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Mittwoch, 1. Januar 2020

Lucy Leave

Autor: Barrett
Dauer: 2:59
First release:  1965 - Their First Recordings, EP  27. November 2015


Lucy Leave entstammt den allerersten Aufnahmesessions der Band die damals entweder noch "The Tea Set" oder "The Pink Floyd Sound" hiess. Damals war noch Bob Klose als zweiter Gitarrist mit dabei. Es ist eine typische Barrettkomposition der frühen Jahre. 

Thematisch waren einige Songs von Syd Barrett ja die einzigen im gesamten Pink Floyd Kanon, die wirklich Liebeslieder waren. Man denke nur an "See Emily Play", "Candy and a Currant Bun", Jennifer Gentle aus "Lucifer Sam", aber auch "Butterfly" aus derselben Session.
Pink Floyd haben seitdem die Liebe eigentlich kaum besungen. Die einzigen Kompositionen, in denen das Wort "Love" vorkommt, sind die "Love Scenes" aus Zabriskie-Point.

Dass für Barrett in jenen jungen Jahren die Frauen eine der wichtigsten Inspirationen waren, erscheint eigentlich nur legitim. In diesem Fall bittet er Lucy doch bitte zu gehen, er kann ihr Nähe nicht ertragen... Musikalisch richtet sich das Lied an die gängigen RnB Kompositionen, und ist den frühen "Rolling Stones" nicht unähnlich. Eine nette, tanzbare "Mädl, du machst mich ganz narrisch..."-Nummer. Der Gesang von Barrett ist relativ "aggressiv" und mutig. Der Gitarrenriff geht ins Ohr, der Rhythmus lädt zum mitwippen ein. Es fällt allerdings auf, dass die Keyboards hier noch sehr stark im Hintergrund sind, wenn man die Aufnahme mit Songs wie "Arnold Layne" oder "See Emily Play" vergleicht, die ja ähnlich tanzbare "Pop"-Nummern waren.

Von den insgesamt 5 aufgenommenen Songs wurde nur von "Lucy Leave" und "I'm a King Bee" eine begrenzte Anzahl an Kopien auf 7"-Acetate gepresst.
Obwohl Jahrzehnte lang gemeinsam mit "I'm a King Bee" auf verschiedenen Bootlegs erhältlich, wurde der Song erstmals 2015 veröffentlicht, wohl um die Autorenrechte zu sichern. Im Jahr darauf erschienen die Sessions im Rahmen des "The Early Years 1965-1972"- Boxsets.


Weitere Veröffentlichungen:

2016 Pink Floyd - The Early Years 1965-1972 Box: 1965-1967 Cambridge St/ation CD

Samstag, 17. März 2018

I'm a King Bee

Autor: Slim Harpo (James Moore)
Dauer: 3:07
First release:  1965 - Their First Recordings, EP  27. November 2015


EP-Label 2015

Pink Floyd, oder besser gesagt "The Pink Floyd Sound" starteten ursprünglich mit Coverversionen ihrer Helden wie Bo Diddley, Rolling Stones etc. 
Nicht von ungefähr nahmen sie während ihrer allerersten Aufnahme-Session 1965 den traditionellen Blues-Song "I'm a King Bee" des schwarzen Blues-Musikers Slim Harpo alias James Moore auf. Den Song coverten auch The Rolling Stones auf deren Debüt-Album von 1964. 
An dieser Version orientierte sich auch die Aufnahme von Pink Floyd.
Pink Floyd 1965
Die Formation 1965 bestand aus Syd Barrett, Bob Klose, Roger Waters, Rick Wright, Nick Mason und Juliette Gale.
In dieser Aufnahme sind auch einige Fehler zu hören, die beweisen, dass die Musiker von Pink Floyd wohl noch in ihren Anfangstagen waren. Besonders auffällig sind ein bis zwei falsche Töne von Roger Waters zu Beginn des Songs. Bob Klose spielte auf der Aufnahme die Mundharmonika.


Das Original
Obwohl der Song bereits seit Jahrzehnten auf Bootlegs kursierte wurde er erst 2015 auf der Vinyl-EP "1965-Their First Recordings" veröffentlicht. Im folgenden Jahr dann im Rahmen der The Early Years: Cambridge Sta/tion 1965-1967 Box.

Der Song wurde auch von Eric Clapton gecovert.


