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Mittwoch, 2. Oktober 2024

Perfect Sense, Parts 1 & 2

Autor: Waters

Part 1 Dauer: 4:16                                                                                                         Part 2 Dauer: 2:50

First release: Roger Waters - Amused to Death, 7. September 1992

Dieser Song aus dem 1992er Roger Waters Album "Amused to Death" scheint Herrn Waters wichtig zu sein, hat er ihn doch auf seine Tourneen "In the Flesh" von 1999-2002 und "The Dark Side of the Moon" von 2006-2008 mitgenommen. Ebenso auf die Werkschau ""A Flickering Flame - The Solo Years Vol. 1" von 2004 schaffte es der Song, allerdings in der Live-Version der "In the flesh" Tour.

Auf dem Studio-Album wurde der Song in 2 Teile unterteilt. Der erste Teil enthält die famose Phrase aus dem "2001-Odysse im Weltraum" Film:"please stop, Dave..." etc. Diese, sicherlich als Seitenhieb an David Gilmour gedachte, Phrase wurde aber im Original-Mix von 1992 rückwärts eingespielt. Es ging wohl auch um die Copyrights an Stanley Kubrick. Live wurde der Text allerdings richtigrum eingespielt. 

Im exzellenten (!) Remix von 2015 von James Guthrie, wurde das Intro nun auch richtigrum eingebaut. Textlich geht es in dem Song grundsätzlich um den Kapitalismus und dass sich eigentlich alles ums Geld dreht. Da der Song 1992 - also vor der Einführung der Einheitswährung "Euro" entstanden ist, wirkt der Text heute irgendwie veraltet, wenn Roger von "it all makes perfect sense, expressed in Dollars and Cents, Pounds, Shillings and Pence" singt. Natürlich hat sich an der Botschaft nichts geändert. Der Lead-Gesang von P.P. Arnold ist genial und erinnert etwas an "Great Gig in the Sky", auch wenn er diesmal mit Text versehen ist:"and the Germans killed the Jews and the Jews killed the Arabs and the Arabs killed the hostages, and that is the news", Dieser Text scheint 2024 genauso relevant wie vor 30 Jahren...

Teil 2 des Liedes beschreibt einen Kriegsangriff, der live im Radio oder Fernsehen übertragen wird. Dafür hat Roger Waters bekannte NBA-Kommentatoren der USA engagieren können, die die Kriegsszene wie ein Basketballspiel kommentieren. Dies wurde auch live auf der Bühne gut in Szene gesetzt indem ein U-Boot in das jeweilige Stadion wo das Konzert stattfand einfuhr und Roger Waters auf den Knopf drückte.

Weitere Veröffentlichungen: 
2002 Roger Waters - In the flesh live 2CD live März-Juni 2000 USA (7:26)
2002 Roger Waters - In the flesh live DVD live 27. Juni 2000 Oregon, USA
2006 Roger Waters - In the Flesh live 2CD&DVD re-edition
2010 Roger Waters - The Roger Waters Collection Box (Amused to Death & In the Flesh)
2015 Roger Waters - Amused to Death CD/Bluray & 2LP Remixed (5.1 / Stereo) & Remastered 2015 

Samstag, 19. August 2017

Hey you

Autor: Waters
Dauer: 4:41
First release: The Wall, 30. November 1979


single "Comfortably Numb/Hey You" 1980

Hey you gehört zu den bekannteren Nummern Pink Floyds. So wie "Goodbye Cruel World" der Abschluss des ersten Teils von The Wall ist, ist "Hey You" der Auftakt für die 2. Hälfte. 
Seite 3 des Original-Doppelalbums von The Wall, beginnt mit eben diesem Song und leitet die Abkehr von "Pink" in der realen Welt in die "Isolation" und den "totalitären Wahnsinn" ein. Auch wenn der Song anfangs nicht als Auftakt der 2. Hälfte gedacht war. Tatsächlich wurde er erst in letzter Minute an seine Stelle versetzt (vorher war er nach "Comfortably Numb" angesiedelt), weshalb die Texte der Original Ausgabe auf Vinyl noch an anderer Stelle platziert waren, als das Album erschien.

Hey You beschäftigt sich inhaltlich mit Pink, der - nachdem er den letzten Stein in die Mauer gesetzt hat - versucht mit der Aussenwelt zu kommunizieren. Er philosophiert über seine Lage und erkennt jetzt, dass ihn diese Mauer von der Realität abschottet. 


Pink hinter der Mauer (Ausschnitt aus "Pink Floyd - The Wall")

Gegen Ende des Songs übernimmt Waters den Gesangspart (ansonsten von Gilmour gesungen) und fungiert als Erzähler, ".... no matter how he tried he could not break free and the worms ate into his brain". Hier taucht erstmals das "Horror"-Bild der Würmer auf, die langsam das Hirn von Pink zerfressen. Die Würmer stehen hier wohl symbolisch für die Ängste und Paranoias des Protagonisten, die sein Denken zerstören. Im Film wird dies öfters verbildlicht und man sieht eine undefinierbare Masse an blutigen Würmern.
Die Botschaft von "Hey You" ist dennoch unmissverständlich und besonders in der heutigen Zeit, wo es um Mauern, Abgrenzung und Unterdrückung geht, haben die Zeilen "... together we stand, divided we fall" nach wie vor nichts von ihrer Wichtigkeit eingebüsst.

