Sonntag, 15. Juni 2014

The American Bomber; The British Submarine; The Russian Missile



Film-Poster zu "When the Wind Blows" 1986
Autor: Waters
Dauer: The Russian Missile 0:10
             The American Bomber 0:07
             The British Submarine 0:14
First release: Various Artists - When the Wind Blows Soundtrack, 16. Mai 1986


Genau genommen handelt es sich bei den 3 Tracks gar nicht um Lieder, sondern um sogenannte "Jingles". So nennt man Wiedererkennungsmelodien in Filmen, die in verschiedenen Szenen wiederholt eingesetzt werden.
Roger Waters wurde 1985 mit der Gestaltung des Film-Soundtracks zum britischen Animationsfilm "When The Wind Blows" beauftragt. Regie führte Jimmy Murakami und der Film basierte auf dem gleichnamigen Comicbuch von Raymond Briggs und erschien 1986 in den Kinos.

Darin ging es um ein älteres britisches Ehepaar, das nach einem Atombombenangriff alle Anweisungen der Behörden befolgt. Dies erweist sich als falsche Strategie, da die Hilfstrupps nie eintreffen und das Ehepaar an den Folgen der Strahlungen zugrunde geht. 
Eigentlich ein sehr trauriger Film, aber Roger Waters war die beste Wahl um einen Antikriegsfilm mit einem Score zu versehen. Man bedenke, dass der Film zu einer Zeit des Kalten Krieges in die Kinos kam, wo die Großmächte im Osten und Westen um die Wette rüsteten. Die Angst vor einem Atomkrieg war sehr groß. Waters wird dieses Thema auch in seinem folgenden Solo-Album "Radio KAOS" ein Jahr später wieder aufgreifen. 
Der Soundtrack (die gesamte 2. Seite des Albums) wurde bereits im Winter 1985 von Roger Waters & The Bleeding Heart Band eingespielt. So nannte Roger Waters seine Begleitband in wechselnder Besetzung (hier z.B. Mel Collins, Clare Torry, Freddie KRC, Jay Stapley, John Gordon, et alt.) nach seiner Zeit in Pink Floyd. Der Name für die Band entstammt dem Text des Songs "Outside the Wall" aus "The Wall". 

Die 3 Tracks bestehen lediglich aus einem sehr bedrohlich wirkendenTrommelwirbel, der wohl Kriegslärm nachahmen soll. Die unterschiedliche Dauer der Jingles ist auf die unterschiedlichen Echoeffekte der Trommelwirbel zurückzuführen. 
Der gesamte Soundtrack bestand aus der Roger Waters & The Bleeding Heart Band Suite von insgesamt 24:26 Minuten, während auf der A-Seite Popgrößen wie David Bowie oder Genesis Lieder besteuerten.
Der Soundtrack ist 1986 auf LP und CD erschienen.

Weitere Veröffentlichungen: 
1988 Raymond Briggs' When The Wind Blows auf VHS  
seit 2005 Raymond Briggs' When The Wind Blows  auf verschiedenen DVD Editionen. 
CD-Cover "When the wind blows"
Der Film ist auch in deutscher Sprache erschienen.


LP - Cover "When the wind blows"


Freitag, 13. Juni 2014

Along the Shoreline



Richard Wright 1990's

Autoren: Musik: Wright; Text: Moore
Dauer: 4:36
First release: Rick Wright - Broken China, 26. November 1996



Das Album "Broken China" ist bekanntlich ein Konzeptalbum in 4 Teilen, in welchem Rick Wright die schwere Depression seiner damaligen Ehefrau Mildred thematisiert.  Broken China bedeutet in Deutsch Zerbrochenes Porzellan. Das Album wurde in Wright's eigenem französischen "Studio Harmonie" aufgenommen. 



Tim Renwick, seinerseits Tourgitarrist von Pink Floyd, spielt auf dem Song die Leadgitarre mit einem schönen doppelstimmigen Solo, Pino Palladino und Manu Katche übernehmen den funkigen Rhythmus des Songs. Along the Shoreline ist nämlich einer der flotteren Songs auf dem Album. Das Keyboardsolo erinnert stark an die Sounds von "Run like hell" in "The Wall".