Weitere Veröffentlichungen:

2016 Pink Floyd - The Early Years 1965-1972 Box: 1965-1967 Cambridge St/ation CD (3:13)

Montag, 2. Januar 2017

The girl in the yellow dress

AutorGilmour/Samson
Dauer: 5:25 
First releaseDavid Gilmour - Rattle that lock,  15. September 2015



"The Girl in the yellow dress" ist.... ungewöhnlich.
Musikalisch eher in der Jazz-Piano-Bar Ecke angesiedelt, entfernt sich der Song stilistisch komplett von allem was man mit Pink Floyd oder David Gilmour eigentlich in Verbindung setzt.
2015 aber teilte David mit, dass sein 4. Soloalbum "Rattle that lock" unter anderem auch ein Befreiungsschlag gegen floydianische Stilmittel sei. Jegliche Kritiken an dieser seiner stilistischen Neuorientierung prallten an ihm ab. Tatsächlich ist David Gilmour bereits 2002 mit "Sonnet 18", Shakespear-Vertonung als Bonustrack auf David Gilmour In Concert, ungewöhnliche Wege gegangen. Auch finden sich auf Rattle That Lock die Songs Faces of Stone und Dancing right in front of me, die ebenfalls stilistisch in eher "gediegenere" Gefilde gehen.


Johnny Dewe Mathews Bild
The Girl in the yellow dress wurde von Gilmour bereits ca. 2005 mit anderer Besetzung eingespielt, aber für das 4. Soloalbum dann mit Rado - alias Bob - alias Robert - alias Radovan Klose (5. Floyd Member 1965-1967), Robert Wyatt und Jools Holland aufgenommen.
Alle drei waren bereits auf Gilmour's "On an Island" Album 2006 zu hören.

Während die Musik von David Gilmour ist, wurde der Text von Polly Samson geschrieben. Inspiriert von einem Gemälde von Johnny Deze Mathews, handelt der Song von einer Femme Fatale in gelbem Abendkleid, die die Köpfe vieler männlicher Besucher einer Jazz-Kneipe verdreht.

Der Song wurde in der Live-Setlist der Tour 2015-2016 beinahe immer (Ausnahmen sind 25.28.29. September 2016 in London und 10.04.16 in NY) gespielt, wobei Gilmour bei diesem Song die Band vorstellte. Live funktionierte der Song allerdings nicht und von vielen Fans wurde der Song eher als "Showstopper" empfunden, da er wohl eher in eine - eben - Jazzkneipe passen würde als in ein 3-stündiges Open-Air-Konzert mit Sorrow oder Run Like Hell


Videoausschnitt
Der Song lag David Gilmour so sehr am Herzen, dass er sogar ein animiertes Video von Danny Madden in Auftrag gab, welches als online-video vorgestellt wurde und wie ein Kurzfilm funktioniert und auch live auf der Bühne zu sehen war. Gilmour wurde durch Madden's Animationsfilm "Confusion through Sand", der auch Grundlage zum Video von In any tongue war, inspiriert.
Ebenso kann man auf der Deluxe-Edition des Albums auch das Making-Of des Videos sehen, sowie einen alternativen Mix: die Orchestral-Version anhören.
Live variierte der Song in der Länge je nach Solo-Einlagen der Musiker. Ein Beispiel davon findet sich im Bonusmaterial von David Gilmour-Live at Pompeii, allerdings die Live-version von Polen mit Orchesterbegleitung.

Weitere Veröffentlichungen: 
Das Album wurde als LP, CD, CD-DVD oder CD-BluRay Deluxe Edition, sowie zum Download angeboten. Die DVD und BluRay enthalten auch das Dolby 5.1 Mix.

2015 David Gilmour - Rattle That Lock (2disc dvd/bluray edition), Video Version (4:58) 
2015 David Gilmour - Rattle That Lock (2disc dvd/bluray edition), Orchestral Version (4:08)
2017 David Gilmour - Live at Pompeii 2016 live in Wroclaw, Polen Juni 2016; Bluray (7:08)

Freitag, 4. März 2016

Double 0 Bo

Single 2015
Autor: Barrett
Dauer: 3:25
First release:  1965 - Their First Recordings, EP 27. November 2015

Weiterer Barrett-Song aus der überraschend Ende 2015 veröffentlichten Doppel-Vinyl-Single "1965 - Their First Recordings". Die Songs entstammen aus den Aufnahmesessions in den Regent Studios London im Frühling 1965. Die Aufnahmen sind in Mono.


