgendwas über seinen Kopf geflogen ist, was wie tausende Space-Gitarren geklungen habe. Er dachte es war Santa Claus.
Michael Mantler ca. 2007
In den 1990ern erschien das Album im Rahmen des "Collector's Series" Labels (Columbia) auf CD.

Montag, 2. April 2018

I never lied to you

Autor: Barrett
Dauer: 1:46
First release:  Syd Barrett - Barrett,  14. November 1970

Mick Rock Photosession für "Barrett" Album

Bei "I never lied to you" handelt es sich eigentlich um eine Coda des Songs "Waving my arms in the air" aus dem zweiten Soloalbum "Barrett".
Das Lied wurde 2. April 1970 in den Abbey Road Studios aufgenommen. Von "I never lied to you" gibt es laut David Parker ("Random Precision") keine Studio-Dokumentation. Es gibt lediglich Angaben zu "Waving my arms in the air", was daraus schliessen lässt, dass es sich ursprünglich um einen einzigen Song handelte, der erst nach der Aufnahme in 2 verschiedene Songs aufgeteilt wurde.
Textlich ist es eigentlich ein Liebeslied, in welches Barrett mit einer Frau dialogiert, der er versucht klar zu machen, dass er sie nie belogen hat. Ebenso kann er sich ein Leben ohne sie nicht vorstellen. 
Musikalisch basiert der Song auf recht kniffligen Akkordwechseln und auch die Metrik ändert sich während des Verlaufs. Der Song verlangsamt sich irgendwie während gegen Ende.
Musikalisch wird der Song von Rick Wright unverkennbar an den Keyboards begleitet. Barrett spielt an der akustischen Gitarre, die Drums stammen (wahrscheinlich) von Jerry Shirley. David Gilmour hat die Session produziert und Alan Parsons saß an den Reglern. Die Overdubs wurden am 3. April hinzugefügt.

Cover by Syd Barrett himself
In der 1993er Box "Crazy Diamond" wurden einige Bonustracks hinzugefügt. Unter anderem auch das Take 1 von "I never lied to you". Hier singt Syd Barrett (falsch) in einer höheren Tonlage und verheddert sich mehrmals in Tonlage und Rhythmik. Die Aufnahme ist nur von seiner akustischen Gitarre begleitet.

Der Song wurde auch 2001 gemeinsam mit Waving my arms in the air auf der Compilation "Wouldn't you miss me - The Best of Syd Barrett" veröffentlicht.

Weitere Veröffentlichungen: 
1974 Syd Barrett 2LP (re-issue of The Madcap Laughs & Barrett)
1993 Crazy Diamond Box remastered 1993; take 1 (1:48) 
2001 Wouldn't you miss me - The Best of Syd Barrett; remastered 2001
2010 Barrett; remastered 2010
2014 Barrett; vinyl re-issue remastered 2010.

Montag, 26. März 2018

I'm a mineralist

Autor: Bley
Dauer: 6:16
First release: Nick Mason's Fictitious Sports, 03. Mai 1981
Robert Wyatt is a Mineralist

Dass dieses Nick Mason "Solo"-Album ziemlich schräg ist, dürfte ja kein Geheimnis mehr sein. Mason hat "Nick Mason's Fictitious Sports" betrommelt und produziert, aber Komposition und Arrangements stammen von Carla Bley und ihrem Ehegatten Michael Mantler.
Dieses Stück aber ist wohl das Schrägste , was das PinkFloyd-Solo-Gesamtwerk zu bieten hat. (ausser vielleicht "Our Song" von Waters/Geesin)

Angefangen von der Musik, die psychedelisch angehaucht beginnt. Minutenlang wird Robert Wyatt's Gesang nur von Klavier, Triangel und dezenter Trompete begleitet. Dann, nach ca. 2 Minuten folgt ein komischer arhythmischer KirchenOrgel-Chor-Passus, der nach weiteren 2 Minuten wieder in die Ausgangsmelodie übergeht. Diesmal aber mit tollem Drumpart von Nick Mason, der mit Michael Mantlers Trompete duelliert. In diesen finalen Teil fügt sich dann auch der Orgel&Chor-Teil perfekt ein. Die Puzzlestücke finden am Ende also zusammen.
Kurz gesagt: musikalisch sehr interessant arrangiert.