Anthony Moore, welcher auch bei anderen Pink Floyd Songs (zum Beispiel "Learning to fly", "Wearing the inside out") schon seine Hand im Spiel hatte, schreibt fast alle Texte dieses Albums, darunter auch den von "Along the Shoreline". Außerdem ist er Co-Produzent und Arrangeur.
"Along the Shoreline" ist der vorletzte Track des Albums. Deshalb orientiert sich der Text auch eher schon wieder einem Auftauchen aus der Depressiven Phase, es ist nach einer schweren und dunklen Zeit wieder Licht am Horizont zu sehen.
Anthony Moore


"... but now the day has broken, can see better ways,
A path leading to the light, a hope that never fades.
All power to the brave.
....
Free as the sunlight that shines down from above,
that opens us all to feel love." 


Schön klingt das! Ein Text der Hoffnung gibt und nicht umsonst nennt sich das nächste Lied dann auch folgerichtig "Breakthrough", aber dazu mehr dann in ein paar Monaten.

Leider gibt es von diesem Album (außer "Breakthrough") keine Live-Darbietung. Wright ist mit keinem seiner Solo-Alben je getourt.

Weitere Veröffentlichungen: 
1997 Erstveröffentlichung desselben Albums in den USA am 25.03.1997

CD-Cover "Broken China" 


Sonntag, 8. Juni 2014

All lovers are deranged

US - Promo-Single 1984
Autoren: Musik: Gilmour; Text: Townsend
Dauer: 3:15
First release: David Gilmour - About Face, 05. März 1984

Dieser geradlinige Rocksong wurde von David Gilmour geschrieben, aber er bat seinen Musikerkollegen und Master-Mind von "The Who" Pete Townsend die Texte beizusteuern. Für das 2. Solo-Album "About Face" konnte David Gilmour hochkarätige Studiomusiker wie Pino Palladino, Jeff Porcaro oder John Lord gewinnen. Auch Michael Kamen, der bereits für Waters' "Pros and Cons"-Album arbeitete und für "The Final Cut" und "The Wall" Orchester-Arrangements beisteuerte, ist mit von der Partie. Dass der Gitarrenssound sehr nach "The Wall" klingt, liegt wohl an der Co-Produktion von Bob Ezrin.
Der Song beinhaltet ein tolles rockiges Gitarrensolo und Gilmour's raue Stimme kommt hier besonders zur Geltung. Textlich sinniert Pete Townsend über die Liebe und kommt zu keinem sehr positiven Schluss. 


David Gilmour und Pete Townsend im Studio ca. 1985

Das Lied wurde auf jeder Show der About-Face-Tour in Europa und Nordamerika gespielt. Der Song wurde seit 1984 nicht mehr live aufgeführt. Seine Tourband beinhaltete Großkaliber wie Raphael Ravenscroft (Sax) und Chris Slade (Drums). Ein Konzert im Londoner Hammersmith Odeon-Theater wurde mitgeschnitten und 1984 in den USA als VHS-Videokassette  "Pink Floyd's David Gilmour" veröffentlicht. Bei diesem Konzert traten als Gastmusiker Roy Harper und Nick Mason auf. 
Als Besonderheit gab es auf dieser VHS auch die Videos zu "All lovers are deranged" und "Blue light". Beide Songs wurden nämlich für den florierenden MTV-Markt mit Promo-Videos versehen, die einem heute eher ein nostalgisches Schmunzeln entlocken. Die Regie der Videos übernahm Storm Thorgerson.

Das Album "About Face" ist übrigens wie auch sein 3. Soloalbum "On an island" an David Gilmour's Geburtstag erschienen.


Weitere Veröffentlichungen: 
1984 David Gilmour - Pink Floyd's David Gilmour VHS: live 30. April 1984, Hammersmith Odeon, London
2006 David Gilmour - About Face CD: remastered CD 2006 



LP-Cover von "About Face" 1984
VHS-Cover von "Pink Floyd's David Gilmour" 1984

Freitag, 6. Juni 2014

Alan's Psychedelic Breakfast (parts 1-3)

Roadie Alan Styles mit Syd Barrett 1969 (Foto Mick Rock)

Autoren: Waters, Wright, Mason, Gilmour
Dauer: 13:01
First release: Atom Heart Mother, 10. Oktober 1970

"Alan's Psychedelic Breakfast" ist ein eher unbekannter Track aus einem eher stiefmütterlich behandelten Album "Atom Heart Mother", das selbst von verschiedenen Bandmitgliedern des öfteren als Fehler bezeichnet wurde. Besonders dieser Track wurde von ihnen als "Füllmaterial" betitelt.
Es handelt sich dabei um eine Instrumental-Suite, die Pink Floyd's langjährigem Roadie Alan Styles gewidmet wurde. Dieser durfte zu diesem Zweck in Nick Mason's Küche Spiegeleier braten, Kaffee kochen und Bemerkungen murmeln. Das Ganze wurde aufgenommen und die Musiktracks wurden dann in den Abbey Road Studios aufgenommen. 
Booklet-Grafik der CD-Edition von "Atom Heart Mother" 1994
Die Suite ist eine originelle Mischung aus Musique Concrete und einer eher seichten Melodie, die in 3 Teile aufgeteilt wurde, welche diese Melodie in verschiedenen Arrangements wiederholen. 