Der Song gilt als Hommage an Bo Diddley. Roger Waters und Syd Barrett erwähnten mehrmals in Interviews, sehr stark von Bo Diddley musikalisch beeinflusst worden zu sein. Ebenso erinnert die Melodie etwas an das James Bond - Theme. Auch im Songtitel gibt es eine Anspielung auf 007 durch die Verwendung von "Double 0" (Doppel-null). Ebenso "Bo" kann genauso als Anspielung an Bo Diddley, wie auch an "Bond" verwendet werden. 
Der Haupttext des Songs bestand aus dem Songtitel mit einigen im Studio improvisierten Zeilen.
Besonders Nick Mason überzeugt hier schon mit einem starken Drum-Pattern, das bereits seinen Stil durchblicken lässt. Bob Klose hingegen sticht durch die Rhythmusgitarre heraus, die stellenweise eher an Creedance Clearwater Revival erinnert.


Pink Floyd mit Bob Klose (2. v. r.)

Kurioserweise widersprechen sich die Angaben bzgl. der Song-Autoren:
Während auf der Single selbst Syd Barrett als Autor angegeben wird, schreibt z.B. Glenn Povey in seinem Buch "The Complete Pink Floyd - The Ultimate Reference", der Song sei eine Gruppenkomposition. Die damalige 5er-Formation Syd Barrett, Roger Waters, Nick Mason, Rick Wright und Bob Klose hätten den Song also gemeinsam geschrieben. 



7"-Label



Weitere Veröffentlichungen:
2016 Pink Floyd - The Early Years 1965-1972 Box: 1965-1967 Cambridge St/ation CD

Samstag, 5. Dezember 2015

Butterfly

Autor: Barrett
Dauer: 2:59
First release:  1965 - Their First Recordings, EP  27. November 2015


1965 - Their First Recordings Vinyl-Single Cover

Am sogenannten Black Friday 2015 veröffentlichen Pink Floyd ohne jegliche Ankündigung eine Doppel-Vinyl single (2x7") mit 6 bis zu diesem Datum unveröffentlichten Tracks aus dem Jahr 1965. Die Ausgabe ist auf 1050 Stück limitiert und somit konnten leider nur einige glückliche Fans dieses tolle Zeitdokument ergattern.
Hauptgrund dieser "Hau-Ruck"-Aktion war wohl der Verfall der Autorenrechte nach 50 Jahren. Hätten Pink Floyd diese Aufnahmen nicht dieses Jahr veröffentlicht, wären sie allgemeines Kulturgut geworden und jeder hätte sie veröffentlichen können. 

Pink Floyd veröffentlichten am 30.11.15 auf deren Facebook-Seite folgende Mitteilung um die Fans zu beruhigen:
"On Friday, a special limited edition set of two 7" singles was released, featuring previously unreleased Pink Floyd tracks. There were just over 1000 of these sets available. "Pink Floyd 1965 – Their First Recordings" included Lucy Leave, Double O Bo, Remember Me, Walk With Me Sydney, Butterfly and I'm A King Bee.
If you weren't one of the lucky ones to come across one of these in your local record store (the only place they were available from), don't worry, Pink Floyd hope to make them available in some physical form towards the end of next year."

Zwei der enthaltenen Lieder (Lucy Leave und I'm a King Bee) sind in Fankreisen schon länger bekannt, da sie auf zahlreichen Bootlegs erhältlich waren, alle anderen Lieder hingegen sind eine Neuheit für alle Fans. Lediglich die Titel der Tracks waren bekannt. 

Anders so der Song Butterfly. Er findet kaum kaum namentliche Erwähnungen in den zahlreichen veröffentlichten Büchern über Pink Floyd und Syd Barrett. 
Lediglich im Buch "Random Precision - Recording the music of Syd Barrett 1965-1974" wird eine Aufnahmesession "late spring 1965" von Bob Klose erwähnt. Vermutlich stammen die Aufnahmen von Mai/Juni 1965 und wurden in den Regent Studios in London aufgenommen. Im ansonsten sehr gut recherchierten Buch von David Parker wird lediglich ein "Unknown title" erwähnt, den Bob Klose so beschreibt:"I can't remember the title of the last number.... it was a shuffle type thing in E as far as I can recall. They are no great loss to musical history, although they might have some curiosity value." 
Erste Erwähnung konnte ich im italienischen Buch "Il Fiume infinito - Tutte le canzoni dei Pink Floyd" der Lunatics aus dem Jahr 2014 finden, in welchem jedoch lediglich erwähnt wird, dass der Song von Syd Barrett 1964 geschrieben wurde und evtl. vom Ragtime Klassiker "Flutter By, Butterfly" beeinflusst wurde. 
Das Line-Up der ersten Pink Floyd Aufnahmesession bestand aus Syd Barrett, Rick Wright, Roger Waters, Nick Mason, Bob Klose und Juliette Gale. Das Aufnahmegerät war ein Mono-2-Track Taperecorder. 