Musikalisch überzeugt der Song durch seine eingängige Melodie. In der Mitte wiederholt der Song einige Rhythmen von ABITW und die "Würmer" werden durch einen psychedelischen Synthie-Effekt vertont, der von James Guthrie eingespielt wurde Der Fretless-Bass wurde von David Gilmour gespielt.

Hey You schaffte es allerdings nicht in den Film "Pink Floyd The Wall", wurde aber als Special Feature namens "Reel 13" in die DVD-Edition des Films gepackt, da es zum Song Filmmaterial gab, dieses aber aufgrund der Spielfilmlänge nicht verwendet wurde.  


Ausschnitt aus dem "Reel 13" mit Bob Geldof

Das Lied wurde als B-Seite der Single von Comfortably Numb verwendet und auf den Kompilationen "Echoes" und "A foot in the door" veröffentlicht. 

Live wurde der Song nach der Pause als Auftakt der 2. Hälfte der Show gespielt, nachdem am Ende der 1. Hälfte der letzte Stein in der Mauer (siehe "Goodbye Cruel World") gesetzt wurde. Der Song wurde bei angeschaltetem Saal-Licht und ohne Vorankündigung nach der Pause gespielt, während die Leute teilweise noch ihre Sitzplätze suchten. Es ist letztendlich der einzige Song der kompletten The Wall-Show, der komplett hinter der Mauer vorgetragen wird. Die originale Idee von Waters sah eigentlich vor die komplette Show hinter einer Mauer zu spielen, was wohl sehr gewagt war. 
Bei The Wall Live in Berlin übernahm Paul Carrack den Gesangspart von Gilmour.

Der Song ist bei Radio-Sendern recht beliebt und gelangte so in den letzten Jahrzehnten zu einer bestimmten Bekanntheit.
Pink Floyd spielten den Song auf der 1994er Tour wohl deshalb sogar als Zugabe und veröffentlichten den Song auf der CD des Live-Albums "PULSE". 

Weitere Veröffentlichungen: 
1980 Pink Floyd - Comfortably Numb / Hey you 7" single-version ()
1982 Alan Parker - Pink Floyd's The Wall VHS
1990 Roger Waters - The Wall Live in Berlin: feat. Paul Carrack live 21. Juli 1990 Potsdamer Platz Berlin; 2LP, 2CD, VHS (5:02)
1992 Pink Floyd - Shine On CD Box: remastered 1992 
1992 Pink Floyd - The Wall 2CD: remastered & repackaged 1992
1995 Pink Floyd - PULSE 2CD: live 13. & 15. October 1994, London (4:39)
2000 Pink Floyd - Is there anybody out there? - The Wall Live 1980-81; live 09. August 1980/ 15. Juni 1981) (4:55)

2001 Pink Floyd - Echoes The Best of... 2CD: remastered 2001 (4:39)
2003 Alan Parker - Pink Floyd's The Wall DVD; 5.1 mix; Video Version "Reel 13"
2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica; remastered 2007
2010 Roger Waters - The Wall Live in Berlin Special Edition; feat. Paul Carrack live 21. Juli 1990 Potsdamer Platz Berlin; 5.1 mix; 2CD&DVD 
2011 Pink Floyd - A foot in the door CD: remastered 2011 (4:39)
2011 Pink Floyd - Discovery CD Box: new packaging; remastered 2011
2011 Pink Floyd - The Wall Experience Edition 3CD; remastered 2011
2011 Pink Floyd - The Wall 180gr. 2 LP Edition; remastered 2011
2011 Pink Floyd - The Wall Immersion Box Set (incl. The Wall remastered 2011; Is there anybody out there? remastered 2011 / RW Demo excerpt (1:09); Band Demo programme 1 (4:07)
2011 Pink Floyd - The Wall Singles Box; remastered 2011
2015 Roger Waters - The Wall  DVD, Bluray (4:43)
2015 Roger Waters - The Wall A soundtrack to the film 2CD, 3LP 

Samstag, 1. November 2014

Boo to you too

Autor: Bley
Dauer: 3:26
First release: Nick Mason's Fictitious Sports, 03. Mai 1981
Cover des Albums 1981

Aufgenommen wurde das erste Nick Mason "Soloalbum" im Oktober 1979, in den Grog Kill Studios, Willow, New York von Michael Mantler, und Nick Mason; und gemixt von James Guthrie. Produziert wurde es von Nick Mason und Carla Bley. 
Nick Mason on Drums

Hier zeigte sich erstmals Masons Affinität mit der Jazzmusik. Für Michael Mantler wird er noch in Zukunft auf 2 Alben spielen. Musikalisch hat dieses Album eben wenig mit Pink Floyd zu tun, da es mehr in jazzigen Gefilden unterwegs ist. Geschrieben wurden alle Songs des Albums von Carla Bley, während sich Mason auf das Schlagzeugspiel und die Produktion konzentrierte.
Insgesamt kommt das Album sehr locker und fröhlich rüber.
Carla Bley 1972

Boo to you too ist eine schnelle funkige Nummer mit Bläsern, stellenweise hat es Anlehnungen an den Rock'n'Roll. Den Gesang übernahm - wie auf fast allen Nummern des Albums - Robert Wyatt, der Drummer und Schlagzeuger von Soft Machine, dessen Album Rock Bottom auch von Nick Mason produziert wurde. Der ironische Text befasst sich mit dem Umgang von "Buh-Rufen" bei Konzerten.