Weiteres Kuriosum ist der wirklich sehr sehr lustige und mit perversen Zweideutigkeiten gespickte Text, der eigentlich gut zu Nick Masons Humor passt. Weil er mich immer wieder erheitert, habe ich ihn hier zur Gänze reinkopiert:

I'm a mineralist:
Original-Plattencover von Hipgnosis

Here's a shocking revelation for you voyeurs Such a heinous deviation, these are no clues I'm a Mineralist, I'm a Mineralist Just the thought of ironing gives me spasms of lust I creep up to old wrecked cars and lick off the rust I'm a Mineralist, I'm a Mineralist Mother used to try to metal in my affairs Keep your nose up off that grindstone, people Will stare Get the lead out of your pants and change your Underwear I've been stealing baby bottles since I was born I'll go blind from balling bearings, doctors have Warned I like making out with steel-rimmed glasses More than horned Erik Satie gets my rocks off, Cage is a dream Phillip Glass is a Mineralist to the extreme I like tickling ivories and fingering stones When my mercury goes up I play with my bone People take for granite my perversion is wrong I'm not harming anyone by beating my gong I'm a Mineralist, I'm a Mineralist I'll make love to minerals as long as I can And in fifty years I'll be a jaded old man I'm a Mineralist, I'm a Mineralist I'm a Mineralist, I'm a Mineralist


Die Aufnahmen des Albums stammen von 1979. Das Album wurde aber erst 1981 veröffentlicht. Der Track parodiert Philip Glass' "mimimal music" und gleich nach der Zeile "Philip Glass is a Mineralist to the extreme" hört man Glass-Musik die der Oper "Einstein on the Beach" ähnlich ist... der Track könnte ebenso gut "I'm a Minimalist" heissen... (Danke an Sytze für die Ergänzung!)

Samstag, 17. März 2018

I'm a King Bee

Autor: Slim Harpo (James Moore)
Dauer: 3:07
First release:  1965 - Their First Recordings, EP  27. November 2015


EP-Label 2015

Pink Floyd, oder besser gesagt "The Pink Floyd Sound" starteten ursprünglich mit Coverversionen ihrer Helden wie Bo Diddley, Rolling Stones etc. 
Nicht von ungefähr nahmen sie während ihrer allerersten Aufnahme-Session 1965 den traditionellen Blues-Song "I'm a King Bee" des schwarzen Blues-Musikers Slim Harpo alias James Moore auf. Den Song coverten auch The Rolling Stones auf deren Debüt-Album von 1964. 
An dieser Version orientierte sich auch die Aufnahme von Pink Floyd.
Pink Floyd 1965
Die Formation 1965 bestand aus Syd Barrett, Bob Klose, Roger Waters, Rick Wright, Nick Mason und Juliette Gale.
In dieser Aufnahme sind auch einige Fehler zu hören, die beweisen, dass die Musiker von Pink Floyd wohl noch in ihren Anfangstagen waren. Besonders auffällig sind ein bis zwei falsche Töne von Roger Waters zu Beginn des Songs. Bob Klose spielte auf der Aufnahme die Mundharmonika.


Das Original
Obwohl der Song bereits seit Jahrzehnten auf Bootlegs kursierte wurde er erst 2015 auf der Vinyl-EP "1965-Their First Recordings" veröffentlicht. Im folgenden Jahr dann im Rahmen der The Early Years: Cambridge Sta/tion 1965-1967 Box.

Der Song wurde auch von Eric Clapton gecovert.


Weitere Veröffentlichungen:

2016 Pink Floyd - The Early Years 1965-1972 Box: 1965-1967 Cambridge St/ation CD (3:13)

Samstag, 3. März 2018

I must tell you why

Autor: Magne
Dauer: 2:40 
First release:  Bande Originale Du Film "à coeur joie", 1967


Single-Cover Brasilien

Seit 2015 ist es offiziell: Es gibt eine Connection zwischen Brigitte Bardot und David Gilmour! Seit Jahrzehnten hielt sich ein hartnäckiges Gerücht David Gilmour hätte mit der BB ein Verhältnis gehabt. Im Dokumentarfilm "Wider Horizons" von 2015 erwähnte Gilmour erstmals, dass er 1967, während er mit Rick Willies und Willie Wilson als "Bullitt" bzw. "Flowers" in Frankreich unterwegs war, eingeladen wurde in einem Studio 2 Songs für den französischen Kinofilm "A coeur joie" (Two weeks in September) zu singen. In diesem Film spielte Brigitte Bardot mit. Gilmour sagt sonst nichts über seine Bekanntschaft mit der Bardot, bestätigt aber zumindest den Kontakt. Ein wahrer Gentleman ;-)


Deutsches Kinoplakat
Die wahre Sensation ist jedoch die Tatsache, dass Gilmour in der Zeit, als seine Bandkollegen von Pink Floyd mit Syd Barrett in England mit "The Piper at the gates of dawn" erste Erfolge feierten, bereits als professioneller Studio-Sänger engagiert wurde. Von diesen Aufnahmen war in Fankreisen bis 2015 nichts bekannt und somit schlug diese Information hohe Wellen. Song und Text stammen von Michel Magne und David Gilmour wird auf dem Tonträger nicht einmal erwähnt, aber dennoch ist sein Gesang unverkennbar. Gilmour war damals 21 Jahre alt.
Gemeinsam mit dem Song "Do you want to marry me?" und 2 Instrumentals ("À coeur joie", "le jeu de l'amour") hatte der Film-Soundtrack auf einer 7" EP Platz. Wie der andere Titel ist auch dieser ein tanzbarer 60er Popsong.