1. Rise and Shine – 4:29 min
2. Sunny Side Up – 3:49 min
3. Morning Glory – 4:42 min

Der erste Teil "Rise and Shine" wird von Streichholzgeräuschen eingeleitet und geht in eine sehr liebliche und barocke Melodie über, die besonders von Rick Wright's Piano getragen wird und ein paar Minuten dahinplätschert.
zwischen 1. Teil und dem 2. Teil "Sunny Side Up" kann man Styles hören wie er sich Cornflakes zubereitet. Der 2. Teil wird dann vom für diese Zeit typischen Gilmour'schen Gitarrenspiel getragen, wobei auch hier Erinnerungen an die "Zabriskie-Point" Sessions wach werden.
Beim Übergang zum 3. Teil brutzeln die Spiegeleier zum Takt von "Morning glory", welches sich als "full-bodied-arrangement" der Hauptmelodie entpuppt und sich zum Finale hin entfaltet.
In der Originalpressung tropfte der Wasserhahn in der Auslaufrille der LP endlos weiter.
Die Suite ist eine Reminiszenz aus deren Live-Darbietungen von 1969 in welchen die Band die Suite "The Man/The Journey" aufführte und auf der Bühne Holz hackte, zimmerte, etc. Es handelt sich somit um den Versuch diese Performance-Art auf Vinyl zu bringen.

Pink Floyd mit Live-Equipement 1969

Leider wurde "Alan's Psychedelic Breakfast" nur 4x zwischen 12.12.70 und 22.12.70 in England live aufgeführt. Während der Performances brieten die Roadies (also auch Alan Styles) Spiegeleier und Tee auf der Bühne. Mason trat bei mindestens einer Performance als Weihnachtsmann verkleidet auf.
Roger Waters begründete die raren Live-Darbietungen des Stückes gegenüber der Zeitschrift Sounds 1970 mit folgenden Worten:

"The logistics of doing it live are quite difficult. We can't obviously take a set of a kitchen round with us and do it all, but we'll have to have some table arrangement to fry eggs on and boil kettles and everything."


Cover "Atom Heart Mother" 1970
Weitere Veröffentlichungen: 

1994 Pink Floyd - Atom Heart Mother CD: remastered & repackaged 1994
2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica; remastered 2007
2011 Pink Floyd - Discovery CD Box: new packaging; remastered 2011
2016 Pink Floyd - The Early Years Deviation1970 DVD/BR; Quad-Mix 1974





Against the odds


Inneres Gatefold-Cover "Wet Dream" 1978

Autor: Wright
Dauer: 3:57
First release: Wet Dream, 15. September 1978

Against the Odds entstammt Richard Wright's erstem Soloalbum "Wet Dream". Fälschlicherweise ist auf den Credits dieser Song als jener Song angegeben, bei dem seine damalige Ehefrau Juliette Wright den Text geschrieben hat. In Wahrheit war dies "Pink's Song" (thnx Sytze Boorsma).
Im Text wird jedenfalls über eine Beziehungskrise monologisiert. 
Musikalisch ist das Lied eine typische Wrightkomposition der 70er, stark auf das Piano reduziert, mit akustischen Gitarrensoli, melancholisch und zurückhaltend. Mit Snowy White holte Richard Wright den Tourgitarristen von Pink Floyd's 77-Tour "In the flesh" mit an Bord. 
Zurückhaltend war übrigens auch die Reaktion des Publikums. Das Album wurde kaum beachtet und erst in den 1990ern wurde es auf CD veröffentlicht mit diskretem Verkaufserfolg. 2008, nach Richard Wright's Tod wurde es auch in Australien erneut veröffentlicht. 

Richard Wright ist übrigens kurioserweise auf den Tag genau 30 Jahre nach der Veröffentlichung seines ersten Soloalbums gestorben (15. September 2008). 


Richard Wright; Ausschnitt von "Live in Pompeii - Director's Cut"



Das Album wurde in den Super Bear Studios in Frankreich zwischen Januar und Februar 1978 aufgenommen. 





Auf dem gesamten Album befinden sich nur 4 Lieder, die keine Instrumentals sind. 