Pink Floyd mit Bob Klose (rechts) 1965

Die Aufnahme von Butterfly beginnt mit einer unverkennbaren Rhythmusgitarre von Syd Barrett (Lead-Gitarre spielte damals ja noch Bob Klose) und seinem Gesang. Der Song wirkt etwas "schleppend", was durch die Chöre im Chorus noch etwas unterstrichen wird. Ausserdem enthält er ein nettes Keyboard-Solo von Rick Wright, der wirklich als einziger musikalisch hervorsticht. Der pubertäre Text "listen all the girlies, although I never met you, gonna catch you soon with my Butterfly net, you better watch out" sollte vor dem Hintergrund verstanden werden, dass der Autor Barrett zur Zeit der Entstehung dieses Songs spritzige 18 Jahre alt war. 

Über Live-Darbietungen des Songs ist nicht viel bekannt, da es kaum Setlist zu damaligen Konzerten gibt. 

Weitere Veröffentlichungen:
2016 Pink Floyd - The Early Years 1965-1972 Box: 1965-1967 Cambridge St/ation CD

Bob Klose 40 Jahre später mit Werner Haider von Pulse & Spirit



Samstag, 27. September 2014

The Blue

AutorenMusik: Gilmour; Text: Samson
Dauer: 5:31
First releaseDavid Gilmour - On an island, 06. März 2006


On an Island Limited Edition (Dez. 2006)

Der dritte Song des dritten Gilmour Solo-Albums On an Island wäre auch optimal als Instrumentalsong durchgegangen. Der Text von Polly Samson wirkt zumindest überflüssig, pseudo-romantisch. Der Song ist eine Hommage an das Wasser, das Meer. Diese Stimmung wird aber bereits sehr gut durch die Musik rübergebracht.
Gilmour spielt ein wundervolles Gitarrensolo in sehr hohen Tonlagen. Richard Wright, der auch bei der Tour als festes Bestandteil dabei war sang auch auf der Studioversion des Songs. Kurioserweise spielte hier auch Rado "Bob" Klose Gitarre, dieser war bis 1966 Mitglied von Pink Floyd! Weitere bekannte Namen sind Jools Holland und Polly Samson (piano) und der Drummer Andy Newmark (The Wall Tour, The Final Cut). 


Rick Wright während der On an Island-Tour 2006

Der Song wurde während der Live-Tour 2006 bei jedem Konzert gespielt und ebenso auf den beiden Live-Alben  Remember that night (video) und Live in Gdansk (audio und video) veröffentlicht. 
Auf beiden Releases ist der Song auch als Bonusmaterial aus diversen Live-Auftritten der Tour vorhanden. Auf Live in Gdansk auch in der Studioversion als 5.1 Remix. Auf allen live-Versionen ist der Song ca. 1 Minute länger gespielt als auf der Studioversion. 
David Gilmour spielte den Song auch gemeinsam mit Remember a day (einer Rick Wright Komposition) bei der Jools Holland Show im September 2008, eine Woche nach Wrights Tod. Bei dieser Performance spielte auch Polly Samson an Keyboards mit.


ein sehr trauriger David Gilmour bei Jools Holland 2008



Weitere Veröffentlichungen: 
2007 David Gilmour - Remember that night 2DVD: live 29., 30. & 31. Mai 2006, London 
2007 David Gilmour - Remember that night 2DVD: live March 2006, Mermaid Theatre London 
2008 David Gilmour - Live in Gdansk CD&DVD: live 26. August 2006 w/ orchestra, Gdansk (6:39)
2008 David Gilmour - Live in Gdansk CD5: live 31.07.2006, Vienne (F) (6:21)
2008 David Gilmour - Live in Gdansk DVD2: live at Abbey Road, 2006,  London 
2008 David Gilmour - "On an Island" 5.1 mix on Live in Gdansk DVD2
2017 David Gilmour - Live at Pompeii 2016 LP, CD&Bluray (6:30)