Weitere Veröffentlichungen: 
Kurioserweise wurde die Single bereits 2010 von Mercury/Universal France Music neu aufgelegt, wobei auch zu jener Zeit niemand von Gilmours Gesangskünsten wusste. 

Freitag, 23. Februar 2018

I can't breathe anymore

Autor: Gilmour
Dauer: 3:05
First release: David Gilmour - David Gilmour, 25. Mai 1978


Der letzte Song auf David Gilmours Debut-Solo-Album ist gleichzeitig der beste des Albums.
Das 1978 erschienene selbstbetitelte Album wurde von Gilmour selbst produziert und mit seinen Prä-Pink Floyd Wegbegleitern Willie Wilson und Rick Wills eingespielt. 
Text und Musik stammen von David Gilmour. Musikalisch handelt es sich um einen simplen Rocksong, textlich hingegen enthält er einige kuriose und selbstreflexive Zeilen, in denen es darum geht, sich eingeengt zu fühlen und das Bedürfnis sich Freiraum zu schaffen. Schlagzeug und verzerrte Riffs beginnen erst nach Ende des Textes, ca. in der Hälfte des Songs. Der gesungene Teil wird nur von Gilmours Gitarre begleitet.


I can't breathe anymore

Why that is I'm not sure
I've got my feet on the ground
In fact I'm flat on the floor
My direction is lost
I should pause to take stock
It's a new one on me
To even dream that you're free
It's a tale without an end
But the end is there for all to see
And if the end weren't so real
Coming 'round and 'round again on me
I guess it's all about my pride
I want to be there at the kill
But with or without God on my side
I know that I really will


Das Album erschien 1978, also zwischen den Pink Floyd Alben "Animals" und "The Wall", eine Zeit in der die inneren Spannungen innerhalb der Band zunahmen und Roger Waters die Entscheidungen für die Band traf. Bezieht sich der Text etwa darauf? Um den inneren Kampf des David Gilmour sich gegen die Bevormundung aufzulehnen? "I guess it's all about my pride"...
Bekannterweise stammen "Comfortably numb" und "Run like hell" auch aus den Sessions dieses Albums.

I can't breathe anymore wurde auch gemeinsam mit 5 anderen Tracks des Albums im Roxy, Covent Garden in London für BBC2 gefilmt. Dieses Promovideo erschien auch auf VHS. Leider wurde der Song auch in dieser Live-Version ausgeblendet...
Bei dieser Live-Aufnahme wurden zusätzlich Rick Wills (Bass) und Willie Wilson (Drums) noch Gilmour's Bruder Mark Gilmour (Rhythmusgitarre) und Ian McLagan (Keyboards) dazugeholt.
Gilmour ging mit diesem Album nicht auf Tour, spielte aber im Rahmen seiner 1984 "About Face" Tour 2-4 Songs des Debutalbums. I can't breathe anymore spielte er jedoch sehr selten und lediglich 5-6 Mal als Zugabe während dieser Tour. 

2006 erschien das Debutalbum "David Gilmour" als Remaster. Bei dieser Gelegenheit wurde das Lied um ca. 40 Sekunden verlängert, da es erst später ausgeblendet wurde. Deshalb bekommen wir einige Gitarrenphrasen mehr zu hören. 


Weitere Veröffentlichungen: 

1978 David Gilmour - CBS Promo Video VHS
2006 David Gilmour - David Gilmour CD: remastered CD 2006 (3:41)

Samstag, 10. Februar 2018

Hymns to the sun & Hymns to the sun (reprise)

Autor: Gilmour, Paterson, Youth
Dauer: 
First release: The Orb feat. David Gilmour - Metallic Spheres, 08. Oktober 2010

Eines der vielen verschiedenen Cover
Weitere 2 Tracks aus dem Kooperations-Album "Metallic Spheres" von The Orb feat. David Gilmour. 
The Orb sind eine britische Ambient-Dub-House "Band", die seit mehreren Jahrzehnten immer wieder mal mit Pink Floyd in der einen oder anderen Form zu tun hatte. Z.B. das Album "Blue Pearl" von 1992, auf welchem Durga McBroom sang und Gilmour und Wright mitspielten, wurde von Youth produziert.
2015 wurde dann "The Endless River" von Pink Floyd von Youth koproduziert.

Gilmour im Studio mit The Orb
Der Titel Hymns to the sun und seine zweites Auftauchen in der zweiten Hälfte des Albums sind - wie alle anderen Titel des Albums - recht verwirrend, da sie ohne Zeitangaben als Teil der jeweiligen "Metallic Side" und "Spheres Side" angegeben werden. Es ist nicht klar wo die Tracks beginnen und wo sie enden.
Somit geschieht es, dass der Track eigentlich eine Dub-Version von "Chicago (We Change the World)" von Graham Nash ist, der Track Chicago Dub (auch auf dem Album) hingegen nicht. 

Musikalisch ist das Album recht unaufregend und langatmig, wird in Insiderkreisen des Ambient-Genres allerdings als eines der besseren Werke von The Orb gehandelt. 

Das Album erschien in verschiedenen Formaten, Mixes und Versionen.