Weitere Veröffentlichungen: 
1993 Richard Wright - Wet Dream: CD (USA)
2008 Richard Wright - Wet Dream: CD (Australia)
023 Richard Wright - Wet Dream 2023 Remix: CD, Bluray, LP 
Snowy White


Cover "Wet Dream" 1978

Mittwoch, 4. Juni 2014

Absolutely Curtains

Pink Floyd 1972 (Photo by Jill Furmanovsky)
Autoren: Gilmour, Waters, Mason, Wright
Dauer: 5:50
First release: Obscured by Clouds, 02. Juni 1972

Pink Floyd goes World Music. Mit diesem letzten Track des Albums "Obscured by Clouds" leisten Pink Floyd wieder einmal Pionierarbeit! Am Ende dieses Instrumentals wurden etwa 2 Minuten folkloristische tantra-artige Chöre aus Papa-Neuguinea (wo der Film gedreht wurde) als Coda angehängt. Um genau zu sein handelt es sich um die Stammesgesänge des "Mapuga"-Stammes. Dass eine britische Band der Tragweite von Pink Floyd original belassene Stammesgesänge auf eines ihrer Alben verewigt, war für das Jahr 1972 wohl etwas noch nie da Gewesenes. Im Film sind die Gesänge des Stammes in verschiedenen Szenen zu hören.


Englisches Kino-Poster für "La Valleè"

Dieser Instrumentaltrack wurde in Frankreich für einen weiteren Film von Barbet Schroeder namens "La Valleè" aufgenommen. Zusammen mit den anderen Tracks des Soundtracks benötigten Pink Floyd nur 2 Wochen um das Album aufzunehmen.
Absolutely Curtains wird großteils von Wright's Sounds getragen. Dieser greift hier neben Mellotron und Hammond auf diverse neue Instrumente wie zum Beispiel den VCS3 zurück, den Pink Floyd erst neu erstanden hatten und der auf "On the run" erst wirklich zur Geltung kommt. Der Track wird am Ende des Films gespielt, wobei die Filmversion eine andere Aufnahme als die Albumversion ist. 


Weitere Veröffentlichungen: 
1972 Barbet Schroeder's La Valleè (France; 100 Minuten): film version 
(ab 2003 released auf verschiedenen DVD Editionen)
1995 Pink Floyd - Obscured by Clouds CD: remastered & repackaged 1995
2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica; remastered 2007
2011 Pink Floyd - Discovery CD Box: new packaging; remastered 2011
2016 Pink Floyd - The Early Years 1965-1972 Box; 1972 Obfusc/ation CD: remix 2017


Cover "Obscured by Clouds"

Sonntag, 1. Juni 2014

A Spanish Piece

Cover für DVD-Edition von "More"
Autor: Gilmour
Dauer: 1:05 
First release: More, 13. Juni 1969

Zu diesem für David Gilmour sehr untypischen Gitarrenstück gibt es im Grunde nicht viel zu sagen. Interessant vielleicht, dass dies Gilmour's erster alleiniger Autoren-Credit (vorher nur Co-Autor für "A Saucerful of Secrets") für Pink Floyd ist.
Pink Floyd nahmen den Soundtrack zu Barbet Schroeder's Film "More" ja bekanntlich innerhalb einer Woche auf. Obwohl einige Waters-Kompositionen es ins Live-Repertoire der Band geschafft hatten ("Green is the Colour" und "Cymbaline") bestand die B-Seite des Albums primär aus Soundtrack-Scores.
"A Spanish Piece" wurde in einer Szene des Films verwendet, bei der aus dem Radio einer Bar dieser Pasodoble-Flamenco-Gitarren-Riff zu hören ist. Die Film-Version ist eine andere als auf dem Album und ist lediglich Hintergrundmusik und im Film kaum wahrzunehmen.  Jemand (klingt eher nach Roger Waters als David Gilmour) murmelt auf der Album-Version einige kaum verständliche englische Phrasen in spanischem Akzent, vielleicht um die Bar-Atmosphäre zu unterstreichen. Unnötig zu sagen, dass dieser Gitarrenriff nie mehr irgendwo im Katalog der Band auftauchen wird.

Weitere Veröffentlichungen: 
1969 Barbet Schroeder's More (Luxembourg, France; 111 Minuten): film version 
(ab 2003 released auf verschiedenen DVD Editionen)
1995 Pink Floyd - More CD: remastered & repackaged 1995
2007 Pink Floyd - Oh By The Way CD Box: Mini vinyl replica; remastered 2007
2011 Pink Floyd - Discovery CD Box: new packaging; remastered 2011


LP-Cover "More" 1969

Cover "Oh by the way" Box 2007